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Spierstrauch (Spiraea)

Arten und Sorten des Spierstrauchs, Schnitt und Verwendung in der blühenden Hecke

Sommergrüne Blütensträucher für die Einzelstellung und für Hecken.

Standort: Freie, sonnige Lagen
Höhe: Von 30 cm bis 3 m
Blütezeit: Mai–August
Vermehrung: Aussaat, Steckhölzer oder Grünstecklinge

Die rund 100 Arten der Gattung Spiraea sind überwiegend in der gemäßigten Zone Asiens verbreitet, kommen aber auch in Europa, Nordamerika und Mexiko vor; sie gehören zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae) und zeichnen sich durch wechselständige, einfache, gesägte oder gelappte Blätter aus sowie durch kleine, vier- oder fünfzählige, überwiegend weiße Blüten in Trauben, Rispen oder Doldenrispen. Die Früchte sind kleine, wenig auffällige Balgfrüchte.

Spiersträucher fehlen in kaum einem Garten. Als robuste und anpassungsfähige, überreich blühende Sträucher, die im Einkauf zudem günstig sind, erfreuen sie sich großer Beliebtheit und weiter Verbreitung. Höhere Arten setzt man einzeln oder in kleinen Gruppen, ebenso lassen sich mit ihnen schöne blühende Hecken anlegen.

Niedrige Arten pflanzt man ebenfalls in kleinen Gruppen oder flächig. Unter dem Druck von Bäumen und Sträuchern gedeihen sie jedoch nicht, sie brauchen freie und sonnige Lagen. Strauchige Arten und Sorten lichtet man regelmäßig aus, und zwar im Abstand von 2–3 Jahren, wobei stets einige ältere Triebe bodennah entfernt werden. Alle Zwergarten schneidet man am besten jedes Jahr bis zum Boden zurück. Ihre Blüten werden am Ende der diesjährigen Triebe in meist flachen Blütenständen angelegt.

Weißblühender Spierstrauch (Spiraea albiflora) – niedrige weiße Spiere für die Hecke

Weißblütiger Spierstrauch (Spiraea albiflora)

Weißblühender Spierstrauch (Spiraea albiflora) mit kleinen weißen Blüten in einer Doldenrispe
  • Wächst straff aufrecht und wird 30–60 cm hoch.
  • Hat braune, kantige und gestreifte Triebe.
  • Die Blätter sind lanzettlich, lang zugespitzt und 6–7 cm lang.
  • Sehr kleine weiße Blüten in endständigen Doldenrispen erscheinen im Juli und August.
  • Die japanische Gartenform lässt sich in kleinen Gruppen oder als niedrige blühende Hecke verwenden.

Brautspiere (Spiraea × arguta)

Prächtiger Spierstrauch (Spiraea × arguta)

Brautspiere (Spiraea × arguta) mit überhängenden, dicht mit weißen Blüten besetzten Zweigen
  • Dicht verzweigter, 1–2 m hoher Strauch mit dünnen, zierend überhängenden Zweigen.
  • Die Blätter sind länglich verkehrt eiförmig bis eher lanzettlich und bis 4 cm lang.
  • Die rein weißen, etwa 8 mm breiten Blüten in vielblütigen Dolden erscheinen Ende April bis Anfang Mai auf ganzer Trieblänge.
  • Eine der schönsten früh blühenden Arten der ganzen Gattung.

Billards Spierstrauch (Spiraea × billardii 'Triumphans')

Billards Spierstrauch (Spiraea × billardii 'Triumphans') mit purpurrosa Rispen
  • Bis 2 m hoher, aufrechter, Ausläufer bildender Strauch.
  • Die Blätter sind elliptisch bis lanzettlich und 3–6 cm lang.
  • Die Blüten erscheinen von Juli bis September, sind lebhaft purpurrosa und stehen in endständigen, breit kegelförmigen, an der Basis verzweigten Rispen von 20 cm Länge und 10 cm Breite.
  • Ein sehr robuster und anspruchsloser Strauch, geeignet als Sichtschutz und zum Verwildern.

Spiraea bullata – Zwerg-Spierstrauch für den Steingarten

Spiraea bullata

  • Der dichte und gedrungene Zwergstrauch ist kaum höher als 30 cm.
  • Die Blätter sind eirund, etwas ledrig, stark runzelig und bis 3 cm lang.
  • Die Blüten sind beim Aufblühen dunkelrosa und stehen in kleinen, 4–9 cm breiten Doldenrispen.
  • Sie erscheinen im Juli.
  • Ein eigenwilliger Zwergstrauch aus Japan für Steingärten und Trogbepflanzungen.
Zwerg-Spierstrauch Spiraea bullata mit runzeligen Blättern und rosa Doldenrispen

Bumalds Spierstrauch (Spiraea × bumalda)

Bumalds Spiere (Spiraea × bumalda)

Bumalds Spierstrauch (Spiraea × bumalda) mit flachen rosa Doldenrispen
  • Niedriger, bei regelmäßigem Rückschnitt nur 50–80 cm hoher, aufrecht wachsender Strauch mit stark gestreiften Trieben.
  • Die Blätter sind eiförmig länglich, zugespitzt, eingeschnitten gesägt und 2–8 cm breit.
  • Weiße bis dunkelrosa Blüten in flachen endständigen Doldenrispen erscheinen von Juli bis September.
  • Die hierher gehörenden Sorten sind bedeutend und blühen im Sommer sehr lange. Man kann sie einzeln, in kleinen Gruppen oder als niedrige blühende Hecke pflanzen.
  • Für alle Sorten empfiehlt sich ein regelmäßiger starker Rückschnitt.

Die wichtigsten Sorten der Spiraea × bumalda: Anthony Waterer, Goldflame und Froebeli

Sorte Blüten Anmerkungen
‚Anthony Waterer‘ karminrot Blätter beim Austrieb rot, teils weiß panaschiert
‚Crispa‘ rot Blätter wellig und sehr tief geschlitzt, schwachwüchsig
‚Dart’s Red‘ sattkarminrot sehr reich blühend
‚Goldflame‘ karminrosa, klein Blätter beim Austrieb goldgelb, im Sommer grün, im Herbst honigorange
‚Froebeli‘ dunkel purpurrot starkwüchsig, Blätter beim Austrieb braunrot
‚Sappho‘ lebhaft karminrot virusfreie Auslese aus ‚Anthony Waterer‘, Blätter ohne weiße Panaschierung

Grauer Spierstrauch (Spiraea × cinerea 'Grefsheim')

Aschgrauer Spierstrauch (Spiraea × cinerea ‚Grefsheim‘)

Grauer Spierstrauch 'Grefsheim', dicht mit weißen Blüten besetzt an überhängenden Zweigen
  • Bis etwa 1,5 m hoher, dicht verzweigter Strauch mit zierend überhängenden Zweigen.
  • Die Blätter sind lanzettlich, bis 2,5 cm lang und mattgrün.
  • Die weißen Blüten stehen zu 2–6 beisammen; die Sorte blüht sehr reich im April.
  • Eine dekorative und häufig gepflanzte Sorte.

Niederliegender Spierstrauch (Spiraea decumbens)

Niederliegender Spierstrauch (Spiraea decumbens) als niedriger Bewuchs im Steingarten
  • Nur etwa 25 cm hoher, Ausläufer bildender Zwergstrauch mit dünnen, drahtartigen, aufrechten Trieben.
  • Die Blätter sind elliptisch länglich, 1–3 cm lang und einfach oder doppelt gesägt.
  • Weiße Blüten in kleinen, 3–5 cm breiten endständigen Doldenrispen entfalten sich im Juni.
  • Heimisch ist er in Krain und in Südtirol.
  • Er eignet sich hervorragend für flächige Pflanzungen. Durch zahlreiche unterirdische Ausläufer begrünen sich Flächen rasch, schön ist aber auch die Einzelpflanze im Alpinum.

Japanischer Spierstrauch (Spiraea japonica) und seine Sorten

Japanischer Spierstrauch (Spiraea japonica) mit rosa Blüten in breiten Doldenrispen
  • Bis 1,5 m hoher Strauch mit steifen, aufrechten, nur wenig verzweigten Trieben.
  • Blätter eiförmig länglich, zugespitzt, 2–8 cm lang und deutlich doppelt gesägt.
  • Hell- oder dunkelrosa, 6 mm breite Blüten in endständigen, 15–20 cm breiten Doldenrispen erscheinen im Juni und Juli.
  • Er wächst in Japan. Kultiviert wird vor allem eine große Zahl von Sorten.

Sorten der Spiraea japonica: Little Princess, Golden Princess und Goldmound

Sorte Blüten Anmerkungen
‚Alpina‘ rosa, in zahlreichen kleinen Blütenständen kompakter Zwergstrauch für Steingärten und Tröge
‚Golden Princess‘ rosarot, reich blühend unterscheidet sich von ‚Little Princess‘ durch goldgelbe Blätter
‚Goldmound‘ rosa Blätter intensiv und rein gelb gefärbt, etwa 40 cm hoch
‚Little Princess‘ rosarot, blüht sehr reich bis 50 cm hoch und triebreich; für flächige Pflanzungen; wie bei allen Zwergsorten jährlicher Rückschnitt

Nippon-Spierstrauch (Spiraea nipponica)

Nippon-Spierstrauch (Spiraea nipponica) mit weißen, halbkugeligen Doldenrispen
  • Der bis 2,5 m hohe Strauch hat zunächst straff aufrechte, im oberen Teil bogig abstehende Zweige.
  • Die Blätter sind verkehrt eiförmig bis elliptisch und 1,5–3 cm lang.
  • Weiße, etwa 8 mm breite Blüten in zahlreichen halbkugeligen Doldenrispen trägt er im Mai bis Juni.
  • Verbreitet ist er in Japan.
  • Einer der elegantesten und schönsten Spiersträucher mit vielen Sorten in Kultur.

Sorten der Spiraea nipponica: Snowmound und June Bride

Sorte Blüten Anmerkungen
‚Halward’s Silver‘ weiß, groß, sehr reich wächst kompakt und dicht verzweigt; nur 80–100 cm hoch
‚June Bride‘ weiß, sehr zahlreich etwa 1 m hoch mit leicht überhängenden Zweigen, Blätter beim Austrieb purpurbraun
‚Snowmound‘ weiß, besonders zahlreich wächst mit elegant überhängenden Trieben und bleibt schwächer als die Art

Pflaumenblättriger Spierstrauch (Spiraea prunifolia)

Pflaumenblättriger Spierstrauch (Spiraea prunifolia) mit gefüllten weißen Blüten an langen Zweigen
  • Aufrechter, bis 2 m hoher Strauch mit dünnen und langen überhängenden Zweigen.
  • Die Blätter sind länglich, elliptisch, 2,5–4 cm lang und im Herbst orange bis rotbraun.
  • Weiße, gefüllte, etwa 1 cm breite Blüten öffnen sich zu 3–6 in sitzenden Dolden im Mai.
  • Bekannt ist er nur aus asiatischen Gärten.
  • Ein dekorativer Solitärstrauch für warme und sonnige Standorte.

Thunbergs Spierstrauch (Spiraea thunbergii)

Thunbergs Spierstrauch (Spiraea thunbergii), der bereits Ende April weiß blüht
  • Der selten über 1 m hohe Strauch hat rutenförmige, an den Spitzen leicht überhängende Zweige.
  • Die schmal lanzettlichen, 2,5–3 cm langen Blätter treiben sehr früh aus.
  • Rein weiße, etwa 8 mm breite Blüten in wenigblütigen, sitzenden Dolden erscheinen Ende April bis Anfang Mai.
  • Verbreitet ist er in China und Japan.
  • Er blüht am frühesten von allen Spiersträuchern.

Pracht-Spierstrauch (Spiraea × vanhouttei) – kräftiger Strauch für die Hecke

Pracht-Spierstrauch (Spiraea × vanhouttei) mit weiß blühenden, überhängenden Zweigen
  • Kräftiger, über 2 m hoher Strauch mit langen Trieben und breit und zierend überhängenden Zweigen.
  • Die Blätter sind eiförmig rautenförmig, schwach drei- bis fünflappig, 3–4 cm lang und dunkelgrün.
  • Rein weiße, 8 mm breite Blüten in flachen Doldenrispen erscheinen im Mai und Juni.
  • Der robuste, kräftige und überreich blühende Strauch ist einer der am häufigsten gepflanzten Spiersträucher; als Solitär ist er ebenso schön wie in der frei wachsenden Hecke.

Spiersträucher gehören zu den anspruchslosen Blütensträuchern. Form und Dichte erhalten Sie ihnen durch den regelmäßigen Schnitt von Sträuchern und Kletterpflanzen, und um die Nährstoffversorgung der ganzen Zierpflanzung kümmert sich der Universaldünger.

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Spiere pflanzen und pflegen: Standort, Boden und Pflege

Die Spiere gehört zu den anspruchslosesten Ziersträuchern. Standort: volle Sonne – im Halbschatten blüht sie schwächer, und Sorten mit farbigem Laub (‚Goldflame‘, ‚Goldmound‘) vergrünen. Boden: jeder normale Gartenboden, auch magerer und trockener, nur nicht dauerhaft nass. Pflanzung: Containerware von Frühjahr bis Herbst, am besten im Frühjahr oder September. Für Hecken niedrige Spieren (Japanische Spiere, Weiße Zwergspiere) im Abstand von 40–50 cm setzen, starkwüchsige (Prachtspiere, Brautspiere) mit 80–100 cm.

Gießen ist nur im ersten Jahr nach der Pflanzung und bei langer Trockenheit nötig. Düngen: eine Frühjahrsgabe organischer Dünger unter den Mulch genügt – mit Stickstoff überdüngte Spieren blühen weniger. Winterhärte: alle gängigen Arten sind voll winterhart (bis −30 °C) und brauchen keinen Winterschutz. Krankheiten und Schädlinge spielen kaum eine Rolle; gelegentliche Blattläuse lassen sich mit Wasser abspritzen.

Spiere schneiden: wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der Schnittzeitpunkt hängt davon ab, wann die Spiere blüht:

  • Frühjahrsblühende Spieren (Brautspiere, Prachtspiere, Thunbergs Spiere, Graue Spiere ‚Grefsheim‘) blühen am Vorjahresholz. Sie werden direkt nach der Blüte im Mai/Juni geschnitten: abgeblühte Triebe um ein Drittel einkürzen und jedes Jahr 2–3 der ältesten Äste bodennah entfernen. Ein Frühjahrsschnitt würde die Blütenknospen entfernen.
  • Sommerblühende Spieren (Japanische Spiere und ihre Sorten ‚Anthony Waterer‘, ‚Goldflame‘, ‚Little Princess‘, Bumalda-Spiere, Weiße Zwergspiere, Billards Spiere) blühen am diesjährigen Holz. Sie werden im zeitigen Frühjahr im März kräftig auf 15–30 cm über dem Boden zurückgeschnitten. Der Strauch treibt neu aus und blüht reich. Nach der ersten Blüte die trockenen Blütenstände entfernen, dann blüht er nach.
  • Verjüngung: eine vernachlässigte, überalterte Spiere verträgt im Spätwinter einen radikalen Rückschnitt auf 10–20 cm; frühjahrsblühende Arten setzen dann ein Jahr mit der Blüte aus.
  • Hecken aus Spieren nach der Blüte in Form schneiden, freiwachsende Hecken nur auslichten.

Scharfe Scheren verwenden und knapp über einer nach außen zeigenden Knospe schneiden.

Häufige Fragen: Spiere

Wann schneidet man Spieren?

Frühjahrsblüher (Brautspiere, Prachtspiere) direkt nach der Blüte im Mai/Juni, Sommerblüher (Japanische Spiere, Bumalda-Spiere) im zeitigen Frühjahr im März kräftig auf 15–30 cm.

Wann schneidet man die Japanische Spiere?

Im zeitigen Frühjahr, im März, auf 15–30 cm über dem Boden – sie blüht am diesjährigen Holz. Nach der Blüte die trockenen Blütenstände entfernen, dann blüht sie nach.

Wie vermehrt man Spieren?

Am einfachsten über halbreife Stecklinge im Juni/Juli oder Steckhölzer im Winter; niedrige Arten lassen sich im Frühjahr teilen. Aussaat im Frühjahr ist möglich, Sorten fallen daraus aber nicht sortenecht.

Ist die Spiere winterhart?

Ja, alle gängigen Arten vertragen bis −30 °C und brauchen keinen Winterschutz.