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Kirschfruchtfliege

Die Kirschfruchtfliege macht Kirschen und Sauerkirschen wurmig. So erkennen Sie den Befall und beugen Schäden an Ihren Bäumen vor.

Inhalt

Kirschfruchtfliege – warum Kirschen und Sauerkirschen Maden haben

Gelbliche Larve auf einer reifen Himbeere in Nahaufnahme

(Rhagoletis cerasi)

Die Kirschfruchtfliege gehört zu den bekanntesten Schädlingen im Obstgarten. Sie befällt vor allem Kirschen und Sauerkirschen, dazu wild wachsende Wirtspflanzen wie Heckenkirsche und Berberitze. Apfel-, Birn- und Pflaumenbäume gehören ausdrücklich nicht dazu. Die erwachsene Fliege ist nur 3 bis 5 mm groß und glänzend schwarz, mit leuchtend gelbem Schildchen am Rücken – am sichersten erkennen Sie sie an den dunkel gebänderten Flügeln.

Verbreitet ist sie in ganz Europa und in Teilen Asiens; seit einigen Jahren wird sie auch in Nordamerika nachgewiesen, wohin sie mit dem weltweiten Warenverkehr gelangt ist. Nicht verwechseln sollten Sie sie mit der Kirschessigfliege (Drosophila suzukii), die zusätzlich weiche Beeren befällt und bereits vor der Vollreife Eier ablegt.

Nicht die Fliege selbst schadet den Früchten, sondern ihre Maden fressen das Fruchtfleisch rund um den Stein aus. Das Weibchen legt seine Eier in die heranreifenden Kirschen; die Frucht wird weich, beginnt zu faulen und fällt vorzeitig ab. Ertrag und Fruchtqualität leiden spürbar. Genau das ist die berüchtigte Wurmigkeit: Der „Wurm“ in der Kirsche ist in Wahrheit eine Fliegenmade.

Zu den wichtigsten Maßnahmen gegen die Kirschfruchtfliege zählen gelbe Leimtafeln für die zufliegenden Fliegen, konsequente Ernte- und Fallobsthygiene, das Abdecken des Bodens zur Schlupfzeit und die regelmäßige Kontrolle der Früchte während der Reifezeit. Richtig kombiniert halten diese vorbeugenden Maßnahmen den Schaden im Hausgarten deutlich in Grenzen.

Kirschfruchtfliege bekämpfen

Der Schutz der Bäume beginnt mit Ordnung unter der Krone: Lesen Sie wirklich alle Früchte ab – auch das Fallobst. Sobald Kirschen befallen aussehen, pflücken Sie sie sofort, sammeln sie auf und entsorgen sie auf zulässigem Weg (Biotonne, Bioabfall, Verbrennen). So verhindern Sie, dass sich die Maden im Boden verpuppen und im nächsten Jahr als Fliegen zurückkehren. Bewährt hat es sich außerdem, den Boden unter dem Baum abzudecken, und zwar genau in der Zeit, in der die Fliegen aus den Puppen im Boden schlüpfen. Um den Zuflug zu begrenzen, hängen Sie in die Baumkronen gelbe, kugelförmige Leimtafeln, an denen die anfliegenden Fliegen hängen bleiben. 

Gelbtafeln gegen die Kirschfruchtfliege – die wirksamste Falle

Zu den wirksamsten Hilfsmitteln zählen die Gelbtafeln, die man oft auch einfach Fallen nennt. Sie bekommen sie im Gartenfachhandel, im Gartenbedarf und online. Die Tafeln sind gelb und kugelförmig – diese Farbe zieht die Fliegen besonders an – und werden ab Ende Mai in die Krone gehängt, mindestens eine Tafel je Baum. Hängen Sie sie in Süß- und Sauerkirschen. Apfel- und Birnbäumebrauchen keine Tafeln, wohl aber Traubenkirsche, Berberitze und Geißblatt, denn dort findet die Kirschfruchtfliege ihre wilden Wirtspflanzen. Die Tafeln fangen die zufliegenden Fliegen nicht nur ab, sie zeigen Ihnen zugleich, wann der Flug beginnt und wie stark der Befall ist. Bleibt der Befall trotz aller Kulturmaßnahmen hoch, kommen zusätzlich nur Pflanzenschutzmittel infrage, die für den Haus- und Kleingarten zugelassen sind – prüfen Sie die Zulassung im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL.

Kalkanstrich am Stamm: was Kalk kann und was nicht

Weiß gekalkter Obstbaumstamm im sonnigen Garten

Kalk hat im Obstgarten seinen festen Platz – nur nicht als Mittel gegen die Kirschfruchtfliege. Vielleicht kam Ihnen das Weißen der Stämme im Winter bisher wie ein Überbleibsel aus alter Zeit vor; unsere Vorfahren wussten aber genau, warum sie es taten.

Machen Sie es ihnen nach und streichen Sie im Spätwinter den Stamm weiß, statt Branntkalk rund um die Bäume zu streuen, die am häufigsten befallen werden (Süß- und Sauerkirschen, Berberitze, Geißblatt). Der helle Anstrich schützt die Rinde vor Frostrissen und Sonnenbrand. Gegen die im Boden überwinternden Puppen der Kirschfruchtfliege richtet gestreuter Kalk dagegen nichts aus, und Branntkalk ist stark ätzend. Wirksam ist an dieser Stelle nur, den Boden unter der Krone abzudecken und alles Fallobst konsequent aufzusammeln.

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