Pastinake (Pastinak)
Anbau, Ernte, Lagerung und Rezepte aus dem vergessenen Wurzelgemüse
Was ist eine Pastinake
(Pastinaca sativa)
Die Pastinake ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Doldenblütler und ähnelt am ehesten der Karotte oder der Petersilienwurzel.
Von der Karotte unterscheiden Sie die Pastinake leicht – an der Farbe: Während die Karotte orange oder anders gefärbt ist, ist die Pastinake weiß. Aber wie steht es mit der Petersilienwurzel?
Pastinake oder Petersilienwurzel? Der Unterschied
Die Petersilienwurzel erkennen Sie an folgenden Merkmalen: Bei der Petersilienwurzel wächst das Kraut über die ganze Oberseite verteilt, bei der Pastinake nur aus einer Vertiefung in der Mitte. Schneiden Sie das Kraut der Petersilienwurzel ab, ist die Schnittfläche eher violett, bei der Pastinake hell. Und schließlich der Geschmack: Die Petersilienwurzel schmeckt schlicht nach Petersilie, die Pastinake dagegen süß.
Die Pastinake enthält viele Inhaltsstoffe – an Vitaminen sind es: C, die B-Gruppe, Karotin und Niacin, an Mineralstoffen dann Natrium, Kalium, Calcium, Mangan und Eisen.
Wissenswertes

Die Pastinake wurde seit jeher auch als Heilpflanze genutzt. Sie wirkt harntreibend und diente in der Volksmedizin zur Beruhigung des Nervensystems (ähnlich wie etwa Melisse). Die alten Römer hielten sie für ein Aphrodisiakum.
Geschichte des Pastinaken-Anbaus

Die Geschichte des Pastinaken-Anbaus ist reich, auch wenn wir das Gemüse ein wenig vergessen haben.
Sie stammt aus ganz Europa und Asien, ursprünglich eher aus gemäßigten und subtropischen Gebieten. Sehr häufig angebaut wurde sie im Mittelmeerraum, gekannt haben sie schon die alten Griechen und Römer, die sie nicht nur als Gemüse, sondern auch als Heilpflanze oder Aphrodisiakum nutzten.
Mit den Kolonisten gelangte die Pastinake nach Amerika, dort gilt sie allerdings eher als invasives Unkraut.
Pastinaken anbauen: Aussaat und Pflege
Pastinaken anzubauen ist nicht schwierig, und Sie bekommen sie praktisch in jedem Garten hin. Große Beete müssen Sie nicht einsäen, es genügen ein paar Pflanzen oder Reihen für den Eigenbedarf.
Bauen Sie Pastinaken nicht dort an, wo im Vorjahr diese Kulturen standen: Karotten, Petersilie, Sellerie, Pastinaken oder Fenchel.
Pastinaken können Sie direkt ins Beet säen, und zwar Ende März. Der ideale Reihenabstand beträgt 25 bis 30 cm, damit Sie zum Hacken dazwischenkommen. Im April müssen Sie die Pflanzen dann vereinzeln, und zwar auf 8 bis 10 cm, damit die Wurzeln genug Platz haben. Nach dem Vereinzeln die Pastinaken angießen.
Pastinaken brauchen überhaupt ausreichend Wasser – mehr als Karotten oder Petersilie. Gießen Sie immer dann, wenn die Bodenoberfläche trocken ist. Zwischendurch sollten Sie das Beet außerdem hacken und von Unkraut befreien. Lassen Sie nach einem Regen niemals eine harte Kruste auf dem Pastinakenbeet entstehen!
Pastinaken ernten: der richtige Zeitpunkt
Pastinaken erntet man am besten – genau wie Karotten und Petersilienwurzeln – im Herbst vor den ersten Frösten. Meist fällt das in den Oktober.
Verwenden Sie bei der Ernte einen Spaten oder eine Grabegabel und setzen Sie das Werkzeug weiter entfernt von den Wurzeln an, damit Sie sie nicht beschädigen. Tragen Sie beim Umgang mit dem Kraut Handschuhe und lange Ärmel: Der Saft der Blätter enthält Furocumarine und kann auf der Haut zusammen mit Sonnenlicht Reizungen bis hin zu Blasen auslösen.
Samen gewinnen
Wenn Sie ein paar Pflanzen blühen und die Samen ausreifen lassen, schneiden Sie die ganzen reifen Dolden ab, hängen Sie sie kopfüber auf und lassen Sie sie trocknen.
TIPP: Damit Ihnen die Samen nicht zu Boden fallen, können Sie jede Dolde in ein Leinensäckchen einpacken – so haben Sie die Samen gleich verwahrt.
Pastinaken lagern
Pastinaken halten sich gut in der Erdmiete, also in einer ausreichend tiefen Grube, die Sie mit Erde abdecken – daraus schauen nur die Köpfe heraus. Vor Frost decken Sie die Pastinaken mit Reisig ab.
Haben Sie keine Erdmiete, können Sie Pastinaken kurzfristig auch im Keller in Kisten lagern, ein paar Wurzeln passen auch in den Kühlschrank.
Pastinaken Rezepte: die besten Ideen


Die Pastinake ist kein besonders bekanntes Gemüse, und so wissen Sie vielleicht nicht, wie Sie sie in der Küche verwenden. Lassen Sie sich von den folgenden Rezepten inspirieren.
Pastinakenpüree
Ein paar Pastinakenwurzeln schaben und waschen. In Stücke schneiden und in kochendem Wasser garen. Salzen und weich kochen. Das Wasser abgießen, etwas warme Milch und Butter zugeben. Zu einem Püree mixen und zu Braten und Ähnlichem servieren.
TIPP: Ins Pastinakenpüree können wir außer der Pastinake auch Sellerie geben – dann wird es weniger süß.
Geröstete Pastinaken aus dem Ofen
Die Pastinaken in längliche Stücke schneiden. Honig und Öl verrühren und die Pastinaken damit auf dem Blech beträufeln. Dann salzen und Thymian zugeben. Backen, bis sie weich sind. Passt als Beilage zu Gebratenem und Gegrilltem, aber auch als eigenständige Delikatesse.
Pastinaken-Pommes
Die Pastinaken in Pommes-Form schneiden, in eine Schüssel geben, Curry, Salz und Pfeffer zugeben, eventuell auch Kurkuma oder Chili. Auf ein gefettetes Blech umfüllen und bei 180 °C etwa 25 Minuten backen. Das ist eine ausgezeichnete Delikatesse – für sich allein ebenso wie als Beilage überall dort, wo Sie sonst Pommes verwenden.
Süß gebackene Pastinaken
Gemüse düngen: womit düngt man Pastinaken
Die Pastinake ist ein Wurzelgemüse, das in tiefem, lockerem und nährstoffreichem Boden gedeiht. Bewährt hat sich ein organischer Universaldünger, der schon vor der Aussaat ins Beet eingearbeitet wird – die Nährstoffe werden nach und nach frei, sodass die Wurzeln die ganze Saison über versorgt sind. Einzelheiten zu den übrigen Arten finden Sie im Artikel Düngung von Gemüse.
- Sie können ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen ausstreuen.
- Sie können bei der Pflanzung einen Teelöffel DÜNGEE unter jede Jungpflanze geben.
- Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug (Sie können ihn auch ungesiebt aus der Gießkanne über die Blätter geben).
Dünger für Pastinaken: im Onlineshop kaufen
Weitere interessante Artikel
Weiteres Wurzelgemüse für den Garten: Karotte, Petersilie, Sellerie, Schwarzwurzel, Fenchel, Wurzelgemüse.
