Dendrobium (Dendrobium)
- Standort: je nach Herkunft kühl, halbwarm oder warm
- Höhe: je nach Art 3–4 cm bis über 1 m
- Blütezeit: je nach Art unterschiedlich
- Vermehrung: durch Teilung, blattlose Stängel und Seitentriebe
Es gibt miniaturige Dendrobien mit kleinen drahtigen oder kantigen Pseudobulben, zierliche Arten, die dicke gefächerte Blätter ohne Pseudobulben haben, aber auch robuste Arten, die 1 m hoch und höher sind. Manche tragen nur 3–5 endständige Blätter, bei anderen sind die gesamten Pseudobulben dicht mit Blättern bedeckt. Laubabwerfende Arten verlieren ihre Blätter nach dem ersten oder zweiten Jahr, immergrüne Arten behalten ihre Blätter 3–4 Jahre. Dicht gedrängte neue Triebe entwickeln sich bei allen Arten jedes Jahr aus den Rhizomen. Ein charakteristisches Merkmal der Blüten von Dendrobien ist das Kinn unterhalb des Fruchtknotens, was häufig mit einer schrägen Stellung der Kelchblätter verbunden ist. Die Blüten halten 2–3 Wochen; sie eignen sich auch zum Schneiden und halten in der Vase lange.
Dendrobium nobile
Es ist die bekannteste und am häufigsten kultivierte Art der Gattung. In Größe und Farbe der Blüte ist sie sehr variabel. Die Pseudobulben sind 45–90 cm hoch und höher, im Alter oft gefurcht. Die gegenständigen Blätter sind bis zu 10 cm lang, lanzettlich und fallen meist nach der Vegetationsperiode ab, wenn sich die Pflanze in der Wachstumsruhe befindet. Aus den oberen Blattachseln der entlaubten zweijährigen Pseudobulben entwickeln sich von Winter bis Frühling weiße Blüten mit purpurnen Spitzen, 7–8 cm groß. Die Lippe ist überwiegend weiß, an der Spitze rosa, der Schlund rötlich purpurn. Auf einem kurzen Stängel sitzen zwei bis drei Blüten.
Dendrobium pierardii
Es bildet schlanke Pseudobulben von mehr als 1 m Länge, die nach unten wachsen. Die dünnen und 5–12 cm langen Blätter fallen in der Ruhezeit ab, in der die Pflanze hell, trocken und kühl gehalten wird. Im Frühling erscheinen an den entlaubten Pseudobulben 5 cm große Blüten in zart rosa Farbe. Die runde Lippe ist hellgelb, der Schlund violett gestreift. Während der Wachstumszeit ist ein warmer bis halbwarmer Standort mit höherer Luftfeuchtigkeit erforderlich.
Dendrobium phalaenopsis
In den feuchten Tropengebieten ist sie eine bedeutende Schnittblume. Sie wird auch in der Züchtung verwendet. Ihre Heimat ist Nordaustralien und Neuguinea. Auf röhrenförmigen, 1,2 m hohen Pseudobulben wachsen 10 cm lange Blätter in Endstellung. In der Regel erscheint in den Frühlingsmonaten ein lang herabhängender traubiger Blütenstand mit 4–12 Blüten. Die Blüten sind 6–9 cm groß und können helllilafarben, rötlich oder purpurfarben sein. Die Pflanze hat keine Ruhezeit und gedeiht am besten an einem ganzjährig warmen und feuchten Standort.
Dendrobium senile
Es hat zylindrische und etwa 10 cm lange Pseudobulben, die mit weißen Haaren bedeckt sind. Am Ende der Pseudobulben sitzen 2–3 Blätter; sie sind lederig, 7 cm lang und ebenfalls behaart. Aus den oberen Knoten der entlaubten Pseudobulben entwickeln sich im Frühling einzeln oder paarweise 4 bis 5 cm große Blüten. Sie sind wachsartig, leuchtend gelb, duften nach Zitrone und bleiben lange frisch. Die Kronblätter sind etwas länger und breiter als die Kelchblätter. Die Lippe mit drei Lappen ist vorne zugespitzt und hat im Schlund hellgrüne Querstreifen. Die Pflanze benötigt einen halbwarmen Standort.
Weitere bekannte und beliebte Arten der Gattung Dendrobium sind: D. aggregatum, D. aureum, D. chrysotoxum, D. farmeri, D. formosum, D. infundibulum, D. moschatum, Hybride D. ‚Gatton Sunray‘.
Kultivierung
Dendrobien gedeihen am besten an einem hellen Standort mit diffusem Licht. Dendrobium nobile benötigt in der Wachstumsperiode Wärme, ausreichend Licht und höhere Luftfeuchtigkeit. Die geeignete Temperatur beträgt nachts 13–16 °C, tagsüber 18–24 °C. Während der Ruhezeit soll die Pflanze kühl stehen, bei nächtlichen Temperaturen, die bis auf 0 °C absinken können. Die Luftfeuchtigkeit soll zwischen 50 und 70 % liegen. Die übrigen Dendrobium-Arten benötigen generell mehr Wärme – eine Nachttemperatur von 16–18 °C und eine Tagestemperatur von 21–29 °C.
Ein geeignetes Substrat besteht aus Rindenstücken, faserigen Wurzeln, etwas Sphagnum-Moos, Blähton und Holzkohle. Es kann auch eine universelle Mischung für Epiphyten verwendet werden, die aus Sphagnum-Moos, zerkleinertem Styropor, geschnittenem Schaumstoff, zerkleinerter Rinde und Buchenlaub besteht. Kleinere Arten werden an ein Stück Kork gebunden. Bei höheren Arten müssen die stammförmig aussehenden Pseudobulben gestützt werden.
Immergrüne Arten benötigen ganzjährig gleichmäßige Feuchtigkeit, laubabwerfende Arten werden nur in der Wachstumsperiode regelmäßig gegossen. Die anschließende Ruhezeit muss konsequent eingehalten werden – sie ist eine Voraussetzung für die Blüteninduktion. Während der Ruhezeit werden die Pflanzen gelegentlich besprüht. Während der Wachstumsperiode werden alle Arten gelegentlich mit verdünntem Orchideendünger gedüngt.
Wenn neue Triebe und frische Wurzelspitzen erscheinen, kann die Pflanze umgetopft werden. Das Umtopfen ist notwendig, wenn das Substrat beginnt, seine ursprüngliche Luftigkeit zu verlieren. Ältere Pflanzen werden geteilt, und die abgetrennten Teile mit 3–4 Pseudobulben sollten neben jungen auch ältere Pseudobulben aufweisen, da sich die Blüten an den Trieben des Vorjahres bilden.
