Epiphyllum (Blattkaktus)
Epiphytischer Kaktus mit riesigen Blüten. Er wächst in Lauberde, nicht in Kakteenerde.

Epiphyllen sind interessante Pflanzen, die sich in der Zimmerkultur wachsender Beliebtheit erfreuen. Sie stammen aus Mittel- und Südamerika und fallen durch ihre prächtigen Blüten auf. Es handelt sich um epiphytische Kakteen – in der Natur wachsen sie auf anderen Pflanzen und nicht direkt im Boden. Daraus ergeben sich besondere Ansprüche an Licht und Wassergaben.
Der Standort für Epiphyllen sollte hell sein, aber vor direkter Sonne geschützt, die der Pflanze schaden würde. Beim Gießen kommt es darauf an, das Substrat feucht, aber nicht nass zu halten. Sowohl Trockenheit als auch Staunässe können die Pflanze ernsthaft gefährden. Epiphyllum lässt sich zudem recht einfach über Stecklinge vermehren – praktisch für alle, die ihre Sammlung erweitern wollen.
- Epiphyllen sind epiphytische Kakteen mit prächtigen Blüten und brauchen helles, aber nicht direktes Licht.
- Richtiges Gießen ist entscheidend: Das Substrat soll feucht, aber nie nass sein.
- Die Pflanzen lassen sich leicht über Stecklinge vermehren – ideal, um die Sammlung zu erweitern.
Grundlagen
Epiphyllum, auch als Orchideenkaktus bekannt, gehört zur Familie der Kakteen und ist für seine auffälligen Blüten beliebt. Die Pflege unterscheidet sich deutlich von der gewöhnlicher Kakteen.
Biologie und Systematik
Epiphyllen sind epiphytische Pflanzen aus der Familie der Cactaceae, genauer aus der Tribus Hylocereeae. Es gibt zahlreiche Arten und Hybriden. Zu den bekannten Arten gehören Epiphyllum phyllanthus und Epiphyllum oxypetalum, oft bekannt als Königin der Nacht.
Morphologie der Pflanzen
Ein typisches Epiphyllum besitzt sukkulente Flachtriebe, die bei ihm die Rolle der Blätter übernehmen. Die Triebe sind flach, verzweigt und können überhängend sein. Die Blüten dieser Pflanzen sind groß, trichterförmig und zeigen viele verschiedene Farben.
Pflege und Kultur
Epiphyllen brauchen einen hellen Standort, aber kein direktes Sonnenlicht und eine gute Luftzirkulation. Gegossen wird regelmäßig, das Substrat sollte zwischen den Wassergaben aber abtrocknen. Orchideenrinde oder hochwertige Blumenerde fördern gesundes Wachstum. Außerdem sollte die Pflanze regelmäßig gedüngt werden, am besten mit ausgewogenen Nährstoffgaben.
Blütezyklus
Die Blüten erscheinen meist im Frühjahr und Sommer, manche Arten öffnen sich sogar nachts. Nachtblühende Arten wie Epiphyllum oxypetalum sind für ihre Schönheit und ihren auffälligen Duft bekannt. Die Blütenbildung unterstützen ein richtiger Rückschnitt und das Umtopfen.
Häufige Probleme und Vermehrung

In diesem Abschnitt geht es um besondere Aspekte der Epiphyllum-Kultur: typische Wachstumsprobleme, die speziellen Ansprüche der Pflanze sowie Vermehrung und Hybridisierung, aus der neue Sorten hervorgehen.
Wachstumsprobleme
Epiphyllum kann von Schädlingen wie Blattläusen, Weißen Fliegen oder Schnecken befallen werden und unter Krankheiten wie Fäulnis und Pilzinfektionen leiden – im schlimmsten Fall geht die Pflanze daran ein. Zu viel Feuchtigkeit führt zu Wurzelfäule, zu wenig lässt die Blüten vertrocknen.
Besondere Ansprüche der Pflanze
Epiphyllum, auch bekannt als Orchideenkaktus, bevorzugt einen gut durchlässigen Boden reich an Nährstoffen, und Dünger sollte regelmäßig, aber maßvoll gegeben werden. Die Pflanze verlangt höhere Luftfeuchte und stabile Temperaturen, die an ihre Heimat in den tropischen Gebieten Mittel- und Südamerikas erinnern.
Vermehrung und Hybridisierung
Epiphyllum-Hybriden entstehen durch Kreuzung verschiedener Arten, um neue Pflanzen mit anderen Eigenschaften zu erhalten – etwa mit anderen Farben und Formen der Blüten. Vermehrt wird über Triebstecklinge oder Samen, wobei Hybriden oft mehrere Jahre bis zur ersten Blüte brauchen. Die Hybridisierung erweitert so die Vielfalt der Gattung.
Epiphyllum-Arten

Epiphyllum ist eine Gattung mit vielen Arten, und jede hat eigene Ansprüche. Hier die verbreitetsten:
- Epiphyllum oxypetalum (Königin der Nacht): Diese Art ist bekannt für ihre großen, duftenden weißen Blüten, die sich nachts öffnen. Sie braucht wenig direktes Licht und regelmäßige Wassergaben, damit das Substrat feucht bleibt, ohne zu vernässen.
- Epiphyllum anguliger (Fischgrätenkaktus): Auffällig durch seine gezackten, wellig eingeschnittenen Triebe. Er bevorzugt einen hellen Platz ohne direkte Sonne und eine gleichmäßige Substratfeuchte.
- Epiphyllum hookeri: Zeichnet sich durch lange, schmale Triebe und eher unauffällige Blüten aus. Für gutes Wachstum braucht er höhere Luftfeuchte und Schutz vor Kälte.
- Epiphyllum crenatum: Hat breite, grüne Triebe und große weiße oder gelbe Blüten. Ideal sind ein heller Standort mit gestreutem Licht und regelmäßiges Gießen, damit das Substrat nicht austrocknet.
Bei der Kultur von Epiphyllen kommt es auf das richtige Substrat an: gut durchlässig und humusreich. Die Pflanzen gedeihen in wärmerer Umgebung bei 18 bis 25 °C. Für ein gesundes Aussehen und eine reiche Blüte gehören regelmäßige Kontrolle und die Vorbeugung gegen Schädlinge und Krankheiten dazu.
Epiphyllum düngen
Epiphyllum, auch bekannt als Phyllokaktus, braucht für gesundes Wachstum und eine reiche Blüte regelmäßige Nährstoffe. DÜNGEE liefert der Pflanze die nötigen Nährstoffe.
- Wann düngen: Gedüngt wird regelmäßig während der Wachstumszeit, also im Frühjahr und Sommer.
- Häufigkeit: Empfohlen wird DÜNGEE alle 14 Tage.
- Dosis: etwa die halbe übliche Menge für Zimmerpflanzen – Epiphyllum ist die kargen Verhältnisse auf Baumstämmen gewöhnt. Die genaue Dosierung finden Sie in der Dosierungstabelle.
Wichtig ist außerdem: in der Ruhephase brauchen die Pflanzen allgemein weniger Nährstoffe, deshalb sollte das Düngen eingeschränkt oder ausgesetzt werden. Das ist entscheidend für eine richtige Winterruhe. Über den Winter, in der Ruhephase, düngen Sie das Epiphyllum gar nicht – ohne kühle und trockenere Ruhezeit setzt es im nächsten Jahr keine Blüten an. Die genaue Dosierung finden Sie in der Dosierungstabelle.




Topf und Substrat

Bei der Kultur von Epiphyllen spielen Topf und Zubehör eine wichtige Rolle: das passende Gefäß, das richtige Substrat und einige Hilfsmittel. Sie tragen zu optimalem Wachstum und zur Gesundheit dieser sukkulenten Pflanzen bei.
Töpfe und Zubehör
Epiphyllen gedeihen gut in Ampeln, die ihrem typisch überhängenden Wuchs Raum geben. Entscheidend ist das Substrat: Das Epiphyllum ist kein Wüstenkaktus und kommt mit Kakteenerde nicht zurecht. In der Natur wächst es auf Baumstämmen im angesammelten Humus und braucht deshalb eine lockere, humose und luftdurchlässige Erde – am besten eine Mischung aus Lauberde oder Torf mit Perlit und Rindenstücken, ähnlich einem Orchideensubstrat. Mit den Nährstoffen sollte man es nicht übertreiben: Als Epiphyt verträgt es starke Gaben schlecht.
- Töpfe: Ampeln oder Standtöpfe, je nach Platz und Wuchsform der Pflanze
- Substrat: humos und luftdurchlässig – eine Mischung aus Torf oder Lauberde mit Perlit und Rinde, keine Kakteenerde
- Dünger: schwache Gaben, idealerweise ein organischer Dünger mit langsamer Nährstofffreisetzung
Zierwert
Der Zierwert der Epiphyllen liegt im attraktiven Aussehen ihrer Triebe, die mitunter rötliche Spitzen zeigen, und in der Schönheit ihrer teils herrlich duftenden Blüten. Die flachen, überhängenden Triebe schmücken das ganze Jahr über, auch außerhalb der Blütezeit.
- Aussehen der Triebe: Gerippt, mit möglichen rötlichen Spitzen als Blickfang
- Blüten: Manche Arten duften stark und fallen optisch auf
Häufig gestellte Fragen
Wie pflegt man ein Epiphyllum?
Epiphyllum braucht einen hellen Platz mit Schutz vor direkter Sonne. Wichtig ist eine ausreichende Substratfeuchte, ohne dass es zu Staunässe kommt.
Welche Bedingungen sind für das Wachstum am besten?
Optimal sind Temperaturen zwischen 18 und 27 °C und eine hohe Luftfeuchte. Epiphyllum gedeiht am besten im Halbschatten oder lichten Schatten.
Wie vermehrt man Epiphyllum?
Epiphyllum lässt sich über Kindel oder Stecklinge vermehren. Die Stecklinge sollten vor dem Stecken einige Tage antrocknen.
Wie oft sollte man Epiphyllum gießen?
Wie oft gegossen wird, hängt von Temperatur und Luftfeuchte ab. In der Wachstumszeit gießt man regelmäßig, lässt das Substrat zwischen den Wassergaben aber teilweise abtrocknen.
Welche Probleme können bei Epiphyllum auftreten und wie löst man sie?
Problematisch sind Staunässe, Schädlinge oder Lichtmangel. Ein guter Wasserabzug, die Kontrolle auf Schädlinge und die richtige Beleuchtung beugen dem vor.
Wie überwintert man Epiphyllum?
In den Wintermonaten sollte das Epiphyllum kühler stehen, bei etwa 10 bis 15 °C. Gegossen wird dann nur noch sparsam.
