Akazie (Acacia), die echte Akazie
Australische Akazien als Kübelpflanzen: Arten, Pflege und Überwintern
Dornige oder dornenlose Bäume und Sträucher mit gefiederten Blättern oder Phyllodien
Standort: warm, sonnig, bei uns nur als Kübelpflanzen
Höhe: im Kübel 2–3 m
Blütezeit: März–April
Vermehrung: durch Aussaat und Veredelung
Die Gattung Akazie (Acacia) mit rund 800 Arten, die zur Familie der Mimosengewächse (Mimosaceae) gehört, ist etwa zur Hälfte in Australien verbreitet, vor allem in den mit Buschland bedeckten Binnengebieten. In den afrikanischen Halbwüsten und Trockensavannen sind Akazien oft die einzigen Bäume und prägen mit ihren schirmförmigen Kronen das Landschaftsbild. Akazien liefern Bau- und Brennholz, Nahrung, Futter und Schatten, weshalb sie im Sahel als Wunderbäume bezeichnet werden. An der Riviera werden sie für den Schnitt blühender Zweige angebaut, die bei uns als Mimose bekannt sind. Nördlich der Alpen lassen sich Akazien nur als Kübelpflanzen kultivieren.

Akazien brauchen eine schwach saure, lehmig-humose Mischung und von März bis April eine wöchentliche Düngung. Das Austrocknen des Wurzelballens vertragen sie nicht. Zum Überwintern eignet sich am besten ein heller Platz bei 2–10 °C. Als Kübelpflanzen werden Arten kultiviert, deren Blätter zu Phyllodien umgewandelt sind, also zu flächig verbreiterten Blattstielen. Im begrenzten Substratvolumen lohnt sich ein organischer Universaldünger, der die Nährstoffe nach und nach freisetzt; die Dosierung für Kübelpflanzen fasst der Artikel Dosierung und Anwendung zusammen.
Akazie oder Robinie? So unterscheiden Sie sie
Die Bezeichnung Akazie wird umgangssprachlich für zwei völlig verschiedene Gehölze verwendet. Die echten Akazien der Gattung Acacia, die in diesem Artikel beschrieben werden, stammen aus Australien und Afrika und überwintern in Mitteleuropa nur im Kübel in einem hellen, kühlen Raum.
Der Baum, der bei uns an Wegrändern und Feldrainen wächst, Ende Mai bis Anfang Juni in weißen hängenden Trauben blüht und den Akazienhonig liefert, ist die Robinie (Robinia pseudoacacia), auch Scheinakazie oder falsche Akazie genannt. Sie stammt aus Nordamerika, gehört zu den Schmetterlingsblütlern und ist mit der Gattung Acacia nur entfernt verwandt.
Erkennungsmerkmale sind Blüten und Belaubung: Akazien haben kleine, kugelige gelbe Blütenstände und viele Arten tragen statt echter Blätter Phyllodien, während die Robinie weiß in Trauben blüht und unpaarig gefiederte Blätter mit einem Dornenpaar am Grund des Blattstiels trägt.
Arten: Akazien für die Kultur im Kübel
Unter unseren Bedingungen haben sich vier Arten als Kübelpflanzen bewährt. Sie unterscheiden sich in der Form der Belaubung, in der Größe und darin, ob sie Dornen tragen — von dicht verzweigten Sträuchern bis zu kleinen Bäumchen mit hängenden Ästen.
Silberakazie (Acacia dealbata), bekannt als Mimose

Dornenloser Baum mit kantigen Zweigen. Zweige, Blätter und Blütenstiele sind grauweiß filzig. Das doppelt gefiederte Blatt besteht aus 8–15 Abschnitten mit je 30–50 Blättchenpaaren. Die sattgelben, kugeligen Blütenstände stehen in rispig angeordneten vielblütigen Trauben.
Messerakazie (Acacia cultriformis)

Großer Strauch mit graugrüner, glatter Belaubung. Die Phyllodien sind verkehrt-eiförmig und 1,2–2 cm lang. Die gelben Blüten stehen in achselständigen Trauben.
Hübsche Akazie (Acacia pulchella)

Dicht verzweigter Strauch mit glatten Ästen, die pfriemenförmige Dornen tragen. Die Blätter sind sehr klein und nur aus zwei gefiederten Abschnitten mit je 4–7 Blättchenpaaren zusammengesetzt. Die Blüten sind gelb und stehen in runden achselständigen Blütenständen.
Hängende Akazie (Acacia saligna)

Kleiner Baum oder großer Strauch mit kantigen und hängenden Ästen. Die Phyllodien sind lanzettlich, die unteren bis zu 30 cm, die oberen 8 bis 20 cm lang. Die Blüten sind gelb und stehen in kugeligen Blütenständen, die in großen endständigen Trauben oder zu 4–5 in den Blattachseln entlang der Triebe angeordnet sind. Eine sehr dekorative und reich blühende Art. Abgeschnittene Blütenzweige werden bei uns unter der Bezeichnung Mimose verkauft.
Akazienholz und seine Verwendung
Möbel, Arbeitsplatten und Böden, die als Akazienholz angeboten werden, stammen meist von schnellwüchsigen tropischen Akazien aus Plantagen in Südostasien, etwa von der Art Acacia mangium. Das Holz ist hart, schwer und verträgt Feuchtigkeit gut; der Kern zeigt eine ausgeprägte Maserung in Tönen von Honiggelb bis Dunkelbraun.
Unter derselben Bezeichnung wird im Handel aber auch Robinienholz verkauft, das zu den härtesten europäischen Hölzern zählt und ohne Imprägnierung im Erdkontakt hält; daraus entstehen Zäune, Gartenmöbel und Weinbergpfähle.
