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Kohl (Brassica oleracea)

Weißkohl, Wirsing, Rotkohl, Chinakohl und Pak Choi — und alle brauchen viel Wasser und viele Nährstoffe.

Kohl in der Küche

Kohlarten: Weißkohl, Rotkohl, Chinakohl und Pak Choi

(Brassica)

Kohl ist eine zweijährige Pflanze aus der Familie der Kreuzblütler. Es gibt mehrere Kohlarten:

Kopfkohl

Weißkohl – der Weißkohl ist wohl die bekannteste Art. Er wurde aus dem Gemüsekohlgezüchtet, ebenso wie zum Beispiel der Wirsing. Er hat hellgrüne Blätter, die sehr dicht zu einem sogenannten Kopf zusammenwachsen. Er wird roh wie auch gegart gegessen.

Rotkohl – eine Sorte des Kopfkohls mit roten Blättern. Er wurde später gezüchtet als der Weißkohl.

Weitere Kohlarten

Pak Choi (Brassica rapa subsp. chinensis) ist keine Sorte des Kopfkohls, sondern eine eigenständige Art. Sie erkennen ihn daran, dass er keinen festen Kopf bildet, sondern eine lockere Blattrosette mit dicken weißen Stielen. Seine Blätter sind dunkelgrün. Im Deutschen sorgt der Name für Verwirrung: Wer „Chinakohl“ sagt, meint fast immer den Napakohl, nicht den Pak Choi. Der Pak Choi wird vor allem in China und Japan angebaut und hat viele Sorten.

Chinakohl (Brassica rapa subsp. pekinensis) – auch Napakohl oder Pekingkohl genannt, stammt aus China. Anders als der Pak Choi bildet er einen lockeren, länglichen Kopf, der deutlich zarter ist als der eines Weißkohls. Er ist hellgrün bis gelbgrün gefärbt, die Blätter sitzen ohne Stiel an kräftigen weißen Rippen, die vor dem Verzehr meist herausgeschnitten werden.

Während Weiß- und Rotkohl roh wie auch gegartauf den Tisch kommen, isst man Pak Choi und Chinakohl überwiegend roh (Pak Choi lässt sich zwar auch überbacken oder anbraten, dabei bleiben aber weniger Vitamine erhalten).

Bei den Vitaminen gilt: am meisten enthält Kohl natürlich im rohen Zustand.

Weißkohl hat einen hohen Gehalt an Vitamin C, E und B sowie an Carotin und liefert von den Mineralstoffen Natrium, Kalium, Eisen und Magnesium.

Rotkohl enthält ebenfalls Vitamin C und B sowie Carotin, dazu Magnesium, Kalium, Eisen und Selen.

Pak Choi enthält Vitamin C, B1, B2, Niacin und Carotin.

Chinakohl enthält Vitamin C, B1, B2, Carotin, Niacin, Kalzium, Magnesium, Natrium, Schwefel und Eisen.

Wissenswertes

Frischer Weißkohlkopf mit äußeren Blättern auf einem Holzbrett neben einem Messer
Ganzer Rotkohlkopf mit angeschnittenem Strunk vor weißem Hintergrund
Zwei Pak Choi (Brassica rapa subsp. chinensis) mit hellen Stielen und dunkelgrünen Blättern
Halber Chinakohl (Napakohl) mit hellgrünen krausen Blättern und kräftigen weißen Rippen

Rotkohl verdankt seine Farbe den Anthocyanen– und die reagieren auf Säure. Mit einem Schuss Essig oder Apfel wird das Gemüse rot, in kalkhaltigem Wasser eher blau. Genau daher kommen die beiden Namen: In Norddeutschland heißt es Rotkohl, im Süden Blaukraut.

Geschichte des Kohlanbaus

Weißkohlkopf mit kräftigen Umblättern im Beet

Chinakohl und Pak Choi wurden in China angebaut , schon um das Jahr 3000 vor unserer Zeitrechnung. Später gelangten sie – offenbar über Vietnam – auch in andere Länder. In Mitteleuropa werden sie erst im 20. Jahrhundert häufiger kultiviert. 

Aber auch der Kopfkohl hat eine lange Geschichte. Schon in der Vorzeit wuchs er im Mittelmeerraum und sah damals wie ein kleiner Strauch aus. Die dortigen Völker nutzten ihn, und weil er leicht anzubauen und vor allem über den Winter zu lagern war, verbreitete er sich rasch über ganz Europa und die übrigen Kontinente. 

Wie weit der Kohl gekommen ist, sieht man vor allem an den Küchen, in denen uns Kohlrezepte begegnen – das ist nicht nur die deutsche, sondern auch die russische, ukrainische, polnische, tschechische und slowakische Küche und viele mehr.

Weißkohl pflanzen und anbauen

Bauen Sie Kopfkohl immer dort an, wo vorher kein Kreuzblütlergemüse stand (Kohl, Wirsing, Blumenkohl, Brokkoli). 

Frühe Sorten (zum Beispiel ‚Dithmarscher Früher‘) brauchen leichten bis mittelschweren, gut erwärmbaren und humusreichen Boden. Frühe Sorten werden im April gepflanzt, die Kulturdauer beträgt etwa 4 bis 5 Monate.

Späte Sorten (etwa ‚Braunschweiger‘ oder ‚Dottenfelder Dauer‘) mögen eher mittelschweren bis schweren, tiefgründigen Boden, ebenfalls gut mit Humus versorgt. Sie kommen im Mai bis Juni ins Beet. Die Kulturdauer liegt bei 5 Monaten.

Pflanzen Sie Kohl im Abstand von 50 x 50 cm, damit die Köpfe genug Platz haben. Setzen Sie die Jungpflanzen genauso tief, wie sie bisher gewachsen sind. Kleinere Jungpflanzen bekommen am besten einen Schutz – eine Haube, damit die Vögel sie nicht anpicken.

Im heißen Sommer muss Kohl gegossen werden, damit die Köpfe gut wachsen. Trocken gehaltener Kohl wäre nur ein guter Nährboden für Krankheiten und Schädlinge. Gießen Sie an die Wurzeln, nicht über die Blätter – in den Blattachseln kann das Wasser faulen.

Geerntet wird im September. Große Köpfe können Sie zu Sauerkraut verarbeiten, kleinere saftige Köpfe lassen sich gut im Keller lagern. 

Lassen Sie den Kohl niemals durchfrieren, er verdirbt sonst schnell.

Chinakohl und Pak Choi

In wärmeren Lagen können Sie sich auch am Anbau von Chinakohlversuchen.

Ausgesät wird im Mai, Juni oder Juli in sogenannte Nester mit mehreren Samen; nach dem Auflaufen vereinzeln Sie auf eine Pflanze je Nest. Beide Arten haben eine Kulturdauer von nur 42 bis 50 Tagen. Sie müssen sie allerdings gründlich gießen und ebenso nachdüngen wie Kopfkohl.

Bauen Sie Chinakohl und Pak Choi nur in der Menge an, die Sie auch verbrauchen: Sie eignen sich nicht zum Einlagern.

Krankheiten und Schädlinge am Kohl

Bei Krankheiten und Schädlingen stellt Kohl den Gärtner leider vor einige Aufgaben.

Krankheiten

Die wohl wichtigste Krankheit am Kohl ist die Alternaria-Blattfleckenkrankheit der Kohlgewächse. Sie befällt die jungen Blätter und verursacht braunrote bis schwarze Flecken, die allmählich zusammenfließen. Befallene Pflanzen entwickeln sich nicht weiter und können ganz absterben. Am besten beugen Sie vor, indem Sie gesundes Saatgut und einwandfreie Jungpflanzen kaufen, die Fruchtfolge einhalten (keine Kohlgewächse nach Kohlgewächsen) und den Kohl weit genug auseinander pflanzen.

Schädlinge

Die häufigsten Schädlinge an Kohlköpfen sind die Mehlige Kohlblattlaus, der Kohlweißling und die Erdflöhe. Die Blattlaus kann sogar die ganze Ernte gefährden, weil sie den Kohl in allen Schichten besiedelt. Werden junge Pflanzen befallen, welkt der Kohl schnell, das Wachstum stockt und die Pflanzen können ganz eingehen. Vorbeugend hilft, Jungpflanzen und Köpfe regelmäßig durchzusehen und ihren Zustand zu kontrollieren. Bewährt hat sich außerdem, Nützlinge in den Garten zu holen – Marienkäfer, Vögel und Ähnliches. Bei starkem Befall greifen Sie zu einem im Haus- und Kleingarten zugelassenen Pflanzenschutzmittel, und zwar zu einem, das Nützlinge schont.

Der Kohlweißling ist ein Schmetterling, der als ausgewachsenes Tier dem Kohl nicht schadet. Sein Weibchen legt jedoch bis zu 100 Eier an eine einzige Pflanze – auf die Blattunterseiten –, aus denen Raupen schlüpfen und die Blätter abfressen. Am besten sehen Sie die Pflanzen regelmäßig durch und entfernen die Gelege sofort. Das wirkt zuverlässiger als eine Spritzung, die meist gar nicht unter die Blätter gelangt. 

Erdflöhe, vor allem der Rapserdfloh, der auch am Raps schadet, schaben an den Blättern. Schaden richten die Käfer in allen Entwicklungsstadien an, und sie sind sogar im Winter aktiv, solange es nicht stark friert. Im Garten brauchen Sie dafür keine Spritzmittel wie im Feldanbau. Es genügt, die Reihen abzugehen und die Tiere gleich abzusammeln.

Kohl im rohen Zustand

Krautsalat

Als Krautsalat gilt meist der Coleslaw, also ein Salat aus Weißkohl. Sie brauchen: 1/2 Kopf Weißkohl, 2 Karotten, 1 kleine Zwiebel, 1 Esslöffel Olivenöl, 1/2 Glas Mayonnaise, 1/2 Becher Naturjoghurt, ein paar Spritzer Zitrone, 1 Teelöffel Senf, etwas Zucker, Salz und Pfeffer. Zubereitung: Den Kohl hobeln, salzen, mit Olivenöl beträufeln und kurz ziehen lassen. Inzwischen die Karottereiben, die Zwiebel fein hacken und beides zum Kohl geben. Aus den übrigen Zutaten ein Dressing rühren und unterheben. Am besten schmeckt der Salat, wenn er einen Tag durchgezogen ist.

Rotkohlsalat

Noch einfacher und dabei reich an Vitaminen ist der Rotkohlsalat. Sie brauchen: 1/2 Kopf Rotkohl, 1 kleine Zwiebel, 1 Esslöffel Olivenöl, Salz, Pfeffer, Zucker, Essig. Den Kohl hobeln, salzen, das Olivenöl zugeben und ziehen lassen. Die Zwiebel in Halbringe schneiden, untermischen und mit Salz, Zucker, Pfeffer und Essig abschmecken. Durchgezogen servieren.

Chinakohl-Salat / Pak-Choi-Salat

Weil Chinakohl und Pak Choi ständig verwechselt werden, nennen wir beide Namen. Sie brauchen: 1 Chinakohl, 1 kleine Zwiebel, Salz, Pfeffer, Zucker, Olivenöl, Zitronensaft. Den Chinakohl in einzelne Blätter zerlegen und die weißen Rippen herausschneiden. Fein schneiden. Die fein gehackte Zwiebel, Salz, Pfeffer, Zucker, Zitronensaft und Olivenöl zugeben. Gut vermengen und servieren.

Kohl richtig kochen

Damit Kohl als Beilage – etwa zur Ente – schmeckt, muss er richtig gegart werden. Den in feine Streifen gehobelten Kohl in einen Topf geben, mit Wasser angießen, salzen und nicht ganz weich kochen. Danach abgießen. In Öl eine fein gehackte Zwiebel anschwitzen, den vorgegarten Kohl zugeben, mit Kümmel und Zucker würzen und weich fertig garen. Zum Schluss mit einer hellen Mehlschwitze binden, aufkochen und mit Salz, Essig oder Zucker abschmecken (nach Geschmack). So lassen sich Weiß- und Rotkohl gleichermaßen zubereiten.

Sauerkraut

Für Sauerkraut, das den ganzen Winter hält, brauchen Sie: auf 1 kg Kohl etwa 20 g Salz, eine Prise Kümmel, 20 g Zwiebel, einen halben Apfel, 10 g Zucker. Die äußeren Blätter ablösen, die Köpfe halbieren und die Strünke herausschneiden. Den Kohl in feine Streifen hobeln. Salzen, mit Kümmel würzen, die fein gehackte Zwiebel und den fein geriebenen Apfel zugeben. Gründlich durchmengen und in saubere, ausgespülte Steintöpfe füllen. Oben etwas Rand frei lassen, den Kohl mit einem Brettchen und einem Stein beschweren. Kühl lagern (aber nicht einfrieren). So hält er den ganzen Winter – Brettchen und Stein müssen Sie allerdings ab und zu abwaschen.

Krautsalat aus Weißkohl und Karotten mit Mayonnaise-Dressing in einer Schüssel
Rotkohlsalat mit Frühlingszwiebeln und Dill auf einem dunklen Teller
Salat aus frischem Chinakohl in einer weißen Schüssel neben halbierten Köpfen
Sauerkraut mit Kümmel in einer Schale

Gemüse düngen

Video: Gemüse düngen
  • Sie können DÜNGEE in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
  • Beim Pflanzen können Sie einen Teelöffel DÜNGEE unter jeden Setzling geben.
  • Setzen Sie DÜNGEE in Wasser an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug (Sie können ihn auch ungefiltert aus der Gießkanne über die Blätter geben).