Gurke (Cucumis sativus)
Wärmeliebendes Kürbisgewächs mit Ranken – Salatgurken, Einlegegurken und ihre Sorten
Was ist die Gurke und woher stammt sie

Einjährige wärmeliebende Pflanze mit Ranken; sie bildet viele verschiedene Formen aus.
Standort: sehr warm; durchwärmte, humose Böden
Platzbedarf: je nach Sorte unterschiedlich
Kulturdauer: hängt von der Sorte ab
Ernte: ab einer bestimmten Mindestgröße und einem Mindestgewicht der Frucht
Vermehrung: durch Aussaat
Die Gurke gehört zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae) und stammt aus Indien und vermutlich auch aus dem tropischen Afrika. Die Triebe der einjährigen Pflanze liegen auf dem Boden oder klettern nach oben und halten sich mit Ranken an einer Stütze fest. Wegen ihrer ursprünglichen Verbreitung in den Tropen stellt die Gurke hohe Ansprüche an Wärme. Bei starken Temperaturschwankungen und in kühlen Nächten geht der Fruchtansatz zurück, die Früchte werden bitter oder missgestaltet.
Ansprüche der Gurken an Temperatur und Boden
Gurken gedeihen am besten an windgeschützten Lagen und in durchwärmten, lockeren und humusreichen Böden. Die Mindesttemperatur für die Keimung liegt bei 10-12 °C, bei höherer Temperatur keimen die Samen schneller. Junge Pflanzen vertragen niedrigere Lufttemperaturen nur bei hoher Bodentemperatur, deshalb wirkt in den Boden eingearbeiteter Stallmist günstig. Für optimales Wachstum von Pflanzen und Früchten sind 20-24 °C nötig.
Der Nährstoff- und Wasserbedarf ist hoch, hohe Salzgehalte und Staunässe verträgt die Gurke jedoch nicht. Eine wichtige Voraussetzung für den erfolgreichen Gurkenanbau ist ausreichend Humus im Boden.
Gurkentypen nach Blüten und Anbauweise
Die Sorten haben unterschiedlich ausgebildete Blüten. Manche tragen ausschließlich weibliche Blüten, andere überwiegend weibliche Blüten und wieder andere zwittrige Blüten. Parthenokarpe Sorten bilden Früchte ohne vorherige Befruchtung. Bei Gurken sind zahlreiche Typen und Sorten entstanden.
Bei Gewächshausgurken sind die Früchte lang und schlank, bei Freiland- und Frühbeetgurken meist mittelgroß. Viele Freiland- und Frühbeetsorten lassen sich genauso wie Gewächshausgurken an Schnüren ziehen. Einlegegurken werden bei einer Fruchtgröße zwischen 3 und 15 cm geerntet.
Gurkenkrankheiten
Gurken leiden unter mehreren Krankheiten, etwa Echtem Mehltau, Falschem Mehltau, pilzlicher Welke und im Gewächshaus der Gurkenschwärze. Als Schädling tritt die Spinnmilbe auf.
Eigene Artikel zu den häufigsten Problemen: Falscher Mehltau an Gurken und Gurkenmosaikvirus.
Salatgurken anbauen

Salatgurken werden Mitte April ausgesät. In einen zur Hälfte mit Erde gefüllten Topf (8 cm) legt man 2-3 Samen. Nach dem Auflaufen bleibt nur die kräftigste Pflanze stehen und der Topf wird mit Erde aufgefüllt.
Durch Veredeln der Gurke auf den Kürbis, genauer auf den Feigenblattkürbis, sinkt nicht nur die Kälteempfindlichkeit, sondern auch die Anfälligkeit für Krankheiten. Die Jungpflanzen werden in der zweiten Maihälfte gepflanzt.
Beim Ziehen an Schnüren beträgt der günstige Pflanzabstand in der Reihe 50 cm, im Freiland und im Frühbeet 1 m. Durch einen besonderen Schnitt der an Schnüren gezogenen Gurken verbessert sich der Fruchtansatz.
Salatgurken werden im Sommer laufend geerntet; bleiben reife Früchte an der Pflanze, verschlechtert sich der weitere Fruchtansatz. Gewächshausgurken brauchen am meisten Wärme, unter Folie und im Frühbeet gezogene Gurken sind gegen Kälte weniger empfindlich.
Bei Gurken mit weißem Fruchtfleisch erntet man besonders große Früchte, die geschält zu Senfgurken verarbeitet werden.
Einlegegurken anbauen

Einlegegurken bilden kleinere Früchte, die ungeschält im Essigsud konserviert werden.
Bei Direktsaat in der ersten Maihälfte legt man 3-4 Samen an eine Stelle; die Saatstellen stehen in der Reihe 30 cm auseinander. Eine Bodenabdeckung mit schwarzer Folie wirkt sich günstig auf Auflaufen und Wachstum der Gurken aus. Je nach Witterung und Sorte werden die Früchte (3-15 cm groß) zwei- bis dreimal pro Woche geerntet.
Gurkensorten im Überblick
Salatgurken
- Für beheizte Gewächshäuser: Sandra, Bella, Birgit, Alcor, Corona, Valore, Santo
- Für das Frühbeet: Hoffmanns Produkta, Saturn, Heike, Cresta, Tanja-Auslese
- Für das Freiland: Hoffmanns Giganta, Moneta, Sprint, Chinesische Schlangen, Highmark II, Tanja, Marketmore
Schälgurken: Riesen Schäl, Hawo, Obi, Fatum, Carnimus
Einlegegurken
- Überwiegend mit weiblichen Blüten: Osiris, Olympia, Bingo, Favola, Ilonca, Fanto, Mempram
- Parthenokarp (ausschließlich mit weiblichen Blüten): Melanie, Christine, Wilma, Accordia
- Mit zwittrigen Blüten: Mainstolz, Nimbus, Mervita
Gurken sind anspruchsvoll bei Nährstoffen und Wasser — die Mengen für das regelmäßige Gießen finden Sie unter Dosierung, einen Überblick über die Nährstoffe gibt der Universaldünger und die allgemeine Vorgehensweise der Artikel Gartenpflanzen düngen. Eine ausführliche Anleitung zu Aussaat, Rankhilfen und Anbau im Gewächshaus finden Sie im Artikel Gurken; von den verwandten Kürbisgewächsen haben ähnliche Ansprüche Zucchini, Kürbis oder Melonen. Zum Verarbeiten der Ernte eignet sich Gurkensalat.
