Scharka an Pflaumen und Zwetschgen (Plum pox virus)
Gegen Viren gibt es kein Spritzmittel — entscheidend sind gesundes Pflanzgut, tolerante Sorten und die Kontrolle der Blattläuse, die den Erreger übertragen.
Scharka-Krankheit
(Plum pox virus – PPV)
Die Scharka, auch Pflaumenpocken genannt, ist eine Viruskrankheit, die vor allem Pflaumen und Zwetschgenbefällt, daneben aber auch Pfirsiche, Aprikosen, Schlehen und die Filzkirsche. PPV zählt zu den schwerwiegendsten Viruserkrankungen dieser Obstgehölze.
Die Scharka zeigt sich in unterschiedlichen Symptomen, die sich je nach Obstart leicht unterscheiden:
- Blätter: Auf den Blättern erscheinen hellgrüne bis gelbliche Ringe, Bänder und Flecken, die sich allmählich ausbreiten. Befallene Blätter können brüchig und verformt sein.
- Früchte: Befallene Früchte sind oft verformt und verlieren ihre natürliche Farbe. Auf der Schale zeigen sich Streifen oder eingesunkene Flecken. Ihr Zuckergehalt ist niedriger.
- Triebe: Der Befall schwächt die Triebe, sie bleiben kürzer und bilden kleinere Blätter.
- Blätter: Auf den Blättern erscheinen hellgrüne bis gelbe Ringe und Flecken, die häufig zusammenlaufen und großflächige, teils nekrotische Bereiche bilden. Die Blätter rollen sich ein oder verformen sich.
- Früchte: Befallene Früchte bleiben oft klein, schmecken weniger süß und sind verformt. Die Fruchtoberfläche kann uneben und fleckig sein.
- Blätter: Der Befall zeigt sich an den Blättern als hellgrüne bis gelbe Flecken, die sich über die ganze Blattfläche ausbreiten. Die Blätter können brüchig werden.
- Früchte: Befallene Früchte bleiben oft klein und färben sich unzureichend aus. Die Schale kann rau werden und sich ablösen. Die Früchte sind meist weniger süß und saftig.


Scharka an Zwetschgen

Am häufigsten befällt die Scharka Pflaumen und Zwetschgen. Erkennen lässt sie sich an Blättern, Trieben und Früchten. Auf den Blättern zeigen sich hellgrüne Flecken und Ringe. Die Früchte haben typische eingesunkene Flecken; das Fruchtfleisch um die Flecken ist rotbraun verfärbt und gummiartig. Außerdem enthalten die Früchte wenig Zucker, schmecken fade und sind weder vermarktbar noch lagerfähig.
Übertragen wird das Virus von Blattläusen, daneben durch vegetative Vermehrung – Veredeln, Unterlagenvermehrung und Stecklinge. Vermehren Sie befallene Bäume niemals weiter.
Spritzmittel gegen Scharka
Gegen Viruserkrankungen wirkt leider kein Spritzmittel. Heilen lassen sich Virusinfektionen ebenfalls nicht, Sie können nur die Symptome eindämmen – siehe unten. Für Vermehrungsmaterial von Prunus-Arten ist die Scharka EU-weit geregelt; ob in Ihrer Region darüber hinaus Auflagen gelten, sagt Ihnen der amtliche Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes.
Die beste Vorbeugung gegen die Scharka ist:
- gesundes Pflanzgut aus zertifizierten Baumschulen kaufen,
- tolerante oder vollständig resistente Sorten wählen,
- die Blattläuse konsequent im Blick behalten, denn sie tragen das Virus von Baum zu Baum.
Als tolerant bis wenig anfällig gelten bei Zwetschgen die Sorten Hanita, Elena, Toptaste, Presenta und Haganta. Gezielt auf Virusresistenz gezüchtet wurden dagegen Jojo (die erste scharkaresistente Zwetschge) und Jolina (beide aus Hohenheim).
