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Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula): Pflege der fleischfressenden Pflanze

Venusfliegenfalle – fleischfressende Pflanze für Flaschengarten und kaltes Gewächshaus

Venusfliegenfalle (Dionaea muscipula) mit geöffneten Klappfallen

Fleischfressende Pflanze für das kalte Gewächshaus

Standort: feucht, kühl, z. B. im Flaschengarten
Höhe: 10–20 cm
Blütezeit: Mai–Juli
Vermehrung: durch Blattstecklinge oder Samen

Diese fleischfressende Pflanze aus der Familie der Sonnentaugewächse (Droseraceae) verdankt ihren Namen der griechischen Göttin der Anmut, Dionaia. Sie zählt zu den erstaunlichsten Pflanzen, die man sich in die unmittelbare Umgebung holen kann.

Die Venusfliegenfalle ist die einzige Art ihrer Gattung und kommt in freier Natur nur in den Torfmoorsümpfen der Küstengebiete von Carolina (USA) vor. Dort stellt sie von Mai bis Juli ihre Blätter als Klappfallen für Fliegen und andere kleine Beutetiere auf. Die Blattränder sind spitz gezähnt, und auf jeder Blatthälfte sitzen drei empfindliche Fühlborsten, die auf die Berührung durch ein Beutetier oder einen fremden Gegenstand – etwa einen Bleistift – sofort mit dem Zusammenklappen der Blattspreiten reagieren.

Pflege: Substrat, Gießen und Überwintern der Venusfliegenfalle

Die Venusfliegenfalle, die aus ihren Blättern eine bodenständige Rosette bildet, ist eine Rarität. Auf einem Regal am Fenster ist ihr kein langes Leben beschieden, in der geschlossenen Umgebung eines Flaschengartens gedeiht sie dagegen recht gut. Der Standort soll hell und das ganze Jahr über verhältnismäßig kühl sein (im Winter 6–10 °C).

Das beste Substrat ist Torf mit Torfmoos. Mit weichem Wasser wird eine gleichmäßig leichte Feuchtigkeit des Substrats gehalten, im Winter ist Gießen jedoch fast überflüssig. Unerlässlich ist eine hohe Luftfeuchtigkeit. Im Frühjahr und Sommer empfiehlt sich eine monatliche Gabe einer schwachen Lösung von Dünger (1 g auf 1 l).

Der richtige Zeitpunkt zum Umtopfen ist das Frühjahr. Die Pflanze stammt aus sumpfiger Umgebung und geht häufig infolge von Trockenheit ein; ein Übermaß an Wasser ist aber ebenso schädlich und verursacht im Winter Fäulnis. Die Vermehrung durch Blattstecklinge und Samen ist zwar möglich, aber nicht einfach.

Dabei gilt bei fleischfressenden Pflanzen: weniger ist mehr. Sie wachsen seit jeher im nährstoffarmen Torfmoor, ein starker Dünger im Substrat schadet ihnen also eher. Wie die Dosierung bei den einzelnen Gruppen der Karnivoren aussieht, erklärt unsere Übersicht Düngung fleischfressender Pflanzen; für die schwache Lösung aufs Blatt eignet sich der natürliche Düngee.

Häufige Fragen zur Venusfliegenfalle

Wie funktioniert die Falle der Venusfliegenfalle?

Auf jeder Hälfte der Blattspreite stehen drei empfindliche Fühlborsten. Die Falle klappt erst zu, wenn innerhalb von rund zwanzig Sekunden zwei Reize eintreffen – so unterscheidet die Pflanze lebende Beute von einem herabgefallenen Tropfen oder einem Staubkorn. Das Schließen dauert Bruchteile einer Sekunde, die Verdauung anschließend fünf bis zwölf Tage.

Womit füttert man die Venusfliegenfalle?

Im Freien oder am offenen Fenster versorgt sich die Pflanze selbst. Im geschlossenen Flaschengarten genügt ihr alle zwei bis vier Wochen eine Beute, die höchstens ein Drittel der Falle ausfüllt. Fleisch vom Teller und Milchprodukte gehören nicht hinein – die Falle wird davon schwarz und stirbt ab.

Warum bekommt die Venusfliegenfalle schwarze Blätter?

Eine einzelne Falle altert nach mehrmaligem Zuklappen ganz natürlich und wird schwarz – das ist in Ordnung, schneiden Sie sie erst ab, wenn sie vertrocknet ist. Werden dagegen viele Blätter auf einmal schwarz, liegt es meist an hartem Leitungswasser, an Überdüngung oder an einem zu warmen Standort. Gießen Sie mit weichem Wasser und stellen Sie die Pflanze kühler.

Wie überwintert man die Venusfliegenfalle?

Die Venusfliegenfalle braucht drei bis vier Monate kühle Ruhe bei 5 bis 10 °C. Sie zieht die Blätter zu einer kleinen Rosette ein, was kein Absterben ist. Halten Sie das Substrat über den Winter nur leicht feucht und düngen Sie nicht; ohne Ruhephase schwächt die Pflanze nach ein bis zwei Jahren ab.

Wie alt wird eine Venusfliegenfalle?

Eine einzelne Falle schafft drei bis fünf Schließvorgänge und hält ein paar Monate. Die Pflanze selbst ist dagegen ausdauernd – das Rhizom lebt bei regelmäßiger Überwinterung und weichem Gießwasser gut zwanzig Jahre und teilt sich nach und nach zu einem Horst.

Wann blüht die Venusfliegenfalle und soll man die Blüte abschneiden?

Sie blüht von Mai bis Juli mit weißen Blüten an einem langen Stiel. Bei jungen und schwächeren Pflanzen lohnt es sich, den Blütenstiel gleich nach dem Austrieb abzuschneiden – die Blüte kostet viel Kraft, die die Pflanze sonst in neue Fallen steckt. Samen ausreifen zu lassen lohnt nur bei einem kräftigen Horst.