Organische Düngemittel vs. Mineraldünger
Organische Düngemittel im Vergleich mit chemischen Düngern: was organisches Düngen bringt. Kurz auch zur Gründüngung.
Inhalt
Organische Düngemittel und Mineraldünger – der Vergleich

Organischer Dünger wird bei Hobbygärtnern wie bei Landwirten immer beliebter. Gegenüber mineralischen Düngemitteln hat er nämlich eine ganze Reihe von Vorteilen.
Erstens ist organischer Dünger schonend für die Umwelt. Während Mineraldünger synthetische Salze enthält, die Boden und Grundwasser belasten können, entsteht organischer Dünger aus natürlichen Rohstoffen wie Stallmist, Kompost oder Pflanzenresten. Diese Materialien sind biologisch abbaubar, und der Boden enthält am Ende deutlich mehr Nährstoffe und Spurenelemente.
Zweitens ist organischer Dünger wirtschaftlich. Mineraldünger ist häufig teurer und muss öfter ausgebracht werden, organischen Dünger können Sie dagegen zu Hause aus Gartenabfällen herstellen und meist genügt eine Gabe pro Jahr. Organische Düngemittel verbessern zudem die Bodenqualität und steigern den Ertrag, was die Kosten für weiteres Düngen senken kann.
Drittens sorgt organischer Dünger ein gesundes Pflanzenwachstum. Er verbessert die Bodenstruktur und erhöht die Fähigkeit des Bodens, Feuchtigkeit zu halten. Außerdem fördert er die Bodenorganismen, die den Pflanzen die Nährstoffaufnahme erleichtern und ein gesundes Wurzelwerk unterstützen.
Viertens hilft organischer Dünger dabei, Kohlendioxid in der Atmosphäre zu senken. Bei der Herstellung und Ausbringung von Mineraldünger entstehen Treibhausgase, die zur Erderwärmung beitragen; organische Düngemittel halten den Kohlenstoff dagegen im Boden und verringern so die Menge an Kohlendioxid in der Luft.

Was organische Substanz im Boden bewirkt
Mist, Kompost und andere organische Dünger sind nicht nur eine Nährstoffquelle. Ihr Hauptwert liegt darin, dass aus ihnen Humus entsteht. Ohne organische Düngung kommt auch ein Garten nicht aus, in dem Mineraldünger verwendet werden.
- Sie setzen Nährstoffe nach und nach frei. Bodenmikroorganismen zersetzen die organische Substanz und setzen dabei mineralische Nährstoffe und Kohlendioxid frei. Dieses bildet mit dem Bodenwasser schwache Kohlensäure, die hilft, weitere Nährstoffe zu lösen.
- Sie erwärmen den Boden. Bei der Zersetzung entsteht Wärme.
- Sie verbessern schwere wie leichte Böden. Schweren Tonboden lockern sie, sandigen helfen sie, Wasser und Nährstoffe zu halten (mehr in den Artikeln Lehmboden und Sandboden).
- Humus hält Wasser und Nährstoffe. Er bindet auch überschüssigen Stickstoff, der sonst ausgewaschen würde, und Pflanzen auf humosen Böden vertragen Trockenheit und andere ungünstige Bedingungen besser.
- Sie steigern die Wirkung von Mineraldüngern. Mineraldünger wirken nur in einem Boden mit ausreichend Humus und Kalk voll.
Ein Boden, der lange nicht organisch gedüngt wird, verliert nach und nach an Fruchtbarkeit. Wie Sie Humus ergänzen, beschreiben die Artikel Humus und Mist als Dünger.
Ist Gemüse aus organischer Düngung gesünder?
Der Nährwert von Gemüse, das vernünftig organisch oder vernünftig mineralisch gedüngt wurde, unterscheidet sich nicht wesentlich. Entscheidend ist die Menge, nicht die Herkunft der Nährstoffe. Das Hauptproblem ist die Überdüngung, vor allem mit Stickstoff: Das Gemüse reichert dann Nitrat an, und seine Qualität und Lagerfähigkeit leiden. Am meisten Nitrat enthalten meist Blatt- und Wurzelgemüse, die roh gegessen werden.
Überdüngen kann man mit mineralischem Salpeter genauso wie mit Jauche oder vergorenem Geflügelmist. Der Vorteil organischer Dünger liegt woanders: Die Nährstoffe werden langsam freigesetzt, das Risiko einer Überdüngung ist geringer, und der Boden gewinnt dabei Humus und Bodenleben. Wie man beim Gemüse mit Stickstoff umgeht, beschreibt der Artikel Gemüse düngen.
Mineraldünger mit Bedacht
Mineraldünger wirken schnell, und die Nährstoffe lassen sich genau dosieren. Die Nachteile zeigen sich vor allem bei falscher Anwendung:
- Leicht lösliche Dünger, vor allem Stickstoffdünger, werden in der Vegetationsruhe und auf leichten Böden ins Grundwasser ausgewaschen. Sie werden deshalb in mehreren kleineren Gaben während des Wachstums ausgebracht.
- Hohe Gaben versalzen den Boden und schaden den Bodenorganismen einschließlich der Regenwürmer.
- Ein Kaliumüberschuss führt zu Calcium- und vor allem Magnesiummangel im Erntegut.
Eine Übersicht der einzelnen Mineraldünger finden Sie im Artikel Mineraldünger. Wer bei organischer Ernährung bleiben möchte, findet einen natürlichen Dünger mit Stickstoff, Phosphor und Kalium auf der Seite Organischer Dünger von Düngee.
Eine Tabelle mit konkreten Düngern, ihren NPK-Werten, dem Preis pro Quadratmeter und dem Geruch finden Sie im Düngervergleich.
Gründüngung kurz erklärt
Gründüngung sind Pflanzen, die auf ein freies Beet gesät werden, den Boden durchwurzeln, bedecken und mit organischer Substanz anreichern. Am wertvollsten sind Leguminosen wie Klee, Erbsen, Wicken oder Lupinen, die mithilfe von Knöllchenbakterien Luftstickstoff binden. In eine Mischung passen auch Gelbsenf, Kresse, Buchweizen oder Sonnenblumen. Untergraben müssen Sie den Bestand nicht: Es genügt, ihn im Herbst umfallen und an Ort und Stelle verrotten zu lassen, wo er den Boden über den Winter schützt. Pflanzenauswahl, Aussaattermine und eine Schritt-für-Schritt-Anleitung finden Sie im Artikel Gründüngung.




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Bildquellen: Foto: James S.W., Porco D., Decaëns T., Richard B., Rougerie R., Erséus C., CC BY 4.0 · Foto: Juan Carlos Fonseca Mata, CC BY-SA 4.0
