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Rasenarten: Typen, Funktionen und wie Sie den richtigen Rasen wählen

Übersichtliche Einteilung der Rasenarten nach Verwendungszweck, Pflegeaufwand und Standort. Erfahren Sie den Unterschied zwischen Zierrasen, Gebrauchsrasen, Sportrasen und Landschaftsrasen und wählen Sie die passende Rasenmischung.

Rasenarten: Typen, Funktionen und wie Sie den richtigen Rasen wählen

Wissen Sie, welchen Rasen Sie eigentlich möchten? Wir bieten eine übersichtliche Einteilung der Rasenarten nach Verwendungszweck, Pflegeaufwand und Funktion — vom Zierrasen-Teppich bis zur Blumenwiese.

Was ist Gras und was ist Rasen? Der grundlegende Unterschied

1. Einteilung der Rasenarten

Bevor wir Rasenflächen in Kategorien einteilen, muss der Unterschied zwischen Gras und Rasen geklärt werden.

Was ist Gras

Aus Sicht der systematischen Botanik werden als Gräser die Pflanzenfamilien der Süßgräser, Sauergräser und Binsengewächse bezeichnet, die weltweit rund 14 000 Arten umfassen. Der Begriff „Gräser“ im engeren Sinne meint jedoch nur die Familie der Süßgräser.

Gras – Einteilung der Rasenarten

Mit dem Begriff Gras verbindet man eine typische, auf den ersten Blick einheitliche Vorstellung: eine schlanke Pflanze mit dünnen Halmen, schmalen Blättern und unscheinbaren, einfachen Blütenständen — ganz im Gegensatz zu den vielgestaltigen und oft prächtig blühenden Kräutern. Vielleicht auch deshalb werden Gräser in vielen Sprachen begrifflich von den Kräutern getrennt. Diese bemerkenswerte Unterscheidung bringt zugleich zum Ausdruck, dass die Gräser — Vertreter eines einzigen engen Verwandtschaftskreises — dieselbe Bedeutung haben wie alle übrigen, sehr unterschiedlichen krautigen Arten. Vielerorts bestimmen Gräser den Charakter des Bewuchses, sie dominieren ganze Landschaften und drängen die übrige Flora in den Hintergrund. Das liegt daran, dass Gräser zu den ökologisch erfolgreichsten Pflanzen zählen. Wir finden sie auf dauerhaft nassen ebenso wie auf extrem trockenen Standorten, auf stark erwärmten ebenso wie auf extrem kalten. Innerhalb dieses Spektrums hat jede einzelne Art ihre eigenen, sehr spezifischen Ansprüche.

Was ist Rasen

Unter Rasen verstehen wir eine zweckgebundene Pflanzengemeinschaft, die überwiegend aus Grasarten besteht (Sportrasen), teils mit einem Anteil an Kräutern (bunte Kräuterrasen), ausnahmsweise auch mit Schmetterlingsblütlern (artenreiche Wiesen, Rasen in Obstgärten und Ähnliches). Sie bleibt in der Regel niedrig und bildet eine dichte, elastische und feste Grasnarbe, deren Aufwuchs nicht landwirtschaftlich genutzt wird.

Rasenflächen gehören gleich nach Wasserflächen zu den hellsten Elementen einer Anlage, sie folgen dem Gelände und mildern seine Konturen. Sie sind das Bindeglied zwischen den landschaftsprägenden Elementen, heben den Wert aller Pflanzen hervor, die sie umgeben, und bilden das natürliche Gegengewicht zu den Farben blühender Pflanzen. Je gleichmäßiger und feiner eine Rasenfläche ist, desto stärker wirkt dieser Kontrast und desto größer ist ihre verbindende Kraft.

Funktionen des Rasens im Garten: ästhetisch, erholend und hygienisch

Funktionen des Rasens

Rasenflächen, die nicht der Biomasseproduktion dienen, erfüllen eine ästhetische, eine Erholungs- und Wohnfunktion sowie eine hygienische Funktion.

Ästhetische Funktion

Rasenflächen verbinden die übrigen Garten- und Landschaftselemente zu einem Ganzen. Im Garten sollte ein bestimmtes Verhältnis zwischen Gehölzflächen und Rasenfläche gewahrt bleiben. Üblich ist ein Verhältnis von etwa 2:3, damit der Garten weder zu stark beschattet noch zu stark der Sonne ausgesetzt ist.

Erholungs- und Wohnfunktion

Diese Funktion hängt eng mit der ästhetischen zusammen: Der ästhetische Eindruck macht die Fläche zum angenehmen Ort der Entspannung. Weil Gräser eine geschlossene, tragfähige Narbe bilden, werden sie für Wohn- und Aufenthaltsbereiche im Garten und für die Erholung genutzt.

Hygienische Funktion

Gräser beeinflussen durch ihre biologischen Eigenschaften das Kleinklima. Mit ihren Wurzeln verhindern sie Wasser- und Winderosion und befestigen den Boden an Hängen. Grasbestände wirken sich günstig auf die Luftfeuchtigkeit aus und gleichen die Temperaturunterschiede im Tagesverlauf aus. Außerdem produzieren sie große Mengen Sauerstoff.

Einteilung nach Pflegeaufwand: intensiv oder extensiv

Die Rasenflächen, denen wir im Alltag begegnen, lassen sich in verschiedene Kategorien einordnen. Entscheidend ist, nach welchem Kriterium wir sie beurteilen.

Nach dem Pflegeaufwand unterscheiden wir: intensiv gepflegte Rasenflächen, die viel Aufmerksamkeit verlangen, und extensiv gepflegte Flächen, die fast ohne unser Zutun auskommen.

Rasenflächen lassen sich außerdem nach dem Standort gliedern — in Rasen mittlerer, trockenerer und feuchterer Lagen.

Rasen – Einteilung nach Pflegeaufwand
Rasen – Rasentypen nach Verwendungszweck

Rasentypen nach Verwendungszweck: Zierrasen, Gebrauchsrasen, Sportrasen, Landschaftsrasen

Nach dem Verwendungszweck unterscheiden wir: Zierrasen (Repräsentationsrasen); Gebrauchsrasen (Freizeitrasen); Sportrasen (Spielrasen); Landschaftsrasen.

Diese Aufzählung ist nicht vollständig, denn sie nennt nur die Grundgruppen. Das RSM-System (Regel-Saatgut-Mischungen Rasen) der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau teilt die Rasenmischungen deutlich feiner ein — von RSM 1 Zierrasen über RSM 2 Gebrauchsrasen bis zu RSM 3 Sportrasen und RSM 7 Landschaftsrasen.

Zum Zierrasen zählen intensiv gepflegte, nicht belastbare Flächen, die der Repräsentation dienen — etwa an historischen Gebäuden, an Denkmälern, vor Firmensitzen und im privaten Garten. Sein Merkmal ist eine dichte, teppichartige Narbe. Dieser Rasen stellt hohe bis sehr hohe Ansprüche an Anlage und Pflege.

Dem Gebrauchsrasen begegnen wir am häufigsten, denn er wächst in Wohnsiedlungen, in Freibädern, in öffentlichen Parks, in Hausgärten und an vielen weiteren Orten. Es ist der Rasen, auf dem tatsächlich gelebt wird. Seine Mischung sollte auf mäßige Belastung und Tritt ausgelegt sein, also auf Bewegung und Aufenthalt in der Freizeit.

Sportrasen ist eine eigene Kategorie sehr intensiv gepflegter Flächen, die hohe Belastung und starken Tritt aushalten müssen. Artenzusammensetzung und Pflegetechnik unterscheiden sich je nach Nutzung: Fußballrasen, Golfplatz, Rasentennisplatz, Softball- und Cricketrasen und so weiter.

Zum Landschaftsrasen zählen extensive Flächen, etwa an Verkehrswegen, an Einschnitten und Dämmen, Erosionsschutz- und Rekultivierungsrasen, Rasen auf Flugplätzen, in Obstanlagen, Blumenwiesen und weitere. Es ist der Rasentyp, in dem zweikeimblättrige Pflanzen in größerem oder geringerem Umfang vertreten sind. Meist verträgt er keine stärkere Belastung.

Eine weitere Kategorie ließe sich abgrenzen — der befestigte Rasen. Das sind Flächen, die in technische Bauteile eingebaut werden, zum Beispiel in Rasengittersteine.

Den richtigen Rasentyp vor der Rasenanlage wählen

Rasenmischung – den richtigen Rasentyp wählen

Bevor wir über eine Rasenanlage oder eine Rasenerneuerung nachdenken, müssen wir wissen, welchen Rasentyp wir haben wollen. Ob intensiv gepflegten Rasen oder nur eine Blumenwiese, die wir einige Male im Jahr mähen. Ob wir den Rasen zum Sport nutzen oder ihn nur ansehen. Vom gewählten Rasentyp hängen dann die Wahl der Rasenmischung (der Grasarten), die Technik der Anlage und die Pflege ab. Auch seine Qualität hängt mit der Funktion des jeweiligen Rasentyps zusammen.