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Bockkäfer am Baum: Asiatischer Laubholzbockkäfer und weitere Arten

Ausfluglöcher, Bohrmehl und absterbende Äste. So erkennen Sie Bockkäfer, deren Larven sich im Holz lebender Bäume entwickeln.

Bockkäfer sind Käfer, deren Larven sich im Holz lebender Bäume entwickeln. Der Hausbock, der verbautes Holz im Dachstuhl schädigt, gehört nicht dazu; hier geht es um die Arten, die Bäume im Garten, im Park und im Wald befallen.

Asiatischer Laubholzbockkäfer

Asiatischer Laubholzbockkäfer

Anoplophora glabripennis

Wirtsgehölze: Laubbäume, vor allem Ahorne, Pappeln, Platanen und Rosskastanien.

Symptome: Der Reifungsfraß der Käfer findet an Ästen und Blättern statt. Die Weibchen legen ihre Eier in Rindenrisse, aus denen Saft austritt. Diese Stellen ziehen auffällig stark Wespen und Hornissen an. Die Larven fressen Gänge, die von der Rinde bis ins Kernholz reichen. Die Gänge sind bis zu 3 cm breit und innen mit grobem Bohrmehl gefüllt.

Schädling: Quarantäneschädling! Die Käfer sind glänzend schwarz mit vielen weißen Flecken auf den Flügeldecken, 2–4 cm lang, die Fühler sind 1,3-mal (Weibchen) bzw. 2,5-mal (Männchen) länger als der Körper. Die Fühler sind schwarz-weiß geringelt. Die Larven werden bis zu 5 cm lang, sind hellbeige und beinlos, mit einer deutlichen, hellbraunen Chitinplatte am Vorderbrustring.

Verwechslungsmöglichkeiten: an verschiedenen Laubbäumen der Weidenbohrer (mehr) und das Blausieb (mehr). An Pappeln außer dem Weidenbohrer auch der Große Pappelbock. Seine Larven haben eine fein bedornte, braune Chitinplatte (mehr).

Schadwirkung: Bei starkem Larvenbefall sterben die Bäume meist ab, oft allerdings erst nach dem Schlupf der neuen Käfergeneration (runde Ausfluglöcher). Die Festigkeit des Holzes ist deutlich herabgesetzt, vor allem in der Krone und an belaubten Ästen.

Schutz: Quarantänemaßnahmen: Ein Fund ist meldepflichtig (Gemeinde, Pflanzenschutzdienst). Für befallenes Holz gilt ein Transportverbot. Wird der Befall rechtzeitig erkannt (Eiablagestellen am Stamm, Saftfluss, Reifungsfraß in der Krone), muss der Baum vor dem Schlupf der Käfer gefällt und das Holz gehäckselt werden.

Bockkäfer Phymatodes glabratus an Wacholder und Thuja

Bockkäfer

Phymatodes glabratus

Wirtsgehölze: Wacholder, Thujen, seltener auch Kiefern.

Symptome: Welken und Absterben einzelner Zweige und Äste, seltener auch ganzer Kronenteile. Durch den Fraß bricht und reißt die Rinde auf. Die Larvengänge reichen in den Splint und verlaufen wellenförmig oder spiralig um die Äste. Nach dieser „Ringelung“ durch die Larve stirbt der Ast oberhalb der Befallsstelle ab. An den befallenen Stellen tritt Bohrmehl aus.

Schädling: ein 7–9 mm langer Bockkäfer, rotbraun metallisch glänzend. Die Larven haben drei Beinpaare. Die Entwicklung dauert ein Jahr, die Art kommt in trockenen und warmen Lagen vor, vor allem an kränkelnden, absterbenden Bäumen. Normalerweise eher in geringen Populationsdichten.

Verwechslungsmöglichkeiten: andere Bockkäferarten (mehr), Borkenkäfer (mehr).

Schadwirkung: Ein Befall führt nur ausnahmsweise zum Absterben des befallenen Teils und in der Folge des ganzen Baumes.

Schutz: Auslichten teilweise befallener bzw. Entfernen stark befallener Bäume.

Wacholderbock und Thujabock an Zypressengewächsen

Wacholderbock

Semanotus russicus, Callidiellum rufipenne

Wirtsgehölze: Zypressengewächse, Wacholder und Thujen.

Symptome: ähnlich wie beim Bockkäfer Phymatodes glabratus (mehr), der Befall ist jedoch im Bereich des Stammes und der stärkeren Äste ausgeprägter.

Schädling: Semanotus russicus: 7–15 mm lang, mit gelben bis gelborangen Flügeldecken, auf denen je ein schwarzer Fleck sitzt; die Enden der Flügeldecken sind schwarz. Der Käfer tritt sowohl an gesunden als auch an leicht geschwächten Pflanzen jeden Alters auf, häufig in den Wucherungen, die der Birnengitterrost am Holz der Wacholder verursacht, vor allem in warmen und trockenen Lagen.

Callidiellum rufipenne ist eine aus Asien nach Südeuropa und in die USA eingeschleppte Art. Die Größe beträgt ebenfalls 7–15 mm, die Färbung ist rot bis blau mit metallischem Glanz, ohne Flecken auf den Flügeldecken. Das Spektrum der Wirtspflanzen ist breiter als bei Semanotus russicus.

Verwechslungsmöglichkeiten: andere Bockkäfer (mehr), Borkenkäfer (mehr), Wurzelschäden.

Schadwirkung: Ein Befall führt ausnahmslos zum Absterben des befallenen Pflanzenteils und später auch des ganzen Baumes oder Strauches. Zu einer Massenvermehrung kommt es nur dann, wenn ältere abgestorbene Bäume oder deren Teile übersehen werden, die den Käfern als Brutstätten dienen.

Schutz: Auslichten und Entfernen befallener Pflanzen.

Lärchenbock an Lärchen

Lärchenbock

Tetropium gabrieli

Wirtsgehölze: Lärchen.

Symptome: Befallene Bäume haben lichtere Kronen und Bohrmehl an den Stämmen. Die Larvengänge verlaufen unter der Rinde, reichen nicht tief ins Holz und folgen meist der Faserrichtung des Holzes. Die Gänge sind teilweise mit grobem Bohrmehl verstopft, das Ausflugloch ist quer-oval.

Schädling: Die Käfer sind 8–18 mm lang, der Halsschild ist schwarz, die Flügeldecken sind dunkelbraun bis schwarz, die Beine rotbraun bis schwarz. Im Unterschied zu den übrigen Bockkäferarten reichen die Fühler nur bis zur halben Körperlänge. Die sehr beweglichen Käfer schlüpfen im Spätsommer. Eine typische Bockkäferlarve hat 3 Paar Brustbeine und zwei kleine Dornen am letzten Hinterleibssegment. Sie verpuppt sich im Holz (in einem mit Bohrmehl gefüllten Gang), aber auch in der Rinde.

Verwechslungsmöglichkeiten: Die Schäden ähneln den Symptomen eines Befalls durch andere holzzerstörende Insekten wie Borkenkäfer (mehr), Prachtkäfer oder andere Bockkäferarten (mehr). Häufig tritt ein gemeinsamer Befall mit dem Borkenkäfer Ips cembrae auf.

Schadwirkung: Der Befall meist geschwächter, alter Lärchen führt zu deren Absterben.

Schutz: Geschädigte Bäume noch vor dem Schlupf der neuen Käfergeneration entfernen, damit die umstehenden gesunden Bäume nicht befallen werden. Insektizide (zur Stammbehandlung) können vorbeugend eingesetzt werden, um den Befall gesunder Stämme zu verhindern, nicht aber zum Schutz bereits befallener Bäume.

Großer und Kleiner Pappelbock

Großer Pappelbock, Kleiner Pappelbock

Saperda carcharias, Saperda populnea

Wirtsgehölze: Pappeln, Weiden.

Symptome: Der Larvenfraß verläuft zunächst im Bast, später führt er tiefer ins Holz. Die Gänge sind oval und mit grobem Bohrmehl gefüllt. Anschwellungen an den Stämmchen schwächerer Bäume, gegebenenfalls auch an Ästen und Zweigen (Kleiner Pappelbock).

Schädling: Großer Pappelbock – die Käfer sind 22–30 mm lang, gelbbeige gefärbt und dicht behaart. Der Reifungsfraß der Käfer findet im August an den Blättern statt. Kleiner Pappelbock – die Käfer sind 9–15 mm groß, dunkel, mit gelb behaarten Flecken auf Flügeldecken und Halsschild. Die Entwicklung dauert zwei Jahre.

Verwechslungsmöglichkeiten: der Hornissen-Glasflügler – seine Ausfluglöcher liegen allerdings fast immer am Stammfuß oder an hervortretenden Wurzeln.

Schadwirkung: erhöhte Bruchgefahr, Absterben junger Bäume.

Schutz: jüngere befallene Bäume entfernen, bei älteren die Festigkeit der verbliebenen Äste prüfen. Auf einen nachfolgenden Pilzbefall der Wunden achten.

Saperda octopunctata an Linden

Bockkäfer an der Linde

Saperda octopunctata

Wirtsgehölze: verschiedene Lindenarten, Espe.

Symptome: Abplatzen der Rinde an stärkeren Ästen, gegebenenfalls am Stamm. Absterben von Kronenteilen älterer Linden. Die Larven sitzen zunächst unter der Rinde, später führen die Gänge tiefer ins Holz. Die Gänge sind mit Bohrmehl gefüllt.

Schädling: ein 11–18 mm langer Bockkäfer, grün behaart, mit 8 Flecken auf den Flügeldecken. Die Larven sind beinlos und gelblichweiß. Die Art befällt vor allem ältere Linden, die bereits anderweitig geschwächt sind. Häufig an Bäumen in Alleen und Parks.

Verwechslungsmöglichkeiten: andere Bockkäferarten (mehr), das Blausieb (mehr), Schäden am Wurzelsystem.

Schadwirkung: Sekundärschädling, der ältere, bereits geschwächte Bäume zum Absterben bringen kann. An jüngeren Bäumen in Städten ist er selten.

Schutz: geschädigte Teile älterer Bäume auslichten, gegebenenfalls stark befallene Bäume entfernen.

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