Feldmaus im Garten: erkennen und loswerden
Löcher im Rasen, ausgetretene Laufwege und angefressene Wurzeln. Wie Sie herausfinden, welche Baue bewohnt sind, wie Sie Fallen aufstellen und wie Sie Greifvögel, Eulen und Wiesel in den Garten locken.
Die Feldmaus (Microtus arvalis) ist ein kleines Nagetier der offenen Landschaft. In den Garten kommt sie von den umliegenden Feldern und Wiesen, am häufigsten in Jahren, in denen sie sich in der Landschaft massenhaft vermehrt. Sie frisst an den Wurzeln von Gräsern, Gemüse und Kräutern und benagt im Winter die Rinde junger Bäume dicht über dem Boden. Sie mit Gift zu bekämpfen ist riskant und allein wenig wirksam. Besser ist eine Kombination aus Fallen, natürlichen Feinden und einer Gartengestaltung, die ihr das Leben ungemütlich macht.
Wie die Feldmaus aussieht und warum sie sich massenhaft vermehrt

- Größe: Körper etwa 9–12 cm, dazu ein kurzer Schwanz von rund einem Drittel der Körperlänge.
- Aussehen: gedrungen, graubraun, mit stumpfer Schnauze und kleinen Ohren, die fast im Fell verschwinden. Von einer Hausmaus unterscheidet sie der kurze Schwanz und der runde Kopf.
- Lebensweise: Sie lebt in Kolonien, die Baue haben mehrere Eingänge, und dazwischen verläuft ein Netz ausgetretener Laufwege im Gras. Sie ist tag- und nachtaktiv und hält keinen Winterschlaf.
Die Feldmaus vermehrt sich sehr schnell. Ein Weibchen kann im Jahr mehrere Würfe haben, und junge Weibchen pflanzen sich schon im Alter von wenigen Wochen fort. Deshalb schwanken die Bestände in der Landschaft in Zyklen: einige Jahre gibt es wenige, dann vermehren sie sich innerhalb einer Saison massenhaft. In solchen Jahren nehmen sie auch in den Gärten zu, vor allem am Ortsrand nahe den Feldern.
Spuren und Schäden: Feldmaus, Schermaus oder Maulwurf?
Die Feldmaus:
- macht offene Löcher mit etwa 2–3 cm Durchmesser, oft ohne Erdhaufen oder nur mit wenig ausgeworfener Erde,
- zwischen den Löchern verlaufen ausgetretene Laufwege im Gras, im Winter entstehen unter dem Schnee Gänge, die nach der Schneeschmelze sichtbar bleiben,
- frisst Graswurzeln, sodass der Rasen unterhöhlt ist, sich die Grasnarbe anheben lässt und über den Gängen schnell austrocknet,
- benagt im Winter die Rinde junger Bäume und Sträucher dicht über dem Boden, unter dem Schnee und unter Mulch,
- frisst in den Beeten Wurzelgemüse, Blumenzwiebeln, Salat und Erdbeeren an.
Die Schermaus (Wühlmaus im engeren Sinn) ist größer (bis etwa 20 cm), wirft flache, längliche Haufen auf und frisst die Wurzeln eines Baumes so ab, dass man das Bäumchen mit der Hand aus dem Boden ziehen kann. Wenn Sie diese Art von Schaden sehen, lesen Sie den Artikel Schermaus. Der Maulwurf wirft hohe, runde Hügel auf und frisst keine Pflanzen, siehe Maulwurf im Garten.
Welche Baue bewohnt sind

Im Garten gibt es meist mehr Löcher als tatsächlich genutzt werden. Bevor Sie Fallen aufstellen, finden Sie heraus, wo die Feldmäuse wirklich wohnen.
- Treten Sie abends alle Löcher zu, die Sie im Garten finden.
- Gehen Sie am nächsten Morgen durch den Garten. Löcher, die wieder offen sind, sind bewohnt.
- Konzentrieren Sie Fallen und weitere Maßnahmen nur auf diese Stellen.
Den Test können Sie nach einigen Tagen wiederholen. Er zeigt Ihnen, ob die Maßnahme gewirkt hat und ob die Feldmäuse nicht umgezogen sind.
Fallen und mechanischer Schutz
- Schlagfallen für Mäuse und Feldmäuse stellen Sie direkt in den bewohnten Bau oder dicht an den Eingang, quer zum Gang. Als Köder eignen sich ein Stück Apfel, Möhre oder eine Erdnuss.
- Decken Sie die Fallen ab, mit einem Eimer, einem Brett oder einem Dachziegel. Unter der Abdeckung fühlt sich die Feldmaus sicher, und Vögel, Igel oder Katzen geraten nicht in die Falle.
- Fassen Sie den Köder nicht mit bloßen Händen an. Nagetiere riechen den menschlichen Geruch. Verwenden Sie Handschuhe, die nicht nach Spülmittel riechen.
- Lebendfallen sind möglich, die gefangenen Feldmäuse müssen Sie aber weit vom Garten entfernt freilassen. Sonst kommen sie zurück.
- Kontrollieren Sie täglich und machen Sie weiter, bis der Test mit den zugetretenen Löchern negativ ausfällt.
Vibrations- und Ultraschallgeräte wirken auf Feldmäuse schwächer als auf den Maulwurf. Sie taugen höchstens als Ergänzung.
Natürliche Feinde: Sitzstangen, Eulen, Wiesel

Die Feldmaus ist Hauptnahrung von Turmfalken, Mäusebussarden, Eulen, Mauswieseln, Hermelinen, Füchsen und Katzen. Diese Jäger leisten im Garten mehr als jede Falle, wenn Sie sie lassen.
- Sitzstange für Greifvögel: Schlagen Sie auf einer offenen Fläche einen 2–3 m hohen Pfahl mit einer Querlatte oben ein. Mäusebussard und Turmfalke beobachten von dort den Rasen und jagen. Die Sitzstange eignet sich vor allem für größere Gärten, Obstwiesen und den Grundstücksrand am Feld.
- Eulen: Schleiereule und Waldkauz brauchen einen ruhigen Brutplatz, zum Beispiel einen Nistkasten in der Scheune, auf dem Dachboden oder auf einem hohen Baum. Tipps zu Nistkästen finden Sie im Artikel Nistkasten.
- Mauswiesel und Hermelin: Lassen Sie in einer ruhigen Gartenecke einen Haufen aus Steinen, Ästen und Reisig liegen. Kleine Marderartige leben in solchen Verstecken und jagen die Feldmäuse direkt in ihren Bauen.
- Katzen: helfen, jagen aber ebenso Vögel. In einem Garten mit brütenden Vögeln sind sie keine ideale Lösung.
Deshalb ist es wichtig, kein Gift einzusetzen. Eine vergiftete Feldmaus ist leichte Beute, und das Gift gelangt mit ihr in den Körper von Greifvogel, Eule oder Katze.
Vorbeugung: weniger Verstecke, geschützte Bäume
- Kurzes Gras um die Bäume. Hoher Bewuchs und ungemähte Ränder sind ideale Verstecke. Halten Sie um junge Bäume einen Streifen mit kurzem Gras oder offenem Boden.
- Mulch im Winter vom Stamm wegziehen. Unter einer dicken Mulch- oder Strohschicht leben Feldmäuse im Winter gut und benagen die Rinde. Lassen Sie um den Stamm einen freien Kreis.
- Stammschutz. Kunststoffspiralen oder Drahtgeflecht um den unteren Stammteil schützen vor Fraß in Bodennähe. Setzen Sie den Schutz einige Zentimeter tief in den Boden.
- Wurzelkörbe. Setzen Sie die Wurzeln junger Bäume beim Pflanzen in einen Korb aus engmaschigem verzinktem Drahtgeflecht, der mindestens 5 cm über den Boden hinausragt. Er schützt vor Feldmaus und Schermaus. Die Anleitung steht im Artikel Bäume pflanzen.
- Hochbeete mit Drahtgeflecht. Engmaschiges Gitter am Boden eines Hochbeets hält Feldmaus, Schermaus und Maulwurf ab.
- Boden lockern. Nager graben ihre Baue in festem Boden. Regelmäßig gelockerte Beete und eine Obstwiese ohne dauerhaft dichten Unterwuchs sind für sie weniger attraktiv.
- Ernterückstände entfernen. Fallobst, vergessene Möhren und Kartoffeln im Beet sind im Winter willkommenes Futter.
Einen interessanten Ansatz, bei dem man den Mäusen „Ersatzfutter“ (Topinambur, Schwarzwurzel) abseits von Rasen und Bäumen anbietet, beschreibt der Artikel Tierische Schädlinge im Rasen.
Gift nur ausnahmsweise und in der Köderstation
Mittel zur Bekämpfung von Nagetieren (Rodentizide) gehören zu den Bioziden. Verwendet werden dürfen nur Produkte, die in Deutschland zugelassen sind, und nur genau nach Gebrauchsanweisung. Behandeln Sie sie im Garten als letzte Möglichkeit:
- streuen Sie Köder nie offen auf den Boden, sondern legen Sie sie tief in den bewohnten Bau oder in eine geschlossene Köderstation, an die weder Hund, Katze, Vogel noch Kind herankommen,
- sammeln Sie tote Nager ein, damit sie nicht von Hund, Katze oder Greifvogel gefressen werden,
- rechnen Sie damit, dass das Gift nicht nur die Feldmaus trifft, sondern gerade die Jäger gefährdet, die Ihnen bei der Mäusebekämpfung helfen.
Bei starkem Befall auf größerer Fläche ist es vernünftiger, einen Schädlingsbekämpfer zu beauftragen. Karbid, Gas oder Autoabgase in den Bauen verwenden Sie nicht. Sie sind dafür nicht zugelassen und gefährlich.
Häufige Fragen
Wie werde ich Feldmäuse im Garten los?
Treten Sie die Löcher zu und prüfen Sie am nächsten Tag, welche wieder offen sind. Dort stellen Sie abgedeckte Schlagfallen auf. Langfristig helfen kurzes Gras um die Bäume, Stammschutz, Drahtgeflecht unter den Beeten und die Förderung von Greifvögeln, Eulen und Wieseln.
Wie unterscheide ich Feldmaus und Schermaus?
Die Feldmaus ist kleiner, macht offene Löcher ohne große Erdhaufen und ausgetretene Laufwege im Gras. Die Schermaus ist etwa doppelt so groß, wirft flache, längliche Haufen auf und frisst die Hauptwurzeln von Bäumen so ab, dass man sie aus dem Boden ziehen kann.
Wann richten Feldmäuse den größten Schaden an?
Im Winter, wenn es unter Schnee oder Mulch wenig anderes Futter gibt, benagen sie die Rinde von Bäumchen in Bodennähe. Im Frühjahr wird dann das Netz der Gänge im Rasen sichtbar. In Massenvermehrungsjahren schaden sie das ganze Jahr.
Hilft eine Sitzstange für Greifvögel auch im kleinen Garten?
In einem kleinen Garten mitten in der Bebauung kaum, Greifvögel brauchen freie Sicht und Ruhe. Am Ortsrand, am Feld oder auf der Obstwiese ist eine 2–3 m hohe Sitzstange eine günstige und wirksame Maßnahme.
