🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

Woll- und Schildläuse (Coccoidea): erkennen und dauerhaft loswerden

Kleine saugende Insekten mit Wachsschild oder wolliger Wachsschicht, die an Obstgehölzen ebenso wie an Zimmerpflanzen Pflanzensaft saugen. Woran Sie sie erkennen, warum die Blätter kleben und was gegen sie wirklich hilft.

Woll- und Schildläuse schaden allen Pflanzen: was sie sind und wie sie schaden

Woll- und Schildläuse sind Insekten aus der Ordnung der Schnabelkerfe (Hemiptera). Sie sind häufige Pflanzenschädlinge, die sich von Pflanzensäften ernähren und Schäden an Blättern, Trieben und Früchten verursachen können. Weltweit gibt es über 2 200 Arten, allein in Mitteleuropa kommen mindestens 150 davon vor – deshalb ist der Kampf gegen sie so mühsam.

Charakteristisch ist ihr abgeflachter Körper, der von Wachsausscheidungen in Form eines Schildes oder wolliger Fäden bedeckt ist. Die einzelnen Arten unterscheiden sich in Größe, Form, Farbe und Verhalten. Manche leben nur an einer einzigen Pflanzenart, andere befallen ein breites Spektrum an Pflanzen, auch Ziergehölze.

Zu ihnen zählt zum Beispiel die San-José-Schildlaus, die an Pflaumen- und Apfelbäumen schmarotzt, oder die Pflaumen-Napfschildlaus, die an Pflaumenbäumen und an Stachelbeeren.

Woll- und Schildläuse scheiden außerdem eine süße, klebrige Flüssigkeit aus. Fachlich heißt dieses Ausscheidungsprodukt Honigtau – nicht zu verwechseln mit Honig, den Bienen erzeugen. Der Honigtau lockt weitere Schädlinge an und begünstigt Pilzbeläge auf den Pflanzen. Bei den meisten Arten finden sich an der Pflanze außerdem Eier, aus denen später Larven und ausgewachsene Tiere hervorgehen.

Vorbeugung und Bekämpfung umfassen verschiedene Vorgehensweisen, zum Beispiel das mechanische Entfernen befallener Pflanzenteile, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln oder die biologische Bekämpfung mit natürlichen Gegenspielern, etwa Schlupfwespen oder räuberischen Käfern.

Wie Woll- und Schildläuse aussehen: Größe, Farbe und Wachsschild

Woll- und Schildläuse bilden eine große Insektengruppe. So unterschiedlich sie aussehen können, einige Merkmale haben sie gemeinsam. Die Größe der Tiere reicht von 1 mm bis über 10 mm.

Typisch ist der abgeflachte Körper, bedeckt von einem harten Schild. Manche Arten tragen am Kopf und am Hinterleib paarige hornartige Fortsätze, sogenannte „Wachsröhrchen„, die der Verteidigung oder dem Schutz von Eiern und Larvenstadien dienen. Das betrifft nur die eierlegenden Arten, andere sind lebendgebärend.

Die Farbe hängt von der Art ab. Sie reicht von Grün über Braun und Gelb bis zu verschiedenen Rottönen.

Manche Arten unterscheiden sich auch in Körperform und Wachsröhrchen. Anders als viele andere Insekten haben sie keine Flügel im üblichen Sinn: Die Vorderflügel sind zu Deckflügeln umgebildet, die die Hinterflügel bedecken, und diese sind entweder häutig oder fehlen ganz.

Arten: Deckelschildläuse, Napfschildläuse und Wollläuse

Wollläuse an Blättern und Stängel - weiße Wachsflöckchen, die an Watte erinnern

Die Überfamilie der Schildläuse (Coccoidea) gliedert sich in mehrere Familien; im Garten und in der Wohnung begegnen Ihnen vor allem drei Gruppen. Unterscheiden lassen sie sich daran, womit ihr Körper bedeckt ist.

  • Deckelschildläuse – ein flaches Schild von etwa 1 bis 3 mm, das dem Zweig oder Blatt dicht anliegt und sich mit dem Fingernagel abkratzen lässt. Darunter sitzt das Tier selbst, das sich nach dem Anstechen nicht mehr bewegt. An Obstgehölzen am bekanntesten ist die San-José-Schildlaus.
  • Napfschildläuse – ein gewölbter, halbkugeliger Panzer, der wie eine braune Warze am Zweig klebt. Die Pflaumen-Napfschildlaus ist typisch für Pflaumenbäume und Stachelbeeren, an Ziergehölzen findet man sie auch am Efeu.
  • Wollläuse – weiße Wachsflöckchen, die an Watte erinnern, meist in den Blattachseln und auf der Blattunterseite von Zimmerpflanzen. Umgangssprachlich heißen sie auch Schmierläuse; mit der Blutlaus am Apfelbaum haben sie jedoch nichts zu tun – diese gehört zu den Blattläusen.

Für die Praxis ist der Unterschied wichtig: Deckel- und Napfschildläuse sind durch einen festen Panzer geschützt, unter den ein Spritzmittel schlechter gelangt, während sich Wollläuse mit Spiritus oder Schmierseifenlösung auflösen lassen.

Schädlinge an Zimmerpflanzen: Läuse auf der Fensterbank

Zimmerpflanzen zu Hause gießen - Vorbeugung gegen eingeschleppte Läuse an neuen Pflanzen

Woll- und Schildläuse leben leider nicht nur draußen an Obst- und Ziergehölzen, wir schleppen sie oft auch nach Hause ein. Deshalb sollten Sie jede neu gekaufte Zimmerpflanze gründlich untersuchen, um sich diese Schädlinge nicht mit in die Wohnung zu holen. Ist der Schädling erst einmal im Haus, kommt ihm die trockene Zimmerluft entgegen und er kann auf alle Ihre Zimmerpflanzen übergreifen.

TIPP: Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie aus dem Laden Schädlinge mitgebracht haben, stellen Sie die Pflanze an einen Platz, an dem keine anderen Zimmerpflanzen stehen, und lassen Sie sie dort in Quarantäne. Zeigen sich innerhalb eines Monats keine Schäden und keine sichtbaren Schädlinge, ist sie vermutlich gesund und darf zu den übrigen Pflanzen.

Was Ihnen sonst noch an Zimmerpflanzen begegnet, fasst die eigene Übersicht der Zimmerpflanzen-Schädlinge zusammen. Eigene Artikel haben wir auch zu Blattläusen und Spinnmilben, mit denen Wollläuse an Zimmerpflanzen oft verwechselt werden.

Wollläuse an Orchideen entfernen und dauerhaft loswerden

Blühende violette Orchidee - Wollläuse erkennt man an den weißen Wachsflöckchen

Leider machen die Läuse auch vor schönen Orchideen nicht halt. Meist erkennen Sie es an Flöckchen, die wie Wolle oder Watte aussehen. Das bedeutet, dass Wollläuse am Werk sind, wahrscheinlich die Zitrus-Wolllaus oder die Langschwänzige Wolllaus.

Jetzt hilft kein Jammern, Sie müssen schnell handeln. Am besten topfen Sie die ganze Pflanze um und tauschen das Substrat vollständig aus. Wenn Sie Orchideen epiphytisch kultivieren, nehmen Sie sie aus dem Gefäß, waschen sie gründlich ab und setzen sie in ein sauberes Gefäß. Anschließend können Sie Insektizidstäbchen in das Substrat stecken. Der geschwächten Pflanze hilft danach die richtige Orchideendüngung, damit sie wieder zu Kräften kommt.

Bevor die Pflanze zurück zu den anderen darf, kontrollieren Sie auch die Wurzeln und die Blattunterseiten – an Orchideen verstecken sich die Läuse vor allem in den Blattachseln und unter den trockenen Schuppen der Bulben. Wiederholen Sie das Ganze nach zehn bis vierzehn Tagen, denn inzwischen schlüpft aus den Eiern die nächste Generation.

Woll- und Schildläuse loswerden: Bekämpfung, Spritzmittel und Hausmittel

Gefährlich sind die Läuse vor allem deshalb, weil sie sehr viele Pflanzenarten befallen. Häufig betroffen sind zum Beispiel Zitrusfrüchte, Apfelbaum, Olivenbaum, Sauerkirsche, Aprikose, Heidelbeere, Gurke, Bohnen, Tomaten, Kartoffeln, Zucchini und viele weitere Gemüse- und Obstarten.

Die einzelnen Arten sind meist auf eine bestimmte Pflanzenart oder eine Gruppe ähnlicher Pflanzen spezialisiert. So befällt etwa die Kommaschildlaus häufig Apfelbäume, Sauerkirschen und andere Obstbäume, während Phenacoccus solenopsis (Cotton Mealybug) vor allem an Baumwolle lebt. Es gibt aber auch viele Arten, die nicht wählerisch sind und ein breites Spektrum an Pflanzen befallen – für Gärtner und Landwirte ein großes Problem.

Deshalb hier mehrere Möglichkeiten, wie Sie die Läuse loswerden:

  1. Biologische Bekämpfung: Dabei werden natürliche Gegenspieler eingesetzt, etwa Räuber und Parasiten; in der Landwirtschaft ist das gängige Praxis. Auch zu Hause funktioniert das, wenn Sie Pflanzen setzen, die diese Gegenspieler anlocken, zum Beispiel Schwertlilie, Minze oder Ringelblume.
  2. Einsatz von Insektiziden: Wenn die Läuse zum ernsten Problem werden, kann der Einsatz von Insektiziden nötig sein. Zur Verfügung stehen unter anderem Präparate auf Basis von Pyrethroiden oder Rapsöl. Bedenken Sie aber, dass Insektizide Chemikalien sind und für Mensch, Tier und Umwelt gefährlich sein können. Verwenden Sie sie deshalb vorsichtig und streng nach Gebrauchsanweisung.
  3. Mechanisches Entfernen: Die Läuse lassen sich auf verschiedene Weise entfernen: mit Wasser abspülen, mit dem Staubsauger absaugen, mit einem Tuch oder von Hand abwischen.
  4. Vorbeugende Maßnahmen: Der beste Schutz ist die Vorbeugung. Halten Sie Ihre Pflanzen kräftig und gesund, indem Sie regelmäßig gießen und düngen. Eine Massenvermehrung lässt sich außerdem eindämmen, wenn Sie die Pflanzen aufmerksam kontrollieren und befallene Pflanzenteile sofort entfernen.

In der Praxis bewährt sich die Kombination: zuerst mechanisch abnehmen, was geht, dann spritzen und die Behandlung nach zwei Wochen wiederholen. Ein einmaliger Eingriff reicht nie, weil unter dem Wachsschild die Eier überleben. Weitere Möglichkeiten und eine Übersicht zugelassener Mittel finden Sie im Artikel Pflanzenschutz im Garten, eine allgemeine Übersicht bietet der Artikel Schädlinge im Garten.

Häufige Fragen zu Woll- und Schildläusen

Wie sehen Woll- und Schildläuse aus?

Je nach Gruppe. Deckelschildläuse sind flache Schildchen von 1 bis 3 mm, die an Zweig oder Blatt festsitzen, Napfschildläuse sehen aus wie braune halbkugelige Warzen und Wollläuse wie weiße Wattebäusche in den Blattachseln. Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich kaum bewegen – deshalb übersieht man sie lange und hält sie für einen Teil der Rinde.

Wie wird man Wollläuse an Orchideen los?

Nehmen Sie die Pflanze aus dem Gefäß, spülen Sie die Wurzeln mit lauwarmem Wasser ab und tauschen Sie das Substrat komplett aus. Einzelne Flöckchen tupfen Sie mit einem in Spiritus getränkten Wattestäbchen ab, danach waschen Sie die Blätter mit einer Schmierseifenlösung. Wiederholen Sie die Behandlung nach zehn bis vierzehn Tagen, solange neue Tiere auftauchen.

Warum kleben die Blätter und was ist Honigtau?

Der klebrige Belag auf den Blättern und auf der Fensterbank unter dem Topf ist Honigtau – ein süßes Ausscheidungsprodukt, mit dem die Läuse überschüssigen Zucker aus dem Pflanzensaft loswerden. Auf dem Honigtau siedeln sich rasch Rußtaupilze an, und das Blatt kann nicht mehr richtig Photosynthese betreiben. Die klebrige Oberfläche ist deshalb meist das erste Anzeichen, das auffällt.

Welches Spritzmittel hilft gegen Woll- und Schildläuse?

Gegen Wollläuse genügt oft eine Schmierseifenlösung oder ein Präparat auf Rapsölbasis, das die Wachsschicht auflöst. Deckel- und Napfschildläuse haben ein festes Schild; hier kommen Ölspritzmittel zum Austrieb oder zugelassene Insektizide nach Gebrauchsanweisung zum Einsatz. Spritzen Sie immer auch die Blattunterseiten und wiederholen Sie die Behandlung im Abstand laut Verpackung.

Woher kommen die Läuse in der Wohnung?

Fast immer von einer neu gekauften Pflanze, einem geschenkten Ableger oder aus einem Blumenstrauß. In der Wohnung haben sie keine natürlichen Feinde, und die trockene Heizungsluft kommt ihnen entgegen – von einer Pflanze breiten sie sich über die ganze Fensterbank aus. Deshalb lohnt es sich, jede neue Zimmerpflanze einen Monat lang getrennt zu halten.

Sind Woll- und Schildläuse für den Menschen gefährlich?

Nein. Sie beißen nicht, stechen nicht und gehen weder auf Menschen noch auf Haustiere über. Unangenehm ist nur der Honigtau, der auf Möbeln und dem Boden unter der Pflanze haften bleibt.

Im Shop kaufen: DÜNGEE Dünger

DÜNGEE ist ein tschechischer organischer Dünger aus natürlichen Rohstoffen, der die Nährstoffe nach und nach freisetzt – so, wie die Pflanze sie aufnehmen kann. Er lässt sich zum Gießen ebenso verwenden wie zur Blattdüngung, für Pflanzen im Freien genauso wie für Zimmerpflanzen. Die genauen Mengen finden Sie in der Übersicht Dosierung, allgemeine Regeln für die Wohnung stehen im Artikel Zimmerpflanzen düngen.

Weitere interessante Artikel