Brassie (Brassia)
Bizarrige, pflegeleichte Zimmerorchidee
- Standort: halbwarm, hell, Wohnung oder Gewächshaus
- Höhe: 15–40 cm
- Blütezeit: Frühling bis Spätsommer, je nach Art
- Vermehrung: durch Teilung
Die Gattung Brassia aus der Familie der Orchideen (Orchidaceae) umfasst etwa 40 epiphytisch wachsende Arten, die sich nicht leicht voneinander unterscheiden lassen, z. B. Brassia caudata, B. maculata, B. lanceana, B. lawrenceana. Alle sind in Mexiko bis Venezuela beheimatet. Für diese Gattung sind lange und schmale Kron- und Kelchblätter typisch, die an Spinnenbeine erinnern.
Brassia verrucosa, der bekannteste Vertreter der Gattung, hat 10 cm lange, 5 cm breite, stark abgeflachte, ovale und leicht längs gefurchte Pseudobulben. An der Basis wachsen zwei kleinere Blätter, die die Pseudobulbe umhüllen. Bei ausgereiften Bulben befinden sich zwei hellgrüne, 30 cm lange und etwa 4 cm breite Hauptblätter.
Im Frühling oder Sommer erscheint ein etwa 60 cm langer, überhängender Blütenstand, der an der Basis der Pseudobulbe entspringt. In der Traube sind 5 bis 15 langlebige und duftende Blüten von 20–25 cm Länge locker angeordnet. Die gespreizten, schmalen und spitz zulaufenden Kelchblätter sind hellgrün mit einigen rotbraunen Punkten. Die Kronblätter (Petalen) sind ähnlich, aber etwas kürzer. Die längliche weiße Lippe ist bis zur Mitte mit dunkelgrünen Warzen bedeckt.
Kultivierung:
Brassien blühen sehr willig und gedeihen bei richtiger Pflege auch auf einem Fensterbrett. Sie bevorzugen eine Tagestemperatur von 18–24 °C, eine Nachttemperatur von 13–16 °C und eine Luftfeuchtigkeit von 50–70 %. Eine gute Belüftung ist wichtig. Nach dem Ausreifen der Pseudobulben sollte eine zweiwöchige Ruhephase bei leicht gesenkter Temperatur folgen, während der die Pflanze weder gegossen noch gedüngt wird.
Brassia verrucosa wird in einem Orchideensubstrat oder in einer Mischung aus Rinde, Osmunda, Torfmoos und etwas Holzkohle kultiviert. Ein geeignetes Gefäß ist ein Korb, in dem sich die Luftwurzeln gut entwickeln können. Während der Wachstumsperiode ist auf eine gute Beleuchtung und regelmäßige Bewässerung zu achten. Bei jedem dritten Gießen wird mit verdünntem Orchideendünger gedüngt.
Sobald neue Triebe zu wachsen beginnen, kann eine kräftigere Pflanze in Teilstücke mit je 3–4 Pseudobulben aufgeteilt und so vermehrt werden.
