Feuerwanzen am Baum: schädlich oder harmlos? Plus Platanennetzwanze und Zikaden
Rot-schwarze Wanzen am Stammfuß von Linden sehen bedrohlich aus, dem Baum schaden sie aber nicht. Wann Sie dagegen hinschauen sollten: Platanennetzwanze und Zikaden an den Blättern.
Die Gemeine Feuerwanze ist eine rot-schwarze Wanze, die sich in großer Zahl am Stammfuß von Linden und anderen Bäumen ansammelt. Sie sieht gefährlich aus, den Bäumen schadet sie jedoch nicht. Im Artikel finden Sie außerdem zwei kleine saugende Blattschädlinge, denen Sie an Bäumen begegnen können: die Platanennetzwanze und Zikaden.
Gemeine Feuerwanze

Pyrrhocoris apterus
Wirtsgehölze: verschiedene Lindenarten, weitere Laub- und Nadelbäume.
Symptome: häufig in großer Zahl am Stammfuß oder an den Stämmen älterer Bäume.
Schädling: rote Wanze von 9–11 mm Länge mit schwarzer Zeichnung. Sowohl die ledrigen Halbdecken als auch die häutigen Hinterflügel sind verkümmert. Wanzen haben stechend-saugende Mundwerkzeuge.
Verwechslungsmöglichkeiten: eine Verwechslung ist unwahrscheinlich, allenfalls mit anderen Wanzen.
Schadwirkung: keine, diese Wanzen saugen an Insektenresten, Pflanzensamen und Ähnlichem. Es kann allenfalls zum Ansaugen junger, austreibender Blättchen am Stammfuß kommen.
Schutz: nicht erforderlich.
Platanennetzwanze

Corythucha ciliata
Wirtsgehölze: Platanen.
Symptome: zunächst Vergilben der Blätter entlang der Blattadern, später färben sich ganze Blätter gelb und bekommen eine papierartige Struktur. In der Nähe der Blattadern bleiben Kothäufchen kleben.
Schädling: die Platanennetzwanze ist eine etwa 3 mm lange Wanze. Adulte und Nymphen saugen ab Juni auf der Blattunterseite von Platanen.
Verwechslungsmöglichkeiten: keine, sofern man den Schädling auf den Blättern findet.
Schadwirkung: vorzeitiger Blattfall, eingeschränkte Assimilation.
Schutz: meist nicht erforderlich. Gegebenenfalls Stamminjektion mit einem systemischen Insektizid, Entfernen der oberen Borkenschuppen an den Stämmen im Winter.
Zikaden an Blättern von Ahorn, Linde und Hainbuche

Wirtsgehölze: Laubbäume, vor allem Ahorne, Linden, Hainbuchen und Pappeln.
Symptome: weiße bis gelbliche, fein gesprenkelte Flecken auf der Blattoberseite. Die Flecken treten zunächst einzeln auf, später, gegen Ende der Vegetationszeit, bilden sie nahezu geschlossene silbrig weiße Flächen.
Schädling: kleine, nur wenige Millimeter lange Zikaden aus mehreren, meist polyphagen Arten. Der Körper ist nach vorn zugespitzt, bräunlich, gelblich oder grün. Sie saugen an der Rinde oder an den Blättern. Sie springen sehr gut.
Verwechslungsmöglichkeiten: gesprenkelte Flecken durch extreme Witterung (dann aber meist braun gefärbt), Spinnmilben (mehr), Gallmilben (mehr), Ozonschäden (mehr).
Schadwirkung: nur eine optische Veränderung.
Schutz: nicht erforderlich.
Häufige Fragen
Schaden Feuerwanzen Bäumen oder dem Garten?
Laut Atlas ist ihre Schadwirkung gleich null: Sie saugen an Insektenresten und an Pflanzensamen. Nur ausnahmsweise saugen sie an jungen, austreibenden Blättchen am Stammfuß. Ein Schutz ist nicht erforderlich.
Bildnachweise
- Gemeine Feuerwanze: André Karwath aka Aka, CC BY-SA 2.5, Quelle
- Platanennetzwanze: AucklandNaturalist, CC BY-SA 4.0, Quelle
- Zikaden der Familie Jassidae: This image is created by user B. Schoenmakers at Waarneming.nl, a source of nature observations in the Netherlands., CC BY 3.0, Quelle
- Gemeine Feuerwanze: This picture has been taken by Andrew Butko. Contact e-mail: abutko@gmail.com. Do not copy this image illegally by ignoring the terms of the СС-BY-SA or GNU FDL licenses, as it is not in the public domain. Other photos see here., CC BY-SA 3.0, Quelle
