Kräuselkrankheit am Pfirsich und Spritzung gegen die Kräuselkrankheit
Der Pilz Taphrina deformans befällt die Blätter schon beim Austrieb — entscheidend ist das Wetter zwischen Austrieb und Ende der Blüte.
Pfirsich

Der Pfirsich ( Prunus persica) ist ein Laubbaum, der essbare, saftige Früchte trägt, die man Pfirsiche nennt. Er gehört zur Gattung Prunus , zu der auch Kirschen, Aprikosen, Mandeln und Pflaumen zählen. Zusammen mit der Mandel wird der Pfirsich der Untergattung Amygdalus zugeordnet, die sich von den übrigen Untergattungen durch die wellige Samenschale unterscheidet. Er kann bis zu 7 Meter hoch werden, heute sind allerdings niedrigstämmige Sorten verbreitet. Pfirsiche und Nektarinen , die üblicherweise nur als ähnliche Steinobstarten gelten, sind in Wirklichkeit dieselbe Art. Ihr Unterschied geht auf die Mutation eines einzigen Gens zurück.
Schon in der Antike war der Pfirsich beliebt. Davon zeugt, dass ihn die alten Römer als „ persischen Apfel “ ( malum persicum ) bezeichneten und später die französische pêche daraus wurde. Der lateinische Name persica verweist auf seinen verbreiteten Anbau in Persien (dem heutigen Iran), von wo aus er sich nach Europa ausgebreitet haben soll. Genetische Studien deuten jedoch darauf hin, dass er aus China stammt, wo er bereits im Neolithikum vorkam.
Der Pfirsich gehört zum beliebten Obst. Die Freude am Anbau und am Ertrag können uns jedoch Schädlinge ebenso wie Krankheiten verderben. Sie schwächen den Baum, mindern oder vernichten die Ernte und lassen Teile des Baumes oder den ganzen Baum absterben. Die in unseren Breiten am häufigsten auftretende Krankheit des Pfirsichs ist die Kräuselkrankheit.
Kräuselkrankheit am Pfirsich
Die Kräuselkrankheit des Pfirsichs, auch Kräuselkrankheit der Pfirsichblätter ( Taphrina deformans), ist eine Pilzkrankheit an Pfirsich, Mandel und gelegentlich auch an Aprikose. Sie befällt vorrangig Blätter und Triebe, greift aber auch Früchte und Blüten an – bei jungen wie bei älteren Bäumen. In der Folge fallen die Blätter bereits im Frühjahr ab, worauf auch die jungen Früchte abfallen.
Taphrina deformans wächst zwischen den Blattzellen und regt sie zu verstärkter Teilung an. Das führt zu den Verformungen der Blätter. In den verformten Zellen sammeln sich rote Pflanzenfarbstoffe an, und die Ascosporen geben den Blättern ein graustichig weißes, mehliges oder samtiges Aussehen. Dabei handelt es sich um das Pilzgeflecht – das Myzel. Die Ascosporen werden an die Luft abgegeben und auf diesem Weg verbreitet.
An den Früchten, die nicht abfallen, zeigen sich nach dem Befall durch diesen Pilz rotviolette Flecken, und sie platzen auf. Junge Triebe stellen das Wachstum ein, schwellen an, verformen sich, reißen anschließend auf und vertrocknen bei starkem Befall. Die verholzenden Teile der Bäume reifen schlechter aus und erfrieren häufig. Wird der Krankheit nicht begegnet, kann der ganze Baum verloren gehen.
Regnerisches und kühles Wetter vom zeitigen bis zum späten Frühjahr begünstigt Ausbruch und Ausbreitung dieser Krankheit. Am wichtigsten ist aus dieser Sicht die Zeit vom Austrieb bis zum Ende der Blüte.

Kräuselkrankheit am Pfirsich – befallenes Blatt
Quelle: www.planetnatural.com
Der Pilz überwintert als Blastospore an der Rinde der Bäume und unter den Knospenschuppen. Diese sind sehr widerstandsfähig gegen ungünstige Witterung und können mehr als eine Vegetationsperiode überdauern.

Quelle: www.planetnatural.com

Die Symptome der Kräuselkrankheit zeigen sich als Wellung und Verformung der Blätter.
Quelle: ipm.ucanr.edu Autor: Jack Kelly Clark.

Symptome des Befalls mit Taphrina deformans an den Früchten – verkorkte und aufgerissene Oberfläche.
Quelle: ipm.ucanr.edu Autor: Jack Kelly Clark.

Quelle: M.Hluchý, P.Ackermann, M.Zacharda, Z.Laštůvka, M.Bagar, E.Jetmarová, G.Vanek: Pflanzenschutz an Obstgehölzen und Weinreben in der ökologischen Produktion. Biocont Laboratory, Modřice

Symptome der Kräuselkrankheit, wie sie für einen schweren Befall mit Taphrina deformans typisch sind.
Quelle: ipm.ucanr.edu Autor: Jack Kelly Clark.

Quelle: M.Hluchý, P.Ackermann, M.Zacharda, Z.Laštůvka, M.Bagar, E.Jetmarová, G.Vanek: Pflanzenschutz an Obstgehölzen und Weinreben in der ökologischen Produktion. Biocont Laboratory, Modřice

Kräuselkrankheit am Pfirsich – Detail eines befallenen Blattes – Myzel
Quelle: M.Hluchý, P.Ackermann, M.Zacharda, Z.Laštůvka, M.Bagar, E.Jetmarová, G.Vanek: Pflanzenschutz an Obstgehölzen und Weinreben in der ökologischen Produktion. Biocont Laboratory, Modřice
Kräuselkrankheit der Pfirsichblätter – Behandlung

Kräuselkrankheit am Pfirsich – von der Kräuselkrankheit befallener Baum
Quelle: www.planetnatural.com
An bereits befallenen Blättern lässt sich die Kräuselkrankheit nicht mehr heilen — sie verformen sich und fallen ab. Die Maßnahmen zielen deshalb auf den Schutz der neu austreibenden Blätter und auf die Verringerung der Infektionsquelle für das kommende Jahr.
- Vorbeugende Spritzung in der Vegetationsruhe. Entscheidend ist der Termin — noch vor dem Austrieb, bei Temperaturen über 5 °C, und zu Beginn des Austriebs wiederholen. Eingesetzt werden kupferhaltige Präparate oder für die Kräuselkrankheit zugelassene Fungizide; immer nach Etikett und unter Beachtung der Wartezeit.
- Entfernen Sie befallene Blätter und Triebe und bringen Sie sie aus dem Garten, nicht auf den Kompost. Der Pilz überwintert an der Rinde und unter den Knospenschuppen, jedes liegen gebliebene Blatt ist also eine Infektionsquelle für das nächste Frühjahr.
- Halten Sie das Laub trocken. Die Krankheit bricht in einem regnerischen, kühlen Frühjahr aus. Eine ausgelichtete, luftige Krone trocknet schneller ab; gießen Sie an den Stamm, nicht über das Blatt.
- Pflanzen Sie widerstandsfähigere Sorten und erwägen Sie an exponierten Stellen einen geschützten Platz an einer Wand oder unter einem Dachüberstand, wo es im Frühjahr nicht hineinregnet.
- Halten Sie den Baum in guter Kondition. Eine ausgewogene Nährstoffversorgung und ausreichend Feuchtigkeit verhindern den Befall nicht, aber der Baum erholt sich schneller davon und reift besser in den Winter hinein. DÜNGEE ist ein Dünger und kein Pflanzenschutzmittel — gegen die Krankheit hilft es nicht.
Es gilt: Je früher Sie mit den Maßnahmen beginnen, desto besser das Ergebnis — bei der Kräuselkrankheit entscheidet sich fast alles in den wenigen Wochen zwischen Austrieb und Ende der Blüte.
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