Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Zauberhafte Frühlingsblume zur Unterpflanzung von Gehölzen

Zauberhafte Frühlingsblume zur Unterpflanzung von Gehölzen
- Standort: lichter Schatten mit humosem Boden, am besten unter alten Bäumen
- Höhe: 20-30 cm
- Blütezeit: Mai
- Vermehrung: Rhizome mit Augen
Maiglöckchen aus der Familie der Liliengewächse (Liliaceae) wachsen in lichten Wäldern in ganz Europa, in Kleinasien und im Kaukasus. Sie haben frischgrüne, grundständige Blätter von elliptischer oder lanzettlicher Form, die zu zweit oder zu dritt beieinanderstehen. Im Mai erscheinen weiße Blüten in aufrechten Trauben, aus denen sich später rote Früchte entwickeln. Alle Teile der Pflanze sind giftig. An einem geeigneten Standort breiten sich Maiglöckchen über zahlreiche unterirdische Rhizome aus und bedecken große Flächen.
Die neuere botanische Einordnung stellt die Gattung Convallaria zu den Spargelgewächsen (Asparagaceae), ältere Literatur und Schulbücher führen sie dagegen weiterhin bei den Liliengewächsen.

Das Maiglöckchen ist in europäischen Gärten eine alte Kulturpflanze. Es ist eine anspruchslose Staude, die kaum Pflege braucht. Gute Partner sind andere Stauden für den Gehölzrand, etwa Lungenkraut, Veilchen, Immergrün oder Marbel. Das Maiglöckchen ist außerdem eine ausgezeichnete Schnittblume, sollte aber nicht in der freien Natur gepflückt werden. Für den Garten eignen sich Zuchtsorten besser.
Blütezeit: Wann blühen Maiglöckchen und wann treiben sie aus?
Die Blätter schieben sich meist im Aprilaus den Rhizomen, sobald sich der Boden unter den Bäumen erwärmt. Das Maiglöckchen blüht im Mai — in warmen Lagen schon Ende April, im Bergland erst in der ersten Junihälfte. Die Blüte selbst dauert etwa zwei bis drei Wochen.
Nach der Blüte bilden sich an einem Teil der Horste rote Beeren, die im August und September reifen. Das Laub zieht danach von selbst ein, und die Pflanze überwintert nur als Rhizom unter der Bodenoberfläche.
Maiglöckchen pflanzen: Standort, Boden und Gießen
Das Maiglöckchen gehört zu den Stauden, die mit Schatten auskommen. Am besten wächst es in humosem, lockerem und gleichmäßig feuchtem Boden unter den Kronen von Laubbäumen, wo ihm auch der Wurzeldruck der Gehölze nichts ausmacht.
- Standort: lichter Halbschatten bis Schatten, ideal unter Laubbäumen
- Boden: humos und durchlässig, gleichmäßig feucht, ohne dauerhafte Staunässe
- Gießen: nur bei längerer Trockenheit, vor allem während Austrieb und Blüte
- Pflanzung: Rhizome mit Augen 2-3 cm tief, etwa 8-10 Stück pro Quadratmeter
Gepflanzt wird im Herbst oder zeitig im Frühjahr vor dem Austrieb. Am passenden Platz breitet sich der Bestand von selbst aus und bildet in wenigen Jahren einen geschlossenen Teppich, sodass er sich auch dort eignet, wo andere Pflanzen nicht wachsen. Weitere Arten für schattige Beete finden Sie in der Übersicht der Stauden.
Nach der Blüte: schneiden, teilen und vermehren
Verblühte Blütenstände können Sie abschneiden, aber lassen Sie die Blätter stehen, bis sie von selbst vergilben — gerade über sie legt das Rhizom seine Reserven für das nächste Frühjahr an. Das Laub wird erst zum Spätsommer oder Herbst hin entfernt.
Umsetzen und Teilen lohnt sich, wenn der Bestand zu dicht wird und schlechter blüht, etwa alle vier bis fünf Jahre. Die beste Zeit ist September bis Oktober, sonst zeitig im Frühjahr. Das Rhizom wird in Stücke mit sichtbaren Augen gebrochen und sofort gepflanzt, damit es nicht austrocknet.
Maiglöckchen düngen
In humosem Boden kommen Maiglöckchen mit wenig aus. Nährstoffe tun ihnen zu Frühjahrsbeginn, noch vor dem Austriebgut und dann noch einmal nach der Blüte, wenn die Pflanze Reserven im Rhizom einlagert. In Beeten unter Bäumen hilft zusätzlich eine Schicht Laubkompost, die die Feuchtigkeit hält. Zusammenhänge finden Sie im Artikel über das Düngen von Gartenpflanzen und in der Übersicht zum Universaldünger.
Empfohlene Maiglöckchen-Sorten
| Sorte | Blütenfarbe | Blütenform |
|---|---|---|
| Fortin’s Giant | weiß | groß |
| Grandiflora | weiß | groß |
| Plena | weiß | gefüllt |
| Rosea | zartrosa | einfach |
Sind Maiglöckchen giftig?
Ja, giftig sind alle Teile der Pflanze — Blätter, Blüten, Rhizome und die roten Beeren. Sie enthalten Herzglykoside (Convallatoxin und verwandte Stoffe), die auf die Herztätigkeit wirken. Giftig ist auch das Wasser aus der Vase, in der Maiglöckchen standen.
Am häufigsten vergiften sich Kinder, die von den roten Früchten angelockt werden. Nach dem Verschlucken treten Übelkeit, Erbrechen und Bauchschmerzen auf, später ein verlangsamter oder unregelmäßiger Puls. Rufen Sie in diesem Fall den Giftnotruf (Berlin: 030 19240) oder den Rettungsdienst. Beim Teilen der Rhizome sind Handschuhe sinnvoll, und nach der Arbeit sollten Sie die Hände waschen.
Maiglöckchen oder Bärlauch? So erkennen Sie den Unterschied
Im Frühjahr wachsen die Blätter des Maiglöckchens in denselben Wäldern und zur selben Zeit wie Bärlauch und sehen sich auf den ersten Blick ähnlich. Eine Verwechslung kann mit einer schweren Vergiftung enden, deshalb lohnt es sich, alle Merkmale durchzugehen und nicht nur eines:
| Merkmal | Maiglöckchen | Bärlauch |
|---|---|---|
| Geruch beim Zerreiben des Blattes | kein Knoblauchgeruch | deutlich nach Knoblauch |
| Blattansatz | zwei bis drei Blätter aus einer Scheide | jedes Blatt wächst einzeln an einem langen Stiel |
| Blattoberfläche | fester, oberseits glänzend | weich, unterseits matt |
| Blütenstand | weiße Glöckchen in aufrechter Traube | weiße sternförmige Blüten in einer Dolde |
Prüfen Sie den Geruch an einem einzigen Blatt und mit sauberen Händen — nach dem ersten Bärlauch riechen die Finger, und das nächste Blatt lässt sich nicht mehr zuverlässig beurteilen. Zu denselben drei verwechselbaren Frühjahrspflanzen gehört auch die Herbstzeitlose, die ebenfalls stark giftig ist.
Maiglöckchen pflücken: Sind sie geschützt?
In Deutschland zählt das Maiglöckchen zu den besonders geschützten Arten der Bundesartenschutzverordnung. Ausgraben oder das Sammeln größerer Mengen aus der freien Natur ist damit verboten; zulässig bleibt nach der sogenannten Handstraußregelung nur ein kleiner Strauß für den eigenen Bedarf — und auch der nicht in Schutzgebieten und nicht auf fremdem Grund, wo ohnehin die Eigentümerin oder der Eigentümer entscheidet.
Davon abgesehen gilt, was oben steht: Aus der freien Natur sollten Maiglöckchen nicht gepflückt werden. Der Bestand erholt sich nur langsam, und abgerissenes Laub schwächt das Rhizom über mehrere Saisons. Für die Vase nehmen Sie besser Blüten aus dem eigenen Gartenhorst oder gleich von Zuchtsorten, die größere und haltbarere Blüten haben.
