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Neuseeländer Spinat (Tetragonie): Anbau und Ernte im Sommer

Der Sommerersatz für Spinat, der bei Hitze nicht schießt. Wann man ihn vorzieht, wie man ihn auspflanzt und wie man die Triebspitzen erntet, damit er bis zum Frost wächst.

Neuseeländer Spinat, auch Neuseeländischer Spinat oder Tetragonie genannt (Tetragonia tetragonioides), liefert Blätter für Spinat im Sommer, wenn gewöhnlicher Spinat blüht und bitter wird. Er ist frostempfindlich: Die Jungpflanzen werden ab der zweiten Märzhälfte vorgezogen und Ende Mai nach den Eisheiligen ausgepflanzt. Ab Anfang Juli knipst man dann jede Woche junge Triebe ab, und die Ernte geht bis zu den ersten Frösten weiter. Für eine vierköpfige Familie genügen etwa zehn Pflanzen.

Was ist Neuseeländer Spinat

Blätter von Neuseeländer Spinat

Die Tetragonie stammt aus Neuseeland und Australien und ist mit Spinat nicht verwandt. Sie gehört zur Familie der Mittagsblumengewächse. Sie bildet große, niederliegende Horste mit fleischigen, dreieckigen Blättern, die ähnlich wie Spinat schmecken. Eine einzelne Pflanze wird fast einen Meter breit.

Ihren botanischen Namen verdankt sie den Früchten. Die harten, kantigen Früchte mit mehreren Hörnern werden als „Samen“ verkauft, und in jeder stecken mehrere echte Samen. Deshalb gehen aus einer Frucht oft mehrere Pflänzchen auf.

Bei uns wird sie einjährig kultiviert. Frost tötet die Pflanzen, in warmen Regionen kann sie sich im Beet aber selbst aussäen.

Jungpflanzen vorziehen

Die Früchte haben eine harte Schale und keimen langsam und ungleichmäßig, oft erst nach zwei bis drei Wochen. Weichen Sie sie deshalb vor der Aussaat etwa einen Tag in lauwarmem Wasser ein.

  • Termin: zweite Märzhälfte, in kühleren Lagen Anfang April.
  • Wohin: je zwei Früchte in Töpfe mit etwa 8 cm Durchmesser. Früher nutzte man dafür ein halbwarmes Frühbeet, heute genügt eine helle Fensterbank oder ein beheiztes Gewächshaus.
  • Nach dem Auflaufen: Gehen mehrere Pflänzchen auf, lassen Sie im Topf die ein bis zwei stärksten stehen.
  • Abhärten: Ein bis zwei Wochen vor der Pflanzung stellen Sie die Jungpflanzen tagsüber nach draußen.

Eine Direktsaat ins Beet ist erst nach den Eisheiligen Mitte Mai möglich. Die Ernte beginnt dann einige Wochen später.

Standort und Pflanzung

Neuseeländer Spinat im Beet

Die Tetragonie braucht einen sonnigen Platz und einen leichten bis mittelschweren, humusreichen, gut bearbeiteten Boden. Verbessern Sie ihn vor der Pflanzung mit Kompost.

WasWert
Auspflanzen ins FreieEnde Mai, nach den Eisheiligen (12.–15. 5.)
Abstand bei je einer Pflanzemindestens 60 × 40 cm
Abstand bei je zwei Pflanzen60 × 60 bis 80 × 80 cm
Anzahl Pflanzen für 4 Personenetwa 10
ErntebeginnEnde Juni bis Anfang Juli

Pflanzen Sie die Jungpflanzen mit Ballen, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden, und gießen Sie sie nach dem Pflanzen an. Da die Pflanzen in die Breite wachsen, eignen sie sich für den Beetrand oder unter höheres Gemüse wie Mais.

Die Termine gelten für mittlere Lagen. In warmen Regionen können Sie 1–2 Wochen früher beginnen, im Bergland später.

Pflege und Düngung

Im Sommer lockern und jäten Sie das Beet, bis die Pflanzen es bedecken. Die Tetragonie verträgt Trockenheit besser als Spinat, die Blätter sind aber saftiger und zarter, wenn sie genug Wasser hat. Bei Trockenheit deshalb gießen.

Da sie den ganzen Sommer über wiederholt geerntet wird, braucht sie laufend Nährstoffe. Vor der Pflanzung genügt Kompost, während der Saison düngen Sie alle 3–4 Wochen nach. Gut geeignet ist organischer Dünger, der die Nährstoffe langsam freisetzt. Übertreiben Sie es nicht mit schnell wirkendem Stickstoff, sonst reichern die Blätter Nitrat an.

Ernte: Triebspitzen abknipsen

Triebe von Neuseeländer Spinat

Die Ernte beginnt Anfang Juli, in einem warmen Jahr schon Ende Juni, wenn die Pflanzen kräftig genug sind.

  • Knipsen Sie einmal pro Woche junge Seitentriebe mit fleischigen Blättern ab.
  • Lassen Sie an jedem Trieb immer ein bis zwei Blätter an der Pflanze. Aus ihren Achseln treiben neue Triebe aus, und die Pflanze verzweigt sich stärker.
  • Ernten Sie regelmäßig. Je mehr Sie abknipsen, desto mehr zarte Triebe wachsen. Überständige Stängel werden hart.

Die Ernte geht bis zu den ersten Frösten weiter. Die Blätter welken schnell, ernten Sie sie deshalb kurz vor der Verwendung.

Längere Ernte im Frühbeet und unter Folie

Ins Frühbeet werden die Jungpflanzen schon Anfang Mai gesetzt, sodass die Ernte fast einen Monat früher beginnt als im Freien. Im Sommer nehmen Sie die Fenster ab und decken das Frühbeet vor den Herbstfrösten wieder zu. Die Pflanzen tragen dann länger in den Herbst hinein.

Im Freilandbeet schützen ein mobiles Frühbeet, ein niedriger Folientunnel oder Gartenvlies vor leichteren Frösten. Wie man sie aufbaut, beschreiben die Artikel Frühbeet und Folientunnel und Tunnelabdeckungen.

Vergleich mit Spinat und Mangold

SpinatNeuseeländer SpinatMangold
HaupternteFrühjahr und HerbstSommer bis zu den ersten FröstenSommer bis Frost, nach Überwinterung auch Frühjahr
Schossen im Sommerschießt schnellschießt nichtblüht erst im zweiten Jahr
Frostverträgt ihn, überwintert auchverträgt ihn nichtverträgt leichte Fröste
Aussaatdirekt ins BeetVorkultur, nach den Eisheiligen ins Freiedirekt ins Beet ab April

Den Anbau der anderen Arten beschreiben die Artikel Spinat und Mangold. Weiteres Gemüse, das bei Hitze besser wächst als Spinat, finden Sie in der Übersicht Ungewöhnliches Gemüse.

Verwendung in der Küche

Blattgemüse in der Küche

Blätter und weiche Triebspitzen werden wie Spinat zubereitet: gekocht, mit Knoblauch gedünstet, in Suppen, Füllungen oder Aufläufen. Der Geschmack ist mild, etwas salziger als bei Spinat.

Neuseeländer Spinat enthält wie gewöhnlicher Spinat Oxalsäure. Vor der weiteren Zubereitung werden die Blätter deshalb meist kurz in kochendem Wasser blanchiert, und das Wasser wird abgegossen. Roh kommen die Blätter nur in kleineren Mengen in Salate.

Häufige Fragen

Ist Neuseeländer Spinat dasselbe wie Tetragonie?

Ja. Tetragonie (Tetragonia tetragonioides) ist der botanische Name der Pflanze, die als Neuseeländer Spinat verkauft wird. Mit dem echten Spinat ist sie nicht verwandt, sie wird nur genauso verwendet.

Wann sät man Neuseeländer Spinat?

Zur Anzucht in der zweiten Märzhälfte, je zwei Früchte pro Topf. Ausgepflanzt wird Ende Mai, nach den Eisheiligen. Direkt ins Beet kann man Mitte Mai säen, die Ernte beginnt dann später.

Schießt Neuseeländer Spinat in Blüte?

Bei Hitze nicht, deshalb ist er ein guter Sommerersatz für Spinat. Er bildet zwar kleine, unscheinbare Blüten, die Blätter bleiben aber bis zum Frost essbar.

Wie erntet man Neuseeländer Spinat?

Ab Anfang Juli knipsen Sie einmal pro Woche junge Seitentriebe ab und lassen an der Pflanze jeweils ein bis zwei Blätter stehen. Aus ihren Achseln treiben neue Triebe aus, und die Ernte geht den ganzen Sommer weiter.

Überwintert Neuseeländer Spinat?

Nein. Frost tötet die Pflanzen, bei uns wird er einjährig kultiviert. In warmen Regionen kann er sich aber selbst aussäen und im nächsten Jahr von allein aufgehen.

Bildquellen

  • Neuseeländer Spinat: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, CC BY 4.0, Quelle
  • Blätter von Neuseeländer Spinat: Harry Rose from Dungog, Australia, CC BY 2.0, Quelle