Prachtkerze (Gaura)
Luftige Blüten an dünnen Stielen – sie blühen von Juni bis zum ersten Frost.
Prachtkerze – was sie ist und wie man sie anbaut
(Gaura)
Die Prachtkerze, botanisch Gaura, ist eine Zierpflanze aus der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Sie stammt aus Nordamerika und ist dank ihrer luftigen Blüten und der langen Blütezeit ein beliebtes Blütenelement im Garten. Der Name „Prachtkerze“ geht auf die Form der Blütenstände zurück, die an schlanke Kerzen erinnern.
Wie die Prachtkerze aussieht
- Blätter: Die Blätter der Prachtkerze stehen wechselständig, sind lang und schmal und haben oft eine leichte Tönung oder einen Hauch ins Violette.
- Blüten: Die Blüten sind klein, fünfzählig und weiß, rosa oder hellrot. Sie sitzen an dünnen, aufrechten Stielen, was der Pflanze ihr leichtes, elegantes Aussehen gibt. Geblüht wird an den Triebspitzen, und zwar nach und nach – das zieht die Blütezeit in die Länge.
- Höhe: Je nach Art und Sorte wird die Prachtkerze etwa 30 cm bis 1 Meter hoch.
Wie die Prachtkerze angebaut wird
Standort: Die Prachtkerze bevorzugt einen sonnigen Standort, die meisten Arten und Sorten vertragen aber auch Halbschatten.
Boden: Die Pflanze braucht einen gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden. Er sollte nicht zu schwer und nicht staunass sein, damit die Wurzeln nicht faulen.
Gießen: Die Prachtkerze braucht regelmäßige Wassergaben, vor allem an heißen Sommertagen. Achten Sie aber darauf, dass der Boden nicht dauerhaft nass ist – sonst droht Wurzelfäule.
Düngung: Regelmäßiges Düngen sorgt für reiche und lange Blüte. Greifen Sie dabei lieber zu einem natürlichen organischen Dünger und geben Sie ihn in kleineren Portionen.
Vermehrung: Die Prachtkerze lässt sich im Frühjahr oder Herbst durch Aussaat oder durch Teilung der Horste vermehren.
Überwinterung: In milden Lagen ist die Prachtkerze winterhart und wird als Staude kultiviert. In kälteren Regionen schützt man sie besser vor Frost – oder zieht sie gleich einjährig.
Die Prachtkerze zieht Schmetterlinge und andere Bestäuber an und passt dank ihres schönen Wuchses hervorragend in Gartenbeete, Blumensträuße, Steingärten oder in Kübel auf der Terrasse.


Lindheimers Prachtkerze

Lindheimers Prachtkerze (Gaura lindheimeri) ist die Art, die auch bei uns am häufigsten gepflanzt wird. Sie stammt aus Nordamerika, wurde aber schon zur Zeit der Kolonisation an viele andere Orte gebracht und wird heute weltweit kultiviert.
Auf Lindheimers Prachtkerze gehen alle weiteren Sorten der weißen Prachtkerze (siehe unten) und der rosa Prachtkerze (ebenfalls siehe unten) zurück.
Lindheimers Prachtkerze anbauen
- Standort: Lindheimers Prachtkerze bevorzugt einen sonnigen bis leicht halbschattigen Platz. In der vollen Sonne blüht sie reicher und länger.
- Boden: Die Pflanze braucht einen gut durchlässigen Boden mit guter Drainage. Am besten ist ein leicht saurer bis neutraler Boden, doch die weiße Prachtkerze kommt mit ganz unterschiedlichen Bodenarten zurecht.
- Gießen: Beim Anwachsen ist regelmäßiges Gießen wichtig, bis die Pflanze eingewurzelt ist. Ältere Exemplare vertragen Trockenheit deutlich besser, in Hitzeperioden sollten Sie ihnen trotzdem genug Feuchtigkeit geben.
- Düngung: Lindheimers Prachtkerze braucht keine starke Düngung. Es genügt, im Frühjahr einen allgemeinen Dünger für Blühpflanzen auszubringen.
- Vermehrung: Vermehrt wird durch Aussaat oder durch Teilung der Horste. Die Samen säen sich im Herbst oft selbst aus und bilden im Frühjahr neue Pflanzen, sofern sie nicht erfrieren. Sie können reife Samen auch sammeln und an neuen Stellen aussäen.
- Überwinterung: Lindheimers Prachtkerze ist im Allgemeinen recht frosthart, in rauen Lagen mulcht man den Wurzelbereich aber besser ab – vor allem im ersten Winter nach der Pflanzung.
Lindheimers Prachtkerze ist eine schöne und pflegeleichte Staude, die einen Garten mit ihren zarten Blüten und ihrem luftigen Wuchs sichtbar beleben kann.
Weiße Prachtkerze
Die weiße Prachtkerze (Gaura lindheimeri White) gehört mit ihren schönen weißen Blüten und der langen Blütezeit zu den beliebtesten Prachtkerzen überhaupt. Sie zählt zur Art Lindheimers Prachtkerze, hat aber ausschließlich weiße Blüten. Es ist eine ausdauernde Staude aus den mittleren und südlichen Regionen Nordamerikas. Hier eine Beschreibung, wie die weiße Prachtkerze aussieht und wie man sie anbaut:
So sieht die weiße Prachtkerze aus:
- Blätter: Die Blätter der weißen Prachtkerze stehen wechselständig, sind lang, schmal und meist grün. Manchmal zeigen sie einen violetten Hauch.
- Blüten: Die Blüten sind zierlich, fünfzählig und weiß. Sie sitzen an langen, zarten aufrechten Stielen und geben der Staude ein frisches, luftiges Aussehen. Geblüht wird fast den ganzen Sommer über bis in den Herbst, und die Blüten ziehen Schmetterlinge und andere Bestäuber an.
- Höhe: Je nach Sorte wird die weiße Prachtkerze etwa 30 cm bis 90 cm hoch.
Zu den schönsten Sorten für Steingarten und Beet gehören zum Beispiel diese:
- Prachtkerze Gambit Compact White – mit weißen Blüten und kompaktem Wuchs,
- Prachtkerze Geyser White – eine kleinere Prachtkerze, sie lässt sich gut mit anderen Stauden kombinieren, eignet sich für größere Flächen und wird wegen ihrer Anspruchslosigkeit auch im Stadtgrün eingesetzt,
- Prachtkerze White Dove – ideal für windige Lagen oder Plätze mit leichter Brise – dort wiegt sie sich wunderschön.
All diese weißen (und weitere) Prachtkerzen lassen sich gut mit anderen Steingartenpflanzen und Stauden kombinieren; am besten passen sie zu Ziergräsern, Lavendel, Sonnenhut und Scheinsonnenhut, aber auch zu Eisenkraut oder in die Nähe von blühendem Salbei oder Minze.
Rosa Prachtkerze

Die rosa Prachtkerze ist eine weitere Zuchtform von Lindheimers Prachtkerze. Diesmal blühen die Sorten allerdings rosa. Angebaut wird sie genau wie alle oben genannten Prachtkerzen, und auch kombinieren lässt sie sich mit denselben Pflanzen – achten Sie nur darauf, dass sich das Rosa nicht mit anderen Farbtönen beißt.
Die rosa Prachtkerze bekommen Sie in diesen Sorten:
- Prachtkerze Gambit Rose – eine wunderschön zart rosa blühende Staude für Kiesbeete und Steingärten; am besten kombiniert man sie mit Ziergräsern, weil ihr ungewöhnliches Rosa so richtig zur Geltung kommt,
- Prachtkerze Gambit Variegata Rose – hat dunkelviolette Blüten und blüht von allen Prachtkerzen am längsten; sie passt in Steingärten, kleine Gärten, Trockenmauern und neben die Haustür, denn überall dort zieht sie die Blicke auf sich,
- Prachtkerze Belleza Dark Pink – eine weitere dunkelrosa Variante, sie blüht diesmal bis in den Oktober, lässt sich hervorragend mit Stauden, Einjährigen und Ziergräsern kombinieren und ist voll frosthart.
Prachtkerze vermehren: Teilung, Stecklinge und Aussaat
Die Prachtkerze (Gaura) lässt sich auf drei Wegen vermehren. Am einfachsten ist die Teilung, am sichersten für den Erhalt der Sorte sind Stecklinge, am günstigsten die Aussaat.
Teilung
Ältere Horste (3–4 Jahre) im zeitigen Frühjahr beim Austrieb ausgraben und mit Spaten oder Messer in Teile mit mehreren Knospen und gesunden Wurzeln zerlegen. Die Teilstücke sofort einpflanzen und wässern. Die Prachtkerze bildet eine Pfahlwurzel und verträgt das Teilen schlechter als andere Stauden – daher so wenig wie möglich teilen und jedem Stück genug Wurzeln lassen.
Stecklinge
Von Juni bis August 8–10 cm lange halbreife Kopfstecklinge von nicht blühenden Trieben schneiden, untere Blätter entfernen und in ein Sand-Torf-Gemisch stecken. Unter Folie oder im Frühbeet bewurzeln sie sich in 3–5 Wochen. Die Jungpflanzen hell, kühl und frostfrei überwintern und erst im Frühjahr ins Beet setzen.
Aussaat
Samen im März/April in Schalen bei 18–20 °C aussäen, Keimdauer 2–3 Wochen. Die vorgezogenen Pflanzen nach Mitte Mai auspflanzen. Sämlinge blühen schon im ersten Jahr, Sorten mit buntem Laub oder dunkelrosa Blüten fallen aus Samen aber meist nicht sortenecht – diese über Stecklinge vermehren.
Prachtkerze schneiden und überwintern
Wann schneiden: Während der Saison verblühte Stängel entfernen – das verlängert die Blüte bis zum Frost. Der Hauptschnitt erfolgt erst im Frühjahr (März): den ganzen Horst auf 10–15 cm über dem Boden zurückschneiden. Im Herbst nicht schneiden, die trockenen Stängel schützen den Wurzelhals vor Frost und Nässe.
Überwintern: Lindheimers Prachtkerze verträgt −15 bis −20 °C, wenn sie in durchlässigem Boden steht. Meist ist nicht der Frost das Problem, sondern Winternässe – deshalb gedeiht sie in Kiesbeeten und an Hängen besonders gut. In schwerem Boden im Herbst eine Handvoll groben Sand oder Kies an den Wurzelhals geben und mit Reisig abdecken. Kübelpflanzen hell und kühl (2–8 °C) mit minimaler Wassergabe überwintern. Junge Pflanzen aus Sommerstecklingen erst im folgenden Sommer auspflanzen.
Düngung von Freiland- und Zierpflanzen
- Sie können DÜNGEE in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
- Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.
Häufige Fragen: Prachtkerze (Gaura)
Wie vermehrt man die Prachtkerze?
Am einfachsten über halbreife Stecklinge von Juni bis August, die in 3–5 Wochen bewurzeln. Ältere Horste können im Frühjahr vorsichtig geteilt werden, Samen werden im März bei 18–20 °C ausgesät.
Wann schneidet man die Prachtkerze?
Verblühte Stängel laufend entfernen, der Hauptschnitt auf 10–15 cm erfolgt erst im zeitigen Frühjahr. Im Herbst nicht schneiden – die trockenen Stängel schützen die Pflanze im Winter.
Ist die Prachtkerze winterhart?
Ja, in durchlässigem Boden verträgt sie −15 bis −20 °C. In schwerem, nassem Boden droht eher Fäulnis als Frostschaden, daher helfen eine Kiesdrainage und eine Abdeckung aus Reisig.
Wie lange blüht die Prachtkerze?
Von Juni bis zu den ersten Frösten, in der Regel vier bis fünf Monate. Regelmäßiges Entfernen verblühter Stängel verlängert die Blüte zusätzlich.
