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Sonnenblume (Helianthus)

Sommerblume für sonnige Standorte – von der Aussaat bis zur Ernte der Kerne

Blühende Sonnenblume mit gelben Zungenblüten und dunkler Scheibe vor blauem Himmel

Die Sonnenblume, ein Sinnbild für Sonne und Sommer, fasziniert nicht nur durch ihre Schönheit, sondern auch durch ihre Herkunft und ihre Verwendung. Sie stammt aus Amerika, wo sie schon vor Tausenden von Jahren kultiviert wurde und für die indigenen Kulturen wegen ihrer essbaren Kerne und des Öls große Bedeutung hatte. Beliebt ist die Sonnenblume, weil sie anspruchslos ist und unter ganz unterschiedlichen Bedingungen wächst – das macht sie für Gärtnerinnen und Gärtner auf der ganzen Welt zugänglich. Ihre Kerne sind wegen des hohen Gehalts an gesunden Fetten, Eiweiß und Mineralstoffen ein geschätztes Lebensmittel, während die ganze Pflanze samt Kernen auch für Tiere eine wichtige Futterquelle ist. Die Sonnenblume ziert also nicht nur Gärten und Felder, sondern spielt auch in Landwirtschaft und Industrie als Öl- und Futterlieferant eine Schlüsselrolle. Ihre Vielseitigkeit und ihr Nutzen machen sie zu einer der interessantesten und vielseitigsten Pflanzen, die der Mensch anbaut.

Sonnenblumen pflanzen – Standort und Boden

Sonnenblumen auf dem Feld, die Blüten der Sonne zugewandt

Sonnenblumen anzubauen ist recht einfach und für viele eine Freude, die mit dem Beginn der warmen Sommermonate verbunden ist. Sonnenblumen brauchen vor allem viel Sonnenlicht, idealerweise einen sonnigen Standort, der vor starkem Wind geschützt ist – dieser könnte hohe Sorten leicht knicken oder entwurzeln. Beim Boden sind Sonnenblumen nicht besonders anspruchsvoll, sie gedeihen aber am besten in fruchtbaren, gut durchlässigen und nährstoffreichen Böden; ideal sind humusreiche Schwarzerden und Braunerden. Die Samen werden meist ab Mitte April direkt ins Freiland gesät; in kühleren Lagen können Sie mit der Vorkultur in Töpfen beginnen und die Pflanzen auspflanzen, sobald es warm genug ist. Gegossen wird regelmäßig, damit der Boden feucht, aber nicht nass bleibt – besonders bei frisch gepflanzten Sonnenblumen, die für ein gutes Wachstum ausreichend Wasser brauchen. Wer diese Bedingungen früh und richtig schafft, kann sicher sein, dass die Sonnenblumen gesund wachsen und blühen und Licht und Freude in den Garten bringen.

Wann Sonnenblumen säen und wie man sie aussät

Sonnenblumen werden von Mitte April bis Ende Mai direkt an Ort und Stelle gesät, sobald sich der Boden auf etwa 8–10 °C erwärmt hat und keine stärkeren Fröste mehr drohen. Ein früherer Saattermin bringt nichts – im kalten Boden liegt das Saatgut nur herum und fault. In höheren Lagen wartet man deshalb besser bis zur ersten Maihälfte.

  • Saattiefe: 2–3 cm, bei Riesensorten bis 4 cm.
  • Pflanzabstand: niedrige Sorten 25–30 cm, hohe 50–60 cm – sonst beschatten sie sich gegenseitig und die Stängel bleiben dünn.
  • Vorkultur: in kälteren Regionen Ende März je ein Korn in Töpfe säen und erst nach den Eisheiligen auspflanzen. Sonnenblumen vertragen Wurzelschäden schlecht, verwenden Sie daher Torf- oder Papiertöpfe.
  • Stütze: Sorten über 1,5 m bekommen schon beim Pflanzen einen Stab – eine ausgewachsene Pflanze mit schwerem Blütenkopf lässt sich nur noch schwer anbinden.

Saatgut für Sonnenblumen finden Sie auch bei uns unter den Samen.

Sonnenblumen düngen – womit und wann

Sonnenblume vor der Blüte mit geschlossener Knospe und grünen Blättern

Das Düngen ist für gesundes Wachstum und einen reichen Ertrag der Sonnenblume entscheidend. Sonnenblumen haben einen hohen Nährstoffbedarf, vor allem an Stickstoff (N), Phosphor (P2O5) und Kalium (K2O), die für die Entwicklung der Pflanze und die Bildung der Kerne notwendig sind. Beim Düngen empfiehlt sich eine Startgabe Phosphor direkt unter die Pflanze, die sogenannte Unterfußdüngung, die in der ersten Wachstumsphase ausreichend gut verfügbaren Phosphor sichert. Für optimale Ergebnisse passt man die Düngung den konkreten Bodenverhältnissen an und geht dabei von einer Bodenanalyse und den empfohlenen Nährstoffmengen aus. Für Sonnenblumen auf fruchtbareren Flächen wird eine Gabe von bis zu 70 kg N/ha empfohlen, auf weniger fruchtbaren Standorten bis zu 90 kg N/ha.

Neben klassischen Mineraldüngern ist auch ein natürlicher organischer Dünger eine ausgezeichnete Wahl. Tragen Sie ihn 1× monatlich als Streugabe oder mit dem Gießwasser auf – die genauen Mengen finden Sie in der Dosierung.

DÜNGEE im Onlineshop Dosierung und Anwendung

Wann blühen Sonnenblumen

Sonnenblumen blühen von Juli bis September, also etwa 80 bis 100 Tage nach der Aussaat. Aus einer Aussaat im April öffnen sich die ersten Blütenköpfe schon Mitte Juli, aus einer Maiaussaat erst im August. Ein einzelner Blütenkopf hält sich zwei bis drei Wochen in voller Schönheit.

Wenn Sie länger blühende Sonnenblumen haben möchten, säen Sie zwei- bis dreimal im Abstand von zwei Wochen, oder wählen Sie verzweigte Sorten, die nach und nach viele kleinere Körbe ansetzen statt eines einzigen großen Kopfes. Verblühte Körbe lassen Sie an der Pflanze – in ihnen reifen die Kerne.

Sonnenblumenarten und ihre Verwendung

Sonnenblumenblüte in Nahaufnahme mit leuchtend gelben Zungenblüten

Sonnenblumen (Helianthus) sind eine vielfältige Pflanzengruppe, zu der sowohl einjährige als auch ausdauernde Arten gehören. Zu den bekanntesten zählen:

  1. Gewöhnliche Sonnenblume (Helianthus annuus): Diese Art ist die bekannteste und wird häufig wegen ihrer großen, auffälligen Blütenkörbe angebaut. Die einjährige Sonnenblume ist beliebt für die Gewinnung von Sonnenblumenöl und als Quelle von Kernen für den Verzehr.

  2. Knollen-Sonnenblume (Helianthus tuberosus): Diese Art ist auch unter dem Namen Topinambur oder Jerusalem-Artischocke bekannt. Geschätzt wird sie vor allem für ihre unterirdischen Knollen, die in der Küche verwendet werden.

  3. Riesen-Sonnenblume (Helianthus giganteus): Wie der Name schon sagt, wird diese Art besonders hoch. Sie überragt viele andere Arten und kann mehrere Meter erreichen.

  4. Zehnstrahlige Sonnenblume (Helianthus decapetalus): Diese Art hat kleinere Blüten und feineres Laub als die einjährige Sonnenblume. Sie wird häufig in Ziergärten verwendet.

Es gibt noch viele weitere Arten und Sorten von Sonnenblumen, die sich in Größe, Blütenfarbe und Verwendung unterscheiden. Manche Sorten haben Blüten in Rot-, Braun- oder sogar mehrfarbigen Tönen. Sonnenblumen sind eine vielseitige Pflanzengruppe, die viele Möglichkeiten für den Anbau und die Verwendung im Garten wie in der Industrie bietet.

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Sonnenblumenkerne ernten

Nahaufnahme eines Sonnenblumenkorbs mit reifenden Kernen

Die Kerne sind reif, wenn die Rückseite des Blütenkorbs gelb bis braun wird, die Zungenblüten abfallen und die Körner in der Scheibe hart werden und die typische schwarz-weiße Zeichnung bekommen. Bei uns ist das meist von Ende August bis Ende September.

  • Schneiden Sie den Korb mit 20–30 cm Stiel ab und lassen Sie ihn kopfüber an einem luftigen, trockenen Ort nachtrocknen.
  • Wenn Sie die Ernte nicht mit den Vögeln teilen möchten, binden Sie den reifenden Kopf mit einem luftdurchlässigen Tuch oder einem Netz ab.
  • Die getrockneten Kerne mit der Hand oder mit einer Bürste herauslösen und vor dem Einlagern noch einige Tage dünn ausgebreitet nachtrocknen lassen.
  • Trocken und kühl in einer Papiertüte lagern; Saatgut für das nächste Jahr behält seine Keimfähigkeit etwa drei Jahre.

Wissenswertes über Sonnenblumen

  • Sonnenblumen drehen sich nach der Sonne: Junge Sonnenblumen richten sich im Tagesverlauf nach der Sonne aus – das nennt man Heliotropismus. Dieses Phänomen hilft ihnen, die Photosynthese zu maximieren.

  • Große Spannweite der Wuchshöhen: Sonnenblumen erreichen sehr unterschiedliche Höhen, von kleinen Arten von wenigen Zentimetern bis zu riesigen Arten, die über 3 Meter hoch werden.

  • Symbolik der Sonnenblume: Sonnenblumen werden wegen ihres leuchtenden, warmen Aussehens oft mit Positivität, Erneuerung, Kraft und Glück verbunden.

  • Verwendung der Sonnenblume: Neben ihrem Zierwert werden Sonnenblumen wegen ihrer Kerne angebaut, die reich an Öl und Eiweiß sind. Sonnenblumenöl ist zum Kochen und in der Kosmetik beliebt, die Kerne selbst sind ein gesunder Snack.

  • Ökologischer Nutzen: Sonnenblumen tragen zur Verbesserung der Bodengesundheit bei und werden in der Phytosanierung zur Reinigung von mit Schadstoffen belasteten Böden eingesetzt.

  • Rekorde: Es gibt Berichte über Sonnenblumen mit besonders großen Blütenköpfen, die einen Durchmesser von 30 cm oder mehr erreichen können.