Stiefmütterchen und Veilchen (Viola): Arten, Pflanzen und Düngen
Hornveilchen, Duftveilchen und Co. — neun Arten mit Fotos, sind Stiefmütterchen winterhart, wann sie auszusäen und womit zu düngen sind
Stiefmütterchen, Hornveilchen und Veilchen: die Unterschiede
Meist ausdauernde Stauden mit duftenden Blüten
- Standort: sonnig bis schattig; humoser, frischer Boden
- Höhe: 10–30 cm
- Blütezeit: März–September, je nach Art
- Vermehrung: durch Aussaat oder Teilung
Verschiedene Arten dieser Gattung sind fast auf der ganzen Erde zu finden. Die niedrigen Stauden sind bewährte Kulturpflanzen und gehören zur Familie der Veilchengewächse (Violaceae), deren einzige Vertreter sie sind. Die heimischen Veilchenarten wachsen häufig in Wäldern oder an Waldrändern, aber auch auf Wiesen, Feldern, Heiden, in Sümpfen und Mooren bis ins Gebirge.
Veilchen haben lang gestielte herzförmige oder eiförmige Blätter und lang gestielte Blüten, die aus den Blattachseln wachsen und einzeln oder zu zweit stehen. Die Blüte besteht immer aus 5 Kronblättern, von denen das mittlere, untere Blatt mit einem Sporn versehen ist. Neben den blauen, violetten, gelben und weißen Tönen der reinen Arten gibt es zahlreiche Farbnuancen vieler Gartensorten.
Die Garten-Stiefmütterchen mit ihrer kaum zu übersehenden Vielfalt an Farben und Formen sind aus zahlreichen Kreuzungen hervorgegangen, an denen angeblich die Arten Viola lutea, V. altaica und V. tricolor beteiligt waren. Außer dem Hornveilchen (Viola cornuta), das einen sonnigen Platz braucht, fühlen sich die übrigen Arten im Halbschatten am wohlsten, möglichst in Verbindung mit Gehölzen. Die Pflanzen lassen sich durch Teilung vermehren oder im Herbst bzw. zeitig im Frühjahr aussäen, sie blühen dann im Frühling oder Sommer.
Stiefmütterchen, Hornveilchen und Veilchen sind im allgemeinen Sprachgebrauch Namen für dieselbe Gattung Viola. Als „Stiefmütterchen“ wird meist das großblütige Garten-Stiefmütterchen (Viola × wittrockiana) bezeichnet, während „Veilchen“ eher der Name für die wilden und kleinblütigen Arten ist. Das Usambaraveilchen (Saintpaulia) ist dabei eine ganz andere Pflanze und gehört nicht zur Gattung Viola — sie zählt zu den Gesneriengewächsen.
Sind Stiefmütterchen mehrjährig und winterhart?
Das Garten-Stiefmütterchen ist botanisch eine kurzlebige Staude, im Garten wird es aber als Zweijährige kultiviert: Es wird im Sommer ausgesät, überwintert als junge Pflanze und blüht vom zeitigen Frühjahr bis zum Frühsommer des Folgejahres in voller Pracht. Nach der Blüte ist es meist erschöpft und wird durch eine Neupflanzung ersetzt.
Stiefmütterchen gehören zu den winterharten Frühlingsblumen — gut eingewurzelte Pflanzen im Beet vertragen Frost und Schneedecke und blühen bei Tauwetter weiter. Empfindlicher sind sie im Balkonkasten und im Topf, wo der Wurzelballen schneller durchfriert; es hilft, sie an eine windgeschützte Wand zu stellen und zu mulchen.
- Garten-Stiefmütterchen (Viola × wittrockiana) — wird als Zweijährige kultiviert, blüht vom Frühling bis zum Frühsommer.
- Hornveilchen (Viola cornuta) — ein echtes ausdauerndes Veilchen, blüht von Mai bis in den Herbst.
- Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor) — ein- bis mehrjährig, sät sich bereitwillig selbst aus.
Stiefmütterchen pflanzen: Aussaat, Standort und Pflege

Stiefmütterchen sind anspruchslos und danken es für eines: durchlässigen humosen Boden, ausreichend Licht und regelmäßiges Gießen. In voller Sonne blühen sie am reichsten, im Halbschatten halten sie dafür länger durch.
- Aussaat: von Juni bis Juli ins Beet oder in den Balkonkasten, das Auspflanzen an den endgültigen Standort im Herbst.
- Standort: sonnig bis halbschattig, humoser und frisch feuchter Boden.
- Gießen: regelmäßig, aber ohne dauerhaft nassen Boden — die Wurzeln vertragen keine Staunässe.
- Blütenpflege: das Entfernen verblühter Blüten verlängert die Blütezeit um mehrere Wochen.
- Pflanzung: am besten kommen sie in Gruppen und in Kombination mit anderen Frühlingsblumen zur Geltung.
Ins Frühlingsbeet passen Stiefmütterchen zu Gänseblümchen, Vergissmeinnicht, Primeln und zu Zwiebelblumen wie der Narzisse. Eigene Pflanzen ziehen Sie leicht aus Samen.
Stiefmütterchen düngen
Das Stiefmütterchen blüht lange und reich und braucht daher eine kontinuierliche Nährstoffversorgung — ohne sie verblasst es rasch, wird kleiner und die Blütezeit verkürzt sich. Am besten bewährt sich ein universeller organischer Dünger, der die Nährstoffe nach und nach freisetzt und bei dem kein Verbrennen der feinen Wurzeln droht.
- Im Herbst beim Pflanzen arbeiten Sie den Dünger in den Boden ein — die Pflanze hat gleich nach dem Einwurzeln etwas zu zehren.
- Im Frühjahr zu Blühbeginn düngen Sie erneut nach, idealerweise über das Gießwasser.
- Im Balkonkasten düngen Sie häufiger und schwächer — das Substrat ist knapp und das Gießwasser schwemmt die Nährstoffe schnell aus.
Für Stiefmütterchen eignet sich DÜNGEE — ein natürlicher organischer Dünger, der trocken in den Boden eingearbeitet oder als Auszug zum Gießen verwendet werden kann. Die konkreten Verhältnisse finden Sie in der Dosierung.
Heimische Arten: Acker-Stiefmütterchen, Hunds-, Duft-, Sumpfveilchen und Wildes Stiefmütterchen
Acker-Stiefmütterchen (Viola arvensis)

Einjährig, max. 20 cm hoch, Blüten weißgelb. Wächst häufig auf Feldern, verträgt Sonne und Trockenheit.
Hundsveilchen (Viola canina)

Bis 30 cm hoch, Blüten blauviolett, in Europa verbreitet, wächst auf Weiden, Heiden und an Waldrändern.
Duftveilchen (Viola odorata)

Dunkelviolette duftende Blüten, Bildung von Ausläufern; traditionell werden ihm Heilwirkungen zugeschrieben (Tee aus den Blüten bei Bronchitis, Keuchhusten usw.), Gartensorte ‚Königin Charlotte‘.
Sumpfveilchen (Viola palustris)

Ca. 15 cm hoch, fliederblaue Blüten, wächst an Ufern, in Sümpfen und Erlenbrüchen.
Wildes Stiefmütterchen (Viola tricolor)
Ein- bis mehrjährig, Blüten blauviolett, weiß und gelb, früher als Heilpflanze verwendet. Es ist einer der Vorfahren der heutigen Garten-Stiefmütterchen.
Fremdländische Arten für den Garten: Hornveilchen und Labradorveilchen
Hornveilchen (Viola cornuta)

Großblütige Arten, blühen von Mai bis in den Herbst, beliebte Sorten:
- ‚Blaue Schönheit‘ (leuchtend blau),
- ‚Bouillon‘ (dunkel zitronengelb),
- ‚Famos‘ (weinrot),
- ‚Germania‘ (dunkel purpurviolett),
- ‚Hansa‘ (dunkelblau),
- ‚White Perfection‘ (reinweiß).
Labradorveilchen (Viola labradorica)

Nur 15 cm hoch, porzellanblaue Blüten, herzförmige Blätter mit purpurnem Schimmer, geeignet als Bodendecker für Bestandsränder.
