Tomatenkrankheiten: Schadbilder erkennen und wirksam vorbeugen
Erkennen Sie Tomatenkrankheiten an den Symptomen auf Blättern, Stängeln und Früchten
Tomaten gehören zu den beliebtesten Gemüsearten in unseren Gärten, sind aber häufig von Krankheiten betroffen, die den Ertrag deutlich schmälern können.
Mit der richtigen Vorbeugung und rechtzeitigem Eingreifen lassen sich die meisten Probleme jedoch vermeiden und die Pflanzen gesund halten.
Tomatenkrankheiten nach Schadbild: schnelle Orientierung
Die meisten Probleme lassen sich schon danach eingrenzen, wo sie auftreten und wie sie aussehen. Die Tabelle führt vom Schadbild zur häufigsten Ursache; die Einzelheiten finden Sie dann im jeweiligen Abschnitt weiter unten.
| Was Sie an der Tomate sehen | Häufigste Ursache und wo Sie weiterlesen |
|---|---|
| Braune, rasch eintrocknende Flecken an Blättern und Stängeln, eingesunkene Flecken an den Früchten | Braunfäule (Phytophthora infestans) — Tomatenschimmel |
| Kleine graue Flecken mit dunklem Rand, die unteren Blätter vergilben und fallen ab | Septoria-Blattfleckenkrankheit — Septoria-Blattfleckenkrankheit der Tomate |
| Braune Flecken mit konzentrischen Ringen an Blättern und Früchten | Dürrfleckenkrankheit — Alternaria-Blattfleckenkrankheit der Tomate |
| Dunkler, samtiger Belag auf den Blättern, schwarz werdende Stielgrube der Frucht | Schwarzfäule (Samtfleckenkrankheit) — Pilzkrankheiten an Tomaten |
| Helles Mosaik und Verformung junger Blätter | Tomatenmosaikvirus (TMV) — Virale Krankheiten |
| Bronzefarbene Ringe auf den Blättern, Früchte färben sich ungleichmäßig aus | Bronzefleckenkrankheit (TSWV) — Virale Bronzierung der Tomate |
| Blätter werden hart, rollen sich nach oben ein und verfärben sich violett, Früchte bleiben hart und reifen nicht aus | Stolbur — Stolbur an Tomaten |
| Blätter rollen sich ein, behalten aber Farbe und Festigkeit | Hitze, ungleichmäßiges Gießen oder Stickstoffüberschuss — Blätter rollen sich ein |
| Schwarzer, eingesunkener Fleck an der Fruchtspitze | Calciummangel und schwankende Wassergaben — Kalzium im Leben der Pflanzen |
| Aufplatzende Früchte kurz nach dem Gießen oder nach Regen | Wechsel von Trockenheit und plötzlicher Wasserzufuhr — Physiologische Störungen |
| Vergilben der unteren Blätter von unten nach oben | Stickstoff- oder Magnesiummangel — Gelbe Blätter |
| Plötzliches Welken der ganzen Pflanze trotz ausreichender Feuchtigkeit | Bakterienwelke oder eine Gefäßkrankheit — Bakterielle Krankheiten |
Pilzkrankheiten an Tomaten: Braunfäule, Septoria und Dürrfleckenkrankheit
Zu den schwerwiegendsten Erkrankungen gehört die Braunfäule (Phytophthora infestans), die Pflanzen innerhalb weniger Tage vernichten kann. Sie zeigt sich durch braune Flecken an Blättern und Stängeln, die rasch eintrocknen. Die Früchte bekommen harte, eingesunkene Flecken und faulen nach und nach. Die Krankheit entwickelt sich vor allem bei regnerischem und feuchtem Wetter. Vorbeugen lässt sich mit einem sonnigen, luftigen Standort, dem regelmäßigen Entfernen der unteren Blätter und vorbeugenden Spritzungen.
Eine weitere häufige Krankheit ist die Septoria-Blattfleckenkrankheit (Septoria lycopersici), die als kleine graue Flecken mit dunklem Rand auftritt. Stark befallene Blätter vergilben und fallen ab, was die Pflanze deutlich schwächt. Ähnlich gefährlich ist die Dürrfleckenkrankheit (Alternaria solani) mit den typischen konzentrischen Ringen auf Blättern und Früchten.


Bakterielle und virale Tomatenkrankheiten: Blattflecken, Mosaik und Bronzierung
Tomaten können auch an bakteriellen Krankheiten leiden, zum Beispiel an der bakteriellen Blattfleckenkrankheit (Xanthomonas campestris pv. vesicatoria) oder an der Bakterienwelke (Clavibacter michiganensis). Diese Infektionen verursachen Blattflecken und Welke und enden häufig mit dem völligen Absterben der Pflanzen. Am wichtigsten ist hier die Vorbeugung – gesunde Jungpflanzen, desinfizierte Geräte und eine durchdachte Fruchtfolge.
Nicht weniger schwerwiegend sind die Viruskrankheiten. Das Mosaik der Tomaten (TMV) zeigt sich durch eine unregelmäßige Zeichnung auf den Blättern und deren Verformung. Die Bronzefleckenkrankheit der Tomate (TSWV) wiederum verursacht das Welken der Blüten und eine ungleichmäßige Ausfärbung der Früchte. Da es gegen Viren keinen wirksamen chemischen Schutz gibt, müssen befallene Pflanzen so schnell wie möglich entfernt werden.
Physiologische Störungen: Blütenendfäule, Aufplatzen und gelbe Blätter
Neben den Infektionskrankheiten treten bei Tomaten häufig auch physiologische Störungen auf, die mit schlechten Anbaubedingungen zusammenhängen. Ein typisches Problem ist die Blütenendfäule (Blossom End Rot) — verursacht durch einen Mangel an Calcium und ungleichmäßiges Gießen. Häufig ist auch das Aufplatzen der Früchte beim Wechsel von Trockenheit und plötzlicher Wasserzufuhr. Gelbe Blätter deuten wiederum auf Nährstoffmangel hin, meist auf Stickstoff, Magnesium oder Eisen.
Genau deshalb ist bei Tomaten nicht nur der richtige Standort wichtig, sondern auch eine ausgewogene Düngung. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel Tomaten düngen.

Tomaten rollen die Blätter ein: Krankheit oder Wetter?
Eingerollte Blätter gehören zu den häufigsten Fragen von Hobbygärtnern und sind in den meisten Fällen keine Infektion. Die Tomate rollt ihre Blätter zusammen, wenn sie sich gegen Wasserverlust wehrt: an einem heißen, trockenen Tag, nach einem starken Schwanken der Wassergaben oder nach kräftigem Ausgeizen. Solche Blätter bleiben grün und fest, die Pflanze blüht weiter und setzt Früchte an — es genügt, gleichmäßig zu gießen, zu mulchen und in der Mittagszeit zu schattieren.
Eine Überdüngung mit Stickstoff erkennt man ähnlich: Die Blätter sind dunkelgrün, dick und rollen sich nach unten ein, die Pflanze treibt stark ins Laub und trägt wenig. Es hilft, stickstoffbetonte Dünger zu reduzieren und auf eine ausgewogene organische Düngung umzustellen.
Um eine Krankheit handelt es sich dann, wenn zum Einrollen Farbe oder Form hinzukommt: helles Mosaik und fädige Blätter deuten auf eine Virose hin, harte, violett anlaufende Blätter und nicht ausreifende Früchte auf Stolbur. Verformungen nur an der Triebspitze, ohne Flecken und mit gedrehten Blattstielen, sind meist ein Schaden durch Herbizidabdrift vom Nachbargrundstück.
Stolbur an Tomaten: Symptome, Übertragung und was hilft
Stolbur wird durch das Phytoplasma Candidatus Phytoplasma solani verursacht, das in den Siebröhren der Pflanze lebt. Eine befallene Tomate hat harte, ledrige, nach oben eingerollte Blätter, oft mit violettem Schimmer, die Blüten bleiben grün und verformt, und die Früchte sind klein, hart und reifen nicht aus — von außen wirken sie den ganzen Sommer über unreif. Die Pflanze bleibt meist kümmerlich und vertrocknet nach und nach.
Überträger ist die Windenglasflügelzikade (Hyalesthes obsoletus), ein kleines saugendes Tier, das sich an Unkräutern entwickelt — vor allem an Ackerwinde und Brennnessel — und im Juni und Juli auf die Tomaten überfliegt. Deshalb tritt Stolbur am häufigsten an Beeträndern neben verunkrauteten Rainen und in trockenen, warmen Sommern auf.
Eine Behandlung gibt es nicht. Befallene Pflanzen müssen so schnell wie möglich samt Wurzeln entfernt und dürfen nicht kompostiert werden, das Beetumfeld ist unkrautfrei zu halten und Tomaten sollten mit Abstand zu verunkrauteten Flächen angebaut werden. Bewährt haben sich außerdem eine durchdachte Fruchtfolge und frühe Sorten, die ihre Früchte ausbilden, bevor der Überträger auftritt.
Gelbe Blätter an Tomaten: Nährstoffmangel oder Krankheit?
Daran, welche Blätter zuerst vergilben, lässt sich die Ursache eingrenzen. Ein gleichmäßiges Aufhellen der unteren Blätter von unten nach oben spricht für Stickstoffmangel. Vergilbt das Gewebe zwischen den Adern älterer Blätter, während die Adern grün bleiben, deutet das auf Magnesium hin — bei Tomaten, die jahrelang am selben Platz stehen, ist das der häufigste Mangel überhaupt. Hellen dagegen die jüngsten Blätter an der Triebspitze auf und bleibt die Aderung grün, geht es um Eisen, meist auf kalkhaltigem Boden mit hohem pH-Wert.
Eine Krankheit erkennt man daran, dass sie ungleichmäßig fortschreitet und Flecken hinzukommen: Die Septoria-Blattfleckenkrankheit beginnt mit Vergilbungen rund um kleine graue Flecken auf den unteren Blättern, die Braunfäule mit braun werdenden Rändern. Plötzliches Welken der ganzen Pflanze trotz ausreichender Feuchtigkeit, wobei der Stängel im Schnitt innen braun ist, weist auf eine Gefäßkrankheit hin; eine solche Pflanze lässt sich nicht mehr retten.
Die Grundlage ist eine ausgewogene Ernährung über die ganze Saison — wie und womit zu dosieren ist, fasst der Artikel Tomaten düngen und die Übersicht Universaldünger zusammen. Für Calcium und Magnesium lohnt sich ein eigener Calciumdünger, denn eine schwankende Calciumaufnahme steckt auch hinter der Blütenendfäule.
Tomatenkrankheiten vorbeugen
Vorbeugen ist immer wirksamer als eine spätere Behandlung. Zu den Grundmaßnahmen gehören:
- Fruchtfolge, damit sich Bodenpathogene nicht an einer Stelle anreichern,
- ausreichender Abstand zwischen den Pflanzen, der für eine bessere Luftzirkulation sorgt,
- regelmäßiges Entfernen der unteren Blätter und befallener Pflanzenteile,
- Gießen direkt an die Wurzeln, nicht auf die Blätter,
- der Einsatz organischer Dünger, zum Beispiel des natürlichen Düngers DÜNGEE, der die Vitalität der Pflanzen stärkt und das Bodenmilieu verbessert.
Wichtig sind außerdem der richtige Pflanzzeitpunkt und der Anbau von Sorten, die eine höhere Widerstandsfähigkeit gegen Krankheiten haben.
Tomatenkrankheiten können erhebliche Ernteverluste verursachen, doch wer die Grundregeln des richtigen Anbaus einhält, kann ihr Risiko deutlich senken. Der Schlüssel zum Erfolg ist die Kombination aus Vorbeugung, gesunden Jungpflanzen, ausgewogener Düngung und rechtzeitigem Eingreifen.
Häufige Fragen zu Tomatenkrankheiten
Warum rollen sich bei Tomaten die Blätter ein?
Meist ist es eine Reaktion auf Wetter und Wassergaben, keine Krankheit. Die Tomate rollt ihre Blätter bei Hitze zusammen, nach einem Schwanken der Feuchtigkeit oder nach kräftigem Ausgeizen; die Blätter bleiben dabei grün und fest. Einrollen zusammen mit violetter Verfärbung und harten, nicht ausreifenden Früchten bedeutet Stolbur, Einrollen mit Mosaik und fädigen Blättern eine Virose.
Warum bekommen Tomaten gelbe Blätter?
Es kommt darauf an, welche Blätter vergilben. Untere Blätter gleichmäßig von unten nach oben = Stickstoffmangel. Gelbe Flächen zwischen grünen Adern an älteren Blättern = Magnesium. Helle jüngste Blätter an der Triebspitze = Eisen, meist bei hohem pH-Wert des Bodens. Kommen zum Vergilben Flecken hinzu, handelt es sich eher um die Septoria-Blattfleckenkrankheit oder die Braunfäule.
Was ist Stolbur an Tomaten und woran erkennt man ihn?
Stolbur ist eine Krankheit, die durch das Phytoplasma Candidatus Phytoplasma solani verursacht wird. Die Pflanze hat harte, nach oben eingerollte und oft violett verfärbte Blätter, grüne verformte Blüten und kleine harte Früchte, die nicht ausreifen. Übertragen wird er von der Windenglasflügelzikade aus Unkräutern, vor allem von Ackerwinde und Brennnessel. Eine Behandlung gibt es nicht, befallene Pflanzen müssen samt Wurzeln entfernt werden.
Warum werden Tomaten an der Fruchtspitze schwarz?
Das ist die Blütenendfäule (Blossom End Rot) — eine physiologische Störung durch Calciummangel, weil das Calcium bei schwankenden Wassergaben nicht in die Frucht gelangt. Sie ist nicht übertragbar, und Früchte ohne Fleck lassen sich normal ernten. Es helfen eine gleichmäßige Feuchtigkeit, Mulchen und ausreichend Calcium im Boden.
Warum platzen Tomaten auf?
Das Aufplatzen entsteht, wenn nach längerer Trockenheit eine reichliche Wassergabe oder Regen kommt: Das Fruchtfleisch füllt sich schnell und die Schale wächst nicht schnell genug mit. Abhilfe schaffen regelmäßiges Gießen in kleineren Mengen und eine Mulchschicht, die die Bodenfeuchte konstant hält. Anfälliger sind Sorten mit dünner Schale und Früchte, die in der prallen Sonne ausreifen.
Wie erkennt man die Braunfäule an Tomaten?
An Blättern und Stängeln erscheinen braune Flecken mit unscharfem Rand, die sich bei Nässe rasch ausbreiten und eintrocknen; auf der Blattunterseite liegt bei Tau ein weißlicher Belag. Die Früchte bekommen harte, eingesunkene braune Flecken und faulen. Begünstigt wird die Entwicklung durch regnerisches, feuchtes Wetter und einen dichten Bestand ohne Luftzirkulation.
