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Feigenkaktus und Kaktusfeige (Opuntia)

Anbau im Steingarten, Früchte, Wirkung und Arten der Opuntien

Feigenkaktus im Steingarten pflanzen

Opuntien lassen sich im Steingarten kultivieren und bilden wunderschöne Ecken, etwa in Kombination mit Hauswurz oder anderen Kakteen. Sie eignen sich daher eher für einen trockenen Steingarten. Aber Achtung: Die Opuntie hat auch zahlreiche Heilwirkungen. Auf Deutsch heißt sie außerdem Nopal.

Die Opuntien (Opuntia) sind eine Gattung sukkulenter Pflanzen aus der Familie der Kakteengewächse (Cactaceae). Bekannt sind sie durch ihre charakteristischen flachen, saftigen Sprossglieder, die mit Dornen besetzt sind und oft große, auffällige Blüten tragen. Verbreitet sind die Opuntien in Amerika, vor allem in Wüsten und Trockengebieten. Sie sind eine beliebte Pflanze im Steingarten und in Sammlungen von Kakteen und Sukkulenten.

Wie der Feigenkaktus aussieht

  1. Sprossglieder: Das auffälligste Merkmal der Opuntie sind die flachen, ovalen oder gegliederten Sprosse, die unterschiedliche Formen und Größen haben können. Diese Glieder sind meist mit Dornen und Stacheln besetzt, was der Pflanze hilft, sich nicht nur gegen Tiere, sondern vor allem gegen Wasserverlust zu behaupten.

  2. Blüten: Opuntien haben schöne, auffällige Blüten. Sie sind groß und meist von kräftiger Farbe – rot, orange, rosa oder gelb. Die Blüten stehen einzeln oder in Gruppen.

  3. Früchte: Nach der Blüte entwickeln einige Opuntien-Arten Früchte, die in der Regel essbar sind. Diese Früchte kennt man als Kaktusfeigen. Sie sind reich an Vitaminen und Mineralstoffen und gehören in manchen Kulturen zum traditionellen Speiseplan.

Nahaufnahme rosaroter Knospen einer Opuntie auf einem flachen, bedornten Sprossglied
Opuntie im Kiesbeet eines Steingartens mit reifenden roten Früchten

Kaktusfeige: Wirkung und weitere Verwendung

Die Opuntie hat mehrere Verwendungen und Wirkungen, darunter vor allem diese:

  1. Essbare Früchte: Die Früchte der Opuntie, die man auch Kaktusfeigen (engl. prickly pears) nennt, sind essbar und haben einen hohen Gehalt an Vitaminen, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Sie sind reich an Vitamin C, Betacarotin und Antioxidantien. Die Früchte lassen sich roh essen oder zu Marmelade, Saft und Sirup verarbeiten. In manchen Teilen der Welt gehören sie zur regionalen Küche.

  2. Heilwirkungen: Einige Studien deuten darauf hin, dass die Opuntie heilsame Wirkungen haben könnte. Sie enthält Antioxidantien und kann entzündungshemmende Eigenschaften haben. Die traditionelle Medizin vor allem nordamerikanischer Kulturen nutzt die Opuntie bei verschiedenen Beschwerden, darunter Verdauungsprobleme, Diabetes und Blutarmut. Es sei allerdings angemerkt, dass die wissenschaftlichen Belege für diese Wirkungen nach wie vor begrenzt sind.

  3. Kosmetik: Kaktusfeigenöl wird in der Kosmetikindustrie als Bestandteil von Cremes, Ölen und Shampoos verwendet. Es enthält Vitamine und Fettsäuren, die Haut und Haar guttun.

  4. Färben von Textilien: In manchen Kulturen wird die Opuntie zum Färben von Textilien genutzt. Die Farbstoffe (Betalaine) stecken im Fruchtfleisch der reifen Kaktusfeigen und ergeben Töne von Gelb über Orange bis zu kräftigem Rot und Purpur.

  5. Dornenlose Opuntien dienen als Viehfutter.

  6. Mancherorts dienen sie als lebende Hecke, als Windschutz oder als Pflanzen gegen Bodenerosion. 

Kaktusfeige essen – Aussehen, Geschmack und Schälen

Reife Kaktusfeigen von Opuntia ficus-indica in Gelb und Rot

Die Frucht der Opuntie heißt auf Deutsch Kaktusfeige, auf Englisch prickly pear und im Mittelmeerraum tunas oder fichi d’India. Sie reift vom Spätsommer bis in den Herbst und hat je nach Art und Reifegrad eine Farbe von Grün über Gelb und Orange bis zu kräftigem Rot.

Das Fruchtfleisch ist saftig und süß, im Geschmack erinnert es an eine Mischung aus Melone und Birne. Im Inneren steckt es voller kleiner harter Kerne — die schluckt man üblicherweise ganz mit, zerbeißen lassen sie sich nicht.

So schälen Sie die Frucht: immer mit Handschuhen. Die Schale trägt nämlich nicht nur sichtbare Dornen, sondern vor allem feine, widerhakige Glochiden, die sich nur sehr schwer aus der Haut ziehen lassen. Spülen Sie die Frucht zuerst unter fließendem Wasser ab, schneiden Sie beide Enden ab, ritzen Sie die Schale der Länge nach ein und lösen Sie das Fruchtfleisch heraus.

Außer roh gegessen werden die Früchte zu Marmeladen, Säften, Sirup und Desserts verarbeitet; in Mexiko brennt man daraus auch Alkohol.

Echter Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica)

Der Echte Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica) ist die Opuntien-Art, die für ihre essbaren Früchte und ihre vielseitige Nutzung bekannt ist. Ihre ursprüngliche Heimat ist vermutlich Mexiko, weshalb sie auch Mexikanische Opuntie genannt wird.

Wie der Echte Feigenkaktus aussieht

  1. Sprossglieder: Der Echte Feigenkaktus hat große, flache, ovale und sukkulente Sprosse — typisch für die Gattung Opuntia. Diese Sprosse sind grün und bilden die charakteristischen flachen Segmente, die Glieder.

  2. Blüten: Die Blüten des Echten Feigenkaktus sind groß und auffällig. Sie sind meist gelb oder orange gefärbt und haben zahlreiche Blütenblätter. Sie erscheinen an den Enden der Glieder und werden von Bienen und anderen Bestäubern bestäubt.

  3. Früchte: Die Früchte des Echten Feigenkaktus kennt man als „tunas“ oder als Kaktusfeigen, und sie sind essbar. Sie sind rund bis oval und können verschiedene Farben haben, darunter grün, rot, orange und gelb. Die Früchte stecken in einer festen, bedornten Schale, die vor dem Verzehr entfernt werden muss. Im Inneren befindet sich saftiges Fruchtfleisch mit kleinen Kernen.

4. Dornen: Die Glieder des Echten Feigenkaktus können mit kleinen Dornen und Stacheln besetzt sein — ein gängiger Schutzmechanismus dieser Pflanze gegenüber Tieren.

5. Blätter: Der Echte Feigenkaktus hat stark reduzierte Blätter, die meist unscheinbar sind oder ganz fehlen. Die Aufgabe der Blätter haben die Glieder (Sprosse) übernommen, die die Photosynthese leisten.

Der Echte Feigenkaktus wird in großem Umfang wegen seiner essbaren Früchte angebaut und in der Küche vieler Kulturen genutzt. Die Früchte lassen sich roh essen oder zu Säften, Marmeladen, Desserts und vielen weiteren Speisen verarbeiten. Aus den Früchten brennt man auch Alkohol

Das Öl des Echten Feigenkaktus wird ebenfalls gewonnen und in Küche und Kosmetik eingesetzt. Weil die Pflanze unter trockenen Bedingungen wachsen kann und nährstoffreiche Früchte liefert, wird sie in vielen Teilen der Welt geschätzt und hat sich im Lauf der Zeit auch in viele Gebiete ausgebreitet.

Pfriemenblatt-Opuntie (Austrocylindropuntia subulata)

Pfriemenblatt-Opuntie (Austrocylindropuntia subulata) mit walzenförmigen, dicht bedornten Trieben

Die Pfriemenblatt-Opuntie ist eine etwas andere Art, wie schon ihr abweichender Gattungsname andeutet, der den Namensteil „Opuntia“ allerdings weiterhin enthält.

Die Pfriemenblatt-Opuntie (Austrocylindropuntia subulata) ist eine Opuntien-Art mit charakteristisch verzweigtem Wuchs, bekannt für ihre markanten Triebe und Dornen. 

Wie die Pfriemenblatt-Opuntie aussieht

  • Triebe: Die Pfriemenblatt-Opuntie hat Triebe, die walzenförmig und verzweigt sind. Diese Triebe können wenige Zentimeter bis mehrere Meter lang werden und sind meist grün, können aber auch bläuliche oder graue Töne annehmen.

  • Dornen: Die Triebe der Pfriemenblatt-Opuntie sind mit Dornen und Stacheln besetzt, die scharf sein und Verletzungen verursachen können. Dornen sind für Opuntien typisch und dienen als Schutz vor Pflanzenfressern.

  • Blüten: Die Blüten dieser Opuntie sind meist gelb, orange oder rot und haben zahlreiche Blütenblätter, die einen breiten Trichter bilden. Sie erscheinen an den Triebenden und sind auffällig und schön.

  • Früchte: Die Früchte der Pfriemenblatt-Opuntie sind oval und je nach Reifegrad grün oder orange. Im Inneren befindet sich Fruchtfleisch mit kleinen Kernen.

Anbau: Die Pfriemenblatt-Opuntie ist im Allgemeinen leicht zu kultivieren, denn sie ist trockenheitsverträglich. Frost verträgt sie allerdings nicht und muss bei uns geschützt überwintern. Hier einige Grundregeln für ihre Kultur:

  1. Standort: Die Pfriemenblatt-Opuntie bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Sie wächst gut am Südfenster oder im Freien an einer Stelle mit reichlich Sonne.

  2. Boden: Die Pflanze braucht eine gute Drainage und einen sandigen, durchlässigen Boden. Sie kann in steinigen Böden und in Trockenmauern wachsen.

  3. Gießen: Die Pfriemenblatt-Opuntie ist eine Sukkulente, das heißt, sie mag Trockenphasen zwischen den Wassergaben. Achten Sie darauf, dass der Boden zwischen zwei Wassergaben abtrocknet.

  4. Vermehrung: Vermehren lässt sich die Pfriemenblatt-Opuntie durch Stecklinge, aber auch durch Samen. Lassen Sie die Stecklinge antrocknen, stecken Sie sie in die Erde und gießen Sie erst, wenn sie zu wurzeln beginnen. Die Samen gewinnen Sie aus reifen Früchten und säen sie in feuchtes Substrat.

  5. Pflege: Sehen Sie die Pflanze regelmäßig durch — auftreten können Blattläuse, an zu feuchten Stellen auch Pilzkrankheiten. Alte oder beschädigte Triebabschnitte schneiden Sie bei Bedarf heraus.

Die Pfriemenblatt-Opuntie ist eine interessante Pflanze, die Garten und Wohnung schmücken kann (sie lässt sich auch im Topf im Haus ziehen). Achten Sie unbedingt auf die Dornen und tragen Sie beim Umgang mit der Pflanze Handschuhe, damit Sie sich nicht verletzen.

Opuntien vermehren: Stecklinge (Glieder) und Aussaat

Stecklinge aus Gliedern sind bei Opuntien am einfachsten und gelingen fast immer. Von Mai bis August ein ganzes gesundes flaches Glied (bei der Säulenopuntie ein Stück des walzenförmigen Triebs) abbrechen oder abschneiden, am besten an der Verbindungsstelle. Dabei dicke Handschuhe tragen – die Glochiden (feine Widerhakenborsten) bohren sich in die Haut. Die Schnittfläche 5–10 Tage im Schatten antrocknen lassen, bis sie sich geschlossen hat, sonst fault der Steckling. Dann mit dem unteren Drittel in sandiges, leicht feuchtes Substrat stecken (Kakteenerde mit Sand 1:1) und hell und warm aufstellen. Bis zur Bewurzelung nicht gießen – meist 3–6 Wochen; bewurzelt ist das Glied, wenn es fest sitzt und zu wachsen beginnt.

Aussaat: Samen aus reifen Früchten gewinnen, das Fruchtfleisch auswaschen, die Samen einen Monat trocknen lassen und im Frühjahr auf sandiges Substrat bei 20–25 °C unter Glas aussäen. Sie keimen unregelmäßig in 2–8 Wochen, die Sämlinge wachsen langsam und blühen erst nach 4–6 Jahren – die Aussaat lohnt sich daher nur bei Arten ohne geeignete Glieder.

Opuntien überwintern: im Freien und im Topf

  • Winterharte Arten (Opuntia humifusa, O. phaeacantha, O. polyacantha, O. fragilis) überwintern im Steingarten bei −20 °C und darunter. Bedingung ist Trockenheit: ein durchlässiger Standort am Hang oder an der Südseite, Kies um die Pflanze und in regenreichen Wintern ein Regendach aus Glas oder Plexiglas. Nicht mit Folie oder Laub abdecken, das Feuchtigkeit hält. Geschrumpfte und liegende Glieder im Winter sind normal, im Frühjahr füllen sie sich wieder.
  • Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica), Säulenopuntie und andere wärmeliebende Arten vor den ersten Frösten (Oktober) in einen hellen Raum bei 5–12 °C bringen – ungeheiztes Gewächshaus, Treppenhaus, Wintergarten. Von November bis März gar nicht oder nur alle 4–6 Wochen minimal gießen. Warme und dunkle Überwinterung führt zu vergeilten, blassen Trieben und dazu, dass die Opuntie nicht blüht.
  • Im Frühjahr die Pflanzen schrittweise abhärten – zuerst in den Halbschatten, nach 2 Wochen in die volle Sonne, sonst verbrennen sie.

Häufige Fragen zum Feigenkaktus

Sind Kaktusfeigen essbar?

Ja. Die Früchte der meisten Opuntien sind essbar und gehören in Mexiko, im Mittelmeerraum und im Nahen Osten zum ganz normalen Obst. Verkauft werden sie als Kaktusfeigen oder prickly pears. Sie sind reich an Vitamin C, Betacarotin, Mineralstoffen und Ballaststoffen. Ungenießbar ist kein Teil der Pflanze, man muss nur über Dornen und Glochiden an die Früchte herankommen.

Wie isst man eine Kaktusfeige?

Ziehen Sie Handschuhe an, spülen Sie die Frucht unter fließendem Wasser ab (das schwemmt einen Teil der Glochiden weg), schneiden Sie beide Enden ab, ritzen Sie die Schale der Länge nach ein und lösen Sie das Fruchtfleisch heraus. Gegessen wird sie roh, gekühlt schmeckt sie am besten. Die harten Kerne schluckt man ganz mit. Aus dem Fruchtfleisch lassen sich auch Säfte, Sirup und Marmeladen machen.

Ist die Opuntie giftig?

Die Opuntie ist nicht giftig — weder für Menschen noch für Haustiere. Gefährlich sind an ihr nur die Dornen und vor allem die feinen, widerhakigen Glochiden, die sich leicht in die Haut bohren und schwer zu entfernen sind. Tragen Sie beim Umgang deshalb immer feste Handschuhe.

Welche Opuntien-Arten lassen sich bei uns in Deutschland kultivieren?

Für den trockenen Steingarten im Freien eignen sich winterharte Arten — Opuntia humifusa, Opuntia phaeacantha oder Opuntia fragilis. Der wärmeliebende Echte Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica) und die Pfriemenblatt-Opuntie (Austrocylindropuntia subulata) überstehen den Winter bei uns im Freien nicht und werden im Topf gezogen, den Sie für den Winter in einen hellen, kühlen Raum stellen.

Überwintert die Opuntie im Freien?

Winterharte Arten ja, entscheidend ist dabei aber die Trockenheit, nicht die Temperatur. Eine Opuntie im Steingarten braucht über den Winter ein durchlässiges Kiessubstrat und idealerweise eine Abdeckung gegen Winterregen und Schmelzwasser — Nässe in Verbindung mit Frost schadet ihr mehr als der Frost allein. Über den Winter schrumpfen die Glieder und verfärben sich oft violett; im Frühjahr straffen sie sich wieder.

Wie vermehrt man eine Opuntie?

Am einfachsten sind Stecklinge aus den Gliedern: Brechen Sie ein Glied ab, lassen Sie die Schnittfläche zwei bis drei Tage abtrocknen und stecken Sie es dann in feuchtes, sandiges Substrat. Vermehren lässt sie sich auch durch Aussaat von Samen aus reifen Früchten, das dauert allerdings deutlich länger.

Womit düngt man Opuntien und Kakteen?

Die Opuntie wächst in magerem, durchlässigem Boden und braucht nur wenig Düngung — von Frühjahr bis Spätsommer genügt etwa einmal im Monat eine schwache Gabe, im Herbst und Winter wird gar nicht gedüngt. Greifen Sie zu einem schonenden organischen Dünger: DÜNGEE als Auszug ins Gießwasser (1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser) verbrennt die Wurzeln nicht. Eine überdüngte Opuntie wächst weich und ihre Glieder verlieren die kompakte Form.

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