Königskerze (Verbascum)
Königskerze (Verbascum): Wirkung, Tee, Tinktur und Anbau
Königskerze – das Model unter den Kräutern
(Verbascum)
Die Königskerze (lateinisch Verbascum) ist eine Pflanze aus der Familie der Braunwurzgewächse (Scrophulariaceae). Diese Pflanzengattung kommt in den gemäßigten und subtropischen Gebieten der ganzen Welt vor, wo sie vor allem auf Wiesen, Weiden und an Waldrändern wächst, aber auch auf Schuttplätzen, an Bahnanlagen und an anderen brachliegenden Orten.
Die Königskerze bildet in der Regel einen großen walzenförmigen Blütenstand mit vielen sternförmigen gelben Blüten, die wie auf großen Stielen zu sitzen scheinen. Viele Königskerzenarten wurden früher in der traditionellen Medizin verwendet – ihnen wurden entzündungshemmende, schmerzstillende und schleimlösende Eigenschaften zugeschrieben.
Die häufigsten Königskerzenarten sind die Großblütige Königskerze, die Kleinblütige Königskerze und die Schwarze Königskerze.
Aber Achtung: Die Samen einiger Königskerzenarten sind giftig!

Die Königskerze gehört zu den klassischen Kräutern im heimischen Garten. Gesammelt werden ihre Blüten, die getrocknet und für Tee sowie für Tinktur verwendet werden — beidem widmen wir uns weiter unten.
Großblütige Königskerze

Die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) ist ein Kraut mit besonders vielen volkstümlichen Namen, weil sie früher sehr häufig war. Man nennt sie auch Wollkraut, Himmelbrand, Fackelkraut, Marienkerze, Wetterkerze oder Unholdkerze.
Die Großblütige Königskerze ist eine zweijährige Pflanze, die auf der ganzen Oberfläche filzig behaart ist. Sie wird bis zu 2 Meter hoch. Im ersten Jahr bildet sie jedoch nur eine bodenständige Blattrosette; den hohen Blütenstängel und die Blüten treibt sie erst im zweiten Lebensjahr. Sie blüht von Mai bis September – dann lassen sich die Blüten für den sofortigen Gebrauch und zum Trocknen sammeln. Ausführlich beschreiben wir sie im eigenen Artikel Großblütige Königskerze. Wenn die Samen ausreifen und ausfallen, stirbt die Pflanze ab und im nächsten Jahr wächst eine neue Generation von Königskerzen heran.
Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus)

Die Kleinblütige Königskerze (Verbascum thapsus) ist ebenfalls zweijährig, eher graufilzig-weißlich, hat filzige Blätter und einen ebensolchen Stängel und wird bis zu 150 cm hoch, bleibt aber meist niedriger. Die gelben Blüten stehen in einer Scheinähre. In Mitteleuropa wächst sie als heimische Art und wird traditionell ähnlich verwendet wie die Großblütige Königskerze.
Die Kleinblütige Königskerze kommt in fast ganz Europa vor – vom Balkan bis nach Russland; außerdem wächst sie natürlicherweise in Asien. Später wurde sie durch die Kolonisierungsfahrten auch nach Nord- und Südamerika verschleppt und ist heute ebenso in Australien und Neuseeland zu finden.
Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum)

Die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum) ist eine ausdauernde Pflanze (im Unterschied zu den zwei- oder einjährigen Königskerzen), die bis zu 120 cm hoch wird und gelb blüht; die Blüten stehen in sogenannten Büscheln.
Sie wächst wild in ganz Deutschland und Europa, ist im Flachland ebenso häufig wie im Hügelland und fehlt nur im Hochgebirge und an sehr warmen Standorten.
Die Schwarze Königskerze wächst an sonnigen Standorten mit ausreichend nährstoffreichem Boden (lehmig oder kiesig), der oft feucht ist und nur gelegentlich austrocknet; anders als die übrigen Königskerzen und viele andere Pflanzen verträgt sie sogar eine kurzzeitige Überflutung. Sie wächst auf Wiesen, an Rainen, auf Waldlichtungen sowie an Bach- und Teichufern.
Königskerze anbauen: Aussaat, Standort und Samenernte
Die Königskerze lässt sich im Garten, im Kräutergarten und auch in der Kräuterspirale kultivieren – allerdings nur, wenn Sie viel Platz haben und sie an eine Mauer, einen Zaun, in den hinteren Teil des Beets oder in die Mitte der Kräuterspirale setzen können, damit sie den übrigen Kräutern kein Licht nimmt.
Königskerze düngen: womit man die Königskerze düngt

Die Königskerze, besonders die Großblütige, ist eine so große Pflanze, dass sie Nährstoffnachschub im Boden braucht. Geeignet sind natürliche organische Dünger wie Kompost oder DÜNGEE, ein perfekter Naturdünger – vor allem im zweiten Jahr nach der Aussaat, damit sich reiche Blütenstände bilden und die Samen ausreifen.
Wie Sie DÜNGEE verdünnen und wie oft Sie damit gießen, steht in der Anleitung Dosierung von DÜNGEE; das gesamte Sortiment finden Sie im Katalog.
Die Königskerze wird gewöhnlich aus Samen gezogen, die sich im Frühjahr und im Herbst aussäen lassen; am besten wächst sie in durchlässigem, feuchtem und nährstoffreichem Boden. Königskerzen bevorzugen außerdem Sonne oder Halbschatten und sind sehr widerstandsfähig gegen Trockenheit und Hitze.
Die Königskerze kann zwischen 60 und 150 cm hoch werden und ist meist zweijährig; je nach Art begegnen Ihnen auch einjährige Sorten, die gewöhnlich eher Zier- als Heilpflanzen sind.
Reife Königskerzensamen können Sie ernten und für die nächste Aussaat verwenden oder zu Königskerzenöl verarbeiten, das volkstümlich als Hausmittel gilt. Der Anbau im Garten verschafft Ihnen Zugang zu frischen Blüten und Blättern, die sich sowohl in der Küche als auch in der traditionellen Kräuterkunde verwenden lassen. Blätter und Blüten lassen sich trocknen.
Königskerze Wirkung: traditionelle Anwendung bei Husten
Der Königskerze werden zahlreiche Wirkungen zugeschrieben, von denen einige als günstig für die menschliche Gesundheit gelten. Zu den wichtigsten zählen traditionell:
– entzündungshemmende Wirkung: Der Königskerze werden Inhaltsstoffe mit entzündungshemmender Wirkung zugeschrieben, weshalb sie volkstümlich bei Muskel- und Gelenkschmerzen sowie bei entzündlichen Beschwerden eingesetzt wird.
– schleimlösende Wirkung: Die Königskerze wird traditionell bei Husten und anderen Atemwegsbeschwerden verwendet und volkstümlich auch bei Erkältungssymptomen eingesetzt. Ihren Inhaltsstoffen wird nachgesagt, Entzündungen zu mildern und das Abhusten von Schleim zu erleichtern.
– antibakterielle und pilzhemmende Wirkung: Die Kräuterheilkunde nutzt die Königskerze seit Langem bei bakteriellen Beschwerden und bei Pilzbefall der Haut.
– gegen Schmerzen und Krämpfe: Wegen der ihr zugeschriebenen entzündungshemmenden Wirkung gilt die Königskerze volkstümlich auch als Mittel gegen Schmerzen und Krämpfe.
– gegen Durchfall: Der Königskerze werden wegen ihrer adstringierenden (zusammenziehenden) Eigenschaften außerdem milde Wirkungen gegen Durchfall nachgesagt. Es handelt sich um traditionelle Anwendungen, nicht um belegte Heilwirkungen.
Königskerze Nebenwirkungen

Auch wenn die Königskerze gewöhnlich als sichere Pflanze gilt, gibt es einige mögliche Nebenwirkungen, die Sie berücksichtigen sollten:
Hautreizungen: Bei manchen Menschen kann die Königskerze die Haut reizen. Treten nach dem Auftragen auf die Haut Rötungen, Juckreiz oder Ausschlag auf, sollte die Anwendung beendet und ärztlicher Rat eingeholt werden.
Fototoxizität: Einige Quellen geben an, dass die Königskerze die Empfindlichkeit der Haut gegenüber Sonnenlicht erhöhen und fototoxische Reaktionen wie etwa Hautausschlag auslösen kann (ähnlich wie z. B. Johanniskraut). Vorsicht ist daher geboten, wenn Sie die Königskerze vor einem Aufenthalt in der Sonne anwenden.
Wechselwirkungen mit Medikamenten: Die Königskerze kann mit einigen Medikamenten wechselwirken, vor allem mit Antikoagulanzien (blutverdünnenden Mitteln). Manchen Untersuchungen zufolge könnte ihre Anwendung die Wirksamkeit dieser Medikamente beeinflussen.
Mögliche allergische Reaktionen: Bei manchen Menschen kann es zu allergischen Reaktionen auf die Königskerze kommen. Wenn Sie eine bekannte Allergie gegen diese Pflanzenfamilie haben, sollten Sie auf die Anwendung verzichten.
In eine Kräutermischung für Hustentee passen zur Königskerze außerdem Spitzwegerich, Thymian, Salbei und Melisse.
Königskerzentee: Zubereitung und Wirkung des Tees

Königskerzentee können Sie aus frischen und aus getrockneten Blüten zubereiten. Übergießen Sie eine Handvoll Blüten mit 250 ml kochendem Wasser und lassen Sie den Aufguss 10 Minuten ziehen. Danach den Tee abseihen, auf angenehme Temperatur abkühlen lassen und traditionell 2× täglich bei Husten, Erkältung und Ähnlichem trinken.
Süßen lässt sich der Tee mit Honig oder Rohrzucker, gerade für Kinder. Sie können ihn 14 Tage lang ohne Einschränkung trinken (sofern keine Gegenanzeigen vorliegen), danach sollten Sie mindestens eine Woche pausieren.
Königskerzentinktur: wie man eine Tinktur aus Königskerze ansetzt

Die Tinktur gelingt besser aus getrockneten Blüten, weil diese nicht verderben können. Geben Sie die Blüten in ein größeres dunkles Gefäß bzw. Glas und übergießen Sie sie mit 40%igem Alkohol (Weingeist, Wodka). Sie müssen vollständig bedeckt sein. Verschließen Sie das Gefäß und lassen Sie es rund 3 Wochen an einem trockenen, warmen Ort stehen.
Danach die Flüssigkeit durch ein Sieb, ein Tuch oder einen Kaffeefilter abseihen und die fertige Tinktur in kleinen dunklen Fläschchen aufbewahren. Volkstümlich werden 20 Tropfen 2× täglich in Tee, Wasser oder auf ein Stück Zucker gegeben – bei Erkältung, Grippe oder Husten.
Kinder sowie schwangere und stillende Frauen sollten die Tinktur schon wegen des enthaltenen Alkohols nicht einnehmen. Es handelt sich um traditionelle Anwendungen, nicht um belegte Heilwirkungen.
Kräuter und Gewürze düngen: Dünger für Kräuter
Die Königskerze kommt mit wenig aus, aber Kräuter im Balkonkasten oder in der Kräuterspirale brauchen regelmäßigen Nährstoffnachschub. Wie das geht, beschreiben wir im Artikel Kräuter düngen; das allgemeine Vorgehen dann im Artikel über den Universaldünger.
