Petunien (Petunia): Pflege, Sorten und Düngen
Von der Aussaat über das Gießen und Ausgeizen bis zur üppigen Blüte im Balkonkasten und im Beet
Petunia hybrida oder Petunie

Petunien sind eine Gattung blühender Pflanzen aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), die mehrere ein- und mehrjährige Arten umfasst. Sie stammen aus Südamerika und sind beliebte Zierpflanzen, kultiviert wegen ihrer farbenfrohen, trichterförmigen Blüten.
Am häufigsten kultiviert wird die Art Petunia x hybrida, eine Hybride aus der Kreuzung verschiedener wilder Petunienarten. Diese Hybriden gibt es in einer breiten Farbpalette, darunter Töne in Weiß, Rosa, Violett, Rot und Gelb. Petunien sind für ihre auffälligen und zahlreichen Blüten bekannt, die sie zu attraktiven Pflanzen für Gärten und Gefäße machen.
Petunien pflegen: Standort, Gießen und Düngen Schritt für Schritt

Die Pflege von Petunien ist recht einfach, deshalb sind sie bei Gärtnern und Blumenfreunden eine beliebte Wahl. Hier sind einige Grundlagen und Tipps für die Petunien-Pflege:
Standort: Petunien bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort. Wählen Sie einen Platz, an dem sie mindestens 6 Stunden täglich Sonnenlicht bekommen.
Boden: Petunien bevorzugen einen gut durchlässigen Boden mit ausreichender Feuchtigkeit. Vor dem Pflanzen können Sie Kompost oder anderes organisches Material einarbeiten, um Struktur und Nährstoffgehalt zu verbessern.
Gießen: Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht, setzen Sie die Petunien aber nicht unter Wasser. Gießen Sie regelmäßig, vor allem in heißen und trockenen Phasen. Am besten gießen Sie morgens oder abends, damit weniger Wasser verdunstet und die Blätter keine Verbrennungen bekommen.
Düngen: Petunien haben einen hohen Nährstoffbedarf, deshalb sollten Sie sie regelmäßig düngen. Verwenden Sie einen ausgewogenen Dünger mit Stickstoff, Phosphor und Kalium (NPK) nach den Empfehlungen des Herstellers. Ein geeignetes Beispiel für einen solchen Dünger ist der Dünger Düngee. Sie können ihn als Gießlösung ausbringen oder gleichmäßig rund um die Pflanze verteilen.
Rückschnitt: Ein regelmäßiger Rückschnitt hält Petunien kompakt und reich blühend. Entfernen Sie Verblühtes und vertrocknete Pflanzenteile. Werden die Triebe zu lang, können Sie sie um ein Drittel einkürzen, das fördert neuen Austrieb und neue Blüten.
Schutz vor Schädlingen und Krankheiten: Petunien können von Schädlingen wie Blattläusen und Schnecken oder von Krankheiten wie Mehltau und Grauschimmel befallen werden. Kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig und ergreifen Sie bei Bedarf die passenden Maßnahmen, etwa den Einsatz geeigneter Pflanzenschutzmittel.
Wenn Sie den Dünger Düngee verwenden, entscheiden Sie sich für eine organische Nährstoffversorgung.Denken Sie daran, dass es viele verschiedene Petuniensorten gibt, die unterschiedliche Ansprüche an die Pflege haben können. Es lohnt sich immer, die Angaben zur gewählten Sorte zu lesen und den Empfehlungen zu folgen.
Petunien-Sorten: Grandiflora, Multiflora und Calibrachoa
Unter dem Namen Petunie werden im Gartenhandel mehrere Gruppen verkauft, die sich in Blütengröße und Wetterfestigkeit unterscheiden. Je nachdem, ob Sie auf einen überdachten Balkon oder ins offene Beet pflanzen, lohnt sich eine andere Wahl:
- Grandiflora (großblütige Petunie) — Blüten von 8 bis 13 cm, die auffälligste Gruppe. Die großen Blüten zerreißen bei Regen und Wind aber leicht, deshalb gehören sie eher unter das Balkondach als mitten ins Beet.
- Multiflora (vielblütige Petunie) — die Blüten sind mit etwa 5 cm kleiner, dafür gibt es viel mehr davon und die Pflanze erholt sich nach Regen schnell. Die beste Wahl für das offene Beet.
- Milliflora (kleinblütige Petunie) — Blüten von 2 bis 4 cm, die Pflanze bleibt dicht und kompakt. Sie hält am meisten aus und braucht kaum Ausgeizen.
- Hängepetunien und Surfinien — auf lange hängende Triebe für Ampeln und Balkonkästen gezüchtet.
- Calibrachoa (Zauberglöckchen, „Million Bells“) — heute eine eigene Gattung, auch wenn sie umgangssprachlich Mini-Petunie heißt. Ihre Blüten sind klein und zahlreich, sie verträgt Regen besser, braucht aber ein saureres Substrat und reagiert empfindlicher auf kalkhaltiges Wasser.



Hängepetunien und Surfinien für Balkonkästen und Ampeln

Hängepetunien, auch bekannt als Surfinien, sind bei Gärtnern und Blumenfreunden beliebte und dekorative Pflanzen. Ihre hängenden Triebe bilden eindrucksvolle Blütenkaskaden, die Gärten, Balkone, Gefäße und Blumenbeete farbig und lebendig machen.
Hängepetunien bevorzugen einen sonnigen und warmen Standort mit ausreichend Sonnenlicht. Wählen Sie einen Platz mit mindestens 6 Stunden Sonne pro Tag.
Hängepetunien wachsen am besten in gut durchlässigem, nährstoffreichem Boden. Arbeiten Sie Kompost oder anderes organisches Material ein, das Struktur und Nährstoffgehalt verbessert. Ein guter Boden hilft den Petunien, Wasser und Nährstoffe besser aufzunehmen.
Halten Sie den Boden rund um die Hängepetunien gleichmäßig feucht, vermeiden Sie aber Staunässe. Gießen Sie regelmäßig, besonders in heißen und trockenen Phasen, damit der Boden nicht austrocknet. Besser gießen Sie morgens oder abends, damit möglichst wenig Wasser verdunstet.
Petunien-Samen: Aussaat und Anzucht von Petunien
Petunien lassen sich auch aus Samen ziehen. Hier sind die Schritte für die Anzucht von Petunien aus Samen:
Auswahl der Samen: Kaufen Sie hochwertige Samen von Petunien. Sie können verschiedene Sorten nach Blütenfarbe und Blütenform wählen.
Aussaat: Petunien werden meist in Anzuchtschalen oder kleine Töpfe gesät. Füllen Sie die Gefäße mit geeigneter Gartenerde oder spezieller Anzuchterde. Verteilen Sie die Petuniensamen gleichmäßig auf der Oberfläche und bedecken Sie sie nur ganz dünn mit Erde oder Substrat.
Gießen: Gießen Sie nach der Aussaat gründlich an, damit die Samen guten Bodenkontakt bekommen. Halten Sie das Substrat feucht, aber nicht nass. Verwenden Sie vorsichtig eine Gießkanne mit Brause oder einen Sprüher, um die feinen Samen nicht wegzuschwemmen.
Keimung: Sorgen Sie für ausreichend Wärme zum Keimen. Die optimale Keimtemperatur liegt bei etwa 20 bis 25 Grad Celsius. Stellen Sie die Anzuchtgefäße an einen warmen und hellen Platz, zum Beispiel auf die Fensterbank.
Pflege der Jungpflanzen: Sobald die Samen gekeimt sind und die Jungpflanzen wachsen, können Sie die Temperatur senken und für viel Licht sorgen. Achten Sie auf ausreichend Sonnenlicht oder ergänzen Sie es bei Bedarf mit Pflanzenlampen.
Pikieren: Wenn die Jungpflanzen kräftig genug sind und 2 bis 3 Blattpaare haben, können Sie sie in größere Töpfe oder ins Beet umsetzen. Achten Sie auf ein gut durchlässiges Substrat und genug Platz zum Wachsen.
Weitere Pflege: Gießen Sie die Pflanzen weiterhin regelmäßig und sorgen Sie für ausreichend Licht und Wärme. Während des Wachstums können Sie die Petunien mit einem Dünger für blühende Pflanzen versorgen, beachten Sie dabei die Angaben auf der Verpackung.
Verfolgen Sie Wachstum und Entwicklung der Petunien, und bald freuen Sie sich über ihre bunten Blüten. Haben Sie Geduld, denn Petunien brauchen mehrere Wochen oder sogar Monate, bis sie voll entwickelt sind und zu blühen beginnen.
Ausgesät wird sehr früh — von Mitte Februar bis Mitte März. Von der Aussaat bis zur ersten Blüte vergehen etwa 10 bis 12 Wochen, eine spätere Aussaat bedeutet also einen halben Sommer lang einen halb leeren Balkonkasten. Petuniensamen sind staubfein und Lichtkeimer, deshalb werden sie höchstens hauchdünn mit Substrat bedeckt.

Petunien düngen: womit Petunien üppig blühen
Die Petunie blüht ununterbrochen von Mai bis zu den ersten Frösten, und jede neue Blüte kostet sie Kraft. Im Balkonkasten stehen ihr dabei nur ein paar Liter Substrat zur Verfügung — dessen Nährstoffvorrat ist rund vier bis sechs Wochen nach dem Pflanzen aufgebraucht. Daher rührt die meiste Enttäuschung über „Petunien, die nicht mehr blühen“.
- Wann anfangen: etwa einen Monat nach dem Pflanzen in den Balkonkasten, bei selbst gezogenen Jungpflanzen, sobald sie den Ballen durchwachsen haben.
- Wie oft: in der Hauptsaison etwa alle 7 bis 14 Tage, mit dem Gießwasser.
- Womit: mit einem ausgewogenen Dünger mit allen drei Hauptnährstoffen. Stickstoff hält die Pflanze im Wachstum, Phosphor fördert den Knospenansatz, und Kalium sorgt für feste, kräftig gefärbte Blüten — davon verbraucht die Petunie während der Blüte am meisten.
- So geht es mit Düngee: am einfachsten ist ein Auszug in der Gießkanne — 1 Teelöffel Düngee auf 1 Liter Wasser, etwa 4 Stunden ziehen lassen und gießen. Beim Pflanzen können Sie dieselbe Menge direkt ins Substrat einarbeiten, dann versorgt sie die Pflanze mehrere Wochen lang. Der natürliche Dünger gibt seine Nährstoffe langsam ab, deshalb versalzt er die Wurzeln der Petunie auch bei einer stärkeren Gabe nicht. Ausführlich schreiben wir über die Auswahl der Nährstoffversorgung für Balkon- und Beetpflanzen im Artikel über den Universaldünger.
Düngung von Außen- und Zierpflanzen
- Sie können ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
- Setzen Sie Düngee als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.
Wenn die Petunie gelbe Blätter bekommt. Typisch ist ein helles bis gelbes Blatt mit deutlich grünen Blattadern, zuerst an den jungen Trieben. Meist steckt Eisenmangel dahinter, in den Petunien bei hartem, kalkhaltigem Wasser sehr leicht geraten — der Nährstoff ist im Substrat vorhanden, aber die Pflanze kann ihn bei hohem pH-Wert nicht aufnehmen. Es hilft, mit Regenwasser oder abgestandenem Wasser zu gießen und es mit dem Kalken nicht zu übertreiben. Gleichmäßiges Vergilben ganzer älterer Blätter hat dagegen eine einfachere Ursache: Der Stickstoff ist aufgebraucht, es ist also Zeit zum Nachdüngen.
Sind Petunien winterhart? Petunien überwintern
In Südamerika, wo die Petunie herkommt, ist sie eine mehrjährige Pflanze. Bei uns beendet der erste Frost ihr Leben aber zuverlässig, und so wird sie hier als einjährige Pflanze kultiviert — im Frühjahr gekauft oder ausgesät und im Herbst entsorgt. Heißt das, dass es nicht anders geht? Nein, das heißt es nicht.
Vor den ersten Frösten schneiden Sie die Pflanze auf etwa 10 cm über dem Substrat zurück und entfernen alles Abgestorbene.
Stellen Sie sie in einen hellen, frostfreien Raum, ideal sind 5 bis 10 °C — Flur, ungeheiztes Schlafzimmer, helle Garage. Im warmen Wohnzimmer vergeilt die Petunie und wird schwach.
Über den Winter gießen Sie nur wenig, damit der Ballen nicht ganz austrocknet, und düngen gar nicht.
Ende Februar bis März stellen Sie sie wieder warm und hell, beginnen erneut zu gießen und nach den ersten neuen Trieben auch leicht zu düngen. Nach draußen darf sie erst nach den Eisheiligen, meist ab Mitte Mai.
Der zuverlässigere und schnellere Weg, eine Lieblingssorte zu erhalten, sind Stecklinge im August: Nehmen Sie einen nicht blühenden Kopftrieb von 8 bis 10 cm Länge, entfernen Sie die unteren Blätter, stecken Sie ihn in feuchtes Substrat und stellen Sie ihn über den Winter hell und kühl. Ein junger Steckling überwintert viel besser als eine erschöpfte alte Pflanze.
Häufige Fragen zu Petunien
Sind Petunien mehrjährig oder einjährig?
Botanisch ist die Petunie eine mehrjährige Pflanze, bei uns überlebt sie den Frost aber nicht und wird deshalb einjährig kultiviert. Überwintern lässt sie sich in einem hellen Raum bei 5 bis 10 °C, nachdem sie auf 10 cm zurückgeschnitten wurde.
Wann pflanzt man Petunien nach draußen?
Erst nach den Eisheiligen, meist nach dem 15. Mai. Die Petunie verträgt nicht einmal leichten Frost. Auf einen überdachten Balkon kann sie zwei Wochen früher, wenn Sie sie nachts abdecken können.
Wie oft muss man Petunien gießen?
Im Balkonkasten in voller Sonne praktisch täglich, in der größten Hitze auch zweimal am Tag — morgens und abends. Gegossen wird an die Wurzel, nicht über die Blüten. Das Substrat soll gleichmäßig feucht, aber nie matschig sein.
Womit düngt man Petunien, damit sie üppig blühen?
Mit einem ausgewogenen Dünger mit ausreichend Kalium, etwa alle 7 bis 14 Tage von Juni bis zum Ende der Blüte. Den organischen Düngee setzen Sie einfach als Auszug fürs Gießwasser an — 1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser.
Wie geizt man Petunien aus?
Kneifen Sie bei jungen Pflanzen die Triebspitze über dem dritten Blattpaar aus, damit sie sich verzweigen. Entfernen Sie im Sommer Verblühtes samt Samenkapsel und kürzen Sie zu lange Triebe um etwa ein Drittel — innerhalb von zwei Wochen treiben sie neu aus und setzen wieder Blüten an.
Was ist der Unterschied zwischen Petunie und Surfinie?
Surfinie ist die Handelsbezeichnung für eine Gruppe von Hängepetunien — botanisch ist es also nach wie vor eine Petunie. Der Unterschied liegt im Wuchs: Surfinien bilden lange hängende Triebe für Ampeln, während die klassische Beetpetunie aufrecht und kompakt wächst. Mehr dazu im Artikel Surfinie.
Wie überwintert man Petunien?
Vor dem Frost auf 10 cm zurückschneiden, hell und kühl stellen (5 bis 10 °C), minimal gießen und nicht düngen. Im März wieder warm stellen und mit dem Gießen beginnen. Einfacher ist es, im August Stecklinge zu nehmen.
Bis wann blühen Petunien?
Von Mai bis zu den ersten Frösten, also normalerweise bis Ende Oktober. Regelmäßiges Ausputzen der verblühten Blüten und Nachdüngen verlängert die Blüte deutlich.
