Scindapsus – Scindapsus pictus, Gefleckte Efeutute
Pflege, Vermehrung und Sorten der kletternden Zimmerpflanze mit silbrig gepunkteten Blättern
Scindapsus pictus auf einen Blick

Hängende oder kletternde Blattschmuckpflanze, nicht winterhart.
Standort: hell bis halbschattig; keine pralle Sonne.
Höhe: 1,8–2 m.
Vermehrung: durch Kopfstecklinge.
Die attraktive Kletter- oder Hängepflanze aus der Familie der Aronstabgewächse (Araceae) stammt aus Malaysia. Sie hat asymmetrische, schwarzgrüne, bläulich gepunktete Blätter. Wegen der hohen Ansprüche an Temperatur, Luft und Substrat gelingt die Kultur am besten in einem geschlossenen Blumenfenster oder im warmen Gewächshaus.
Die Pflanze braucht ganzjährig Zimmertemperatur, im Winter nicht weniger als 16 °C. Im Sommer ist auf gleichmäßige Feuchtigkeit durch Gießen mit weichem, temperiertem Wasser und auf wöchentliche Düngergaben zu achten. Im Winter lässt sich beides einschränken. Regelmäßiges Besprühen wird empfohlen.
Besonders schön, mit dicht silbrig-weiß gepunkteten Blättern, ist die Sorte ‚Argyraeus‘.
Scindapsus pictus: Anbau und Pflege
Scindapsus gehört zu den anspruchslosen Zimmerpflanzen, wenn er bekommt, was er braucht: gestreutes Licht, Wärme und Luftfeuchtigkeit. In der prallen Sonne bleichen die Blätter aus und verbrennen, im tiefen Schatten verschwindet dagegen die silbrige Zeichnung und die Pflanze vergeilt.
- Licht: hell, aber indirekt – ideal ein Stück neben einem Ost- oder Westfenster.
- Temperatur: 18–26 °C das ganze Jahr über, im Winter nie unter 16 °C.
- Gießen: erst wenn das obere Drittel des Substrats abgetrocknet ist; die Pflanze verträgt Trockenheit besser als Nässe.
- Luftfeuchtigkeit: 50 % und mehr, Besprühen oder eine Schale mit feuchtem Blähton tun ihr gut.
- Substrat: durchlässig, mit einem Anteil Perlite oder Rinde; der Topf muss ein Abzugsloch haben.
- Umtopfen: alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr, in einen nur wenig größeren Topf.
Der häufigste Fehler ist zu reichliches Gießen. Stauende Nässe im Übertopf führt zu Wurzelfäule, die man an weich werdenden Blattstielen und vergilbenden Blättern erkennt.
Scindapsus – Arten und Sorten
Im Handel findet man am häufigsten die Gefleckte Efeutute (Scindapsus pictus) und ihre Kultivare, seltener dann die Art Scindapsus treubii. Sie unterscheiden sich vor allem im Grad der silbrigen Zeichnung und in der Blattform.
- ‚Argyraeus‘ – das gängigste Kultivar, kleinere Blätter mit dichten silbrigen Flecken und silbrigem Rand.
- ‚Exotica‘ – größere Blätter mit großen, zusammenfließenden silbrigen Flächen.
- ‚Silvery Ann‘ – Blätter mit überwiegend silbriger Farbe, nur mit grüner Aderung.
- ‚Trebie‘ – Blätter mit feiner, verteilter Silberung und markanter Struktur.
- Scindapsus treubii ‚Moonlight‘ – längliche, ganz silbrige Blätter ohne Flecken, wächst langsamer.
- Scindapsus treubii ‚Dark Form‘ – fast schwarzgrüne, glänzende Blätter, eine Sammlerrarität.
Scindapsus oder Epipremnum?
Beide Pflanzen gehören zur Familie der Aronstabgewächse und werden im Handel verwechselt, weil Epipremnum (die Efeutute) früher unter dem Namen Goldene Efeutute gerade zur Gattung Scindapsus gezählt wurde. Unterscheiden lassen sie sich leicht:
- Scindapsus – das Blatt ist unsymmetrisch, matt bis samtig, mit silbriger Zeichnung; es bleibt auch im Alter ungeteilt.
- Epipremnum – das Blatt ist symmetrisch und glänzend, die Panaschierung ist meist gelb oder weiß; ausgewachsene Pflanzen haben geteilte Blätter.
Ähnlich geteilte Blätter hat auch die Monstera, sie wächst allerdings deutlich mächtiger und klettert an einer Stütze empor.
Scindapsus düngen
Von Frühjahr bis Spätsommer tut Scindapsus regelmäßiges Nachdüngen gut – in der ursprünglichen Beschreibung werden wöchentliche Düngergaben genannt, im Winter wird das Düngen eingeschränkt oder ganz ausgesetzt. Bewährt hat sich der organische Universaldünger DÜNGEE, der die Nährstoffe nach und nach freisetzt, sodass den empfindlichen Wurzeln keine Überdüngung droht. Bereiten Sie den Auszug nach der Dosierungstabelle zu und gießen Sie damit anstelle des üblichen Gießwassers.
Eine ausführliche Anleitung für die ganze Fensterbank finden Sie im Artikel Dünger für Zimmerpflanzen.
Häufige Fragen
Ist Scindapsus giftig?
Ja, wie die meisten Aronstabgewächse enthält Scindapsus in allen Teilen Kristalle von Calciumoxalat. Nach dem Zerbeißen eines Blattes brennen die Schleimhäute im Mund, der Rachen wird gereizt und es kann Übelkeit auftreten; der Saft aus verletzten Trieben reizt auch die Haut. Lebensbedrohlich ist die Pflanze nicht, außer Reichweite von kleinen Kindern, Katzen und Hunden gehört sie aber trotzdem.
Wie vermehrt man Scindapsus?
Durch Kopfstecklinge. Schneiden Sie das Triebende mit ein bis zwei Blättern so ab, dass mindestens ein Nodium daran bleibt – die verdickte Stelle, aus der eine Luftwurzel wächst. Bewurzeln Sie den Steckling im Wasser oder gleich in durchlässigem Substrat bei etwa 22–25 °C. Wurzeln zeigen sich in der Regel nach drei bis vier Wochen. Am besten bewurzelt er im Frühjahr und im Sommer.
Warum verliert Scindapsus die silbrige Zeichnung?
Fast immer wegen Lichtmangels. Im Schatten bildet die Pflanze kleinere, rein grüne Blätter und die Internodien werden länger. Stellen Sie sie näher ans Fenster ins gestreute Licht und kürzen Sie die längsten kahlen Triebe – aus den Knoten unter dem Schnitt treiben neue, besser gezeichnete Blätter aus.
Warum bekommen die Blätter von Scindapsus braune Ränder?
Hinter braun werdenden Spitzen und Rändern steckt meist trockene Heizungsluft oder hartes, kaltes Wasser. Gießen Sie mit abgestandenem, weichem und temperiertem Wasser, besprühen Sie die Pflanze regelmäßig und stellen Sie sie im Winter nicht direkt über einen Heizkörper.
