Eukalyptusarten (Eucalyptus): Merkmale, Kübelkultur und Überwinterung
Camaldoli-, Berg-, Blau-, Cider- und Manna-Eukalyptus — woran Sie die Arten erkennen und wie Sie sie im Kübel kultivieren

Hohe, schnellwüchsige und aromatische Bäume mit immergrünen Blättern
- Standort: Überwinterung im Freien nur in mediterranen Lagen
- Wuchshöhe: 25–40 m und mehr; in Kultur 6 m bereits im zweiten Jahr
- Blütezeit: von Juni bis in den Herbst
- Vermehrung: durch Aussaat
Die Gattung Eukalyptus (Eucalyptus) aus der Familie der Myrtengewächse (Myrtaceae) umfasst 500–600 Arten und ist fast ausschließlich in Australien verbreitet, wo sie rund 90 Prozent der gesamten Baumvegetation stellt. Die hohen, schnellwüchsigen immergrünen Bäume haben meist glatte Stämme, an denen sich die Rinde in langen Streifen ablöst. Eukalypten zeichnen sich durch Verschiedenblättrigkeit – Heterophyllie – aus. An jungen Pflanzen sind die Blätter meist breit eiförmig und gegenständig; im Alter folgen wechselständige, längliche, sichelförmig gebogene und ledrig harte Blätter.
Eukalyptus und Eucalyptus sind zwei Schreibweisen für dieselbe Gattung — „Eukalyptus“ ist die eingedeutschte Form des botanischen Namens Eucalyptus. Eine ausführliche Anleitung zu Vermehrung, Düngung und Überwinterung finden Sie im Artikel über Eukalyptus.

Bei starker Sonneneinstrahlung schützt sich die Pflanze vor zu hoher Wasserverdunstung, indem sie die Blätter mit der schmalen Seite zum stärksten Lichteinfall dreht. Bei den Blüten sind Kelch- und Kronblätter zu einer deckelartigen Kappe verwachsen, die sich beim Streckungswachstum der zahlreichen Staubblätter löst und abfällt.
Einige Eukalyptusarten sind im Mittelmeerraum Park- und Waldbäume. Da sie an den Boden keine Ansprüche stellen, werden sie oft zur Aufforstung extremer Standorte verwendet. Der Blaue Eukalyptus (Eucalyptus globulus) wird am häufigsten zur Trockenlegung von Sumpfgebieten eingesetzt.
Die häufigsten Eukalyptusarten: Camaldoli-, Blau-, Cider- und Manna-Eukalyptus
Von fünfhundert Arten begegnen Ihnen in Europa vor allem die folgenden fünf. Sie unterscheiden sich in Höhe, Rindenfarbe und Blattform — und vor allem darin, wie viel Frost sie vertragen. Die Gattung ist aber weit vielfältiger: Zu ihr gehören auch der Riesen-Eukalyptus (Eucalyptus regnans), die höchste Blütenpflanze der Welt, oder der Regenbogen-Eukalyptus (Eucalyptus deglupta), dessen Stamm sich nach dem Ablösen der Rinde grün, orange und violett färbt.
Camaldoli-Eukalyptus (Eucalyptus camaldulensis)

Etwa 40 m hoher Baum mit überhängenden Ästen und unregelmäßig abblätternder heller Rinde. Die Blätter sind lanzettlich, oft weißgrau bis bläulich, im Alter länglich lanzettlich, grün und bis 22 cm lang. Die Blüten tragen eine große Zahl gelblich weißer Staubblätter.
Berg-Eukalyptus (Eucalyptus dalrympleana)

Der 35 m hohe Baum hat eine glatte Rinde, die zunächst cremeweiß, später lachsrosa bis hellbraun ist und sich in großen Stücken löst. Die Blätter des jungen Baumes sind fast rund, grün oder blaugrün, die des ausgewachsenen Baumes sichelförmig lanzettlich. In den Blüten stehen weiße Staubblätter.
Blauer Eukalyptus (Eucalyptus globulus) und Eukalyptusöl

Er erreicht eine Höhe von 40–50 m. Die Rinde löst sich in langen Streifen. Die Blätter des jungen Baumes sind eiförmig bis breit lanzettlich, etwa 30 cm lang und hängend. Blüten mit weißen Staubblättern erscheinen von Juni bis November.
Er ist der außerhalb der australischen Heimat am häufigsten gepflanzte Eukalyptus. Im Mittelmeerraum wurde er zu einem bedeutenden Waldbaum. Das Eukalyptusöl, das in Europa für Heil- und Kosmetikzwecke verwendet wird, stammt gerade von dieser Art.
Cider-Eukalyptus (Eucalyptus gunnii): der frostharteste von ihnen

In Europa wird er bis 25 m hoch. Er hat bläulich weiße Triebe. In der Jugend sind die Blätter rund, 2–5 cm breit und blaugrün; die Blätter des alten Baumes sind lanzettlich und bis 10 cm lang. Die Blüten erscheinen von Oktober bis Dezember, die Staubblätter sind gelblich weiß. Diese Art wird in England auch als Zierbaum verwendet.
Manna-Eukalyptus (Eucalyptus viminalis)

Ein 30 m hoher Baum mit gelblicher oder weißer Rinde, die sich in langen Streifen löst. Die jungen Triebe sind dunkelrot und warzig, die Blätter in der Jugend eiförmig bis lanzettlich, dunkelgrün und 5–10 cm lang, im Alter lanzettlich und meist sichelförmig gebogen. In den Blüten stehen gelblich weiße Staubblätter. Diese Art wird in wärmeren Gegenden, vor allem im Mittelmeerraum und in England, als Zierbaum gepflanzt.
Eukalyptus als Kübelpflanze: Kultur im Topf und im Kübel

Eukalyptus ist bei uns nicht winterhart und lässt sich deshalb nur in einem größeren Kübel kultivieren. Nach einiger Zeit wird er zu groß, und dann bleibt nichts anderes übrig, als sich von der Pflanze zu verabschieden. Eine ältere Pflanze lässt sich aber problemlos durch eine junge aus Aussaat ersetzen. Das gilt vor allem für den ungewöhnlich schnellwüchsigen Blauen Eukalyptus (Eucalyptus globulus).
Im Kübel wird am häufigsten der Cider-Eukalyptus (Eucalyptus gunnii) kultiviert, der auch Fröste bis -12 bis -15 °C verträgt. Wer einen Wintergarten hat, kann Eucalyptus sideroxylon wählen, der von Herbst bis Frühjahr lilarosa blüht. Eucalyptus ficifolia bildet 30 cm breite Büschel hellroter, rosa, oranger, lachsfarbener oder cremefarbener Blüten.
Allen Eukalypten ist gemeinsam, dass sie an jungen und an alten Pflanzen unterschiedlich geformte Blätter tragen.
Eukalyptus pflegen: Standort, Gießen und Überwintern
Für ein zufriedenstellendes Wachstum braucht Eukalyptus im Sommer einen vollsonnigen Platz im Garten oder auf der Terrasse. Gegossen wird eher mäßig, denn Wasserüberschuss und vor allem dauerhafte Nässe verträgt Eukalyptus schlecht. Leichte Fröste überstehen alle Arten, zum Überwintern eignet sich jedoch ein heller und kühler Raum mit 4 bis 10 °C am besten. Ein Rückschnitt ist zwar möglich, das Gehölz verliert dadurch aber seine natürliche Form.
Eine Pflanze im Kübel hat nur die Handvoll Erde zur Verfügung, die Sie ihr geben, und Eukalyptus schöpft sie bei seinem Wachstumstempo in einer einzigen Saison aus. Vom Frühjahr bis zum Spätsommer tut ihm deshalb eine regelmäßige Gabe eines organischen Universaldüngers gut — DÜNGEE wird ins Gießwasser eingerührt, sodass sich die Nährstoffe im ganzen Wurzelballen verteilen. Die Mengen finden Sie in der Übersicht Dosierung; im Winter wird nicht gedüngt.
Häufige Fragen zum Eukalyptus
Ist der Blaugummibaum dasselbe wie Eukalyptus?
Der Blaugummibaum ist der deutsche Name einer einzelnen Art, nämlich Eucalyptus globulus. „Eukalyptus“ steht dagegen für die ganze Gattung mit 500–600 Arten — nicht zu verwechseln mit dem Gummibaum (Ficus elastica), der zu einer ganz anderen Familie gehört.
Welcher Eukalyptus verträgt den meisten Frost?
Der Cider-Eukalyptus (Eucalyptus gunnii), der kurzfristig -12 bis -15 °C verkraftet. Auch er braucht bei uns im Winter einen geschützten Standort; im Freiland ohne Abdeckung überwintert er in der Regel nicht.
Wächst Eukalyptus in Deutschland im Freien?
Über den Sommer ja, in voller Sonne im Garten oder auf der Terrasse. Zum Winter zieht der Kübel in einen hellen und kühlen Raum mit 4 bis 10 °C um — etwa in einen unbeheizten Wintergarten oder Vorbau.
Wie schnell wächst Eukalyptus?
Sehr schnell: In Kultur erreicht er bereits im zweiten Jahr 6 Meter. Genau deshalb wächst die Kübelpflanze nach einigen Jahren über den Platz hinaus und wird durch einen jungen Sämling aus Aussaat ersetzt.
Womit düngt man Eukalyptus im Topf?
Mit einem ausgewogenen organischen Dünger mit vollem NPK -Verhältnis vom Frühjahr bis zum Spätsommer. Eukalyptus verträgt keinen dauerhaft nassen Wurzelballen, deshalb ist es besser, schwächer und häufiger zu düngen als einmal und stark.
