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Färberdistel (Carthamus tinctorius) – Saflor

Als falscher Safran bekannter Farbstoff, wertvolles Distelöl aus den Samen und eine anspruchslose Sommerblume für den trockenen Garten

Gelb-orangefarbene Blütenkörbchen der Färberdistel über stacheligen grünen Hochblättern
Die schönen Blütenkörbchen der Färberdistel (Carthamus tinctorius) dienen als Gemüse und als Farbstoff. Aus den Samen wird Öl gewonnen.

Färber- und Ölpflanze, die in Südeuropa angebaut wird.

  • Standort: sonnig; magerer, leichter, sandiger Boden
  • Aussaat: Mai
  • Erntezeit: Blüten von Juli bis September, Samen von September bis Oktober

Pflanzenbeschreibung: Blüte, Samen und Öl der Färberdistel

Botanische Zeichnung der Färberdistel — Stängel, stachelige Blätter und Blütenkörbchen
  • Blüten: gelb-orangefarbene Blütenkörbchen von 2–3 cm Größe, die zum Färben von Speisen und Stoffen sowie in der Kosmetik (z. B. Rouge) verwendet werden.
  • Samen: Sie werden zu wertvollem Distelöl mit einem hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren gepresst.

Die Färberdistel stammt ursprünglich aus Indien und Ägypten, von wo aus sie sich bis nach Südeuropa ausgebreitet hat. Sie gehört zur Familie der Korbblütler (Asteraceae). In derselben Familie finden Sie auch die Sonnenblume oder die Mariendistel, also weitere Pflanzen, die wegen ihrer ölhaltigen Samen angebaut werden.

Verwendung der Färberdistel: Farbstoff, Gewürz und Distelöl

  • Färben: Die Blüten werden zu einem Pulver vermahlen, das als „falscher Safran“ bekannt ist und in der Lebensmittelindustrie verwendet wird. Mit der Färberdistel lassen sich auch Stoffe gelb färben.
  • Küche: Junge Blütenkörbchen werden als Gemüse gegessen.
  • Anbau: Auch in unseren Weinbaugebieten mit leichtem, sandigem Boden lässt sich die Färberdistel als Gartenpflanze kultivieren.

Getrocknete Blütenblätter werden auch als günstigerer Ersatz für Safran in Reis und Suppen verkauft. Anders als echter Safran, der aus den Narben des Safran-Krokus gewonnen wird, verleiht die Färberdistel dem Gericht Farbe, aber kaum Aroma.

Färberdistel anbauen: Aussaat, Boden und Ernte

Die Färberdistel wird auch Saflor genannt. Sie ist eine einjährige Pflanze mit einer tiefen Pfahlwurzel, dank der sie Trockenheit gut verträgt und mit wenig auskommt.

  • Aussaat: Sie wird im Mai direkt an Ort und Stelle etwa 2–3 cm tief und in einem Abstand von rund 30 × 20 cm ausgesät. Vorkultur und Umpflanzen verträgt sie schlecht — die Pfahlwurzel wird dabei beschädigt. Wie Sie den Samen bei der Keimung helfen, beschreiben wir in einem eigenen Artikel.
  • Boden und Standort: volle Sonne und ein durchlässiger, eher magerer Boden. Auf schwerem und staunassem Boden leidet die Färberdistel und fault leicht.
  • Gießen: Gegossen wird nur bei längerer Trockenheit, dann lieber seltener und dafür durchdringend.
  • Blütenernte: Die Blütenkörbchen werden bei trockenem Wetter geerntet, wenn sie voll entwickelt sind, und im Schatten bei guter Luftzirkulation getrocknet.
  • Samenernte: Die Samen reifen im September bis Oktober. Die Hochblätter verhärten am Ende der Vegetation und sind stachelig, deshalb wird mit Handschuhen geerntet.

Färberdistel düngen

Die Färberdistel stammt von mageren, leichten Böden und Überdüngung bekommt ihr nicht — auf einem zu nährstoffreichen Standort wächst sie ins Laub und setzt schlechter Blütenkörbchen an. Vor der Aussaat genügt es daher, Kompost oder eine geringe Menge Universaldünger in den Boden einzuarbeiten und während der Vegetation nur schwach nachzudüngen.

  • Sie können den Dünger in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
  • Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.

Die genauen Mengen finden Sie in der Tabelle Dosierung, das allgemeine Vorgehen dann im Artikel über das Düngen von Außen- und Zierpflanzen.