Krokus (Crocus) – Krokusse für Steingarten, Rasen und Gehölzrand
Kleine Zwiebelblumen für Frühjahr und Herbst: Arten, Pflanzzeit und Düngung
Krokus oder Safran? Zwei Namen für dieselbe Pflanze
Kleine Frühjahrszwiebeln für jeden Garten
- Standort: vor allem sonnige Plätze; nährstoffreiche, kalkhaltige, durchlässige, trockene bis mäßig feuchte Böden, zum Beispiel sandig-lehmig
- Höhe: 10–15 cm
- Blütezeit: je nach Art Februar–April oder September–November
- Vermehrung: durch Brutknollen und Aussaat
Diese sehr umfangreiche Gattung gehört zu den Schwertliliengewächsen (Iridaceae) und ist mit verschiedenen Arten in ganz Europa, in den Karpaten und in Kleinasien verbreitet. Krokusse sind allgemein als Frühjahrsblüher bekannt, einige Arten blühen jedoch im Herbst. Neben den Wildarten werden großblütige Garten-Krokusse gezüchtet. Verwendet werden Krokusse vor allem am Gehölzrand, im Rasen und in den steinigen Partien des Gartens. Nach Verwendung und Blütezeit teilt man die Arten in vier Gruppen ein:
Krokus und Safran sind zwei Namen für dieselbe Gattung — lateinisch Crocus. „Safran“ ist im Deutschen vor allem der Name des Gewürzes, „Krokus“ der gärtnerische Name der Pflanze (Mehrzahl: Krokusse); im Zwiebelhandel begegnet Ihnen fast nur er. Das Gewürz Safran wird zudem aus einer einzigen Art gewonnen, aus dem Safran-Krokus.
Mit den Herbstkrokussen verwechselt wird häufig die Herbstzeitlose. Sie blüht ebenfalls im Herbst und hat ähnlich geformte Blüten, gehört aber zu einer anderen Familie und ist in allen Teilen stark giftig. Das sicherste Erkennungsmerkmal ist die Zahl der Staubblätter: Der Krokus hat drei, die Herbstzeitlose sechs. Beim Krokus wächst aus der Knolle ein schmales, grasartiges Blatt, während die Herbstzeitlose im Frühjahr breite, bärlauchähnliche Blätter treibt. Eine Übersicht der übrigen Frühjahrs- und Herbstarten finden Sie im Artikel über Blumenzwiebeln.
Krokusse pflanzen: Frühjahrsblüher für den Steingarten

Diese Krokusse stammen aus den Gebirgslagen Südeuropas, wo sie an sonnigen Plätzen zwischen Steinen wachsen. Im Garten brauchen sie ähnliche Bedingungen. Am besten gedeihen sie auf warmen, sonnigen Geröllflächen und Steinterrassen. Die Knollen (im Handel meist als Krokuszwiebeln bezeichnet) werden im Frühherbst gesetzt, schon ab September. Je früher die Knollen vor dem Winter einwurzeln, desto besser blühen sie im Frühjahr. Bei frostfreiem Wetter lassen sich die Zwiebeln aber noch im Dezember pflanzen. Halten Sie beim Pflanzen eine Tiefe von etwa 10 cm und einen Abstand von 7 bis 10 cm zwischen den Knollen ein.
| Art/Sorte | Höhe (cm) | Blütezeit | Farbe | Besonderheiten | Herkunft |
|---|---|---|---|---|---|
| C. ancyrensis | 5 | Februar | leuchtend gelb | sehr wüchsig | Türkei |
| C. angustifolius | 5-8 | Februar–März | golden, braune Streifen | – | Kaukasus |
| C. biflorus var. alexandri | 8-10 | Februar–März | weiß, purpurner Rand | – | Südosteuropa |
| C. etruscus ‚Zwanenburg‘ | 5-8 | März | blauviolett | bildet große Gruppen, zum Verwildern geeignet | Italien |
| C. flavus ‚Goldcrocus‘ | 7-10 | Februar–März | dunkel orangegelb | zum Verwildern geeignet | Italien, Südosteuropa |
| C. imperati | 8-10 | Januar–März | violett, purpurne Streifen | vor allem für trockene Lagen | Italien |
| C. sieberi ‚Bowles‘ White‘ | 7-10 | Februar–März | reinweiß, dunkelgelber Schlund | – | Südosteuropa |
Herbstkrokus: Krokusse, die im Herbst blühen

In Gärten sieht man sie nur selten. Sie erscheinen von September bis November und sind wirklich reizvoll, in Farben von Purpur bis Dunkelblau. Die Knollen werden im Juli 6–10 cm tief gesetzt. Herbstkrokusse verlangen offene, im Sommer trockene Plätze im Steingarten oder warme Stellen am lichten Gehölzrand. Die Blüten öffnen sich in der Regel, bevor die grasartigen Blätter erscheinen; bei einigen Arten zeigen sie sich zusammen mit den Blättern.
| Art/Sorte | Höhe (cm) | Blütezeit | Farbe | Besonderheiten | Herkunft |
|---|---|---|---|---|---|
| C. kotschyanus | 10 | September–Oktober | hell lila, goldgelber Schlund | weit verbreitet, zum Verwildern geeignet | Kleinasien |
| C. medius | 7-10 | September–Oktober | hell purpurn, Blätter im Frühjahr | – | Alpen |
| C. nudiflorus | 8-10 | September–Oktober | violett, orangegelber Schlund | zum Verwildern geeignet | – |
| C. pulchellus | 10-15 | September–Oktober | lavendelblau, orangefarbener Schlund | – | Griechenland |
| C. sativus | 8 | September–Oktober | lilablau, lange rote Narben | weit verbreitet, liefert das Gewürz Safran | Mittelmeerraum |
| C. speciosus | 15 | September–Oktober | dunkelblau, Narbe orange | zum Verwildern geeignet | Kleinasien |
Elfen-Krokus und Garten-Krokusse für Rasen und Gehölzrand

Diese Krokusse brauchen Plätze, die zur Blütezeit im Frühjahr sonnig, warm und nicht trocken sind. Im Sommer vertragen sie auch Schatten und Trockenheit. Die Arten samen sich meist leicht aus und eignen sich zum Verwildern. Krokusse werden gern in den Rasen in Hausnähe gepflanzt, wo sie willkommene Frühlingsboten sind. Solange die Krokusse ihr Laub im Frühjahr nicht eingezogen haben, muss an diesen Stellen das Mähen unterbleiben. Die Knollen werden im Herbst gesetzt (September bis Oktober). Im Winter können Mäuse und Kaninchen die Knollen fressen.
In den Rasen passen auch andere kleine Frühjahrszwiebeln, mit denen sich Krokusse gut ergänzen — Schneeglöckchen, Blausternchen oder weitere Zwiebelblumen für den Rasen.
| Art/Sorte | Höhe (cm) | Blütezeit | Farbe | Besonderheiten | Herkunft |
|---|---|---|---|---|---|
| C. tommasinianus | 10 | Februar–März | lavendellila | blüht reich, zum Verwildern geeignet | Dalmatien |
| C. vernus | 8-15 | März–April | weiß, violett oder gestreift | – | – |
| C. vernus ‚Pickwick‘ | 8-10 | März–April | violett gestreift | samt sich leicht aus | – |
| C. vernus ‚Vanguard‘ | 8-10 | Februar–März | lila | blüht früh, sterile Sorte | – |
Weitere Krokusse für den Steingarten: Crocus chrysanthus

Für Steingärten eignen sich außerdem die Hybriden von Crocus chrysanthus. In älterer Literatur wird die Art gelegentlich als südamerikanisch bezeichnet, das entspricht jedoch nicht den Tatsachen: Crocus chrysanthus stammt vom Balkan und aus Kleinasien, in Amerika finden Sie keinen einzigen wild wachsenden Krokus. Die dekorativen Blüten zeigen sich von Februar bis März. Am besten wirken sie an architektonischen Elementen und in Verbindung mit Stein. Sie gedeihen an offenen, sonnigen Plätzen in durchlässigem Boden. Wie bei allen im Frühjahr blühenden Krokussen werden auch die Knollen der Steingarten-Krokusse im Herbst gesetzt.
Crocus-Chrysanthus-Hybriden
| Sorte | Höhe (cm) | Blütenfarbe | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| ‚Advance‘ | 8-10 | gelb, außen violett | sehr wüchsig |
| ‚Blue Pearl‘ | 5-10 | zartblau, Schlund gelb | duftet |
| ‚Cream Beauty‘ | 5-10 | cremegelb, grüner Schlund | – |
| ‚Snow Bunting‘ | 5-10 | weiß geadert | duftet |
| ‚Ladykiller‘ | 8-10 | purpurviolett, weißer Rand, innen heller | – |
Safran-Krokus (Crocus sativus): Safran selbst anbauen
Das Gewürz Safran wird aus einer einzigen Art gewonnen — dem Safran-Krokus (Crocus sativus), einem herbstblühenden Krokus aus der Tabelle oben. Geerntet werden die drei tiefroten Narben, die aus jeder Blüte ragen. Sie werden von Hand und früh am Morgen gepflückt, solange die Blüte noch geschlossen ist; für ein einziges Gramm getrocknetes Gewürz braucht man rund hundert bis zweihundert davon, also 150 bis 200 Blüten. Daher rührt sein Ruf als teuerstes Gewürz der Welt.
Safran selbst anzubauen ist einfacher als gedacht. Die Knollen kommen im Juli und August 10–15 cm tief und mit rund 10 cm Abstand in die Erde, in die volle Sonne, in durchlässigen und im Sommer eher trockenen, kalkhaltigen Boden. Er blüht bereits im ersten Herbst nach dem Pflanzen, im September und Oktober. Frost verträgt er, Nässe dagegen nicht — in schwerem, über den Winter vernässtem Boden faulen die Knollen, deshalb lohnen sich ein Hochbeet oder eine Zugabe von Sand und Kies.
Der Safran-Krokus ist eine sterile triploide Kreuzung: er bildet keine keimfähigen Samen und vermehrt sich ausschließlich über die Teilung der Knollen, von denen jede Mutterknolle mehrere ansetzt. Tütchen, die als „Safran zum Selbsttrocknen“ angeboten werden, enthalten deshalb eine ganz andere Pflanze — die Färberdistel (Carthamus tinctorius), auch Falscher Safran genannt. Sie färbt ähnlich, hat mit der Gattung Crocus aber nichts zu tun.
Krokusse düngen und die Pflege nach der Blüte
Der Krokus lebt von seiner Knolle und legt den gesamten Vorrat für die nächste Saison genau in der Zeit darin an, in der er Blätter trägt — bei den Frühjahrsarten von der Blüte bis zum Einziehen des Laubes im Mai und Juni, bei den Herbstarten im Frühjahr. Nur dann ist Düngen sinnvoll; während der Blüte zu düngen ist zu spät.
- Verblühte Blüten können Sie ruhig entfernen, die Blätter bleiben stehen, bis sie von selbst vergilben.
- Im Rasen verschieben Sie den ersten Schnitt entsprechend — sonst werden die Knollen von Jahr zu Jahr schwächer und blühen nicht mehr.
- Düngen Sie zu Beginn des Blattaustriebs, lieber mit einer kleineren Gabe; überdüngte Krokusse treiben üppig Laub und blühen schlechter.
- Staunässe vertragen sie schlechter als Trockenheit: im Sommer, wenn sie ruhen, gießen Sie gar nicht.
Für kleine Zwiebelblumen eignet sich ein organischer Universaldünger mit langsam fließenden Nährstoffen, der sich in den Boden einarbeiten oder als Auszug zum Gießen verwenden lässt — zum Beispiel DÜNGEE (ein Teelöffel auf einen Liter Wasser). Das gesamte Sortiment finden Sie in unserem Katalog. Dasselbe gilt für die übrigen Blumenzwiebeln und für die Steingartenpflanzen, mit denen sich Krokusse den Platz im Beet meist teilen.
Häufige Fragen: Krokus und Safran
Wann blühen Krokusse?
Je nach Art in zwei Wellen. Frühjahrskrokusse blühen von Februar bis April, die frühesten (C. imperati) schon Ende Januar. Die Herbstarten einschließlich des Safran-Krokus blühen von September bis November.
Wann pflanzt man Krokusse?
Die im Frühjahr blühenden Arten werden von September bis Oktober gesetzt, bei frostfreiem Wetter noch im Dezember — je früher die Knollen einwurzeln, desto besser blühen sie im Frühjahr. Die im Herbst blühenden Arten pflanzt man schon im Juli, weil sie wenige Wochen nach dem Setzen blühen. Die Pflanztiefe beträgt etwa 10 cm, der Abstand 7 bis 10 cm.
Ist der Krokus giftig?
Der Safran-Krokus ist nicht giftig, seine Narben werden ganz normal als Gewürz verwendet. Gefährlich ist die Verwechslung mit der Herbstzeitlosen, die zur selben Zeit blüht und ihm ähnelt — sie ist in allen Teilen stark giftig. Den Krokus erkennen Sie an den drei Staubblättern und den schmalen, grasartigen Blättern, die Herbstzeitlose hat sechs.
Kann man Krokusse im Topf pflanzen?
Ja, sie eignen sich für Schalen und Balkonkästen. Das Gefäß braucht eine Drainage, und die Knollen werden dichter gesetzt als im Beet, damit der Bestand geschlossen wirkt. Über den Winter lassen Sie sie draußen — ohne Kälteperiode blühen sie nicht. Nach der Blüte lassen Sie das Laub ausreifen und lagern die Knollen dann trocken, oder Sie pflanzen sie ins Beet.
Wie unterscheide ich Krokus und Herbstzeitlose?
An den Staubblättern und den Blättern. Der Krokus hat drei Staubblätter in der Blüte und schmale, grasartige Blätter mit hellem Mittelstreifen, die Herbstzeitlose sechs Staubblätter und im Frühjahr breite, bärlauchähnliche Blätter. Die Herbstzeitlose blüht außerdem nur im Herbst, während die meisten Krokusse im Frühjahr blühen.
