Steinbrech (Saxifraga)
Staude für Steingarten, Mauerfugen und schattige Einfassungen
Formenreiche Gattung, die Pflanzen bilden meist Polster — eine alpine Staude.
Standort: Sonnig und halbschattig; frischer, humoser bis trockener, kalkhaltiger Boden
Höhe: Bis 50 cm
Blütezeit: April – September
Vermehrung: Durch Aussaat, Ableger oder Teilung
Die meisten der über 300 Steinbrech-Arten aus der Familie der Steinbrechgewächse (Saxifragaceae) wachsen in den Gebirgen der Nordhalbkugel. Viele haben sich an kalte und unwirtliche Bedingungen so gut angepasst, dass wir sie noch in großen Höhen und an Stellen finden, die für das Leben von Pflanzen völlig ungeeignet scheinen. So gibt es Arten, die noch im Norden Grönlands wachsen (der Schnee-Steinbrech oder Arktische Steinbrech – Saxifraga nivalis); der Moor-Steinbrech (Saxifraga hirculus) wurde im Himalaja in über 5000 m Höhe gefunden. Die meisten Arten stehen heute unter Naturschutz.
Der Steinbrech wächst oft in Felsspalten oder in Ritzen zwischen Steinen. Mit Ausnahme einiger einjähriger Arten mit verhältnismäßig feinen Wurzeln sind die Steinbriche überwiegend mit einem kräftigen Wurzelsystem oder mit kriechenden Rhizomen im steinigen Boden verankert. Ihre meist immergrünen Blätter sind vielgestaltig, oft grundständig und rosettenförmig oder sie bilden Polster. Die einzelnen Blüten stehen meist in rispigen Blütenständen, haben 5 Kronblätter, 5–10 Staubblätter und 2 Griffel.
Für die Freilandkultur im Steingarten sind im Fachhandel verschiedene Arten und Sorten erhältlich. Man sollte allerdings darauf achten, dass der Standort den sehr unterschiedlichen Ansprüchen der einzelnen Arten entspricht. Nur so entwickeln sich die Pflanzen Ihrer Art gut und zuverlässig. Im Handel finden Sie auch einige Arten für die Zimmerkultur. Steinbrech vermehrt man durch Aussaat oder durch Teilung gleich nach der Samenreife.
Nach bestimmten gemeinsamen Merkmalen werden die Steinbriche zu botanischen Gruppen zusammengefasst. Die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten und Standortansprüche sind bei den einzelnen Sektionen angegeben:
Steinbrech: Pflanzen und Pflege
Der Steinbrech ist eine ausdauernde Steingartenstaude, die bei uns ohne Probleme im Freien überwintert. Die Ansprüche unterscheiden sich zwischen den Gruppen aber so stark, dass es keinen einzigen Rat für die ganze Gattung gibt — die Polsterarten wollen Sonne und Kies, die Schattenarten dagegen frischen Boden ohne direkte Sonne. Danach richten Sie den Platz und die Nachbarn im Beet aus.
Standort und Boden für den Steinbrech
Die Grundlage ist ein durchlässiger Boden ohne Staunässe. Im Steingarten gedeiht der Steinbrech in sandig-kiesigem Substrat, in den Fugen zwischen Steinen und im Hochbeet. Die meisten Rosetten- und Polsterarten mögen kalkhaltigen Boden und volle Sonne, die Schattenarten kommen mit Halbschatten und frischer, humoser Erde aus. Im Balkonkasten und im Trog ist eine Drainageschicht nötig — Staunässe an den Wurzeln verträgt der Steinbrech schlechter als Trockenheit.
Steinbrech gießen und düngen
Gegossen wird sparsam und lieber seltener; eingewachsene Horste überstehen auch längere Trockenheit. An Nährstoffen ist der Steinbrech anspruchslos — es genügt eine einzige schwache Gabe organischen Düngers im Frühjahr vor dem Knospenansatz, zum Beispiel DÜNGEE als schwacher Auszug. Eine überdüngte Pflanze wächst weich, das Polster fällt auseinander und überwintert schlechter.
Rückschnitt nach der Blüte und Pflege im Jahresverlauf
Nach der Blüte schneidet man die verblühten Stängel dicht an der Rosette ab — die Pflanze verschwendet dann keine Kraft an Samen und das Polster bleibt dicht. Vertrocknete oder verkahlte Teile des Horstes räumen Sie am Ende des Sommers aus und füllen die Lücken mit etwas Kiessand auf, damit die Rosetten neu einwurzeln können. Eine Winterabdeckung ist nicht nötig, sie schadet eher: Unter feuchtem Laub faulen die Polster.
Steinbrech vermehren durch Teilung und Stecklinge
Am einfachsten ist die Teilung des Horstes nach der Blüte oder im Frühherbst. Die Polsterarten lassen sich auch über einzelne Rosetten als Stecklinge vermehren — die abgeschnittene Rosette stecken Sie in feuchten Sand und halten sie im Schatten, bis sie Wurzeln bildet. Die Aussaat lohnt vor allem bei den botanischen Arten, die Samen werden frisch gleich nach der Reife ausgesät. Auf die gleiche Weise vermehren sich auch andere Steingartenstauden, zum Beispiel Hauswurz oder Fetthenne.
Moos-Steinbrech: die Polsterarten
Sehr reich blühende Arten und Sorten für flächige Pflanzungen; sie bilden moosartige immergrüne Polster, gedeihen auf frischen, sandig-humosen Böden im Halbschatten und eignen sich auch für Steingärten und Einfassungen.
Arendsii-Hybriden
Saxifraga × arendsii
Arends-Steinbrech Saxifraga × arendsii

Die Hybriden entstanden durch Kreuzung verschiedener Arten der Sektion Dactyloides, sie bilden Polster und blühen in verschiedenen Farben (siehe Tabelle unten).
Saxifraga x arendsii (Arendsii-Hybriden)
| Sorte | Höhe (cm) | Blütenfarbe | Blütezeit |
|---|---|---|---|
| ‚Blütenteppich‘ | 15 | karminrosa | April – Mai |
| ‚Schneeteppich‘ | 20 | weiß | April – Mai |
| ‚Schwefelblüte‘ | 15 | schwefelgelb | April – Mai |
| ‚Triumph‘ | 15 | tief rubinrot | April – Mai |
Moos-Steinbrech
Saxifraga muscoides

Bildet dunkelgrüne Polster; wächst noch in 4000 m Höhe. Die Sorte ‚Findling‘ wird 10 cm hoch und hat große weiße Blüten; sie blüht im Mai und Juni.
Moosartiger Steinbrech
Saxifraga hypnoides

Wächst rasig und lockerer, wird 10–15 cm hoch; hat dreilappige Blätter und kleine weiße sternförmige Blüten.
Rosetten-Steinbriche mit Rispen und Trauben
Rosettensteínbreche, rispige oder traubige Steinbreche
Ihre Blüten erheben sich in Rispen über die Blattrosetten; die Blätter tragen am Rand oft Kalkkrusten; sie gedeihen auf Kies und in Felsspalten in voller Sonne und auf kalkhaltigem Boden.
Strauß-Steinbrech,
Saxifraga cotyledon ‚Pyramidalis‘
Prachtiger Steinbrech,Saxifraga cotyledon ‚Pyramidalis‘

Mit großen Rosetten aus breit linealischen Blättern; die pyramidal aufgebauten, auffallend großen Blütenrispen sind weiß und 50 cm hoch; braucht einen nicht vollsonnigen Platz. Eine gute Schnittblume.

Trauben-Steinbrech,
Saxifraga paniculata

Bildet halbkugelige Rosettenpolster aus schmalen, eiförmigen Blättern; liebt sonnige bis halbschattige Lagen, bevorzugt auf Kalk; die leicht verzweigten, drüsigen Stängel tragen weiße, oft rot punktierte Blüten. Die Pflanze wird 1–40 cm hoch. Die Sorte ‚Rosea‘ hat rötliche Blätter und rosa Blüten; sie wird 20 cm hoch.
Schatten-Steinbriche
Schattensteinbreche
Dichte immergrüne Polster aus trichterförmigen Rosetten eignen sich als Einfassung oder zur flächigen Begrünung im Halbschatten und in sonnenabgewandter Lage; bevorzugen frischen Boden.
Nelkenwurz-Steinbrech,
Saxifraga × geum

Hat dunkelgrüne gestielte Blätter und weiße Blütenrispen im Juni und Juli; wird bis 25 cm hoch.
Schatten-Steinbrech,
Saxifraga umbrosa

Hat große dunkelgrüne Blattrosetten, die hohen weißen Blütenrispen entfalten sich im Mai und Juni; wird 30 cm hoch. Im Handel läuft die Art auch unter dem Namen Porzellanblümchen. Die Sorte ‚Elliott‘ wird 20 cm hoch, ist insgesamt zierlicher als die Art und hat rosa Blüten an rötlichem Stiel.
Weitere Steinbrech-Arten
In keine der vorigen Gruppen passen diese drei Arten — jede hat eigene Ansprüche und im Garten geht man mit ihnen anders um als mit den üblichen Polsterarten im Steingarten.
Fetthennen-Steinbrech,
Saxifraga aizoides

der Fetthennen-Steinbrech wächst von Natur aus auf Kalk im Hochgebirge oder an Quellfluren. Bei dieser Art sind auch die aufrechten Blütenstängel dicht mit zahlreichen dicken, borstig bewimperten Blättern besetzt. Die lockeren Blütenstände tragen von Juni bis September goldgelbe bis rotbraune Blüten. Dieser interessante Steinbrech verlangt eine gewisse gärtnerische Erfahrung.
Knöllchen-Steinbrech,
Saxifraga granulata

der Knöllchen-Steinbrech ist eine der wenigen Arten, die überwiegend im Flachland vorkommen, in den Alpen und in arktischen Gebieten dagegen kaum. Er bevorzugt kalkarme Böden und wächst vor allem auf feuchten Wiesen, an Hängen und auf Dämmen. Die zwei- bis mehrjährige Pflanze trägt lang gestielte, nierenförmige, gelappt gekerbte Blätter und ist drüsig klebrig behaart; von April bis Juli erscheinen weiße Blüten in lockeren Rispen. An der Blattbasis bilden sich zahlreiche knöllchenförmige Brutzwiebeln. Früher wurde er als Heilpflanze bei Steinleiden verwendet.
Rundblättriger Steinbrech,
Saxifraga rotundifolia

Der Rundblättrige Steinbrech wächst fast buschig, trägt lang gestielte, runde, behaarte Blätter und schöne Rispen aus weißen, gelb oder rot punktierten Blüten. Er gedeiht vor allem auf frischem, humosem Boden im Schatten.
Häufige Fragen: Steinbrech
Ist Steinbrech eine Staude?
Ja, die Garten-Steinbriche sind ausdauernde Steingartenstauden. Die meisten Arten sind zudem immergrün — Polster und Blattrosetten bleiben auch über den Winter grün und die Pflanze wächst viele Jahre an derselben Stelle.
Wann blüht Steinbrech?
Je nach Art von April bis September. Der Moos-Steinbrech und die Arendsii-Hybriden blühen zuerst, im April und Mai; die Schattenarten im Mai bis Juli, und der Fetthennen-Steinbrech blüht bis in den September.
Was macht man mit Steinbrech nach der Blüte?
Schneiden Sie die verblühten Stängel dicht an der Rosette ab und füllen Sie verkahlte Stellen im Polster mit Kiessand auf. Nach der Blüte ist zugleich die beste Zeit für die Teilung des Horstes, wenn Sie die Pflanze vermehren oder verjüngen wollen.
Verträgt Steinbrech Schatten?
Die Gruppe der Schatten-Steinbriche (zum Beispiel der Nelkenwurz-Steinbrech und der Schatten-Steinbrech) ist genau auf Halbschatten und sonnenabgewandte Lagen gebaut. Die Rosetten- und Polsterarten wollen dagegen volle Sonne und werden an schattigen Plätzen licht und blühen schlechter.
Womit düngt man Steinbrech?
Mit einer schwachen Gabe organischen Düngers im Frühjahr. Steingartenpflanzen bekommt eher magerer Boden — starke Düngung treibt die Pflanze in weiches Wachstum, das Polster fällt auseinander und übersteht den Winter schlechter.
