Winden (Convolvulus): Zierarten, Anbau und die Ackerwinde
Dreifarbige Winde für Beet und Balkonkasten, Standort, Gießen und Düngen – und wie Sie die Ackerwinde erkennen und zurückdrängen, die sich im Garten wie Unkraut verhält.
Was sind Winden und wie sehen sie aus (Convolvulus)

Die Winde, botanisch Convolvulus, ist eine Pflanzengattung, die Gärten und Landschaften Farbe verleiht. Kennzeichnend sind ihre trichterförmigen Blüten und die windenden Stängel. Die Gattung umfasst zahlreiche Arten und Unterarten mit unterschiedlichen Blütenfarben und Blattformen – das macht sie bei Gartenfreunden und Blumenliebhabern beliebt.
- Gattung: Convolvulus, Familie der Windengewächse
- Blüte: trichter- bis glockenförmig, öffnet sich am Morgen
- Standort: volle Sonne, durchlässiger Boden
- Im Garten: die zierende Dreifarbige Winde, die unkrautartige Ackerwinde
Winden anbauen: Standort, Boden und Gießen

Beim Anbau von Winden ist es wichtig, einen gut durchlässigen Boden zu wählen, in dem kein Wasser steht. Die Winde bevorzugt einen sonnigen Standort mit reichlich Licht. Gegossen wird regelmäßig, abhängig von Witterung und Bodenart. Die Winde ist eine recht anspruchslose Pflanze, und mit ein wenig Pflege schmückt sie den Garten die ganze Saison über mit ihren Blüten.
Kletternde Winde oder Prunkwinde?
Achtung, Verwechslungsgefahr: Als „kletternde Winde“ wird im Handel häufig die Purpurwinde (Ipomoea) angeboten – eine andere Gattung derselben Familie der Windengewächse mit ganz ähnlichen Trichterblüten. Echte Arten der Gattung Convolvulus liegen im Garten eher nieder oder bilden flache Polster, klettern nur begrenzt und halten sich an der Stütze durch Umwinden des Stängels fest, nicht mit Ranken.
Dreifarbige Winde (Convolvulus tricolor)
Die Dreifarbige Winde, botanisch Convolvulus tricolor, gehört zu den beliebtesten Zierarten der Gattung. Bekannt ist sie vor allem für ihre Blüten, die mehrere Farbtöne zugleich zeigen. Im Beet und in der Landschaft bildet sie farbige Teppiche, die den ganzen Sommer über wirken.
Die Blüten der Dreifarbigen Winde können blau, violett, rosa und weiß sein und zeigen oft Zeichnungen, die an Pinselstriche erinnern. Diese Art ist bei allen beliebt, die eine Pflanze mit auffälligen Blüten für das Beet suchen.
Kultiviert wird sie als Sommerblume aus Frühjahrsaussaat – Saatgut der niedrigen Mischung finden Sie in unserem Päckchen Dreifarbige Winde.
Ackerwinde (Convolvulus arvensis): das ausdauernde Unkraut
Die Ackerwinde, botanisch Convolvulus arvensis, gilt vielen als Unkraut, weil sie sich rasch ausbreitet und anderen Pflanzen Konkurrenz macht. Dennoch hat diese Art ihren Platz in der Geschichte und in der überlieferten Heilkunde, und zwar wegen der Eigenschaften, die man ihren Wurzeln zuschrieb.
Die Wurzeln der Ackerwinde wurden früher wegen ihrer angeblich entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkung verwendet. Sie enthalten Harzglykoside und Tropanalkaloide, die in größeren Mengen reizend wirken – Vorsicht ist deshalb bei jeder Anwendung geboten. Hinzu kommt, dass sich die Ackerwinde schnell ausbreitet und im Garten fest als ausdauerndes Unkraut einzuplanen ist.
Winden düngen: womit und wann
Das Düngen ist ein wichtiger Teil der Pflege dieser Pflanze. Zierwinden reagieren gut auf organischen Dünger, den Sie im Frühjahr vor Beginn der Vegetationszeit ausbringen. Organischer Dünger verbessert die Bodenstruktur und versorgt die Pflanze mit Nährstoffen. Für reichere Blüte und kräftigeres Wachstum können Sie zusätzlich einen Dünger mit höherem Phosphoranteil einsetzen. Gedüngt wird etwa einmal im Monat während der Wachstumszeit.
Eine interessante Möglichkeit ist der natürliche Dünger DÜNGEE. Dieser natürliche Dünger enthält nützliche Mikroorganismen, die organisches Material im Boden abbauen helfen. DÜNGEE unterstützt gesundes Wachstum und die Widerstandskraft der Pflanzen. Streuen Sie ihn einfach in einer dünnen Schicht rings um die Pflanze und gießen Sie an, oder setzen Sie einen Auszug an; die genauen Mengen finden Sie in der Dosierungstabelle. Das komplette Sortiment finden Sie im Katalog und die allgemeinen Regeln im Artikel über das Düngen von Gartenpflanzen.
Ackerwinde: Verwendung und Wirkung
Die Ackerwinde (Convolvulus arvensis) hat mehrere Seiten, auch wenn sie meist nur als Unkraut wahrgenommen wird.
Sehen wir sie uns genauer an:
Überlieferte Heilkunde:
Historisch wurde die Ackerwinde in der Volksheilkunde verschiedener Kulturen verwendet. Die Wurzeln enthalten Stoffe, denen man heilende Eigenschaften zuschrieb, vor allem eine entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung. Überlieferte Heilkundige bereiteten aus den Wurzeln Absude oder Auszüge und setzten sie bei verschiedenen Beschwerden ein, darunter Schmerzen und Entzündungen. Es muss allerdings betont werden, dass die wissenschaftliche Beleglage dafür sehr dünn ist und die Pflanze in der heutigen Kräuterkunde praktisch keine Rolle mehr spielt.
Ist die Ackerwinde giftig?
Die Ackerwinde zählt nicht zu den essbaren Pflanzen. Die ganze Pflanze, besonders Samen und Wurzeln, enthält Harzglykoside und Tropanalkaloide, die in größeren Mengen den Magen-Darm-Trakt reizen und abführend wirken. Größere Mengen im Futter sind vor allem für Pferde riskant. Für Gartenfreunde heißt das: nicht zum Verzehr sammeln und nicht verfüttern – beim Jäten sind besondere Schutzmaßnahmen jedoch nicht nötig.
Ökologische Bedeutung:
Auch wenn die Ackerwinde als Unkraut gilt, hat sie eine gewisse ökologische Bedeutung. Ihre Wurzeln können Boden an Hängen und an erosionsgefährdeten Stellen festhalten. Die Pflanze bietet außerdem Bestäubern Nahrung und Vögeln Samen. Einige Schmetterlingsarten nutzen die Ackerwinde als Futterpflanze für ihre Raupen.
Man sollte im Blick behalten, dass sich die Ackerwinde rasch ausbreitet und in manchen Lebensräumen stark expansiv wird, was sich negativ auf die heimische Flora und Fauna auswirken kann. Ihr Vorkommen sollte deshalb sorgfältig abgewogen und reguliert werden, besonders in der Landwirtschaft und im Naturschutz.
Ackerwinde bekämpfen und dauerhaft loswerden
Die Ackerwinde hält sich über ihre Wurzeln, die tief unter die Krume reichen und schon aus kleinen Bruchstücken wieder austreiben. Ein einmaliger Eingriff löst das Problem deshalb nicht – es hilft nur beharrliches Wiederholen, am besten über die ganze Saison.
- Regelmäßig ausreißen und flach abstechen. Das Ziel ist nicht, die Wurzel auszugraben (das gelingt meist ohnehin nicht), sondern die Pflanze keine Blätter bilden zu lassen. Ohne sie zehrt die Wurzel ihre Reserven nach und nach auf.
- Nicht umgraben und nicht fräsen. Jedes durchtrennte Wurzelstück treibt als neue Pflanze aus – durch Umgraben vermehren Sie die Ackerwinde über das ganze Beet.
- Die Fläche abdecken. Eine dicke Mulchschicht oder eine lichtundurchlässige Plane, die eine ganze Saison liegen bleibt, schwächt den Bestand deutlich.
- Im Rasen häufig mähen. Eine dichte, geschlossene Grasnarbe lässt der Ackerwinde keinen Platz; weitere Tipps finden Sie im Artikel über Unkräuter im Rasen.
- Wurzeln nicht auf den Kompost geben. Im Komposter überleben sie und kehren mit dem reifen Kompost ins Beet zurück – sie gehören in die Restmülltonne.
Chemische Mittel (Herbizide) werden gegen die Ackerwinde vor allem auf großen Flächen und außerhalb bepflanzter Beete eingesetzt; halten Sie sich immer an die Gebrauchsanweisung auf dem Etikett und an die vom Hersteller angegebenen Anwendungszeiträume. Im Hausgarten ist die Kombination aus Bodenabdeckung und regelmäßigem Entfernen der oberirdischen Teile meist zuverlässiger.
Häufige Fragen: Winden
Was ist eine Winde (Convolvulus)?
Die Gattung Convolvulus aus der Familie der Windengewächse. Sie erkennen sie an den röhrigen bis trichterförmigen Blüten, die sich am Morgen öffnen. Im Garten begegnen Ihnen zwei Gesichter: die dreifarbige Zierwinde und die Ackerwinde als Unkraut.
Ist die Ackerwinde ein Unkraut?
Die Ackerwinde (Convolvulus arvensis) ja — sie ist ein ausdauerndes und sehr hartnäckiges Unkraut in Beeten und im Rasen. Die dreifarbige Winde (Convolvulus tricolor) ist dagegen eine Zierpflanze, die wegen ihrer bunten Blüten in Beeten und Balkonkästen gepflanzt wird.
Wie wird man die Ackerwinde los?
Durch konsequentes und wiederholtes Entfernen der Triebe und möglichst großer Wurzelteile — aus Wurzelresten treibt die Pflanze wieder aus, einmaliges Ausreißen genügt also nicht. Wichtig ist außerdem, die Pflanzen nicht zur Blüte und Aussamung kommen zu lassen.
Was ist der Unterschied zwischen Winde und Prunkwinde?
Als „Kletterwinde“ wird im Handel häufig die Prunkwinde (Ipomoea) angeboten — eine andere Gattung derselben Familie mit ähnlich trichterförmigen Blüten. Echte Winden kriechen eher oder bilden niedrige Polster und halten sich durch Umschlingen des Stängels fest, nicht mit Ranken.
Wo gedeiht die dreifarbige Winde?
In voller Sonne auf gut durchlässigem Boden. Gegossen wird regelmäßig, aber maßvoll je nach Witterung und Bodenart; ansonsten ist es eine anspruchslose Sommerblume, die farbige Blütenteppiche bildet.
Womit düngt man Winden?
Zierwinden genügt eine maßvolle Düngung während Wachstum und Blüte. DÜNGEE setzen Sie als Auszug an — 1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser ins Gießwasser — oder streuen ihn fein rings um die Pflanzen.
Die genauen Mengen für die einzelnen Pflanzen finden Sie auf der Seite DÜNGEE Dosierung.
