Bürstenspinner am Baum: Schlehen-Bürstenspinner, Buchen-Streckfuß und weitere Arten
Raupen mit Haarbüscheln wie kleine Bürsten fressen Blätter und Nadeln. So erkennen Sie die einzelnen Arten und wann ein Schutz wirklich nötig ist.
Bürstenspinner sind Schmetterlinge mit auffälligen Raupen, die auf dem Rücken dichte Haarbüschel wie kleine Bürsten tragen. Sie schaden durch Fraß an den Blättern von Laubgehölzen und an den Nadeln von Nadelhölzern. Entdecken Sie solche Raupen am Baum, hilft gerade die Behaarung dabei, die Art sicher zu bestimmen. Die Haare der Raupen können bei Berührung die Haut reizen, fassen Sie die Tiere daher nicht mit bloßen Händen an.
Schlehen-Bürstenspinner




Orgyia antiqua
Wirtsgehölze: Laubbäume und Sträucher sowie Nadelhölzer, davon vor allem Fichten.
Symptome: An Nadelhölzern fressen die Raupen zuerst die Knospen und die jungen Nadeln, später auch die älteren Nadeln. Diese werden entweder vollständig abgefressen, oder es bleiben nur kurze Stummel zurück. An Laubgehölzen kommt es zum Teil zu verschwenderischem Fraß.
Schädling: Die Falter zeigen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Die Männchen erreichen eine Flügelspannweite von 30 mm, die Grundfärbung der Flügel ist rostbraun. In der hinteren Ecke der Vorderflügel sitzt ein auffälliger weißer Fleck. Die Weibchen haben nur winzige Flügelansätze und sind dicht mit grauen Haaren bedeckt. Die Raupen sind anfangs schwarz, später bis zu 35 mm lang, sehr bunt und bizarr behaart. Auf dem Rücken tragen sie 4 auffällige Haarbüschel aus gelben Haaren, auf dem ersten Rückensegment hinter dem Kopf stehen zwei Büschel langer schwarzer, am Ende verzweigter Haare. Ein solches Büschel sitzt außerdem auf dem 11. Körpersegment.
Verwechslungsmöglichkeiten: Die Raupen des Eckfleck-Bürstenspinners. Auch andere Raupen, die Blätter und Nadeln fressen, doch die Behaarung der Raupen ist sehr charakteristisch und artspezifisch.
Schadwirkung: Den Bäumen droht keine große Gefahr, allenfalls ein geringerer Ertrag bei Obstgehölzen.
Schutz: Sinnvoll ist er wohl nur bei einer starken Massenvermehrung, die eher selten vorkommt. Die Raupen sind sowohl gegenüber chemischen Insektiziden als auch gegenüber Biopräparaten auf Basis von B. thuringiensis sehr empfindlich.
Buchen-Streckfuß (Rotschwanz)


Calliteara pudibunda
Wirtsgehölze: Vor allem die Buche, aber auch Eichen, Walnuss und viele weitere Laubgehölze.
Symptome: Fraß der dicht behaarten Raupen mit vier Haarbürsten auf dem Rücken und einem etwa 10 mm langen Haarbüschel auf dem 8. Segment.
Schädling: Die lang behaarten Raupen treten in zwei Farbformen auf. Sie sind entweder gelbgrün oder schmutzig graubraun gefärbt. Typisch ist die oben beschriebene Behaarung. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von bis zu 45 mm (Männchen) bzw. 65 mm (Weibchen) und sind grauweiß gefärbt.
Verwechslungsmöglichkeiten: Dank der charakteristischen Behaarung der Raupen ist eine Verwechslung unwahrscheinlich.
Schadwirkung: Selten kommt es zu örtlichen Massenvermehrungen, die bis zum Kahlfraß führen. Ein gleichzeitiger Befall der Buchen mit Pilzkrankheiten, vor allem aus der Gattung Nectria, kann die Sterblichkeit der befallenen Bäume erhöhen.
Schutz: Für Präparate auf Basis des Bakteriums Bacillus thuringiensis ist eine hohe Wirksamkeit belegt. Ein geeigneter Behandlungstermin ist das Auftreten der Raupen der ersten Larvenstadien im Juni bis Juli.
Eckfleck-Bürstenspinner


Orgyia recens
Wirtsgehölze: Laubbäume und Sträucher sowie Nadelhölzer, davon vor allem Fichten.
Symptome: An Nadelhölzern fressen die Raupen zuerst die Knospen und die jungen Nadeln, später auch die älteren Nadeln. Diese werden entweder vollständig abgefressen, oder es bleiben nur kurze Stummel zurück. An Laubgehölzen kommt es zum Teil zu verschwenderischem Fraß.
Schädling: Die Falter zeigen einen ausgeprägten Geschlechtsdimorphismus. Die Männchen erreichen eine Flügelspannweite von 30 mm, die Grundfärbung der Flügel ist graubraun. Im oberen Drittel der Flügel bilden hellbraune und weiße Flecken eine breite Binde. Die Weibchen haben nur winzige Flügelansätze und sind dicht mit grauen Haaren bedeckt. Die Raupen sind anfangs schwarz, später bis zu 35 mm lang, sehr bunt und bizarr behaart. Auf dem Rücken tragen sie 4 auffällige Haarbüschel aus gelben bis braunen Haaren, auf dem ersten Rückensegment hinter dem Kopf stehen zwei Büschel langer schwarzer, am Ende verzweigter Haare. Ein solches Büschel sitzt außerdem auf dem 11. Körpersegment.
Verwechslungsmöglichkeiten: Am ehesten andere Raupen, die Blätter und Nadeln fressen, doch die Behaarung der Raupen ist sehr charakteristisch und artspezifisch.
Schadwirkung: Den Bäumen droht keine große Gefahr.
Schutz: Sinnvoll ist er wohl nur bei einer starken Massenvermehrung, die sehr selten vorkommt. Die Raupen sind sowohl gegenüber chemischen Insektiziden als auch gegenüber Biopräparaten auf Basis von B. thuringiensis sehr empfindlich.
Fichten-Streckfuß


Calliteara abietis
Wirtsgehölze: Tannen.
Symptome: Bizarr gefärbte und behaarte Raupen mit vier Haarbüscheln aus weißen und roten Haaren auf den ersten vier Hinterleibssegmenten.
Schädling: Die Raupen werden bis zu 45 mm lang und haben eine grüne Grundfärbung. Neben den genannten 4 Büscheln tragen sie ein langes, gelbes Haarbüschel am Ende des Hinterleibs und zwei schwarze, nach vorn ragende Büschel an den Kopfseiten. Die Falter sind grauweiß mit scharfen schwarzen Zeichnungen.
Verwechslungsmöglichkeiten: Die Falter ähneln teilweise der Art Calliteara pudibunda, die Raupen sind dank ihrer charakteristischen Behaarung unverwechselbar.
Schadwirkung: Sehr selten kommt es zu einer örtlichen Massenvermehrung, die zu einer Auflichtung der Tannenkronen führt.
Schutz: Meist ist er nicht nötig. Bei Bedarf ließen sich Biopräparate auf Basis von B. thuringiensis einsetzen.
Bildnachweise
- Bürstenspinner am Baum: Didier Descouens, CC BY-SA 4.0, Quelle
- Bürstenspinner am Baum: Martin Cooper Ipswich, CC BY 2.0, Quelle
- Schlehen-Bürstenspinner: gailhampshire, CC BY 2.0, Quelle
- Schlehen-Bürstenspinner: Artur Rydzewski, CC BY 2.0, Quelle
- Schlehen-Bürstenspinner: Bennyboymothman, CC BY 2.0, Quelle
- Buchen-Streckfuß: unbekannter Autor, CC BY-SA 3.0, Quelle
- Buchen-Streckfuß: Ivar Leidus, CC BY-SA 4.0, Quelle
- Eckfleck-Bürstenspinner: Cossus, CC BY-SA 2.0, Quelle
- Eckfleck-Bürstenspinner: Cossus, CC BY-SA 2.0, Quelle
- Fichten-Streckfuß: Ilia Ustyantsev, CC BY-SA 2.0, Quelle
- Fichten-Streckfuß: Cossus, CC BY-SA 2.0, Quelle
