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Feuerbrand, Phytophthora und Verticillium-Welke: schwere Krankheiten an Gehölzen

Wie verbrannt wirkende Triebe an Apfel und Weißdorn, absterbende Wurzeln, eine plötzlich welkende Krone. So erkennen Sie Bakteriosen, Phytophthora-Arten und Welkekrankheiten an Gehölzen.

Bakterielle Krankheiten, Phytophthora-Arten und Gefäßwelken gehören zu den schwerwiegendsten Erkrankungen von Gehölzen: Befallene Bäume und Sträucher sterben häufig ab, und bei einigen bleibt als einzige Möglichkeit nur die Entfernung der befallenen Pflanzen.

Feuerbrand an Rosengewächsen

Feuerbrand an Rosengewächsen

Erwinia amylovora

Wirtsgehölze: alle Rosengewächse, deren Frucht ein Apfel (Kernobst) ist: Apfel, Birne, Quitte, Eberesche, Weißdorn und Feuerdorn, Zierquitte, Mispel, Felsenbirne und Wollmispel (Loquat).

Symptome: wässrig wirkende, welkende, vertrocknende und braun werdende Blüten, plötzliches Braun- bis Schwarzwerden und Einrollen der Blätter, wässrige, braune, vertrocknende und schrumpfende Triebe, deren Spitzen sich hakenförmig krümmen, Austritt von Bakterienschleim am befallenen Gewebe. Eingesunkene Rindennekrosen mit Exsudataustritt: im Winter sinkt die Rinde ein.

Erreger: Das Bakterium ist als geregelter (Quarantäne-)Schadorganismus eingestuft und tritt in Europa seit 1957 auf. Die Infektion wird durch kontaminiertes Werkzeug, Zugvögel, Wassertropfen und Insekten übertragen (Fliegen, Bienen, Wespen und Hummeln infizieren die Blüten, saugende Insekten die Triebe). Eine sichere Bestimmung ist nur im Labor möglich (Optimum: Mai bis September).

Verwechslungsmöglichkeiten: verschiedene pathogene Pilze, die das Absterben von Trieben und Ästen verursachen; achten Sie auf den Bakterienschleim.

Schadwirkung: Welken und Absterben von Blättern, Blüten und Trieben sowie ganzer Pflanzen.

Maßnahmen: Feuerbrand ist in Deutschland meldepflichtig – bei Verdacht ist umgehend der zuständige Pflanzenschutzdienst zu benachrichtigen. Sofortige Vernichtung befallener Pflanzen am Standort; Verbot des Transports befallener Pflanzen sowie von Wirtspflanzen aus Befallsgebieten (Pflanzenpass); vorbeugende und hygienische Maßnahmen: Abschneiden und Verbrennen infizierter Pflanzen und Pflanzenteile, Desinfektion der Werkzeuge; Anbau widerstandsfähiger Sorten; Einsatz von Kupferpräparaten oder Antibiotika (in Deutschland nicht zugelassen); erprobt werden Präparate auf Basis antagonistischer Bakterien, Efeuextrakte oder Gesteinsmehle. Züchtung auf Resistenz.

Phytophthora-Wurzelfäule

Phytophthora-Wurzelfäule

Phytophthora sp.

Wirtsgehölze: verschiedene Gehölzarten, vor allem Laubbäume, in Einzelfällen auch Nadelgehölze (besonders Eibe – Taxus); im städtischen Raum ein ernstes Problem für Rosskastanien.

Symptome: Die Blätter der gesamten Krone vergilben und fallen vorzeitig ab, einzelne Äste und in der Endphase die ganze Baumkrone sterben ab. Aus dem Stamm tritt eine braune Flüssigkeit aus. Unter der Borke entstehen braune bis rotbraune, zungenförmig ausgezogene Rinden- und Bastnekrosen, die scharf gegen die gesunde Rinde abgegrenzt sind.

Erreger: Phytophthora cactorum, Ph. cinnamomi, Ph. cambivora u. a. Die Infektion geht vor allem von beweglichen, begeißelten Zoosporen aus, die sich in der Bodenlösung aktiv bewegen und in die feinen Wurzelhaare eindringen. Die Hyphen wachsen in Richtung Stamm, der in der Endphase abstirbt. Ursache des Befalls ist wahrscheinlich eine langfristige Schwächung der Bäume (z. B. durch extreme Witterung – jahrelanger Stress durch Trockenheit, Staunässe oder Stickstoffüberschuss).

Verwechslungsmöglichkeiten: Wurzelfäule anderer Ursache, Saftfluss am Stamm aus anderem Grund.

Schadwirkung: fast immer tödlich.

Maßnahmen: Kurative Maßnahmen kommen nur bei jüngeren Bäumen und bei rechtzeitiger Erkennung der Krankheit infrage: Einsatz spezieller Fungizide (bei einigen besteht die Gefahr der Resistenzbildung!);

vorbeugende Maßnahmen: Befallene Bäume müssen entfernt und vernichtet werden. Vor einer Neupflanzung ist ein großes Bodenvolumen auszutauschen und es sind weniger empfindliche Baumarten zu pflanzen.

Plötzlicher Eichentod (Phytophthora ramorum)

Plötzlicher Eichentod

Phytophthora ramorum

Wirtsgehölze: zahlreiche Baum- und Straucharten; Europa: Rhododendron und Azalee, Schneeball – Zierarten wie heimische Arten, Leucothoe sp.

USA: am häufigsten Quercus agrifolia, Lithocarpus desinflorus, Vaccinium ovatum, Rhododendron spp., Umbellularia californica u. a.

Symptome: In Europa traten bisher Symptome an Arten der Gattung Rhododendron auf: Triebsterben (die Triebe sterben von der Spitze her ab); Knospen, Triebe und Triebteile werden schwarz; Flecken an der Blattbasis oder entlang der Mittelrippe.

Viburnum: ganze Pflanzen welken, seltener sterben einzelne Triebe ab; auch Rindenpartien an bodennahen Trieben sterben ab.

Erreger: geregelter (Quarantäne-)Schadorganismus! Erst vor wenigen Jahren wurde P. ramorum in Deutschland an Schneeball nachgewiesen, 2004 in Tschechien an Rhododendron. In den USA ist der Erreger Ursache eines massiven Absterbens von Laubbäumen. Die Infektion wird durch bewegliche Sporen (Zoosporen) ausgelöst. Ungünstige Perioden überdauert der Erreger mit Dauersporen. Verbreitet wird er über befallenes Pflanzenmaterial, auf kurze Entfernungen auch durch Regen und Nebel sowie durch Abschwemmung von bewässerten Flächen in natürliche Gewässer.

Verwechslungsmöglichkeiten: verschiedene Blattpilzkrankheiten an Gehölzen, abiotisch geschädigte Blätter, Wurzelhalsfäule durch andere Phytophthora-Arten (mehr).

Schadwirkung: massives Vertrocknen oder Absterben befallener Pflanzenteile.

Maßnahmen: Quarantänemaßnahmen: bei Verdacht unverzügliche Meldung an den zuständigen Pflanzenschutzdienst; nach Bestimmung des Erregers müssen befallene Pflanzen entfernt und sofort vernichtet (verbrannt) werden. Desinfektion des verwendeten Werkzeugs.

Verticillium-Welke

Verticillium-Welke

A.: Verticillium albo-atrum, A.: Verticillium dahliae

Wirtsgehölze: Ahorn, Esche, Edelkastanie, Linde, Trompetenbaum, Essigbaum und weitere Laubbaumarten.

Symptome: an den Triebspitzen, die später absterben, welkende Blätter; grüne bis graugrüne Verfärbung des Splintholzes, im Querschnitt ringförmig, im Längsschnitt strichförmig, verursacht durch Hyphen, die die Leitbündel durchwachsen. Die einwachsenden Hyphen verstopfen die Gefäße, und die Triebe welken.

Erreger: Mikropilze, die Tracheomykosen verursachen; sie dringen über kleine Verletzungen an Wurzeln und Ästen in die Pflanze ein.

Verwechslungsmöglichkeiten: abiotische Schäden (mehr), besonders durch Spätfröste (mehr); Grauschimmel (mehr), Ulmensterben (mehr).

Schadwirkung: Empfindliche Baumarten und junge Bäume sterben oft schon in den ersten Jahren nach der Pflanzung ab; bei älteren, weniger empfindlichen Arten kann die Krankheit chronisch verlaufen, typisch sind dann eine lichte Belaubung und das teilweise Absterben der Krone.

Maßnahmen: Wurzelverletzungen vermeiden, verwendetes Werkzeug desinfizieren; auf Standorten mit früherem Verticillium-Befall widerstandsfähige Baumarten pflanzen; großes Bodenvolumen austauschen.

Eschenbakteriose

Eschenbakteriose

Pseudomonas savastanoi pv. savastanoi

Wirtsgehölze: Esche.

Symptome: an Trieben, Ästen und Stämmen knotige Wucherungen, die bis zu Faustgröße heranwachsen. Die überwiegend rundlichen Wucherungen sind anfangs von intakter Borke bedeckt, bald jedoch an der Oberfläche rau bis aufgerissen und schwarz.

Erreger: eine nahezu überall vorkommende Bakteriose der Esche. Die Bakterien dringen über die verschiedensten Wunden in den Baum ein.

Verwechslungsmöglichkeiten: Schäden durch den Eschenbastkäfer (Leperesinus fraxini und andere Arten).

Schadwirkung: Schwarze Wucherungen in der Eschenkrone treten nur vereinzelt auf, erkrankte Bäume leben sehr lange.

Maßnahmen: Eine kurative Behandlung ist nicht bekannt, vorbeugend hilft die Desinfektion des zum Schnitt verwendeten Werkzeugs!

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