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Esche (Fraxinus)

So erkennen Sie die Esche an Blättern, Knospen und Früchten – Gemeine Esche, Blumenesche und weitere Arten

Hohe Laubbäume mit gefiederten Blättern.

  • Standort: sonnig, normaler Gartenboden
  • Höhe: 10–35 m
  • Blütezeit: April–Mai (vor dem Blattaustrieb)
  • Vermehrung: durch Aussaat und Stecklinge

Esche erkennen: Blätter, Knospen, Blüten und Früchte

Die Esche gehört zur Familie der Ölbaumgewächse (Oleaceae) und ist mit rund 70 baumförmigen Arten vor allem in Ostasien und Nordamerika verbreitet. In Europa sind nur 4 Arten heimisch. Die Bäume haben auffallend dicke Triebe und meist große, dunkle Knospen – schwarz, braun oder grau. Die Blätter stehen gegenständig und sind unpaarig gefiedert. Die meist unscheinbaren Blüten (zwittrig, einhäusig oder zweihäusig) erscheinen in achselständigen oder endständigen Rispen bzw. Trauben vor dem Austrieb, bei einigen Arten erst nach dem Blattaustrieb.

Bei vielen Arten fehlen den Blüten die Kronblätter; die übrigen Arten haben meist 4 Kronblätter. Die Frucht ist eine Nussfrucht mit einem einzigen verlängerten Flügel. Solche einseitig geflügelten Früchte drehen sich im freien Fall um die Längsachse und sinken dabei auf einer Schraubenlinie zu Boden. Von den vielen auch bei uns winterharten Arten sind für Gärten und Parks nur die beiden hier beschriebenen von Bedeutung.

Zur selben Familie gehören auch bekannte Gartengehölze – Flieder, Jasmin oder Olivenbaum.

Die Erkennungsmerkmale auf einen Blick

  • Knospen: auffallend groß, samtig und dunkel – bei der Gemeinen Esche tiefschwarz. Im Winter ist das das sicherste Merkmal, daran bestimmen Sie die Esche auch ohne Blätter.
  • Blätter: unpaarig gefiedert, 15–35 cm lang, aus 7–13 lanzettlichen Blättchen, am Zweig stehen sie gegenständig (paarweise gegenüber).
  • Blüten: klein und ohne Blütenhülle (Gemeine Esche) oder weiß und stark duftend (Blumenesche), in Rispen vor dem Blattaustrieb.
  • Früchte: Nussfrüchte mit einem einzigen länglichen Flügel, 3–4 cm lang, in Büscheln hängen sie oft bis in den Winter am Baum.
  • Äste und Stamm: kräftige, glatte graugrüne Äste; die Rinde junger Bäume ist glatt und hellgrau, im Alter reißt sie zu einem feinen netzartigen Muster auf.

Unpaarig gefiederte Blätter haben auch andere Gehölze, mit denen die Esche verwechselt wird: Eberesche und Robinie haben wechselständige Blätter, der Eschen-Ahorn zwar gegenständige, aber nur mit 3–7 Blättchen und mit paarweise verwachsenen Flügelfrüchten.

Gemeine Esche (Fraxinus excelsior)

Gemeine Esche (Fraxinus excelsior) – ausgewachsener Baum, cremefarbener Blütenstand, Büschel geflügelter Früchte und unpaarig gefiedertes Blatt

Die Gemeine Esche ist ein 20–35 m hoher Baum mit rundlicher Krone und schwarzen Winterknospen. Die Blätter sind 20–35 cm lang und bestehen aus 9–13 sitzenden, 4–10 cm langen Blättchen. Vor dem Blattaustrieb erscheinen kleine zwittrige oder eingeschlechtige Blüten. In den Blüten entstehen sehr große Mengen an Pollenkörnern (bis zu 1,6 Millionen je Blütenstand). Die schmal länglichen Früchte sind 3–4 cm lang. Die Gemeine Esche ist in Europa und Kleinasien heimisch. Sie wächst vor allem in Auwäldern, Laubmischwäldern und Schluchtwäldern, auf frischen bis feuchten, luftigen und nährstoffreichen Böden. Die Gemeine Esche wird häufig in der Landschaft gepflanzt und dient auch als Allee- und Hofbaum. Für Gärten ist sie zu groß. Von den vielen Formen hat nur ‚Pendula‘ auch für den Garten eine gewisse Bedeutung. Sie wird meist als veredelter Hochstamm gezogen, dessen Äste in weiten Bögen überhängen. Unter einer Hänge-Esche lässt sich gut ein Sitzplatz anlegen.

Blumenesche oder Manna-Esche (Fraxinus ornus)

Blumenesche (Fraxinus ornus) – dichte Rispe cremeweißer, stark duftender Blüten

Die Blumenesche ist ein oft mehrstämmiger Baum von 10–15 m Höhe. Ihre Winterknospen sind graubraun. Die 15–23 cm langen Blätter bestehen aus 7 lanzettlichen, bis 7 cm langen Blättchen. Mit dem Blattaustrieb erscheinen stark duftende Blüten in endständigen, vielblütigen Rispen, die bis zu 10 cm lang und ebenso breit werden. Die Früchte sind schmal länglich und 3–4 cm lang. Die Blumenesche ist im mittleren und östlichen Mittelmeerraum sowie im Süden Mitteleuropas heimisch, weiter nördlich wachsen nur gepflanzte und gelegentlich verwilderte Bäume. Sie kommt vor allem im Hügelland an sonnigen und trockenen Hängen vor, auf kalkhaltigen oder basischen lehmigen bzw. steinigen Böden. Gepflanzte Bäume brauchen ähnliche Standortbedingungen. Junge Bäume sind frostempfindlicher.

Die Blumenesche wird seit dem 15. Jahrhundert in Süditalien zur Mannagewinnung angebaut. Die Stämme werden im Sommer angeritzt; der austretende zuckerhaltige Saft erstarrt an der Luft und verfärbt sich. Manna enthält bis zu 75 % Mannit, einem süß schmeckenden Zuckeralkohol mit Honigduft. In der Medizin hat Manna Bedeutung als Diuretikum und wird seit jeher als Hustenmittel verwendet.

Anders als die Gemeine Esche passt die Blumenesche auch in kleinere Gärten – sie bleibt niedriger, blüht auffällig und verträgt Trockenheit ebenso wie kalkhaltigen Boden.

Weitere Eschenarten

Neben den beiden Hauptarten begegnen Ihnen noch einige weitere Eschen – entweder als heimisches Gehölz in Auwäldern oder als gepflanzter Baum in Alleen und Parks.

  • Schmalblättrige Esche (Fraxinus angustifolia) – Süd- und Südosteuropa. Bei uns wächst die Unterart Donau-Esche in den Auwäldern entlang der Donau und ihrer Nebenflüsse. Von der Gemeinen Esche unterscheidet sie sich durch braune statt schwarze Knospen und schmalere, am Rand schärfer gesägte Blättchen.
  • Amerikanische Esche (Fraxinus americana) – nordamerikanischer Baum von 25–35 m Höhe, bei uns nur gepflanzt. Wertvoll ist vor allem die weinrot-violette Herbstfärbung der Blätter.
  • Rot-Esche (Fraxinus pennsylvanica) – ebenfalls aus Nordamerika, verträgt Stadtklima und Überflutung gut. Sie wurde in Alleen und Auenpflanzungen gesetzt, wo sie stellenweise verwildert.

Esche oder Götterbaum? So unterscheiden Sie beide

Der Götterbaum (Ailanthus altissima) ist mit der Esche überhaupt nicht verwandt – er gehört zur Familie der Bittereschengewächse. Ähnlich ist nur auf den ersten Blick das große gefiederte Blatt. Die Unterschiede sind dabei deutlich und auch ohne Lupe erkennbar.

MerkmalEsche (Fraxinus)Götterbaum (Ailanthus)
Blattstellunggegenständig (paarweise gegenüber)wechselständig
Blattlänge15–35 cm, 7–13 Blättchen40–90 cm, 11–25 Blättchen
Blättchenrandfein gesägt auf ganzer Längeganzrandig, nur an der Basis 1–2 stumpfe Zähne mit Drüse
Geruch des zerriebenen Blattesunauffälligdurchdringend, unangenehm
Knospengroß, samtig, schwarz oder graubraunklein, halbkugelig, braun
FlügelfruchtFlügel auf einer Seite, Samen am EndeFlügel rundherum, Samen in der Mitte
Wuchslangsamer, der Baum wird Jahrhunderte altsehr schnell, zahlreiche Wurzelbrut

Eschenholz: Eigenschaften und Verwendung

Die Esche zählt zu den wertvollsten heimischen Laubhölzern. Das Holz ist hell bis gelblich, bei älteren Bäumen mit dunklerem „braunem Kern“, und zeigt eine markante Jahresringzeichnung. Trocken hat es eine Dichte von etwa 680–700 kg/m³ – es ist also hart, zugleich aber außergewöhnlich zäh und elastisch und lässt sich mit Dampf gut biegen.

  • Werkzeugstiele – Äxte, Spitzhacken, Schaufeln. Eschenholz federt und splittert nicht.
  • Sportgeräte – Hockeyschläger, Schlaghölzer, Turngeräte, Ruder.
  • Möbel und Innenausbau – Bugholzmöbel, Stühle, Treppen, Furniere.
  • Böden und Parkett – heller Ton und hohe Abriebfestigkeit.

Als Brennholz liegt die Esche etwa auf dem Niveau von Buche und Eiche – trockenes Holz hat einen Heizwert von rund 4,1 kWh/kg, lässt sich gut spalten und brennt mit ruhiger Flamme und wenig Funkenflug. Lassen Sie es trotzdem auf unter 20 % Restfeuchte abtrocknen, also etwa zwei Saisons lang.

Eschentriebsterben: die wichtigste Krankheit der Esche

Seit den 1990er-Jahren sterben in ganz Europa Eschen am Eschentriebsterben ab. Verursacht wird es von dem kleinen Pilz Hymenoscyphus fraxineus, dem Falschen Weißen Stängelbecherchen. Betroffen sind Gemeine und Schmalblättrige Esche, die Blumenesche gilt als widerstandsfähiger.

  • Jungtriebe welken und trocknen von der Spitze her ein, das Blatt bleibt vertrocknet am Zweig hängen,
  • an Zweigen und jungen Stämmchen entstehen längliche keilförmige Nekrosen mit eingesunkener Rinde,
  • die Krone verlichtet nach und nach, der Baum versucht den Verlust durch Stammaustriebe auszugleichen,
  • am Stammfuß kommt häufig der Hallimasch dazu und der Baum wird instabil.

Der Pilz überwintert an den vorjährigen Blattstielen in der Streu, von dort verbreiten sich im Sommer die Sporen. Eine Spritzung dagegen gibt es nicht. In der Praxis hilft nur eines: gesund wirkende Bäume als Quelle widerstandsfähiger Nachkommen stehen lassen, Bestände auflichten und an Wegen und Gebäuden Dürrständer rechtzeitig entfernen. Jungen und geschwächten Bäumen nützt vor allem eine gute Kondition – ausreichend Wasser und Nährstoffe im Wurzelbereich.

Esche düngen und junge Bäume versorgen

Eine ausgewachsene Esche in der Landschaft versorgt sich selbst – ihre Wurzeln reichen weit über den Kronenrand hinaus. Sinnvoll ist eine Düngung bei frisch gepflanzten Bäumen, bei Alleebäumen im Pflaster und überall dort, wo der Boden ausgezehrt oder verdichtet ist. Ziel ist nicht schneller Zuwachs, sondern eine kräftige Wurzel und guter Neuaustrieb.

Der organische Dünger wird im Kreis unter dem Kronenrand ausgebracht, nicht am Stamm – dort sitzen die Saugwurzeln. DÜNGEE lässt sich bei Gehölzen auf zwei Arten anwenden:

  • Sie können ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen.
  • Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.

Wie Sie einen Baum richtig pflanzen, damit er in den ersten Jahren gut anwächst, beschreibt der Artikel Pflanzung von Bäumen. Einen allgemeinen Überblick über Dosierung und Anwendung finden Sie beim Universaldünger, weitere Gehölze im Garten behandelt der Ratgeber Sträucher.

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Häufige Fragen zur Esche

Wie erkennt man eine Esche?

Am schnellsten an den Knospen: Die Gemeine Esche hat auffallend große, samtige und tiefschwarze Knospen, die am Zweig paarweise gegenüberstehen. Im Sommer hilft das unpaarig gefiederte Blatt aus 7–13 lanzettlichen Blättchen, im Winter die Büschel von Früchten mit einem einzigen langen Flügel.

Wie sieht ein Eschenblatt aus?

Es ist unpaarig gefiedert und 15–35 cm lang – an einer gemeinsamen Spindel sitzen 7 bis 13 lanzettliche, fein gesägte Blättchen, ein einzelnes Blättchen schließt die Spitze ab. Die Blätter stehen gegenständig, also immer zwei einander gegenüber, was die Esche von Eberesche und Robinie unterscheidet.

Was für eine Frucht hat die Esche?

Eine Nussfrucht mit einem einzigen verlängerten Flügel, 3–4 cm lang. Sie hängt in Büscheln und bleibt oft bis in den Winter am Baum. Beim Fallen dreht sie sich um die Längsachse und sinkt auf einer Schraubenlinie zu Boden, sodass der Wind sie weit vom Baum forttragen kann.

Wann blüht die Esche?

Im April und Mai, bei der Gemeinen Esche noch vor dem Blattaustrieb. Ihre Blüten haben keine Blütenhülle und werden leicht übersehen. Die Blumenesche blüht dagegen erst mit dem Blattaustrieb, und zwar in auffälligen weißen, stark duftenden Rispen.

Was ist der Unterschied zwischen Esche und Götterbaum?

Sie sind nicht verwandt. Die Esche hat gegenständige Blätter bis 35 cm mit gesägten Blättchen und eine Frucht mit dem Flügel auf einer Seite. Der Götterbaum hat wechselständige, bis 90 cm lange Blätter, seine Blättchen sind ganzrandig mit stumpfen Zähnen an der Basis, riechen zerrieben unangenehm, und seine Frucht trägt den Flügel rundherum mit dem Samen in der Mitte.

Was bedeutet der Artname „excelsior“?

Der lateinische Artname beschreibt den Wuchs: Ein gerader Stamm trägt die Krone 20 bis 35 Meter hoch. Das lateinische excelsior heißt „höher, erhabener“ – und genau so wirkt der Baum im Bestand.

Wie heißt die Esche auf Englisch, Tschechisch und Slowakisch?

Auf Englisch heißt sie ash (Gemeine Esche = common ash), auf Tschechisch jasan und auf Slowakisch jaseň. Der lateinische Gattungsname Fraxinus ist in allen Sprachen gleich.