🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare)

Zweijährige blau blühende Wildpflanze für trockene, sonnige Standorte

Gewöhnlicher Natternkopf: Wo er wächst und was ihm zusagt

Gewöhnlicher Natternkopf (Echium vulgare) – blaue trichterförmige Blüten mit herausragenden Staubblättern

Zweijährige heimische Wildpflanze

  • Standort: vollsonniger Platz mit trockenem, steinigem Boden
  • Wuchshöhe: 30–100 cm
  • Blütezeit: Mai–Oktober
  • Vermehrung: durch Aussaat

Der Natternkopf aus der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae) kommt nicht nur bei uns vor, sondern in ganz Europa und in Teilen Asiens. Am häufigsten wächst er auf Trockenrasen, auf Schuttplätzen und Geröllflächen.

Der Natternkopf ist wärmeliebend, ansonsten aber äußerst genügsam. Er besiedelt auch schlechtere, landwirtschaftlich ungenutzte Böden, denn seine Wurzeln reichen bis in 2,5 m Tiefe. Er gehört zu den Pionierpflanzen (wie Wegwarte, Löwenzahn oder Disteln), die alle tief reichende Wurzeln haben.

Pflanzenbeschreibung: Blattrosette, Blüten und Samen

Borstig behaarte Blattrosette des Natternkopfs mit aufwachsendem Blütenstand und erster blauvioletter Blüte
Blattrosette des Natternkopfs

Als zweijährige Pflanze bildet der Natternkopf im ersten Jahr nur eine Blattrosette. Im zweiten Jahr entwickeln sich bis zu 1 m hohe Blütenstängel mit zahlreichen glockig-trichterförmigen Blüten, die sich von Rot nach Blau umfärben.

Aus den Blüten ragen auffällig ungleich lange Staubblätter heraus, die Frucht bleibt zwischen den Kelchzipfeln verborgen. Die Samen werden durch Wind oder Tiere verbreitet. Der kräftige Stängel und die schmal lanzettlichen Blätter sind borstig behaart.

Früher wurde der Natternkopf in der Volksheilkunde verwendet.

Natternkopf pflanzen: Aussaat, Standort und Pflege

Der Natternkopf gehört zu den anspruchslosesten Pflanzen für trockene Beete. Weil er eine lange Pfahlwurzel ausbildet, verträgt er das Verpflanzen schlecht – ausgesät wird er deshalb direkt an den Standort, am besten von Mai bis Juli. Die Samen werden nur leicht in die Erde gedrückt und mäßig feucht gehalten, die Keimung dauert etwa zwei bis drei Wochen. Die Pflanzen werden auf einen Abstand von rund 30 cm vereinzelt.

Gewählt wird volle Sonne und ein durchlässiger, eher magerer steiniger oder sandiger Boden; dem Natternkopf sagen auch kalkhaltige Böden zu sowie Stellen, an denen andere Stauden unter Trockenheit litten – trockene Hänge, Trockenmauern oder Steingärten. Gegossen werden muss nur nach der Aussaat, später holt er sich das Wasser selbst aus der Tiefe.

Mit dem Düngen darf man es nicht übertreiben: In nährstoffreichem und überdüngtem Boden wächst üppiges Kraut auf Kosten der Blüten. Im zweiten Jahr vor der Blüte genügt eine schwache Düngung mit organischem Dünger, zum Beispiel mit DÜNGEE – leicht rund um die Pflanzen eingearbeitet. Nach der Blüte stirbt die Pflanze ab; lässt man ein paar abgeblühte Stängel ausreifen, hält sich der Natternkopf am Standort durch Selbstaussaat. Wo er sich nicht ausbreiten soll, schneidet man die Stängel vor der Samenreife ab.

Bei der Arbeit mit der Pflanze sind Handschuhe zu empfehlen: Die Borstenhaare an Stängeln und Blättern können die Haut reizen.

Natternkopf Verwendung: Bienenweide und Volksheilkunde

Der größte Vorzug des Natternkopfs ist sein Wert als Bienenweide. Er blüht von Mai bis Oktober und bildet auch an heißen, trockenen Tagen Nektar, wenn die meisten anderen Pflanzen vertrocknen – deshalb zählt er zusammen mit dem Drachenkopf zu den gefragten Bienentrachtpflanzen. Natternkopfhonig ist hell, mild im Geschmack und kristallisiert langsam.

Im Garten passt er überall dorthin, wo es trocken und sonnig ist: in Naturgärten und Kiesbeete, in Blumenwiesen, an Hänge und in trockene Randbeete. Er lässt sich mit Ziergräsern, Salbei und anderen trockenheitsverträglichen Stauden kombinieren.

Aus den Samen wird Natternkopföl gepresst, geschätzt für seinen Gehalt an ungesättigten Fettsäuren. Kraut und Blüten wurden früher für die Volksheilkunde gesammelt, heute wird die innerliche Anwendung jedoch nicht empfohlen – die Pflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide, die in größeren Mengen die Leber belasten.

Weitere Natternkopf-Arten

  • Wegerichblättriger Natternkopf (Echium plantagineum) – eine ein- bis zweijährige Art aus Südeuropa mit größeren violettblauen Blüten. Gerade aus ihren Samen wird der Großteil des Natternkopföls gepresst.
  • Russischer Natternkopf (Echium russicum) – eine seltene Art warmer Steppenhänge mit dunkelroten Blütenständen. Sie gehört zu den gesetzlich geschützten Arten und wird nicht für den Garten gesammelt.
  • Madeira-Natternkopf (Echium candicans), bekannt als Stolz von Madeira – ein mächtiger Halbstrauch mit blauen Blütenkerzen. Bei uns überwintert er im Freien nicht, er wird im Kübel kultiviert und in einem hellen, kühlen Raum überwintert.

Häufige Fragen: Gewöhnlicher Natternkopf

Ist der Gewöhnliche Natternkopf giftig?

Die Pflanze enthält Pyrrolizidinalkaloide, die in größeren Mengen die Leber belasten, deshalb wird von einer innerlichen Anwendung abgeraten. Die Berührung ist nicht gefährlich, aber die Borstenhaare können empfindliche Haut reizen – beim Schneiden sind Handschuhe zu empfehlen.

Ist der Natternkopf eine Staude?

Nein. Der Gewöhnliche Natternkopf ist zweijährig: Im ersten Jahr bildet er nur eine Blattrosette, im zweiten Jahr blüht er und stirbt danach ab. Am Standort hält er sich aber zuverlässig durch Selbstaussaat, sodass er wie ein dauerhafter Bestand wirkt.

Wann blüht der Natternkopf?

Von Mai bis Oktober, immer erst im zweiten Jahr nach der Aussaat. Die Knospen sind rot und färben sich allmählich in kräftiges Blau um, sodass an einem Stängel oft beide Farben gleichzeitig zu sehen sind.