Mannstreu (Eryngium), auch Edeldistel
Blaue, stachelige Stauden für das trockene Beet, den Steingarten und den Trockenstrauß

- Standort: sonniger Platz mit trockenem, sandigem Boden
- Höhe: 40–100 cm
- Blütezeit: Juli–September
- Vermehrung: Wurzelschnittlinge oder Aussaat
Alpen-Mannstreu (Eryngium alpinum)

- ‘Superbum’ – mit auffallend großen und intensiv blauen Blüten
- ‘Amethyst’ – mit satt violetten Blüten
- ‘Opal’ – silbrig violett
- ‘Blue Star’ – kräftige, dunkelblaue Sorte
Bourgatis Mannstreu (Eryngium bourgatii)

Bourgatis Mannstreu ist eine schöne Art aus den Pyrenäen, geeignet für Steingärten. Die Pflanze wird nur 30–40 cm hoch. Sie hat auffallend große Köpfchen und tief geteilte Blätter mit weißer Zeichnung.
Elfenbeindistel (Eryngium giganteum)

Die Elfenbeindistel stammt aus dem Kaukasus und aus dem Iran. Die silbrig blauen, in einer Dolde angeordneten Köpfchen erscheinen an 70–80 cm hohen Stängeln erst Ende August. Da die Pflanze nach der Blüte abstirbt, muss sie als zweijährige Pflanze jedes Jahr neu ausgesät werden. Die Elfenbeindistel sät sich allerdings oft selbst aus, deshalb sollte man die verblühten Blütenstände nicht entfernen.
Flachblatt-Mannstreu (Eryngium planum), auch Blaue Edeldistel genannt

Der Flachblatt-Mannstreu bildet im Vergleich zu den übrigen Arten eine größere Zahl kleinerer, knopfförmiger Blütenstände mit einem sehr dekorativen Kranz aus Hochblättern. Die Art blüht blau und wird bis zu 100 cm hoch, häufiger kultiviert wird aber die nur 50 cm hohe Sorte ‘Blauer Zwerg’ mit intensiv blauen Blüten.
Feld-Mannstreu (Eryngium campestre) — die wild wachsende Art

ist aus der ganzen Gattung derjenige Mannstreu, dem man auch außerhalb des Gartens begegnen kann. Er wächst auf sonnigen Rainen, Trockenrasen und an Wegrändern in den wärmsten Gebieten — am Kaiserstuhl, in der Oberrheinebene, in Mainfranken und im Saale-Unstrut-Gebiet. Von den Gartenarten unterscheidet er sich auf den ersten Blick: Er ist nicht blau, sondern graugrün bis weißlich, wird 30–60 cm hoch und bildet einen dichten, halbkugeligen Horst aus steifen, tief geteilten und sehr stacheligen Blättern.
Er blüht von Juli bis September mit kleinen grünlichen Köpfchen. Nach dem Ausreifen der Samen trocknet der oberirdische Teil ein, bricht dicht über dem Boden ab und der trockene Horst rollt mit dem Wind über die Stoppelfelder — genau deshalb nennt man ihn im Volksmund Steppenroller.
Der Feld-Mannstreu ist ein tief wurzelnder Trockenheitsspezialist: Seine Pfahlwurzel wird über einen Meter lang, Trockenheit macht ihm also nichts aus, ein Verpflanzen überlebt er dagegen nicht. Säen Sie ihn im Garten deshalb gleich an Ort und Stelle und rühren Sie ihn danach nicht mehr an. In der deutschen Natur geht er zusammen mit den Trockenrasen zurück, auf denen er wächst — holen Sie ihn sich aus Samen in den Garten, nicht durch Ausgraben in der freien Landschaft.
Mannstreu pflegen: Standort, Boden und Düngung
Mannstreu gehört zu den Stauden, die eher an zu viel Pflege als an Vernachlässigung eingehen. Was er wirklich braucht:
- Volle Sonne und Wärme. Im Halbschatten strecken sich die Stängel, die Blütenstände verblassen und die Pflanze fällt auseinander.
- Durchlässigen, eher mageren Boden. Sandiger oder kiesiger, tiefgründig gelockerter Boden ist ideal. In schweren Lehmboden arbeiten Sie groben Sand oder Splitt ein.
- Trockenheit im Winter. Mannstreu tötet nicht der Frost, sondern das Wasser, das im Winter am Wurzelhals steht. In der Ebene hilft die Pflanzung in ein leicht erhöhtes Beet.
- Ruhe für die Wurzel. Die Pfahlwurzel nimmt beim Verpflanzen Schaden, setzen Sie deshalb junge Pflanzen und geben Sie ihnen gleich den endgültigen Platz, etwa 30–40 cm voneinander entfernt.
- Wassergaben nur am Anfang. Nach dem Anwachsen kommt er mit dem Niederschlag aus; gegossen wird erst bei längerer Sommertrockenheit.
Mannstreu düngen. Hier gilt das Gegenteil dessen, was für Beetstauden mit großen Blättern gilt: Ein überdüngter Mannstreu wächst weich, die Stängel knicken und die blaue Färbung der Hochblätter fällt blasser aus. Es genügt reichlich eine Gabe im Frühjahr, wenn die Pflanze auszutreiben beginnt. Greifen Sie zu einem organischen Dünger mit ausgewogenem Nährstoffverhältnis — er wird langsam freigesetzt und kann der Pflanze deshalb nicht auf einmal mehr Stickstoff geben, als sie verträgt. Der natürliche DÜNGEE lässt sich entweder leicht um den Horst streuen und in den Boden einarbeiten oder als Auszug zum Gießen verwenden (1 Teelöffel auf 1 Liter Wasser). Wie man den Dünger für das Staudenbeet als Ganzes auswählt, behandeln wir im Artikel über Universaldünger.
Schnitt. Lassen Sie die verblühten Blütenstände über den Winter stehen — sie halten ihre Form, sehen im Raureif hervorragend aus und sichern bei der Elfenbeindistel die Selbstaussaat. Den Horst schneiden Sie erst im zeitigen Frühjahr zurück, kurz vor dem Austrieb.
Mannstreu für den Trockenstrauß: wann schneiden und wie trocknen

Mannstreu ist eine der wenigen Gartenstauden, die nach dem Trocknen Farbe und Form über Jahre behalten. Am besten eignen sich dafür der Flachblatt-Mannstreu und der Alpen-Mannstreu, deren Hochblätter am kräftigsten gefärbt sind.
- Wann schneiden: sobald die Hochblätter voll ausgefärbt sind und sich das Köpfchen gerade öffnet — also bevor die Blüten zu verblassen beginnen.
- Zu welcher Tageszeit: am Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist. Feuchte Blütenstände schimmeln im Bund.
- Wie trocknen: jeweils 5–10 Stängel locker zusammenbinden und mit den Blüten nach unten an einen dunklen, luftigen und trockenen Ort hängen. Im Licht verblasst die Farbe schnell.
- Wie lange: zwei bis drei Wochen, bis der Stängel knackt.
- Vorsicht für die Hände: Hochblätter und Blätter sind hart und stachelig, bei der Ernte sind Handschuhe hilfreich.
Sorten von Delphinium grandiflorum
Die folgenden Sortenübersichten betreffen die Gattung Rittersporn (Delphinium) — eine hohe blaue Staude, die im Beet ein häufiger Nachbar des Mannstreus ist. Ausführlich behandelt sie ein eigener Artikel Rittersporn (Delphinium).
| Sorte | Blütenfarbe | Höhe (cm) |
|---|---|---|
| ‚Blauer Spiegel‘ | ultramarinblau | 60 |
| ‚Blauer Zwerg‘ | enzianblau | 20 |
| ‚Butterfly‘ | ultramarinblau | 25 |
| ‚Album‘ | weiß | 50 |
Bewährte Sorten der Belladonna-Hybriden
| Sorte | Blütenfarbe | Höhe (cm) |
|---|---|---|
| ‚Bellamosum‘ | dunkel enzianblau | 120 |
| ‚Capri‘ | azurblau, weißes Auge | 80 |
| ‚Casa Blanca‘ | weiß | 120 |
| ‚Piccolo‘ | enzianblau | 80 |
| ‚Völkerfrieden‘ | enzianblau, weißes Auge | 100 |
Bewährte Sorten der Elatum-Hybriden
| Sorte | Blütenfarbe | Höhe (cm) | Blütezeit |
|---|---|---|---|
| ‚Abgesang‘ | leuchtend blau | 180 | spät |
| ‚Berghimmel‘ | hellblau, weißes Auge | 180 | früh |
| ‚Fernzünder‘ | mittelblau, weißes Auge | 140 | mittelfrüh |
| ‚Lanzenträger‘ | enzianblau, weißes Auge | 200 | mittelfrüh |
| ‚Overtüre‘ | blau mit Rosa, braunes Auge | 160 | früh |
| ‚Perlmutterbaum‘ | hellblau, weißes Auge | 170 | mittelfrüh |
| ‚Schildknappe‘ | dunkel blauviolett, weißes Auge | 170 | mittelfrüh |
| ‚Sommemachtstraum‘ | enzianblau, dunkles Auge | 150 | mittelfrüh |
| ‚Zauberflöte‘ | blau mit Rosa, weißes Auge | 180 | spät |
Bewährte Sorten der Pacific-Hybriden
| Sorte | Blütenfarbe | Höhe (cm) |
|---|---|---|
| ‚Black Knight‘ | dunkelviolett, schwarzes Auge | 180 |
| ‚Galahad‘ | reinweiß | 180 |
| ‚Guinivere‘ | rosa-lavendelfarben, weißes Auge | 180 |
| ‚Summer Skies‘ | hellblau | 180 |
