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Reiherschnabel

Reiherschnabel (Erodium): Arten für den Steingarten, Standort, Boden und Pflege. Der Anbau gelingt auch ohne Erfahrung.

Inhalt

Reiherschnabel als Steingartenpflanze

(Erodium)

Der Reiherschnabel (Erodium) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Storchschnabelgewächse (Geraniaceae). Es handelt sich um krautige Pflanzen, die überwiegend in Europa, Afrika, Asien und Nordamerika heimisch sind. Die Arten dieser Gattung sind für ihre vielgestaltigen Blatt- und Blütenformen bekannt.

Umgangssprachlich werden die beiden Gattungen Erodium und Geranium, also Reiherschnabel und Storchschnabel, oft verwechselt. Beide gehören zur Familie Geraniaceae, unterscheiden sich aber voneinander. Zwischen beiden Gattungen bestehen Unterschiede im Bau der Blüten, in der Blattform und in weiteren Merkmalen.

Der folgende Überblick stellt einige bekannte Arten der Gattung Erodium:

  1. Gewöhnlicher Reiherschnabel (Erodium cicutarium) – Diese Art hat fein gezähnte Blätter und rosa Blüten. Sie ist in Europa, Asien und Nordamerika verbreitet.

  2. Moschus-Reiherschnabel (Erodium moschatum) – Seine Blätter duften nach Moschus, die Blüten sind rosa bis lila. Er ist vom Mittelmeerraum über Westeuropa bis Makaronesien heimisch und hat sich in andere Teile der Welt ausgebreitet.

  3. Pyrenäen-Reiherschnabel (Erodium manescavii) – Diese Art hat kräftig grüne, behaarte Blätter und große purpurrosa Blüten. Sie stammt aus den Pyrenäen im Südwesten Europas und wird wegen ihres Zierwerts kultiviert.

  4. Balearen-Reiherschnabel (Erodium reichardii, Syn. E. chamaedryoides) – Diese Art hat kleine, graugrüne Blätter und rosa Blüten. Sie stammt von den Balearen und ist eine beliebte Steingarten- und Zierpflanze.

  5. Goldgelber Reiherschnabel (Erodium chrysanthum) – Diese Art hat silbrig behaarte, fein gefiederte Blätter und schwefelgelbe Blüten. Sie stammt aus dem östlichen Mittelmeerraum, vor allem aus Griechenland.

Reiherschnäbel haben Bedeutung sowohl für Gärtner als auch für natürliche Ökosysteme. Einige Arten werden ihrer Blüten und Blätter wegen als Zierpflanzen kultiviert, während andere in manchen Regionen als Unkraut oder invasive Art gelten.

Gewöhnlicher Reiherschnabel

Gewöhnlicher Reiherschnabel (Erodium cicutarium)

Reiherschnabel

Der Gewöhnliche Reiherschnabel (Erodium cicutarium) ist eine in Europa, Asien und Nordamerika verbreitete Art der Gattung. Es handelt sich um ein ein- bis zweijähriges Kraut mit charakteristischen Blättern und Blüten.

Den Gewöhnlichen Reiherschnabel erkennen Sie an diesen Merkmalen:

  • Blätter: Die Blätter stehen wechselständig, sind fiederteilig und haben fein gezähnte Ränder. 

  • Blüten: Die Blüten sind klein, rosa oder violett und haben fünf Kronblätter, die oft nach hinten gebogen sind. Sie stehen in gestielten Blütenständen.

  • Früchte: Die Frucht ist lang und schmal und sieht aus wie ein Schnabel, der sich bei der Reife spiralig eindreht.

Der Gewöhnliche Reiherschnabel ist eine häufige Pflanze auf Grasland, Äckern, Brachflächen und an Wegrändern. Seine kleinen Blüten sind für Bestäuber wie Bienen und Schmetterlinge attraktiv.

Der Gewöhnliche Reiherschnabel wurde seit jeher als Heilkraut gesammelt. In manchen Kulturen wurde er traditionell verwendet. Blätter, Blüten und Samen fanden überliefert Anwendung bei Verdauungsbeschwerden, in der Wundpflege und als Aufguss.

Wichtig ist jedoch der Hinweis, dass eine Verwendung als Heilkraut nur mit Vorsicht und nach Rücksprache mit Fachleuten erfolgen sollte. Viele der überlieferten Wirkungen sind wissenschaftlich nicht belegt und es können Nebenwirkungen oder allergische Reaktionen auftreten. 

Moschus-Reiherschnabel

Der Moschus-Reiherschnabel (Erodium moschatum), wegen seines Duftes auch Bisam-Reiherschnabel genannt, ist eine interessante und dekorative Pflanze. Er ist im Mittelmeerraum, in Westeuropa und in Makaronesien heimisch, wurde aber in andere Teile der Welt verschleppt, wo er stellenweise als invasive Art auftritt. Er hat charakteristische Blätter und Blüten und einen starken moschusartigen Geruch, der beim Berühren der Blätter frei wird.

Den Moschus-Reiherschnabel erkennen Sie an folgenden Merkmalen:

  • Die Blätter des Moschus-Reiherschnabels sind unpaarig gefiedert, die Fiederblättchen sind grob gezähnt. Die Blätter stehen wechselständig und sind graugrün. Ihre Oberfläche ist mit feinen Härchen bedeckt.

  • Die Blüten sind klein, rosa bis hell violett und haben fünf Kronblätter, die oft nach hinten gebogen sind. Sie stehen in Blütenständen an langen Stielen.

  • Das auffälligste Merkmal des Moschus-Reiherschnabels ist sein starker Moschusduft, der beim Berühren der Blätter oder der ganzen Pflanze wahrnehmbar ist. Er stammt von Drüsenhaaren an Blättern und Trieben.

Wenn Sie den Moschus-Reiherschnabel im Steingarten kultivieren möchten und Ihnen der Moschusduft nichts ausmacht, gehen Sie nach unserer Anleitung vor:

  1. Standort: Der Moschus-Reiherschnabel bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Er mag warme und trockene Bedingungen, verträgt aber auch leichten Schatten.

  2. Boden: Die Pflanze bevorzugt durchlässigen Boden mit guter Drainage. Gut wächst sie in sandig-lehmigem oder kiesigem Boden.

  3. Gießen: Der Moschus-Reiherschnabel kommt mit trockeneren Bedingungen gut zurecht und übersteht Trockenperioden. Gegossen wird erst, wenn der Boden deutlich trocken ist.

  4. Vermehrung: Den Moschus-Reiherschnabel können Sie über Samen vermehren, die Sie im Frühjahr oder im Herbst aussäen. Die Samen brauchen zum Keimen unter Umständen Licht, säen Sie sie also nicht zu tief.

  5. Pflege: Der Moschus-Reiherschnabel braucht keine intensive Pflege. Seine Blätter und Blüten sind dekorativ und erfordern keine häufigen Eingriffe.

Malvenblättriger Reiherschnabel

Malvenblättriger Reiherschnabel

Der Malvenblättrige Reiherschnabel (Erodium malacoides) ist eine weitere interessante Art der Gattung Erodium. Diese Pflanze stammt aus dem Mittelmeerraum – heimisch ist sie zum Beispiel in Spanien und im Libanon – und wurde in andere Teile der Welt verschleppt, wo sie stellenweise als invasive Art auftritt. Der Malvenblättrige Reiherschnabel ist eine Staude, die sich aber auch einjährig kultivieren lässt.

Die charakteristischen Merkmale des Malvenblättrigen Reiherschnabels sind:

  • Die Blätter des Malvenblättrigen Reiherschnabels sind wechselständig, gekerbt und flach drei- bis fünflappig; sie erinnern an Malvenblätter, was der Art ihren Namen eingetragen hat. Die Blätter sind zart und graugrün.

  • Die Blüten sind klein, rosa bis lila und haben fünf Kronblätter, die oft nach hinten gebogen sind. Sie stehen in Blütenständen an langen Stielen.

  • Der Malvenblättrige Reiherschnabel vermehrt sich über Samen, die durch Wind oder Wasser in die Umgebung verbreitet werden.

Beim Kultivieren des Malvenblättrigen Reiherschnabels gehen Sie so vor:

  1. Standort: Der Malvenblättrige Reiherschnabel bevorzugt einen sonnigen bis halbschattigen Standort. Leichten Schatten verträgt er, wegen seiner Herkunft aus wärmeren Regionen wächst er an sonnigen Plätzen aber besser.

  2. Boden: Die Pflanze bevorzugt gut durchlässigen, trockenen Boden. Gut wächst sie in sandig-lehmigem oder kiesigem Boden.

  3. Gießen: Der Malvenblättrige Reiherschnabel mag es trockener und übersteht Trockenperioden. Häufiges Gießen braucht er nicht.

  4. Vermehrung: Den Malvenblättrigen Reiherschnabel können Sie über Samen vermehren, die Sie im Frühjahr oder im Herbst aussäen. Die Samen keimen auf offenen Flächen gut.

  5. Weitere Pflege: Der Malvenblättrige Reiherschnabel ist relativ anspruchslos und braucht keine intensive Pflege. Tritt er in Gebieten auf, in denen er nicht erwünscht ist, sollte man ihn regelmäßig im Blick behalten und Sämlinge entfernen, damit er sich nicht unkontrolliert ausbreitet.

Der Malvenblättrige Reiherschnabel ist eine interessante Wahl für alle, die im Garten eine anspruchslose und dekorative Pflanze für sonnige Flächen suchen. Seine Blätter und Blüten sind attraktiv und beleben die Umgebung. Wie bei allen eingeführten Pflanzen ist es jedoch wichtig, Wuchs und Ausbreitung zu beobachten, um negative Auswirkungen auf heimische Ökosysteme zu vermeiden.

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