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Rüsselkäfer im Obstgarten

Blattroller sind kleine Rüsselkäfer an Blättern und Früchten von Obstgehölzen. So erkennen Sie sie und halten den Schaden im Obstgarten in Grenzen.

Inhalt

Blattroller – eine Plage für Obstgehölze

(Attelabidae)

Blattroller sind Käfer aus der Familie der Blattroller (Attelabidae). Diese kleinen Tiere finden Sie meist auf Pflanzenblättern, wo sie mit ihren beißenden Mundwerkzeugen am Gewebe nagen. Einige von ihnen werden „Giraffenhalskäfer“ genannt, weil sie neben den Kauwerkzeugen auch einen stark verlängerten Hals besitzen.

Blattroller sind oft grün, violett oder braun gefärbt und haben in den meisten Fällen Flügel. Einige Blattroller-Arten gelten als Schädlinge und können Pflanzen schädigen, etwa durch vergilbende Blätter und geringere Erträge bei Kulturpflanzen. Manche Arten sind aber auch ein wichtiger Teil der Nahrungskette und dienen anderen Insekten oder kleinen Wirbeltieren als Nahrung.

Purpurroter Fruchtstecher

Rüsselkäfer mit langem Rüssel auf einem grünen Blatt (Nahaufnahme)

Der Purpurrote Fruchtstecher (Rhynchites bacchus) aus der Ordnung der Käfer (Coleoptera) ist ein ungewöhnlich schöner Käfer, meist purpurn bis rot gefärbt und 5,5 bis 9 mm lang – Vorsicht jedoch: Er gehört zu unseren schädlichsten Blattrollern.

Der Käfer erscheint früh im Frühjahr, frisst zunächst an den Knospen der Obstbäume, befällt während der Vegetationszeit junge Blätter und Blüten und macht sich im Herbst erneut über die Knospen her. In der Literatur ist zu lesen, dass etwa 20 Käfer die gesamte Ernte eines durchschnittlichen Baumes vernichten.

Der Purpurrote Fruchtstecher befällt vor allem Obstbäume wie Apfelbäume, Kirschen, Sauerkirschen, Pflaumen, Pfirsiche oder Aprikosen.

Die größte Gefahr geht von den Weibchen aus, die von Mai bis August Eier in die Früchte befallener Bäume legen – auf den Grund eines Kanals, den sie zuvor mit den Kauwerkzeugen ausgenagt haben. Zusätzlich benagt der Käfer dieselbe Frucht von außen und überträgt dabei vermutlich die Monilia-Fruchtfäule, eine Pilzkrankheit, die Fäulnis verursacht und den Larven als Nahrung dient. Die Käfer benagen auch den Fruchtstiel, wodurch die Früchte abfallen. Den Larven macht das nichts aus, denn sie ernähren sich von Fruchtresten und Pilzen auch am Boden. Ausgewachsene Larven verpuppen sich im Boden, im Herbst schlüpfen die neuen Käfer, überwintern und legen im Frühjahr erneut Eier.

Goldgrüner Kirschfruchtstecher

Zwei rote Blattroller mit verlängertem Hals auf einem Blatt

Der Goldgrüne Kirschfruchtstecher, auch kurz Kirschfruchtstecher genannt, schadet seinem Namen entsprechend vor allem an Süß- und Sauerkirschen und ist unser größter Blattroller.

Der Goldgrüne Kirschfruchtstecher ist 7–9 mm lang, der Rüssel des Weibchens ist gerade und kürzer als der des Männchens. Der ganze Körper ist metallisch rot und grün glänzend und fein behaart, die Flügeldecken sind breiter als das Halsschild und hinten leicht abgerundet. An Süß- und Sauerkirschen treten die Käfer ab Mai auf, wenn sie an den Blättern fressen.

Das Weibchen legt seine Eier in unreife Früchte von Obstbäumen, am häufigsten jedoch in Kirschen, Sauerkirschen und Schlehen. Der weitere Verlauf ähnelt dem des Purpurroten Fruchtstechers.

Rebenstecher

Blau metallisch glänzender Rebenstecher auf einem Blatt

Auch der Rebenstecher ist ein hübscher Käfer, diesmal blau metallisch gefärbt, manchmal ins Violette oder Grünliche, etwa 5 bis 7 mm groß, der Rüssel ist kürzer als die Flügeldecken. Der Rebenstecher schadet vor allem an der Weinrebe, Sie finden ihn aber auch an Birnen und Kirschen.

Dieser Käfer benagt die Blattstiele der Weinrebe und rollt die Blattspreiten zu den typischen „Zigarren“, die für seinen Befall wohl am charakteristischsten sind. 

Rotbrauner Apfelfruchtstecher

Der Rotbraune Apfelfruchtstecher (Coenorrhinus aequatus) ähnelt dem Purpurroten Fruchtstecher, hat rote Flügeldecken sowie Kopf und Halsschild in Bronzefarbe, insgesamt metallisch glänzend. Die Käfer erreichen eine Körperlänge von 2,5 bis 5 mm. Er schadet vor allem an Apfel- und Birnbäumen, und zwar auf ähnliche Weise wie andere Blattroller. Insgesamt lässt sich aber sagen, dass diese Art den geringsten Schaden anrichtet.

Larven der Blattroller

Die Larven der Blattroller sind unterschiedlich, aber immer beinlos, meist weiß (Purpurroter Fruchtstecher), hellgrau oder braun. Sie entwickeln sich aus den Eiern in den Früchten und fressen diese am Baum aus, nach dem Fruchtfall auch am Boden. Im Boden verpuppen sie sich anschließend, die Puppen sind braun. Nach den Käfern sind die Larven der größte Schädling, und man muss ihnen ebenso konsequent begegnen.

Rüsselkäfer bekämpfen

Gegen diese Schädlinge wird allgemein empfohlen, einerseits die Käfer von den Bäumen auf große Planen zu schütteln und zu entfernen (etwa mechanisch), andererseits heruntergefallene befallene Früchte sorgfältig aufzusammeln, sichtbar befallene (mumifizierte) Früchte von den Bäumen zu nehmen und zu vernichten (verbrennen, in die Biotonne geben, niemals auf den Kompost).

Theoretisch können Sie Käfer und Larven kompostieren, wenn Sie größere Mengen Kalk zugeben – das ist allerdings nicht immer erwünscht, besonders bei kalkhaltigem Boden.

Eine weitere Möglichkeit ist der Einsatz von Leimringen. Leimringe verwenden Sie sonst vor allem gegen Frostspanner, Blattläuse und Spinnmilben, zumindest die Larven der Blattroller können aber ebenfalls daran hängen bleiben.

Natürliche Feinde haben Blattroller kaum, denn ihre harten Flügeldecken sind für die meisten Vögel unverdaulich.

Und vom Einsatz von Insektiziden raten wir wirklich ab, denn in einer Menge, die diese Käfer töten würde, wären sie für Sie, Ihre Haustiere und die Umwelt schädlich. Zudem ist nicht garantiert, dass die Käfer nicht in den Früchten, unter der Rinde oder im Boden überleben.

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