Schwammspinner, Nonne, Goldafter und Weidenspinner am Baum
Behaarte Raupen, Gespinste und Kahlfraß an Eichen, Obstbäumen und Nadelhölzern. So erkennen Sie die einzelnen Trägspinner-Arten.
Trägspinner sind Schmetterlinge, deren behaarte Raupen bei einer Massenvermehrung das Laub von Eichen, Obstbäumen und Nadelhölzern abfressen können. Nachfolgend die vier Arten, denen Sie in unseren Breiten an Bäumen am häufigsten begegnen.
Nonne

Lymantria monacha
Wirtsgehölze: viele Nadel- und Laubbaumarten, außerhalb von Kalamitäten bevorzugt sie Fichten, Tannen und Lärchen.
Symptome: Ende April schlüpfen aus den Eihäufchen die Raupen, die mehrere Tage gesellig beieinander bleiben. Danach verteilen sie sich über die Äste. Auf Erschütterungen reagieren sie, indem sie sich fallen lassen oder an einem Faden abseilen. Auf diese Weise werden sie vom Wind verbreitet. Bei einer Massenvermehrung verursachen sie Kahlfraß.
Schädling: ausgewachsene Raupen werden bis zu 60 mm lang. Auf jedem Körpersegment sitzen acht Warzen mit schwarzen Haaren. Die seitlichen Warzen am ersten Segment hinter dem Kopf sind zu kleinen Hörnchen ausgezogen. Die Grundfärbung der Raupen reicht von gelbgrau über braungrau bis grauschwarz. Die Zeichnung ist fein marmoriert. Ein typisches Merkmal der Raupen ist der helle Fleck auf der Rückenseite des 5. Hinterleibssegments sowie zwei helle Flecken an den Körperseiten hinter dem Kopf. Die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 40 mm (Männchen) bis 55 mm (Weibchen). Die Grundfärbung ist weiß mit kontrastreichen schwarzen, wellenförmigen Zeichnungen. Recht häufig treten grauschwarze bis schwarze melanistische Formen der Falter auf.
Verwechslungsmöglichkeiten: unwahrscheinlich. Das Aussehen der Raupen und der Falter ist sehr charakteristisch.
Schadwirkung: in geschwächten Fichtenmonokulturen kommt es zu Massenvermehrungen, die bis zu Kahlfraß und zum Absterben einzelner Bäume und ganzer Bestände führen. Die Haare, die den Raupen abbrechen, können schwere Allergien auslösen.
Schutz: normalerweise nicht erforderlich. Im Siedlungsbereich lassen sich einzelne Bäume und kleinere Flächen mit Präparaten auf Basis von B. thuringiensis oder mit sehr selektiven Viruspräparaten behandeln. Die Falter lassen sich mit Pheromonfallen überwachen.
Schwammspinner


Lymantria dispar
Wirtsgehölze: Eichen, seltener auch Buchen, Haseln, Hainbuchen, Esskastanien und weitere.
Symptome: im Mai und Juni gesellig fressende, bunte und behaarte Raupen an den Blättern. Häufig werden ganze Kronen kahl gefressen.
Schädling: die Weibchen sind weiß mit bräunlichen, gezackten Querlinien und einem schwarzen Fleck. Flügelspannweite 50–70 mm. Die Männchen sind dunkler, graubraun und kleiner, Flügelspannweite 35–50 mm. Die Raupen werden 40–70 mm lang, sind mit Büscheln langer Haare bedeckt und tragen gelbe Seitenlinien sowie einen breiten braunen Streifen. Auf den ersten fünf Segmenten sitzen je zwei blaue Warzen. Auf den übrigen Segmenten sind diese Warzen rot.
Verwechslungsmöglichkeiten: der Fraß anderer Schmetterlingsraupen. Die schwammartigen Eihäufchen an den Stämmen sind ein typisches Anzeichen für einen Befall durch den Schwammspinner.
Schadwirkung: bei mehrjährigem Kahlfraß können die Bäume absterben, sonst kommt es zu einer Schwächung. Die Haare der Raupen können zudem die Haut reizen.
Schutz: Spritzung der ersten Larvenstadien mit Präparaten auf Basis von Bacillus thuringiensis. Oder mit dem Schwammspinner-Virus: auf großen Flächen wird die Verwirrmethode eingesetzt, bei der Pheromone aus der Luft auf die Blätter ausgebracht werden. Entfernen der Eihäufchen von Stämmen und Ästen im Winter. Die Männchen werden mit Pheromonfallen angelockt.
Goldafter


Euproctis chrysorrhoea
Wirtsgehölze: Eichen, verschiedene Laubgehölze einschließlich Obstbäumen, bevorzugt befallen wird Weißdorn.
Symptome: die Raupen halten sich nach dem Schlupf im Spätsommer unter einem dichten Gespinst auf, in dem sie auch überwintern (an unbelaubten Bäumen gut sichtbar)! Im Frühjahr befallen die Raupen die Knospen und später auch die Blätter.
Schädling: die Falter erreichen eine Flügelspannweite von 30–35 mm, die Flügel sind weiß, bei den Männchen manchmal mit kleinen dunklen Flecken. Die Weibchen tragen am Hinterleibsende einen dichten Büschel goldfarbener Haare. Die Falter fliegen im Juli und August. Die häufchenförmigen Eigelege sind mit goldglänzenden Haaren vom Hinterleib des Weibchens durchsetzt. Die Raupen sind 35–40 mm lang, schwarzbraun mit roten und weißen Zeichnungen und kurzen, rostbraunen Haaren.
Verwechslungsmöglichkeiten: Raupen, die gesellig in einem dichten Gespinst überwintern. Das Gespinst und das Aussehen der Raupen sind kaum zu verwechseln.
Schadwirkung: nach starkem und wiederholtem Kahlfraß können die befallenen Bäume absterben. Die Brennhaare der Raupen können zudem die Haut reizen.
Schutz: Entfernen und Vernichten der in den Gespinsten überwinternden Raupen (nach dem Laubfall gut sichtbar) oder Spritzung des Laubes mit Präparaten auf Basis von B. thuringiensis im Spätsommer, noch bevor die Raupen die dichten Gespinste anlegen.
Weidenspinner


Leucoma salicis
Wirtsgehölze: vor allem Weiden und Pappeln, selten auch Eichen, Pflaumen, Birnen, Äpfel und Mispeln.
Symptome: die jungen Raupen leben gesellig auf der Blattunterseite, wo sie nur die Epidermis abfressen. Nach der ersten Häutung spinnen sie sich in Rindenrissen am Stammfuß lockere weiße Gespinste, in denen sie überwintern. Im Frühjahr kehren sie in die Äste zurück, wo sie ihre Entwicklung abschließen. Manchmal kommt es zur vollständigen Entlaubung der befallenen Bäume. Die Verpuppung erfolgt einzeln zwischen zusammengesponnenen Blättern.
Schädling: die Raupen haben eine artcharakteristische Färbung. Auf dem Rücken verläuft in einem schwarzen Streifen eine Reihe großer weißer Flecken. Die auffälligen großen Warzen auf den Körpersegmenten sind rostfarben. An den Körperseiten verlaufen blaue Streifen. Die Falter sind rein weiß mit einem typischen seidigen Glanz. Die Beine sind schwarz-weiß geringelt.
Verwechslungsmöglichkeiten: unwahrscheinlich. Das Aussehen der Raupen und der Falter ist sehr charakteristisch. Den Faltern ähnelt der Trägspinner Schwarzes L, der auf den weißen Flügeln einen auffälligen schwarzen Fleck in Form des Buchstabens L trägt.
Schadwirkung: meist unbedeutend. Örtlich kommt es zu Massenvermehrungen, bei denen die Raupen bis zu Kahlfraß verursachen.
Schutz: Behandlung mit Präparaten auf Basis von B. thuringiensis im Frühjahr nach dem Blattaustrieb, wenn die Raupen gegenüber einer Schutzmaßnahme sehr empfindlich sind.
Bildnachweise
- Trägspinner am Baum: Bennyboymothman, CC BY 2.0, Quelle
- Nonne: Bennyboymothman, CC BY 2.0, Quelle
- Schwammspinner: NatureFreak07, CC BY 2.0, Quelle
- Schwammspinner: Didier Descouens, CC BY-SA 4.0, Quelle
- Goldafter: No machine-readable author provided. Svdmolen assumed (based on copyright claims)., CC BY 2.5, Quelle
- Goldafter: Donald Hobern from Canberra, Australia, CC BY 2.0, Quelle
- Weidenspinner: Didier Descouens, CC BY-SA 4.0, Quelle
- Weidenspinner: jacilluch, CC BY-SA 2.0, Quelle
