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Kohlfliege

Die Kohlfliege (Delia radicum) befällt Kreuzblütlergemüse. Ihre Larven schädigen die Wurzeln, befallene Pflanzen kümmern und sterben ab. So erkennen Sie den Befall und beugen ihm vor.

Inhalt

Kohlfliege und ihre Larven – eine Bedrohung für Kreuzblütler

Ausgewachsene Kohlfliege auf einem feuchten grünen Blatt

(Delia radicum)

Die Kohlfliege (Delia radicum) ist eine Fliegenart, die an verschiedenen Kreuzblütlern vorkommt (Kohl, Wirsing, Radieschen, Herbstrübe). Sie gilt als Schädling, der das Wurzelsystem der Pflanzen schwer schädigen und ganze Bestände zerstören kann.

Ausgewachsene Fliegen sind etwa 7–10 mm groß und graubraun gefärbt. Das Weibchen legt seine Eier direkt in den Boden nahe den Pflanzenwurzeln. Die geschlüpften Larven suchen gezielt die Wurzeln auf und fressen daran, was zu Schäden und zum Vitalitätsverlust der Pflanze führt. Kohlfliegen werden häufig mit Wurzelfäule an Raps, Wirsing und Brokkoli und anderen Kreuzblütlern in Verbindung gebracht.

Die Kohlfliege ist meist im Frühjahr und Frühsommer aktiv, wenn die Temperaturen steigen und (nicht nur) Kreuzblütler gepflanzt werden. Zur Vorbeugung gehören widerstandsfähige Sorten, ein durchlässiger Boden sowie das frühzeitige Erkennen und Kontrollieren des Befalls. Ist der Befall bereits da, lassen sich zugelassene Pflanzenschutzmittel einsetzen, um die schädlichen Larven einzudämmen.

Kohlfliege an Radieschen und Rettich

Wie an anderen Kreuzblütlern tritt die Kohlfliege auch an Radieschen auf. Wer im Frühjahr Radieschen säen will, sollte das einplanen: Das Weibchen legt seine Eier direkt in den Boden, die Larven suchen anschließend die Wurzeln auf und fressen daran. Larven der ersten Generation (Mai, Juni) fressen ausschließlich an den Wurzeln und können das Wachstum bremsen oder die Pflanze zum Absterben bringen. Larven der zweiten und dritten Generation (Sommer, September) schädigen auch oberirdische Teile.

Verwechseln lässt sich die Kohlfliege mit der ähnlichen Bohnenfliege (Delia platura), die allerdings ein deutlich breiteres Pflanzenspektrum schädigt (Tomaten, Spargel, Gurken, Erbsen, Zwiebeln…)

Kohlfliege bekämpfen: Netz, Kohlkragen und Fangpflanzen

Larve in einem Fraßgang unter der Schale eines Radieschens

Gegen die Kohlfliege können Sie Blumenkohl als sogenannte Fangpflanze nutzen. Blumenkohl steht bei ihr mit Abstand am höchsten im Kurs. Opfern Sie ein paar Blumenkohlpflanzen, auf die sich die Fliege stürzt, und entfernen Sie diese anschließend samt Wurzeln. Damit werden Sie den Befallsherd dauerhaft los. 

Außerdem bewähren sich spezielle Kohlkragen, die um den Wurzelhals gelegt werden. Das lohnt sich, wenn Sie nur wenig Gemüse anbauen. Für größere Bestände ist ein Kulturschutznetz mit feiner Maschenweite die sicherste Lösung.

Und schließlich gibt es noch Spritzmittel – zugelassene Pflanzenschutzmittel – siehe unten.

Unabhängig davon gehört zu jedem Beet eine gute Nährstoffversorgung, etwa mit organischem Dünger. Das ist die Grundlage jeder Kultur, ersetzt aber keine der genannten Schutzmaßnahmen.

Pflanzenschutz gegen die Kohlfliege

Chemische Mittel gegen die Kohlfliege stehen im Haus- und Kleingarten kaum zur Verfügung. Bewährt haben sich vor allem diese Maßnahmen:

  • Kulturschutznetz mit höchstens 1,3 mm Maschenweite, ab dem Pflanztag aufgelegt,
  • Kohlkragen aus Filz oder Pappe rund um den Wurzelhals,
  • Nützlinge – Nematoden der Art Steinernema feltiae, mit dem Gießwasser ausgebracht,
  • Fruchtfolge – Kreuzblütler frühestens nach vier Jahren zurück ins selbe Beet.

Welche chemischen Präparate aktuell zugelassen sind, steht im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL; die Zulassungen ändern sich laufend. Wirkstoffe wie Diazinon, Fenitrothion oder Carbofuran, die in älteren Ratgebern noch auftauchen, sind in der EU seit Jahren nicht mehr zugelassen. Im Zweifel hilft der Pflanzenschutzdienst Ihres Bundeslandes weiter.

Behalten Sie aber immer im Kopf, dass chemische Spritzmittel für Menschen, Haus- und Wildtiere schädlich sein können, sie schaden besonders Wasserorganismen und sind giftig für die Natur ringsum.

Spritzen Sie nur bei Windstille oder bei höchstens leichtem Wind.

Tragen Sie immer Schutzhandschuhe, Schutzbrille und weitere Schutzausrüstung. Während des Spritzens weder essen noch trinken. Nach der Anwendung stets die Hände waschen.

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