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Schachtelhalm (Equisetum): Arten, Aussehen und Standorte

Die Gattung Equisetum vom Acker-Schachtelhalm über Wald- und Sumpf-Schachtelhalm bis zu den tropischen Riesen – Beschreibung, Standorte, Anbau der Zierarten und was gegen Schachtelhalm im Beet hilft.

Schachtelhalm (Equisetum) mit gegliedertem Spross und quirlig ansitzenden Seitenzweigen

Pflanzen mit gegliederten Sprossen, die aus einem ausdauernden Rhizom treiben

  • Standort: feucht, halbschattig bis sonnig
  • Wuchshöhe: von 10 cm bis über 5 Meter bei tropischen Arten
  • Sporenreife: die Sporen reifen vom Frühjahr bis zum Herbst
  • Vermehrung: durch Rhizomteile oder Aussaat der Sporen (langwierig)

Diese einzige Gattung der Schachtelhalmgewächse (Equisetaceae), die zur Verwandtschaft der Farne gehört, ist mit 32 Arten weltweit in tropischen und kalten Zonen verbreitet. Alle Vertreter der Gattung zeichnen sich durch denselben Bau und dieselbe Entwicklung aus. Aus dem ausdauernden Rhizom treiben aufrechte Sprosse, die deutlich in Knoten und in die dazwischenliegenden Sprossabschnitte (Internodien) gegliedert sind. Die Sprosse sind meist einjährig, manchmal ausdauernd, unverzweigt, und an ihren Knoten entspringen die Seitenzweige in Quirlen. Fertile und sterile Sprosse sind entweder gleichgestaltet oder deutlich verschieden. Die Fortpflanzungsorgane, also die sackförmigen Sporangien, sitzen meist am Ende der fertilen Sprosse in ährenartigen Gebilden.

In der Epidermis ist Kieselsäure eingelagert – darauf beruhte die frühere Verwendung des Krauts zum Putzen von Zinngeschirr, der die Pflanze den Namen Zinnkraut verdankt. Einige Arten werden als Stauden in Gärten kultiviert. In der gemäßigten Zone sind vor allem die Arten mit überwinternden Sprossen interessant. Der Acker-Schachtelhalm kann in manchen Gärten zu einem lästigen Unkraut werden.

Arten: Welche Schachtelhalme wachsen bei uns

Die Gattung Schachtelhalm umfasst rund 32 Arten. In der heimischen Natur begegnet man am häufigsten dem Acker-Schachtelhalm auf Äckern und in Gärten, dem Wald-Schachtelhalm in feuchten Wäldern und dem Sumpf-Schachtelhalm auf nassen Wiesen. In Gärten gepflanzt wird vor allem der Winter-Schachtelhalm sowie einige weitere Zierarten, die aus Amerika und den Tropen stammen und bei uns ein Gewächshaus oder einen dauerhaft feuchten Standort brauchen.

Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense): Aussehen und Standort

Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense) mit grünen, quirlig verzweigten sterilen Sprossen

Die fertilen Sprosse sind unverzweigt und hellbraun bis rötlich (ohne Chlorophyll). Sie erscheinen früher als die sterilen Sprosse und sterben nach der Sporenreife ab. Die sterilen Sprosse sind grün, gefurcht und quirlig verzweigt. Der Acker-Schachtelhalm wächst auf sandigen Stellen, auf Äckern und mitunter auch in Gärten, wo er einen Mangel an Kalk im Boden anzeigt. Dort wird er zu einem lästigen Unkraut, das sich am besten durch regelmäßiges Abschneiden der Sprossspitzen noch unterhalb der Bodenoberfläche zurückdrängen lässt.

Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum)

Wald-Schachtelhalm (Equisetum sylvaticum) mit fein und mehrfach verzweigten, überhängenden Seitenzweigen

Er wächst in feuchten Laub- und Mischwäldern, an Quellfluren und in Erlenbrüchen. Erkennbar ist er auf den ersten Blick an der Verzweigung: Die Seitenzweige verzweigen sich selbst noch einmal und biegen sich weich nach unten, sodass die ganze Pflanze wie ein zierliches grünes Bäumchen wirkt. Die fertilen Sprosse sind zunächst blass, ergrünen nach dem Ausstäuben der Sporen jedoch und verzweigen sich wie die sterilen Sprosse.

Im Garten wird er nur ausnahmsweise kultiviert – er braucht sauren, dauerhaft feuchten und schattigen Boden. Im normalen Beet setzt er sich nicht durch und wird auch nicht zum Unkraut.

Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre)

Sumpf-Schachtelhalm (Equisetum palustre) mit grünen Sprossen, die in braunen Sporenähren enden

Er kommt auf nassen Wiesen, in Gräben und an Gewässerufern vor. Vom Acker-Schachtelhalm unterscheidet er sich dadurch, dass fertile und sterile Sprosse gleich gestaltet sind – die Sporenähre sitzt direkt auf dem grünen, quirlig verzweigten Spross. Ein zuverlässiges Erkennungsmerkmal ist außerdem das erste Glied der Seitenzweige: Beim Sumpf-Schachtelhalm ist es kürzer als die Blattscheide des Sprosses, beim Acker-Schachtelhalm dagegen länger.

Der Sumpf-Schachtelhalm enthält das Alkaloid Palustrin und ist für Nutztiere giftig, weshalb er auf Weiden und im Heu unerwünscht ist. In den Garten wird er nicht gepflanzt.

Riesen-Schachtelhalm (Equisetum giganteum)

Riesen-Schachtelhalm (Equisetum giganteum) mit hohen dünnen Halmen

Es handelt sich um eine südamerikanische Art mit bis zu 5 m hohen Sprossen. In ihrer Heimat wächst sie kletternd zwischen den Urwaldbäumen. Sie hat dünne Halme (bis 2 cm), die leicht brechen. Unter unseren Bedingungen lässt sie sich nur als Sumpfpflanze im warmen Gewächshaus mit lehmigem Boden kultivieren.

Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale): Anbau im Garten

Winter-Schachtelhalm (Equisetum hyemale) mit unverzweigten, steifen grünen Halmen

Die botanische Varietät dieser Art, E. hyemale var. hyemale, ist über die gesamte Nordhalbkugel verbreitet. Fertile und sterile Sprosse sind gleich gestaltet, unverzweigt, im Winter grün, bis 1,5 m hoch, steif und sehr rau. An feuchten und schattigen Stellen unter Laubbäumen bildet diese Art häufig dichte Bestände.

Equisetum hyemale var. robustum

Equisetum hyemale var. robustum mit kräftigen aufrechten Halmen

Diese Varietät stammt aus Nord- und Mittelamerika. Die Halme werden bis zu 3 m hoch und 1,5 cm dick. An feuchten Stellen in Parks und Gärten kann dieser Schachtelhalm willkommen sein, doch weil er sich über Ausläufer ausbreitet, kann er mit der Zeit lästig werden.

Equisetum schaffneri

Equisetum schaffneri mit brüchigen, überhängenden Halmen

Diese Art stammt aus den tropischen Gebieten Mexikos, Perus und Chiles. Der bis zu 2 m hohe Schachtelhalm hat brüchige und überhängende Halme, ähnlich wie E. giganteum. Bei uns muss er im warmen Gewächshaus als Sumpfpflanze in einem Gemisch aus Torf und lehmiger Erde kultiviert werden.

Equisetum scirpoides

Equisetum scirpoides mit dünnen niederliegenden Halmen und endständigen Sporenähren

Diese Art kommt in den nördlichen und arktischen Zonen Eurasiens und Nordamerikas vor. Die Halme stehen dicht, sind niederliegend bis leicht aufsteigend, dünn (1,5 mm) und 20 cm lang. Die Sporangien sitzen in endständigen Ähren, die die obersten Blattscheiden teilweise verdecken. Die Pflanze lässt sich im Steingarten an feuchten Stellen mit Torf kultivieren.

Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia)

Riesen-Schachtelhalm (Equisetum telmateia) mit weißlichen, reich verzweigten sterilen Trieben

Diese größte nicht-tropische Art wächst in Europa, Westasien, Nordafrika und in Nordamerika. Die bis zu 2 m hohe Pflanze hat keine überwinternden grünen Sprosse. Die Halme brechen gegen Ende der Vegetationszeit um. Die fertilen Triebe erscheinen vor den sterilen und stehen im untersten Teil der Verzweigung. Die sterilen Triebe sind weißlich und reich verzweigt. Am besten gedeiht der Riesen-Schachtelhalm in frischen, kalkhaltigen und humosen Böden. Gut zur Geltung kommt er an feuchteren und schattigeren Stellen am Wasser. Zusagen tun ihm feuchte Böden und nasse Wiesen mit einsickerndem Wasser.

Equisetum variegatum

Equisetum variegatum mit überwinternden Halmen und auffällig schwarzen Blattscheiden an den Knoten

Diese Art kommt in den gemäßigten Zonen Europas, in Sibirien und in Nordamerika vor. Sie wächst auf sandig-kiesigen Schwemmböden nicht nur im Flachland, sondern auch in größeren Höhenlagen. Die meist überwinternden, dicht stehenden Halme sind 2–3 mm dick, bis 30 cm lang und haben auffällig schwarze Blattscheiden an den Knoten. Dieser Schachtelhalm lässt sich im Steingarten gemeinsam mit Seggen kultivieren.

Acker-Schachtelhalm im Garten bekämpfen

Der Acker-Schachtelhalm hält sich mit einem tief reichenden Rhizom und treibt selbst aus kleinen Bruchstücken wieder aus. Ein einmaliger Eingriff löst das Problem deshalb nicht – es hilft nur beharrliches Wiederholen über die ganze Saison und vor allem eine Änderung der Bedingungen, die ihm zusagen.

  • Schneiden Sie die Sprosse regelmäßig ab, noch unterhalb der Bodenoberfläche. Ohne oberirdische Teile zehrt das Rhizom seine Reserven nach und nach auf.
  • Nicht umgraben und nicht fräsen. Jedes durchtrennte Rhizomstück treibt als neue Pflanze aus, durch Umgraben verteilt sich der Schachtelhalm also über das ganze Beet.
  • Verbessern Sie den Boden und den pH-Wert. Der Acker-Schachtelhalm zeigt saure, verdichtete Böden mit Kalkmangel an – wo sich die Verhältnisse bessern, geht er zurück. Die Zusammenhänge fasst der Artikel über Kalk im Leben der Pflanzen zusammen.
  • Verbessern Sie die Drainage. An dauerhaft staunassen Stellen kommt der Schachtelhalm immer wieder. Weitere Hinweise zu Wurzelunkräutern finden Sie im Artikel über Unkräuter im Rasen.
  • Geben Sie die Rhizome nicht auf den Kompost. Im Komposter überleben sie und kehren mit dem reifen Kompost ins Beet zurück.

Düngung und Pflege der Zier-Schachtelhalme

Die Zierarten, meist der Winter-Schachtelhalm, sind anspruchslos – entscheidend sind bei ihnen vor allem gleichbleibende Feuchtigkeit und ein eher magerer, durchlässiger Boden. Überdüngung bekommt ihnen nicht: Die Halme werden weich, knicken um und der Bestand lichtet sich. Weil sich Schachtelhalme über Rhizomausläufer ausbreiten, pflanzt man sie am Teich oder im Steingarten besser in ein eingesenktes Gefäß ohne Boden, das die Ausbreitung begrenzt.

Im Frühjahr genügt eine schwache Gabe organischen Düngers. Bewährt hat sich der natürliche Dünger DÜNGEE, der sich im Boden nach und nach zersetzt und die Nährstoffe langsam freigibt, sodass die Pflanze nicht überversorgt wird. Es genügt, ihn in einer dünnen Schicht rund um den Horst auszustreuen und anzugießen, oder einen Auszug daraus anzusetzen; die genauen Mengen finden Sie in der Dosierungstabelle. Die allgemeinen Regeln fasst der Artikel über die Düngung von Außen- und Zierpflanzen zusammen, und das gesamte Sortiment finden Sie im Katalog.