Bergpalme (Chamaedorea elegans) – die Mexikanische Bergpalme
Kleine Zimmerpalme, die auch in der Wohnung blüht – Pflege, Gießen, braune Blätter und Giftigkeit
Bergpalme: was für eine Palme ist das

Kleine Zimmerpalme, die schon jung im Topf blüht
- Standort: hell bis halbschattig
- Höhe: bis 1,5 m
- Blütezeit: das ganze Jahr über
- Vermehrung: durch Aussaat und Abtrennen von Trieben
In der Wohnung sind Palmenblüten eine Seltenheit – für die Bergpalme gilt das nicht. Diese Pflanze aus der Familie der Palmengewächse (Arecaceae) blüht schon in jungen Jahren regelmäßig mit gelben Blüten in Rispen.
Früchte bildet sie in der Regel nicht, denn männliche und weibliche Blüten sitzen auf verschiedenen Exemplaren. Chamaedorea elegans gehört zu den beliebtesten Palmen, und das wegen ihrer dauerhaft geringen Größe. Sie bildet ein dünnes Stämmchen und zierende, leicht überhängende Blattwedel. Erst bei älteren Pflanzen werden die Fiederblättchen fest und breit. Die Gattung Chamaedorea umfasst mehrere Arten, als Zimmerpflanze kultiviert wird jedoch nur C. elegans, die aus Mexiko und Guatemala stammt.
Im Deutschen heißt sie Bergpalme, im Handel begegnet Ihnen auch der Name Mexikanische Bergpalme oder das lateinische Synonym Neanthe bella. Es ist immer dieselbe Pflanze – eine der wenigen Zimmerpflanzen, der auch eine weniger helle Zimmerecke genügt.
Chamaedorea elegans pflegen: Licht, Wasser und die Blätter
Die Bergpalme braucht einen hellen, aber vor praller Sonne geschützten Platz, von Oktober bis Februar dann einen kühleren Stand bei etwa 15 °C. Im Sommer ist reichliches Gießen nötig, die Wurzeln dürfen aber nicht im Nassen stehen. Im Winter wird so weit reduziert, dass die Erde gerade nicht austrocknet. An warmen Sommertagen empfiehlt sich gelegentliches Tauchen des Topfes und häufigeres Besprühen der Blätter.
Von Mitte März bis Ende August wird alle zwei Wochen mit schwächer dosierter Nährlösung gedüngt. Umgetopft wird im Frühjahr, zum Beispiel in Einheitserde, aber erst dann, wenn die Wurzeln aus dem Topf herauswachsen.
In der Praxis heißt das: gießen erst wenn der obere Zentimeter Substrat abgetrocknet ist, nicht nach Kalender. Lassen Sie das Wasser abstehen, damit es nicht kalt ist – auf eiskaltes Leitungswasser antwortet die Bergpalme mit braunen Spitzen. Überschüssiges Wasser im Untersetzer immer abgießen; zwei Stunden im Nassen schaden der Pflanze mehr als eine Woche Trockenheit.
Substrat und Umtopfen der Bergpalme
- Substrat: durchlässig, eher grob – Universalerde mit Sand oder Perlite aufgelockert, alternativ fertige Palmenerde. Auf den Topfboden gehört immer eine Drainageschicht.
- Wie oft: junge Pflanzen alle zwei Jahre, ältere erst, wenn die Wurzeln aus dem Topf wachsen. Die Bergpalme hat empfindliche Wurzeln und verträgt häufiges Umtopfen schlecht.
- Wann: im Frühjahr, am besten im April, bevor der neue Austrieb beginnt.
- Topf: eine Nummer größer, eher tief als breit. In einem zu großen Topf bleibt die Erde nass und die Wurzeln leiden.
- Statt Umtopfen: bei großen Pflanzen genügt es, die oberen 3–5 cm Substrat gegen frisches auszutauschen.
Bergpalme düngen
Die Bergpalme wächst langsam und braucht keine großen Nährstoffgaben – Überdüngung zeigt sich bei ihr früher als bei anderen Zimmerpflanzen, danach werden die Ränder der Fiederblättchen braun. Von Mitte März bis Ende August genügt deshalb alle vierzehn Tage eine schwächere Gabe, im Winter wird gar nicht gedüngt.
Am sichersten ist ein organischer Dünger, der die Nährstoffe langsam freisetzt und mit dem sich die Pflanze nicht so leicht verbrennen lässt. Die empfohlene Menge für Topfpflanzen finden Sie in der Dosierungstabelle und das ganze Vorgehen für die Wohnung im Artikel über das Düngen von Zimmerpflanzen.
Ist Chamaedorea elegans giftig? Bergpalme und Katzen
Die Bergpalme ist nicht giftig. Die amerikanische ASPCA führt sie auf der Liste der für Katzen, Hunde und Pferde ungiftigen Pflanzen, sie gehört also zu den sicheren Zimmerpflanzen für Haushalte mit Tieren oder kleinen Kindern. Verwechseln Sie sie dabei nicht mit anderen „Palmen“ – Keulenlilie, Yucca oder Palmfarn sind sehr wohl giftig.
Das heißt aber nicht, dass die Katze an den Blättern knabbern sollte. Größere Mengen Pflanzenmasse reizen bei jedem Tier die Verdauung, und angefressene Wedel wachsen nicht nach – ein einmal beschädigtes Blatt bleibt beschädigt, die Bergpalme kann es nicht reparieren. Wenn Ihre Katze auf der Palme herumturnt, stellen Sie diese in eine Blumenampel oder auf ein Regal außer Reichweite.
Bergpalme bekommt braune Blätter: woran es meist liegt
Braune Blattspitzen sind bei der Bergpalme mit Abstand die häufigste Klage, und fast immer steckt etwas aus dieser Liste dahinter:
- Trockene Luft in der Heizperiode – der häufigste Grund. Es hilft Besprühen mit abgestandenem Wasser, eine Schale mit feuchtem Blähton unter dem Topf oder ein Platz weiter weg von der Heizung.
- Kaltes oder hartes Wasser – zeigt sich als schmaler brauner Saum am Rand der Fiederblättchen. Gießen Sie mit abgestandenem Wasser in Zimmertemperatur.
- Staunässe – die Blätter vergilben von unten und die Basis des Stämmchens wird weich. Lassen Sie das Substrat gründlich abtrocknen und prüfen Sie die Drainage.
- Direkte Sonne – auf den Blättern entstehen trockene helle Flecken. Die Bergpalme will Licht, aber gestreutes.
- Überdüngung – braune Ränder über die ganze Länge des Fiederblättchens. Spülen Sie das Substrat mit weichem Wasser und düngen Sie einen Monat lang nicht.
Vertrocknete Spitzen nicht ganz abschneiden – trennen Sie nur den trockenen Teil ab, sodass ein schmaler Streifen vertrocknetes Gewebe stehen bleibt. Ein Schnitt ins Lebende würde nur wieder braun werden. Ein ganzes Blatt wird erst an der Basis entfernt, wenn es vollständig vertrocknet ist.
Bergpalme vermehren
Am zuverlässigsten ist die Aussaat. Die Samen der Bergpalme keimen nur frisch, brauchen konstante 25–28 °C und Geduld – die Keimung dauert zwei bis drei Monate und verläuft unregelmäßig. Das Saatgut wird flach in feuchtes, durchlässiges Substrat gesät und das Gefäß mit einer durchsichtigen Haube abgedeckt.
Die im Handel angebotenen Pflanzen sind fast immer ein Horst aus mehreren Sämlingen in einem Topf, nicht eine einzelne Pflanze. Der Horst lässt sich beim Umtopfen im Frühjahr vorsichtig teilen, die Wurzeln sind aber empfindlich und ein Teil der Abtrennungen wächst nicht an – wenn Ihnen die Dichte nichts ausmacht, ist es sicherer, den Horst zusammenzulassen.
Weitere Arten: Chamaedorea seifrizii und Mini-Bergpalme
- Chamaedorea seifrizii (Bambuspalme) – höhere und luftigere Art mit dünnen, gegliederten Stängeln, die an Bambus erinnern. Sie verträgt mehr Licht und eignet sich dort, wo die Palme eine raumhohe Rolle übernehmen soll.
- Chamaedorea cataractarum (Wasserfallpalme) – bildet kein Stämmchen, wächst als dichter Busch direkt vom Boden und verträgt als einzige dauerhaft feuchtes Substrat.
- Mini-Bergpalme – keine eigene Sorte, sondern nur junge Sämlinge von C. elegans in kleinen Töpfen. In ein paar Jahren wird daraus eine normale Pflanze, nur viel langsamer, als Sie erwarten.
Welche davon Sie auch haben – die Pflege unterscheidet sich im Grunde nicht. Einen Leitfaden für die übrigen grünen Wohnungsbewohner finden Sie in der Übersicht der Zimmerpflanzen, und wenn Palmen Sie packen, lesen Sie auch über die Kokospalme – die ist gegenüber der Bergpalme deutlich anspruchsvoller.
