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Gemeiner Rainfarn (Tanacetum vulgare)

Eine aromatische Staude mit langer Tradition in der Kräuterkunde

Rainfarn – Tanacetum: Pflanze, Merkmale und Inhaltsstoffe

Rainfarn (Tanacetum) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae). Zu ihr gehören mehrere Arten, die in der traditionellen Heilkunde und in Kräuterzubereitungen verwendet werden. Die bekannteste Art ist der Gemeine Rainfarn (Tanacetum vulgare), der in Europa und Asien heimisch und in Nordamerika eingebürgert ist. Zur selben Gattung zählen zum Beispiel auch das Mutterkraut (Tanacetum parthenium) und das Balsamkraut (Tanacetum balsamita).

Der Rainfarn ist ein ausdauerndes Kraut mit dunkelgrünen, gefiederten Blättern. Die kleinen, gelben Körbchen ohne Zungenblüten stehen in dichten Doldenrispen an den Stängelenden. Rainfarn enthält verschiedene Inhaltsstoffe, darunter ätherische Öle, Bitterstoffe und Gerbstoffe.

Gemeiner Rainfarn (Tanacetum vulgare) – gelbe Doldenrispe aus kleinen Körbchen über gefiederten Blättern

In der traditionellen Heilkunde wurden dem Rainfarn vor allem entzündungshemmende, antibakterielle und wurmwidrige Eigenschaften zugeschrieben. Der Pflanze wurden außerdem anregende Eigenschaften auf die Verdauung nachgesagt; genutzt wurde sie bei Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder nach schwerer, fettreicher Kost. Früher fand Rainfarn auch in Hausmitteln für Nutztiere Verwendung.

Wichtig ist jedoch: Rainfarn enthält Stoffe, die bei übermäßiger Einnahme giftig sein können. Deshalb sollten die empfohlenen Mengen eingehalten und vor der Anwendung eine Ärztin, ein Arzt oder eine fachkundige Person zurate gezogen werden.

Rainfarn ist eine spannende Pflanze mit langer Tradition in der Volksheilkunde. Bei sachgemäßer und vorsichtiger Anwendung wurde ihm früher Linderung bei manchen Beschwerden nachgesagt.

Rainfarn pflanzen: Standort, Düngen, Ernte und Trocknen

Blühender Gemeiner Rainfarn an einem sonnigen Standort im Garten

Rainfarn zu pflanzen ist recht einfach und deshalb bei vielen Gartenfreunden beliebt. Hier die wichtigsten Grundlagen zum Rainfarn:

  1. Klima: Rainfarn ist anpassungsfähig und gedeiht unter sehr unterschiedlichen Bedingungen. Am wohlsten fühlt er sich an einem sonnigen Standort mit gut durchlässigem Boden.

  2. Boden: Rainfarn bevorzugt gut durchlässige Böden. Ideal ist ein leicht saurer bis neutraler Boden. Ist der Boden zu schwer oder neigt er zu Staunässe, verbessert man ihn mit Kompost oder Perlit.

  3. Pflanzung: Rainfarn lässt sich aus Samen oder durch Teilen der Horste vermehren. Samen werden im Frühjahr oder im Herbst direkt ins Beet gesät. Jungpflanzen gibt es auch in der Gärtnerei. Halten Sie zwischen den Pflanzen genügend Abstand, damit sie sich gut entwickeln können.

  4. Gießen: Rainfarn ist recht trockenheitsverträglich und braucht wenig Wasser. In heißen Sommern und in trockenen Lagen sollte man dennoch regelmäßig gießen, vor allem in längeren Trockenphasen.

  5. Düngen: Rainfarn ist anspruchslos und kommt oft ganz ohne zusätzliche Düngung aus. Es genügt eine kleine Gabe Kompost oder Universaldünger, zum Beispiel DÜNGEE, zu Beginn der Vegetationszeit. DÜNGEE geben Sie entweder mit dem Gießwasser oder gleichmäßig rund um die Pflanze aus.

  6. Pflege: Rainfarn ist pflegeleicht. Verblühte Blütenstände sollten entfernt werden, das fördert Wachstum und Nachblüte. Durch das Herausschneiden alter Stängel lässt sich die Pflanze regelmäßig verjüngen.

  7. Krankheiten und Schädlinge: Rainfarn ist im Allgemeinen robust gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Bei feuchter Witterung kann er jedoch von Pilzkrankheiten wie Echtem Mehltau befallen werden. Zeigen sich erste Anzeichen, entfernt man die betroffenen Teile, um eine Ausbreitung zu verhindern.

  8. Vermehrung: Rainfarn lässt sich auf mehrere Arten vermehren. Neben Aussaat und Teilung funktionieren auch Stecklinge. Schneiden Sie dafür einen gesunden Stängel ab, entfernen Sie die unteren Blätter und stellen Sie ihn hell und feucht auf. Nach einigen Wochen bilden sich Wurzeln und die junge Pflanze kann in einen eigenen Topf umziehen.

  9. Ernte und Trocknen: Rainfarn wird häufig für die Kräuterkunde angebaut. Geerntet werden Blätter und Blüten, wenn die Pflanzen voll entwickelt sind und blühen. Zum Trocknen hängt man kleine Bündel kopfüber an einen schattigen, gut belüfteten Platz. Vollständig getrocknet wird der Rainfarn in gut verschließbaren Gläsern aufbewahrt.

Rainfarn zu pflanzen ist unkompliziert und bringt eine schöne, nützliche Staude in den Garten. Mit dem richtigen Standort, passendem Boden und etwas Pflege haben Sie lange Freude an den aromatischen Blättern und den dekorativen Blüten. Denken Sie aber daran: Wer Rainfarn für Heilzwecke nutzen möchte, sollte das immer mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer fachkundigen Person besprechen.

Gemeiner Rainfarn – Tanacetum vulgare: Wirkung und Verwendung

Getrockneter Gemeiner Rainfarn (Tanacetum vulgare) in einem Holzmörser

Der Gemeine Rainfarn (Tanacetum vulgare) ist eine Pflanze mit langer Tradition in Volksheilkunde und Kräuterkunde. Blätter und Blüten duften und schmecken kräftig, und seit jeher wurden ihnen Heilwirkungen zugeschrieben. Hier das Wichtigste zum Gemeinen Rainfarn:

  1. Überlieferte Wirkung: Dem Gemeinen Rainfarn wurden traditionell entzündungshemmende, antimikrobielle, wurmwidrige und tonisierende Eigenschaften zugeschrieben. Er enthält ätherische Öle, Bitterstoffe und Gerbstoffe.

  2. Verdauungsbeschwerden: Der Gemeine Rainfarn wurde traditionell zur Unterstützung der Verdauung genutzt. Er sollte Blähungen lindern und Beschwerden wie Völlegefühl mildern.

  3. Menstruationsbeschwerden: Auch bei Menstruationsbeschwerden kam der Gemeine Rainfarn traditionell zum Einsatz – er sollte Krämpfe und Schmerzen lindern.

  4. Hautprobleme: Wegen seiner entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften wurde dem Gemeinen Rainfarn auch Hilfe bei Hautproblemen wie Akne, Ekzemen und Ausschlägen nachgesagt. Verwendet wurde er innerlich als Tee und äußerlich als Tinktur oder Salbe.

  5. Der Duft des Rainfarns: Der Gemeine Rainfarn verströmt einen kräftigen, würzigen Duft, der von seinen ätherischen Ölen stammt. In der Volkstradition hängte man getrocknete Bündel deshalb in Haus und Stall auf – daher stammen auch alte Namen wie Wurmkraut.

Detail des Rainfarn-Blütenstands – kleine gelbe Körbchen ohne Zungenblüten

Trotz aller überlieferten Heilwirkungen ist wichtig zu wissen: Rainfarn enthält Stoffe namens Thujone, die giftig sein können, wenn zu viel davon aufgenommen wird. Halten Sie deshalb die empfohlenen Mengen ein und sprechen Sie vorab mit einer Ärztin, einem Arzt oder einer fachkundigen Person – besonders bei Vorerkrankungen oder wenn Sie andere Medikamente einnehmen.