🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

Gerste (Saat-Gerste, Hordeum vulgare)

Einjähriges Getreide aus der Familie der Süßgräser — wie ihre Ähre aussieht, welche Formen es gibt, wann Wintergerste und Sommergerste gesät werden und was aus ihr hergestellt wird

Was Gerste ist und woher sie stammt

Zwei Gerstenähren mit langen Grannen vor weißem Hintergrund

Hordeum vulgare – die Saat-Gerste

Eine seit jeher angebaute einjährige Nutzpflanze.

  • Standort: Keine besonderen Ansprüche.
  • Höhe: 60–100 cm.
  • Blütezeit: Mai–Juni.
  • Vermehrung: Durch Aussaat.

Die Gerste gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae) und wurde bereits zur Zeit der Sumerer angebaut, also 5000 Jahre vor Christus. Die heute angebauten Gersten leiten sich vermutlich von der Art Hordeum agriocrithon aus Osttibet (vier- und sechszeilige Formen) und H. spontaneum aus Südwestasien (zweizeilige Formen) ab.

Durch vielfache Kreuzungen gelangte die Gerste über den Nahen Osten nach Mitteleuropa und von dort nach Nordamerika. Heute wird Gerste in gemäßigtem Klima weltweit und auch in den Subtropen angebaut.

In der Fachliteratur und im Handel werden für dieselbe Art zwei Namen verwendet — Gerste und Saat-Gerste; beides bezeichnet Hordeum vulgare. Umgangssprachlich meint „Gerstenkorn“ dagegen fast immer die Entzündung am Augenlid, nicht das Getreidekorn. Zusammen mit Roggen, Weizen, Hafer und Mais gehört die Gerste zu den klassischen Getreidearten der gemäßigten Zone, nah verwandt ist ihr auch die Sorghumhirse.

Formen der Gerste: zweizeilig, vierzeilig und was aus Gerste hergestellt wird

Leinensäckchen mit Gerstengraupen und Gerstenkörnern

Es werden verschiedene Formen der Gerste unterschieden:

  • Zweizeilige Form (Hordeum vulgare convar. distichon):
    Sie hat größere Körner und wird als Braugerste verwendet, weil sie bei geringem Eiweißgehalt einen hohen Extraktgehalt hat. Durch Keimen und anschließendes Trocknen der Körner entsteht Malz, ein wichtiger Bestandteil für die Bierherstellung. Etwa 10 % der Welternte an Gerste entfallen auf diesen Zweck. Aus Gerste werden auch alkoholische Getränke destilliert, vor allem Whisky.
  • Vierzeilige Formen der Gerste (H. vulgare convar. vulgare):
    Sie dienen vor allem als Futter- und Industriegersten, in Entwicklungsländern als Brotgetreide. Weiter werden sie als Graupen (entspelzte und geschliffene Körner) und als Grieß verzehrt. Die sogenannte Nacktgerste wird zur Herstellung von Kaffeeersatz verwendet.

Die Zeilen im Namen entsprechen der Zahl der Längsreihen an Körnern, die die Ähre trägt. Bei der zweizeiligen Gerste reifen nur zwei gegenüberliegende Kornreihen aus, sodass die Ähre flach ist; bei den mehrzeiligen Formen besetzen die Körner den gesamten Umfang der Spindel und die Ähre ist deutlich kantig. Gerade deshalb haben die zweizeiligen Formen ein gleichmäßigeres und größeres Korn, wie es die Mälzereien verlangen.

Gerstengras und junge Gerste: was das ist und wofür es verwendet wird

Gerstengras, auch unter dem Namen junge Gerste verkauft, sind keine Körner, sondern die jungen Blätter der Saat-Gerste. Sie werden noch vor dem Ährenschieben geerntet, etwa in dem Stadium, in dem der Bestand 20 bis 30 cm erreicht, dann schonend getrocknet und zu feinem grünem Pulver vermahlen oder zu Tabletten gepresst. Verkauft wird es als Nahrungsergänzungsmittel.

Derselbe junge Bestand hat aber auch einen rein landwirtschaftlichen Nutzen. Im Herbst oder zeitig im Frühjahr gesät, funktioniert die Gerste als Zwischenfrucht: Sie bedeckt den Boden schnell, die Wurzeln durchwurzeln ihn, und nach dem Einarbeiten bleibt organische Masse darin zurück. Mit der Grünmasse der Gerste wird auch gefüttert, und im Kleinen wird Gerste als Katzengras für Katzen und Kleintiere in eine Schale gesät.

Anbau der Gerste und ihre Beschreibung: wie die Ähre aussieht, wann gesät und wann geerntet wird

Die Gerste ist eine einjährige Pflanze mit einer 7–15 cm langen Ähre.

  • Ähren: Kurze stehen aufrecht, lange sind überhängend. Die Spelzen laufen in bis zu 15 cm lange Grannen aus; es werden auch grannenlose Gersten angebaut.
  • Gerstenarten: Es werden Winter- und Sommergersten unterschieden.
    • Wintergerste: Sie braucht mehr Wärme und eine längere Zeit bis zur Reife.
    • Sommergerste: Sie reift in etwa 95 Tagen auch bei niedrigeren Temperaturen und eignet sich damit für den hohen Norden.

Die Gerste stellt geringe Ansprüche an den Boden und gedeiht deshalb auch in trockenen Regionen, zum Beispiel in Nordafrika.

Aussaat

  • Wintergerste wird Ende September gesät.
  • Sommergerste wird im März bis April gesät.
  • Blüten: Selbstbestäubend.
  • Ernte: Das Korn wird in der Gelb- bis Vollreife geerntet.

Wintergerste und Sommergerste sind keine verschiedenen Arten, sondern zwei Anbauperioden derselben Art, benannt nach der Zeit der Aussaat. Die Wintergerste sät der Anbauer im Herbst, sie überwintert als junger Bestand und wird schon Ende Juni geerntet; die Sommergerste kommt in den Boden, sobald er abgetrocknet ist, und reift im Juli. Die Mälzereien nehmen meist Sommergerste ab, weil sie ein gleichmäßigeres Korn und weniger Eiweiß hat.

Wie sieht Gerste aus und wie unterscheidet man sie von den übrigen Getreidearten? Am auffälligsten sind die Grannen: Bei der Gerste sind sie lang, gerade und stehen seitlich von der Ähre ab, sodass ein reifendes Feld wie beflaumt aussieht. Weizen hat kurze oder gar keine Grannen und eine kürzere, dichtere Ähre, Roggen hat eine schlanke und auffällig überhängende Ähre. Ein zuverlässiges Merkmal sind auch die Öhrchen am Grund der Blattspreite — bei der Gerste sind sie groß, kahl und umfassen den Halm, bei Weizen klein und behaart, bei Roggen kurz.

Hund, der in einem reifenden Gerstenfeld steht
Hund im Gerstenfeld.
Gerstenfeld mit reifenden Ähren vor dem Himmel
Gerstenfeld.

Gerste und Getreide im Garten düngen

Die Gerste gehört zu den Getreidearten mit der kürzesten Vegetationszeit, deshalb müssen die Nährstoffe von Anfang an verfügbar sein — anders als Mais oder Soja hat sie keine Zeit mehr, sie später nachzuholen. Im Garten wird Gerste vor allem als Zwischenfrucht oder als Katzengras gesät, dort reicht ihr, was im Boden ist. Wird sie aber auf Korn gesät, lohnt es sich, die Nährstoffe schon vor der Aussaat in den Boden zu geben.

Der natürliche organische Dünger DÜNGEE gibt die Nährstoffe nach und nach ab, so wie die Wurzeln sie brauchen, und wird auf zwei Arten angewendet:

  • Sie können ihn in einer dünnen Schicht rund um die Pflanzen streuen und in den Boden einarbeiten.
  • Setzen Sie DÜNGEE als Auszug an und gießen Sie damit rund um die Pflanzen, oder besprühen Sie die Pflanzen mit dem Auszug.

Dosierung und Zusammensetzung finden Sie beim Universaldünger und auf der Seite Dosierung, das gesamte Angebot an Gebindegrößen dann im DÜNGEE-Katalog.