🚚 Packeta kostenlos ab 70,00 €

Roggen (Secale cereale): Pflanze, Ähre und Anbau des Getreides

Anspruchsloses Getreide für raue Lagen — Ähren mit langen Grannen, Winter- und Sommerroggen, Mutterkorn in der Ähre, Roggenmehl und Roggenbrot

Nahaufnahme von Roggenähren vor unscharfem Hintergrund, Makroaufnahme der Grannen

Bekanntes Getreide

Standort: Sonnig; lehmiger Sand oder sandiger Lehmboden
Höhe: Bis zu 2 m
Blütezeit: Je nach Sorte und Aussaattermin unterschiedlich
Vermehrung: Durch Aussaat

Die Urform des heutigen Kulturroggens stammt vermutlich aus Vorderasien. Erst zwischen Bronze- und Eisenzeit kam der Roggen nach Europa; die ersten Anbaukulturen sind für Südrussland belegt. Weil er keine besonderen Ansprüche an den Boden stellt und auch in rauem Klima gut gedeiht, wurde Roggen zu einem immer wichtigeren Grundnahrungsmittel — in Deutschland ist er bis heute das klassische Brotgetreide. Roggen wächst auf sandigen, leichten Böden ebenso gut wie auf feuchten, etwas schwereren, ist voll winterhart und lässt sich noch in Höhenlagen von fast 2000 m anbauen. Nach dem Weizen ist er die am meisten angebaute Getreideart; die Gattung Secale gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae).

Ausgangspflanzen der heutigen Kulturform des Roggens sind Wildarten wie S. fragile, S. vavilovii und S. montanum.

Wie sieht Roggen aus: Ähre, Grannen und Korn

Nahaufnahme von Bauernhänden mit Weizen- und Roggenähren auf einem Getreidefeld

Im Vergleich zum Weizen hat Roggen längere Halme (bis knapp 2 m), seine Ähren sind schlanker und die einzelnen Blüten tragen lange Grannen. Wie bei allen Gräsern werden auch beim Roggen die Blüten vom Wind bestäubt. Die Samen sind lange, dünne Körner von graubrauner Farbe. Auch das Roggenstroh ist graubraun.

Roggenmehl und Roggenbrot

Roggenbrot mit Roggenähren auf einem Holzbrett

Roggen enthält neben Eiweiß, Fett und Kohlenhydraten viel Kalium, Kieselsäure und wichtige Vitamine. Das Getreide ist nicht leicht verdaulich, gibt dafür aber Kraft. Dem Roggenmehl fehlt das Klebereiweiß des Weizenmehls, der Teig hält deshalb weniger Gas und geht schwerer auf. In Deutschland wird reines Roggenbrot darum klassisch mit Sauerteig gebacken, der den Teig säuert und lockert; als Mischbrot mit Weizenmehl fällt das Gebäck lockerer und milder aus.

Winterroggen und Sommerroggen

Die Kultursorten des Roggens teilen sich in Sommer- und Winterroggen. Angebaut wird ganz überwiegend Winterroggen. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Deutschland, Polen und Russland.

Mutterkorn und Mutterkornpilz (Claviceps purpurea)

Häufig werden die Roggenähren vom parasitischen Mutterkornpilz (Claviceps purpurea) befallen. Die Körner werden dabei zu giftigem Mutterkorn umgebildet, das im Boden überwintert. Mehl mit vermahlenen Mutterkörnern ruft Störungen des Blutkreislaufs hervor.

Roggenfeld im Sonnenuntergang, reifer Roggen kurz vor der Ernte
Roggenfeld im Sonnenuntergang, reifer Roggen, Roggenernte auf dem Feld
Fröhlicher großer weißer Hütehund, der über ein grünes Roggenfeld läuft
Fröhlicher großer weißer Hütehund, der über ein grünes Roggenfeld läuft

Roggen, Gerste und weitere Getreidearten

Roggen gehört zusammen mit Weizen und Gerste zu den ältesten Brotgetreidearten. Gerste bleibt niedriger (60–100 cm) und ihre Grannen sind noch länger als beim Roggen, während der Roggen den Halm auf fast zwei Meter treibt und ärmere Böden wie auch höhere Lagen verträgt.

Aus der Familie der Süßgräser und den verwandten Nutzgräsern finden Sie bei Düngee außerdem Mais, Sorghumhirse, Italienische Borstenhirse, Hiobsträne und das Pseudogetreide Amaranth.

Getreide und Gräser düngen

Roggen kommt mit wenig aus, auf armem Sand nimmt er zusätzliche Nährstoffe und organische Substanz aber gern an. Dafür eignen sich Kompost oder der organische Dünger Düngee, der die Nährstoffe nach und nach freisetzt und die Bodenstruktur verbessert. Die Mischungsverhältnisse für die Gießlösung finden Sie unter Dosierung.

Düngee im Onlineshop Universaldünger

Häufige Fragen zum Roggen

Wie sieht eine Roggenähre aus?

Die Roggenähre ist schlank und schmal, die einzelnen Blüten tragen lange Grannen, sodass die ganze Ähre „bärtig“ wirkt. Der Halm wird fast zwei Meter hoch, die Körner sind lang, dünn und graubraun; dieselbe graubraune Farbe hat auch das Roggenstroh.

Was ist der Unterschied zwischen Roggen und Gerste?

Roggen (Secale cereale) ist ein hohes Getreide mit schlanker Ähre, das arme Böden und raues Klima verträgt und zu Brotmehl vermahlen wird. Gerste (Hordeum vulgare) wird 60–100 cm hoch, ihre Ähre ist kürzer mit bis zu 15 cm langen Grannen und wird vor allem als Braumalz, Futter und Graupen genutzt.

Was ist Mutterkorn und warum ist es gefährlich?

Mutterkorn sind verformte Körner, die in der Ähre nach dem Befall durch den parasitischen Mutterkornpilz entstehen (Claviceps purpurea). Sie überwintern im Boden, und Mehl mit vermahlenen Mutterkörnern ruft Störungen des Blutkreislaufs hervor — befallene Ähren gelangen deshalb nicht in die Mühle.

Wann sät man Winterroggen und wann Sommerroggen?

Die Kultursorten des Roggens teilen sich in Sommer- und Winterroggen. Angebaut wird ganz überwiegend Winterroggen: Er wird im Herbst gesät, überwintert auf dem Feld und wird im folgenden Sommer geerntet; Sommerroggen wird erst im Frühjahr ausgesät. Die wichtigsten Anbaugebiete sind Deutschland, Polen und Russland.