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Braunelle

Heilkraut und anspruchslose Steingartenpflanze – Wirkung, Arten und Pflege

Braunelle – Steingartenpflanze und Kraut aus der Familie der Lippenblütler

Braunelle (Prunella) mit violetten Blütenähren auf einer Wiese

Die Braunelle (Prunella) ist eine Pflanzengattung aus der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Gattung umfasst mehrere Arten, am bekanntesten ist die Kleine Braunelle (Prunella vulgaris), die zugleich als Heilkraut gilt. Gemeint ist hier immer die Pflanze – gleichlautend heißt auch eine Vogelfamilie Braunellen.

Aussehen: Die Braunelle ist eine niedrige, ausdauernde Staude mit kriechenden Stängeln und gegenständigen Blättern. Die Blätter sind eiförmig, vorn stumpf, am Rand gezähnt oder gesägt und lang gestielt. Die Blüten der Braunelle stehen in kurzen Ähren an der Spitze der Stängel. Die Blüten selbst sind röhrig, violett bis blau gefärbt und haben zwei obere und drei untere Lippenzipfel.

Verbreitung: Die Gattung Braunelle ist in Europa, Asien, Nordamerika und einigen weiteren Teilen der Welt verbreitet. Sie wächst an ganz unterschiedlichen Standorten – auf Wiesen und Weiden, an Waldrändern, an Wegrändern und an felsigen Hängen. Sie gedeiht in vielen Bodenarten und gilt gelegentlich als Unkraut.

Verwendung: Der Braunelle, vor allem der Kleinen Braunelle, werden seit jeher bestimmte Eigenschaften zugeschrieben; sie wurde traditionell in der Volksheilkunde verwendet. Blätter und Blüten der Pflanze enthalten verschiedene bioaktive Stoffe, darunter Gerbstoffe, denen eine zusammenziehende und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird.

Überliefert ist die Anwendung bei Halsbeschwerden, Erkältungen der Atemwege und Verdauungsproblemen. Auch heute ist die Kleine Braunelle in der traditionellen Kräuterkunde bekannt und als Tee, Extrakt oder Salbe erhältlich.

Kleine Braunelle (Prunella vulgaris): Wirkung und Anbau

Kleine Braunelle (Prunella vulgaris) – niedrige ausdauernde Staude mit kriechenden Stängeln

Die Kleine Braunelle (Prunella vulgaris), auch Gewöhnliche Braunelle genannt, wächst wild in der Natur, wird aber auch im Garten kultiviert.

So sieht die Kleine Braunelle aus

  • Die Kleine Braunelle ist eine niedrige, ausdauernde Staude mit kriechenden Stängeln und gegenständigen Blättern.
  • Die Blätter sind eiförmig, am Rand gezähnt oder gesägt und lang gestielt.
  • Die Blüten stehen in Ähren an der Spitze der Stängel und sind röhrig geformt.
  • Die Blüten können verschiedene Farben haben, meist sind sie violett, blau oder rosa.

Verbreitung: Die Kleine Braunelle ist in Europa, Asien, Nordamerika und einigen weiteren Teilen der Welt verbreitet. Sie wächst an unterschiedlichen Standorten – auf Wiesen und Weiden, an Wegrändern und an felsigen Hängen.

So bauen Sie die Kleine Braunelle im Garten an

  1. Die Kleine Braunelle können Sie auch im Garten oder im Kräuterbeet ziehen, ebenso schmückt sie den Steingarten. Sie ist eine anspruchslose Pflanze, die sonnige bis halbschattige Plätze und gut durchlässigen Boden bevorzugt.
  2. Vermehren können Sie die Braunelle über Samen, die im Frühjahr ausgesät werden, oder durch Teilung der Horste im Herbst oder im Frühjahr.
  3. Die Pflanze kann sich stark ausbreiten, deshalb sollten Sie ihren Bestand im Blick behalten, wenn Sie sie im Garten kultivieren.

Überlieferte Wirkung: Die Kleine Braunelle hat eine lange Tradition in der Volksheilkunde. Sie enthält verschiedene bioaktive Stoffe, darunter Gerbstoffe, Flavonoide und Triterpene, denen eine adstringierende (zusammenziehende) und entzündungshemmende Wirkung nachgesagt wird. Überliefert ist die Anwendung bei Halsbeschwerden, Erkältungen der Atemwege, Verdauungsbeschwerden sowie bei kleinen Wunden und blauen Flecken. Der Kleinen Braunelle werden außerdem antioxidative Eigenschaften zugeschrieben.

Auch wenn die Kleine Braunelle als Heilkraut überliefert ist, gilt: Sprechen Sie die Anwendung mit einem Arzt oder Apotheker ab, bevor Sie ein Kraut oder ein Kräuterpräparat bei gesundheitlichen Beschwerden einsetzen – besonders bei ernsteren Erkrankungen oder wenn Sie Medikamente einnehmen.

Großblütige Braunelle (Prunella grandiflora): Anbau und Pflege

Großblütige Braunelle (Prunella grandiflora) mit großen violetten Blüten

Die Großblütige Braunelle (Prunella grandiflora) wird wegen ihrer auffälligen Blüten und ihres wintergrünen Laubs gepflanzt.

So sieht die Großblütige Braunelle aus

  • Die Großblütige Braunelle ist eine wintergrüne Staude, die dichte Horste bildet.
  • Die Blätter sind oval, dunkelgrün, glänzend und am Rand gezähnt oder gekerbt.
  • Die Blüten sind groß und röhrig geformt, was für diese Art kennzeichnend ist. Sie können verschiedene Farben haben, darunter Violett, Rosa, Rot oder Weiß.
  • Die Blüten stehen in kurzen Ähren an der Spitze der Stängel.

So wird die Großblütige Braunelle kultiviert

  1. Die Großblütige Braunelle ist eine vergleichsweise anspruchslose Pflanze, die sich in ganz unterschiedlichen Gartenbereichen ziehen lässt.
  2. Standort: Die Pflanze bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze. Auch an Standorten mit leichtem Schatten gedeiht sie gut.
  3. Boden: Pflanzen Sie die Großblütige Braunelle bevorzugt in gut durchlässigen, humusreichen Boden. Der Boden sollte mäßig feucht, aber gut drainiert sein.
  4. Gießen: Halten Sie den Boden feucht, lassen Sie ihn aber nicht vernässen. Staunässe verträgt die Braunelle nicht.
  5. Düngen: Düngen Sie mit einem Dünger für Blühpflanzen nach Anwendungshinweis auf der Verpackung. Geeignet ist zum Beispiel DÜNGEE, der die Nährstoffe für eine reiche Blüte mitbringt.

Vermehrung:

  • Die Großblütige Braunelle lässt sich über Samen vermehren, die in der Regel im Frühjahr oder im Herbst ausgesät werden. Säen Sie direkt ins Beet und bedecken Sie die Samen nur dünn mit Erde. Manchmal sät sich die Braunelle auch selbst aus – achten Sie dann darauf, dass sie sich nicht über den ganzen Garten ausbreitet.
  • Möglich ist ebenso die Teilung der Horste im Frühjahr oder im Herbst. Teilen Sie ältere, große Horste in kleinere Stücke und setzen Sie diese sofort in vorbereitete Pflanzlöcher. Drücken Sie die Erde gut an und gießen Sie. Während des Anwachsens häufiger wässern.

Pflege:

  1. Die Pflanze braucht keine aufwendige Pflege. Schneiden Sie Verblühtes regelmäßig aus, das fördert den zweiten Flor.
  2. Denken Sie daran, dass sich die Großblütige Braunelle rasch ausbreiten kann. Kontrollieren Sie den Bestand daher regelmäßig, wenn Sie sie im Garten kultivieren.

Die Großblütige Braunelle ist bei Gärtnern eine beliebte Blütenstaude – wegen ihrer schönen Blüten und der einfachen Kultur. Sie eignet sich für Beete, Blumengärten und Steingärten. Auch im Kübel lässt sie sich ziehen, was ihre Ausbreitung zugleich etwas bremst.

Weiße Braunelle (Prunella laciniata)

Weiße Braunelle (Prunella laciniata) mit weißen Blüten und gelappten Blättern

Die Weiße Braunelle (Prunella laciniata), auch Geschlitztblättrige Braunelle genannt, ist eine Art mit ganz eigenen Merkmalen in Aussehen und Kultur.

So sieht die Weiße Braunelle aus

  • Die Weiße Braunelle wird etwa 20 bis 60 Zentimeter hoch.
  • Die Blätter sind meist tief gelappt und fiederschnittig gegliedert, der Rand ist fein gezähnt. Sie sind frischgrün und erinnern etwas an die Blätter der Brennnessel.
  • Die Blüten stehen in dichten ährigen Blütenständen an der Spitze der Stängel. Sie sind röhrig und meist weiß, seltener violett, blau oder rosa.

Anbau:

  1. Die Weiße Braunelle lässt sich in ganz unterschiedlichen Gartenbereichen ziehen.
  2. Standort: Die Pflanze bevorzugt sonnige bis halbschattige Plätze, verträgt aber auch leichten Schatten.
  3. Boden: Am besten wächst die Weiße Braunelle in gut durchlässigem, mäßig feuchtem und humusreichem Boden.
  4. Gießen: Halten Sie den Boden feucht, lassen Sie ihn aber nicht vernässen. In Trockenperioden ist regelmäßiges Wässern für ein gesundes Wachstum wichtig.
  5. Düngen: Sie können mit einem Dünger für Blühpflanzen nachdüngen, um die Blüte zu fördern.
  6. Vermehrung: Die Pflanze wird über Samen oder durch Teilung der Horste vermehrt.
  7. Weitere Pflege: Schneiden Sie verblühte Blütenstände heraus, das fördert den zweiten Flor.

Die Weiße Braunelle ist in unseren Gärten seltener zu sehen, als sie es verdient – sie liefert schön blühende Pflanzen für Zierbeete, Steingärten und Kübel.

Häufige Fragen zur Braunelle

Wann wird die Braunelle geerntet und wie trocknet man sie?

Geerntet wird das blühende Kraut, also die Triebspitzen mit den Ähren, etwa von Juni bis September – bei trockenem Wetter am Vormittag, sobald der Tau abgetrocknet ist. Das Kraut wird zu kleinen, lockeren Bündeln gebunden oder in einer Lage ausgebreitet und im Schatten bei guter Luftbewegung und höchstens 40 °C getrocknet. Richtig getrocknet behält die Droge die Blütenfarbe; aufbewahrt wird sie lichtgeschützt in einem verschlossenen Gefäß.

Wie bereitet man Tee aus der Braunelle zu?

Üblich sind ein Teelöffel getrocknetes Kraut auf eine Tasse kochendes Wasser und etwa 10 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Überliefert ist die Verwendung als Gurgellösung bei Halsreizungen. Das ist eine volksheilkundliche Anwendung — bei gesundheitlichen Beschwerden sprechen Sie bitte mit Ihrem Arzt oder Apotheker, vor allem wenn Sie Medikamente einnehmen.

Wie wird man die Braunelle im Rasen los?

Die Kleine Braunelle hält sich im Rasen, weil ihr kurzer Schnitt entgegenkommt: Die kriechenden Triebe bleiben unter dem Mähmesser unversehrt und wurzeln leicht wieder an. Es hilft, höher zu mähen (auf 5 bis 6 cm), regelmäßig zu düngen und nachzusäen, damit die Narbe dicht wird und der Braunelle keine Lücke bleibt. Einzelne Horste sticht man samt den Ausläufern aus, sonst treiben sie wieder durch. Mehr dazu im Artikel Die häufigsten Unkräuter im Rasen.

Ist die Braunelle giftig?

Nein. Die Kleine Braunelle wird seit jeher in der Volksheilkunde verwendet, und die jungen Blätter sind essbar — sie passen in Salate oder Suppen und schmecken leicht bitter. Das heißt aber nicht, dass man sie in größeren Mengen oder über lange Zeit ohne fachlichen Rat verzehren sollte.