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Beerenobst: vollständiger Leitfaden für den Anbau im Garten

Alles über den Anbau von Beerenobst — Johannisbeere, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Haselnuss und Erdbeere. Pflanzung, Schnitt, Sorten, Düngung und Schutz vor Krankheiten und Schädlingen.

Beerenobst: vollständiger Leitfaden für den Anbau im Garten

Johannisbeere, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, Haselnuss und Erdbeeren — ein Leitfaden für den Anbau von Beerenobst von der Pflanzung über den Schnitt und die Düngung bis hin zum Schutz vor Schädlingen und Krankheiten.

Warum Beerenobst anbauen und was dazu gehört

BEERENOBST

Beerenobst

Die Arten des Beerenobstes sind in Gärten die am weitesten verbreiteten und wohl auch beliebtesten Obstkulturen. Dafür gibt es mehrere Gründe. Sie lassen sich auf kleinster Fläche und meist auch im Halbschatten anbauen. Sie stellen keine hohen Ansprüche an den Boden, besonders nicht an dessen Tiefe. Sie tragen bald nach der Pflanzung und regelmäßig jedes Jahr. Sie gedeihen auch in klimatisch weniger günstigen Lagen, etwa im Vorgebirge und im Bergland, wo anspruchsvollere Obstarten nicht mehr zurechtkommen. Außerdem ist es nach den Wintermonaten in der Regel das erste Obst, das sich durch einen hohen Gehalt an Vitaminen und Mineralstoffen auszeichnet; Vitamin C bleibt auch nach dem Einkochen weitgehend erhalten. Zum Beerenobst zählen wir die Johannisbeere, Stachelbeere, Himbeere, Brombeere, außerdem die Haselnuss und vor allem die Erdbeere, deren Früchte das beliebteste Obst überhaupt sind.

Johannisbeere – Beerenobst

Johannisbeere: Pflanzung, Strauchformung und Pflege

Johannisbeeren

Alle drei Johannisbeer-Arten — rote, weiße und schwarze — sind hinsichtlich Lage und Klima recht anspruchslos und gedeihen sowohl in günstigen Tieflagen als auch in Höhenlagen mit rauem Klima. Sie wachsen auch im Halbschatten gut, tragen dort allerdings Früchte von geringerer Qualität. Sie brauchen tiefgründige, nährstoffreiche, humose und ausreichend feuchte Böden. Einen erhöhten Anspruch an die Bodenfeuchte hat die schwarze Johannisbeere, die auf trockenen Böden vorzeitig das Laub abwirft, nur kurze Triebe bildet und deren Früchte abfallen. Rote und weiße Johannisbeeren mögen leicht saure Böden lieber, die schwarze verträgt auch einen höheren Kalkgehalt.

Die geeignetste Form für den Anbau von Johannisbeeren ist der Strauch, denn er lässt sich leicht verjüngen und hält unter guten Bedingungen und bei richtiger Pflege bis zu 10 Jahre. Das Stämmchen, ob wurzelecht oder auf der Gold-Johannisbeere veredelt, altert schneller und bringt geringere Erträge. Die schwarze Johannisbeere wird nicht als Stämmchen gezogen. Johannisbeeren lassen sich auch als Fruchtwand ziehen; die Sträucher werden dichter gepflanzt und durch den Schnitt in schmalen Streifen gehalten. Möglich ist auch die Erziehung am Spalier, bei der die Sträucher flach geleitet werden. Diese Methode eignet sich besonders für Sorten mit weniger festem Wuchs. Am ertragreichsten ist jedoch der frei stehende Strauch.

PFLANZUNG Vor der Pflanzung bereiten wir den Boden sorgfältig vor, entfernen ausdauernde Unkräuter und düngen mit Stallmist. Die Sträucher setzen wir im Abstand von 1,5—2 m, die schwarze Johannisbeere 2—2,5 m voneinander. Bei mehreren Reihen sollten die Reihen bis zu 3 m Abstand haben. Stämmchen pflanzen wir 1 m voneinander und etwa 70 cm vom Weg entfernt. Ebenfalls 1 m Abstand halten wir bei der Erziehung als Fruchtwand und am Spalier ein. Johannisbeeren pflanzen wir im Herbst oder zeitig im Frühjahr, denn sie treiben früh aus. Beim Pflanzen geben wir gut abgelagerten Kompost auf den Grund der Pflanzlöcher und setzen so tief, dass die Pflanze etwa 5 cm tiefer steht als in der Baumschule. Vor dem Pflanzen richten wir die Jungpflanze her, kürzen also beschädigte oder zu lange Wurzeln und belassen im oberirdischen Teil 3—6 kräftige Triebe, schwache entfernen wir ganz. Bei Herbstpflanzung häufeln wir Erde an und belassen etwa 40 cm lange Triebe, die wir erst im Frühjahr auf 2—3 Augen zurückschneiden. Bei Frühjahrspflanzung muss jede Pflanze mehrmals gründlich gewässert werden. Bei Stämmchen brauchen wir einen Pfahl, der bis in die Krone reicht, und binden den Stamm an mindestens zwei Stellen an. Den Pfahl schlagen wir vorher ein, denn beim nachträglichen Einschlagen könnten wir die Wurzeln beschädigen. Der Pfahl gehört auf die Südseite, damit er den Stamm vor der Sonne schützt.

PFLEGE Während der Vegetationszeit lockern wir den Boden um Strauch oder Stämmchen laufend und halten ihn unkrautfrei. Durch das Aufbrechen der Bodenkruste verhindern wir Wasserverluste durch Verdunstung. Bewährt hat sich auch das Mulchen rund um die Sträucher. Im Herbst geben wir jedes Jahr zwei bis drei Schaufeln Kompost an jeden Strauch oder jedes Stämmchen, den wir im Frühjahr flach einarbeiten. Mineraldünger dosieren wir nach Bodenzustand, Alter des Strauchs und Ähnlichem. Nachgedüngt wird mit einem Volldünger (NPK) beim Austrieb und zu Beginn des Beerenwachstums. Johannisbeeren vertragen wie die übrigen Beerenobstarten hohe Düngergaben, vor einer Überdüngung muss man kaum Sorge haben. Im zweiten Jahr nach der Pflanzung schneiden wir im Frühjahr kräftige Triebe auf 2—3 Augen zurück, schwächere entfernen wir. Unterlässt man das, trägt der Strauch zwar, wächst aber einige Jahre kaum. Im dritten Jahr nach der Pflanzung entfernen wir im Frühjahr alle beschädigten oder schlecht ausgereiften Triebe sowie jene, die sich gegenseitig behindern oder den Strauch zu stark verdichten. Ein gut aufgebauter und gepflegter Strauch soll acht, höchstens zehn kräftige Äste haben, die wir jedes Jahr um etwa ein Fünftel einkürzen. In den Folgejahren schneiden wir gleich und beginnen zugleich, die Sträucher zu verjüngen, indem wir überalterte Äste direkt am Boden entfernen und durch junge kräftige Triebe ersetzen. Wir düngen weiterhin reichlich, wässern in Trockenzeiten und lassen die Sträucher nicht verunkrauten. Beim Stämmchen kürzen wir nach dem Pflanzen und Anbinden die Zweige, damit sich eine Krone aus etwa 6—8 Hauptästen bildet. In den Folgejahren kürzen wir die Verlängerungstriebe auf 7—9 Augen, die Seitentriebe auf 2—3 Augen. Sonst gelten die gleichen Schnittregeln wie beim Strauch.

Wie man Johannisbeeren vermehrt und eine Übersicht der besten Sorten

VERMEHRUNG Bei der Vermehrung in Baumschulen wird streng ausgelesen, das Material getestet und sein Gesundheitszustand überwacht. Beim Beerenobst ist die Frage der Ausbreitung von Viruskrankheiten sehr wichtig. Wer selbst vermehrt, muss deshalb streng darauf achten, dass die Mutterpflanzen völlig gesund sind.

Der Strauch lässt sich vegetativ auf mehrere Arten vermehren: durch Stecklinge, Absenker, Anhäufeln und Teilung des Strauchs.

Johannisbeere – Beerenobst

Die Stecklingsvermehrung erfolgt mit Stecklingen aus einjährigen, ausgereiften Trieben. Die Stecklinge schneiden wir von November bis Februar. Wir stecken sie entweder noch im Herbst oder schlagen sie ein und pflanzen sie im Frühjahr. Die Stecklinge sollen etwa 20 cm lang sein, das untere Ende dicht unter einem Auge leicht schräg, das obere etwa 1 cm über einem Auge etwas schräger. Wir stecken sie in einer Reihe im Abstand von etwa 10—15 cm. Im ersten Jahr bewurzeln sie, und nach dem Frühjahrsschnitt sind sie im Folgejahr pflanzfertig.

Das Absenken ist eine für den Hausgarten gut geeignete Vermehrungsart, mit der sich sehr gut entwickelte Jungpflanzen gewinnen lassen. Gesunde, ausreichend lange einjährige Triebe biegen wir im Frühjahr herunter, befestigen sie mit einem Haken in etwa 15 cm tiefen Mulden und füllen die Mulden mit Erde auf. Der Absenker bewurzelt im Lauf der Vegetationszeit. Im Herbst trennen wir ihn vom Strauch und können ihn pflanzen.

Durch Anhäufeln gewinnen wir rasch eine größere Zahl von Jungpflanzen. Den Strauch schneiden wir im Frühjahr stark zurück und füllen sein Inneres Anfang Juni mit einer etwa 10 cm hohen Schicht guter, lockerer Erde auf. Erde geben wir im Lauf der Vegetationszeit noch mindestens ein weiteres Mal nach. Die bewurzelten Triebe trennen wir bereits im Herbst oder erst im Frühjahr ab und pflanzen sie.

Die Teilung des Strauchs ist ebenfalls eine sehr einfache Vermehrungsart. Den ganzen, möglichst jüngeren Strauch heben wir im Frühjahr aus dem Boden und teilen ihn in mehrere kleinere, die wir etwas tiefer setzen, als der ursprüngliche Strauch stand.

Ein Stämmchen kauft man besser in der Baumschule, die Vermehrung ist nicht einfach. Sie erfolgt durch Veredeln. Die Reiser der Edelsorten werden auf die Gold-Johannisbeere veredelt, und zwar entweder im Winter im Keller, wohin die bewurzelten Ruten der Gold-Johannisbeere im Topf oder mit Ballen gebracht werden, oder im Freiland im August mit grünen Reisern. Im August wachsen die Reiser etwas schlechter an, die Stämmchen sind aber meist kräftiger und besser bewurzelt. Für die Veredlung im Keller werden die Reiser spätestens im Januar geschnitten, für die Grünveredlung kurz vor dem Veredeln. Sind die Reiser genauso stark wie die Unterlage, veredelt man durch Kopulation, sind sie schwächer, durch Sattelschäftung. Im August wird seitlich veredelt.

SORTEN Bei den Johannisbeeren empfehle ich vor allem im deutschen Handel bewährte Sorten.

Sorten der roten Johannisbeere ‚Jonkheer van Tets‘ ist eine sehr frühe, starkwüchsige Sorte mit großen Beeren und hohem Ertrag. ‚Holländische Rote‘ und ‚Rote Vierländer‘ sind anspruchslose, robuste Sorten mit kräftigem Wuchs und kleinen bis mittelgroßen Beeren. ‚Houghton Castle‘ eignet sich für höhere Lagen. ‚Rote Spätlese‘ ist eine ausgezeichnete, sehr ertragreiche Sorte mit langen Trauben großer Beeren; sie reift rund einen Monat später als die üblichen Sorten. ‚Rondom‘ ist nahezu gleich gut und ertragreich und reift etwa 14 Tage nach den Standardsorten. ‚Rovada‘ trägt sehr lange Trauben und reift ebenfalls spät.

Für eine längere Erntezeit empfehle ich drei Sorten: ‚Jonkheer van Tets‘, ‚Rondom‘ und ‚Rote Spätlese‘.

Sorten der weißen Johannisbeere ‚Weiße Versailler‘ ist eine starkwüchsige Sorte mit etwas kleineren Trauben, die auch für rauere Lagen geeignet ist, weil sie nicht zurückfriert. ‚Blanka‘ bringt lange Trauben und hohe Erträge. Insgesamt sind weiße Johannisbeeren weniger ertragreich als rote.

Sorten der schwarzen Johannisbeere ‚Silvergieters Schwarze‘ bildet große Sträucher mit guter Fruchtbarkeit und großen Beeren. ‚Titania‘ ist robust und wenig anfällig für Mehltau und Säulenrost. ‚Ben Sarek‘ bleibt kompakt, eignet sich also auch für kleine Gärten, und trägt große Beeren. Insgesamt sind schwarze Johannisbeeren weniger ertragreich als rote.

Krankheiten und Schädlinge der Johannisbeere: Anthraknose, Blattläuse und Blattwespe

SCHUTZ VOR KRANKHEITEN UND SCHÄDLINGEN Die gefährlichste Krankheit der Johannisbeere ist die Blattfallkrankheit (Anthraknose). Sie tritt in der zweiten Julihälfte als dunkelbraune Flecken auf den Blättern auf. Die Blätter trocknen, vergilben und fallen vorzeitig ab. Manchmal werden auch die Beeren befallen, die dann nicht ausreifen und eintrocknen. Befallene Blätter müssen zusammengerecht und vernichtet werden; die Sträucher rechtzeitig vor der Ernte und nach der Ernte mit einem gegen die Blattfallkrankheit zugelassenen Fungizid behandeln. Welches Mittel aktuell für den Haus- und Kleingarten zugelassen ist, steht im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL — ältere, in der Literatur genannte Präparate sind längst nicht mehr zugelassen.

Das Nectria-Zweigsterben wird in der Praxis fälschlich als Zweigkrebs bezeichnet. Es beginnt mit dem Welken der Blätter und setzt sich mit dem allmählichen Absterben des ganzen Astes fort. Alle abgestorbenen Äste müssen rechtzeitig entfernt und vernichtet werden; vorbeugend hilft eine gute Nährstoffversorgung und das Abdecken der Schnittwunden.

Die häufigsten Schädlinge an der Johannisbeere sind Blattläuse. Sie saugen im Frühjahr an der Blattunterseite, auf der sich dann blasenartige Aufwölbungen bilden, die auf der Blattoberseite rot erscheinen. Hilfreich sind eine Winterspritzung mit einem Öl-Präparat und bei Befall ein gegen Blattläuse an Johannisbeeren zugelassenes Mittel; die Auswahl prüfen Sie im Verzeichnis des BVL. Es helfen auch natürliche Gegenspieler — Marienkäfer und Florfliegen.

Die Johannisbeer-Blattwespe schädigt im Frühjahr im Larvenstadium; die Larven sind blaugrün mit schwarzen Punkten und Warzen am ganzen Körper. Sie sind sehr gefräßig und fressen Blattspreiten samt Stielen rasch kahl. Hilfreich ist ein gegen Blattwespen zugelassenes Mittel laut BVL-Verzeichnis. Bewährt hat sich außerdem, den Boden unter den Sträuchern mit Kalkmehl oder gemahlenem Kainit zu bestäuben, die Larven hineinzuschütteln und so zu vernichten.

Stachelbeere: Anbau, Schnitt, Vermehrung und Sorten

Stachelbeere

Stachelbeere – Beerenobst

Es ist ein sehr anspruchsloses Gehölz, das auch für recht hohe Lagen geeignet ist, weil es frosthart ist. Empfindlich gegen Frost ist die Stachelbeere nur während der Blüte, deshalb eignet sie sich nicht für Frostmulden. An den Boden stellt sie keine besonderen Ansprüche, trockene Böden oder Böden mit kaltem Untergrund bekommen ihr jedoch nicht, und einen sauren Boden verträgt sie nicht. Halbschatten ist ihr recht. Die Stachelbeere lässt sich als Strauch, als auf der Gold-Johannisbeere veredeltes Stämmchen, als wurzelechtes Stämmchen sowie als Kordon oder flache Form am Spalier ziehen. Am wenigsten geeignet ist der Strauch, denn durch den überhängenden Wuchs liegen die Früchte oft am Boden, verderben und leiden stärker unter dem Amerikanischen Stachelbeermehltau. Die beste Form ist das veredelte Stämmchen, weil es wenig Platz braucht, darunter andere Kulturen wachsen können und die Pflege einfach ist.

PFLANZUNG Gepflanzt wird in denselben Abständen wie bei der Johannisbeere, auch die Bodenvorbereitung ist gleich. Bei Stämmchen brauchen wir einen Pfahl, der so lang sein soll, dass er bis in die Krone reicht. Das Stämmchen binden wir erst oberhalb der Verzweigung an, damit die Bindung nicht am Stamm herunterrutschen kann. Hübsch und zweckmäßig ist es, Stachelbeer-Stämmchen 1 m voneinander zu pflanzen, immer abwechselnd ein hohes und ein niedriges Stämmchen, und sie dicht unter der Verzweigung mit Drähten zu verbinden.

SCHNITT Bei der Pflanzung schneiden wir den Strauch kurz zurück, also auf 1—2 Augen. Im Frühjahr des Folgejahres wählen wir 5—8 der besten Triebe aus und schneiden die übrigen weg. Die verbleibenden Triebe kürzen wir um etwa ein Drittel. Im August des nächsten Jahres entfernen wir alle neu gewachsenen Triebe, die wir nicht zur Ergänzung der Krone brauchen und die den Strauch unnötig verdichten würden. In den Folgejahren gehen wir gleich vor, um einen lockeren Strauch mit regelmäßigem Fruchtholz zu erhalten. Zeitig im Frühjahr kürzen wir die Verlängerungstriebe auf 7—8 Augen, das Seitenholz auf 2—3 Augen. Im Sommer entfernen wir neue Triebe, die den Strauch verdichten.

Das Stämmchen ziehen und schneiden wir entsprechend. Im ersten Frühjahr kürzen wir die Zweige stark auf 3 Augen, damit eine kräftige Krone aus mindestens sechs Ästen entsteht. In den Folgejahren kürzen wir die Verlängerungstriebe auf 6—7 Augen und das Seitenholz auf 2—3 Augen. Damit das Stämmchen nicht rasch vergreist, müssen wir es hin und wieder verjüngen, indem wir alle Äste auf ein Drittel einkürzen.

VERMEHRUNG Ein wurzelechtes Stämmchen ziehen wir aus Jungpflanzen, die wir durch Absenken gewonnen haben. Hat die Jungpflanze mehrere Triebe, belassen wir nur den kräftigsten und binden ihn an einen Pfahl. Die Seitentriebe kürzen wir und entfernen sie nach und nach. Die Krone legen wir in 30—60 cm Höhe an. Weiter ziehen wir sie wie veredelte Stämmchen. Der Vorteil wurzelechter Formen ist, dass keine Wildtriebe aus der Unterlage entstehen, die man beim veredelten Stämmchen regelmäßig entfernen muss.

Für die flache Form — die Palmette — brauchen wir ein etwa 2 m hohes Spalier, in dem wir Drähte im Abstand von 20—30 cm spannen. Die Palmette schneiden wir ähnlich wie den Strauch, die Leittriebe auf 7—9 Augen, das Seitenholz auf zwei Augen. Die Palmette ziehen wir auf drei Hauptäste. Das ist eher eine zierende als eine ertragreiche Methode.

Der Stachelbeerstrauch wird genauso vermehrt wie die Johannisbeere; am besten eignen sich Anhäufeln, Absenken und die Teilung des Strauchs.

PFLEGE Während der Vegetationszeit pflegen wir die Stachelbeere regelmäßig — wir lockern den Boden, entfernen Unkraut und Wurzelausläufer. Der Stachelbeere tut gelegentliches Wässern gut, ebenso das Mulchen, das die Verdunstung bremst. Jedes zweite Jahr geben wir im Herbst Kompost und düngen im Frühjahr mit Volldünger (NPK) nach, den wir flach einarbeiten. Alle 4—5 Jahre muss gekalkt werden, etwa 200 g Kalkmehl je Stämmchen. Stachelbeeren für den Frischverzehr ernten wir in mehreren Durchgängen — wir pflücken weiche, ausgefärbte Früchte mit dünner Schale. Zum Einkochen ernten wir die Früchte noch unreif, aber schon elastisch, wenn man sie zwischen den Fingern drückt. Überreife Stachelbeeren verlieren an Aroma.

SORTEN Die Stachelbeersorten unterscheiden sich vor allem durch die Fruchtfarbe und die Eignung für die verschiedenen Verwendungen — manche sind besser für Kompott, andere für den Frischverzehr.

Sorten für den Frischverzehr ‚Industrie‘ hat rote Früchte, wüchsigen Wuchs und regelmäßigen Ertrag, verlangt aber feuchtere Lagen; unter trockenen Bedingungen sind die Früchte weniger gut. ‚Hinnonmäki Rot‘ ist robust, gut frosthart und wenig mehltauanfällig, mit aromatischen roten Früchten.

Sorten für den Frischverzehr und zum Einkochen ‚Weiße Triumphbeere‘ (‚Hansa‘) mit mittelgroßen, ovalen, gelbgrünen Früchten hat mittleren Wuchs und sehr gute Fruchtbarkeit. ‚Rote Triumphbeere‘ mit großen, runden, karminroten Früchten trägt weniger. ‚Triumphant‘ mit ovalen, goldgelben Früchten ist anspruchslos, die Früchte fallen nach dem Ausreifen jedoch ab und die Sorte wird häufig von Mehltau befallen. ‚Hinnonmäki Gelb‘ hat ovale, goldgelbe, aromatische Früchte und wüchsigen Wuchs, neigt aber zum Auseinanderfallen des Strauchs. Sie gedeiht nur in besseren Böden richtig gut.

Sorten zum Verarbeiten ‚Lady Delamare‘ mit ovalen, hellgrünen Früchten wächst sehr stark, die Früchte fallen nach dem Ausreifen aber ab. ‚Invicta‘ mit grünen Früchten ist sehr ertragreich und deutlich weniger anfällig für den Amerikanischen Stachelbeermehltau. Die Sorte ‚Redeva‘ mit roten Früchten wächst gesund, blüht spät und trägt viel. Im Anbau ist sie anspruchslos.

Ich empfehle diese Sortenkombination: ‚Weiße Triumphbeere‘, ‚Hinnonmäki Rot‘ und ‚Invicta‘.

Schutz der Stachelbeere vor Amerikanischem Mehltau und Schädlingen

SCHUTZ VOR KRANKHEITEN Die gefährlichste Krankheit der Stachelbeere ist der Amerikanische Stachelbeermehltau, der auf Blättern, Früchten und Trieben zunächst einen graugweißen, später braunen, lederartigen Belag bildet. Blätter und Triebe verkrümmen sich und trocknen ein. Befallene Triebe müssen während der Vegetationszeit entfernt und vernichtet werden, ebenso das Falllaub. Vorbeugend wirken eine kräftige Kali- und Phosphordüngung, eine Winterspritzung mit einem Öl-Präparat sowie vor dem Austrieb und nach der Blüte eine Behandlung mit einem Mittel auf Schwefelbasis (z. B. Netzschwefel). Die Zulassung des konkreten Mittels prüfen Sie stets im Pflanzenschutzmittel-Verzeichnis des BVL. Der Boden sollte gekalkt werden.

Wie die Johannisbeeren leidet auch die Stachelbeere unter der Blattfallkrankheit. Der Schutz ist derselbe.

Unter den Schädlingen ist die Blattlaus an der Stachelbeere gefährlich; sie saugt an der Blattunterseite, die Blätter rollen sich ein und junge Triebe verkümmern. Hilfreich sind bei Befall ein gegen Blattläuse zugelassenes Mittel laut BVL-Verzeichnis sowie das Abschneiden und Vernichten verkümmerter Triebe.

Die Blattwespe schädigt die Stachelbeere genauso wie die Johannisbeere. Wir gehen genauso gegen sie vor.

Himbeere und Brombeere: Anbau, Sorten und Schutz

Himbeere

Die Himbeere verlangt einen sonnigen Standort und lässt sich auch in höheren Lagen anbauen. Sie gedeiht in allen Böden außer trockenem Schotter und nassem Ton. Von einer ausreichenden Bodenfeuchte hängt die Saftigkeit der Früchte ab. Am besten wächst die Himbeere in der Ebene oder an mäßigen Südhängen, in mittelschweren, ausreichend feuchten Böden mit neutraler oder leicht saurer Reaktion.

Himbeere – Beerenobst
Haselnuss – Beerenobst

Die beste Pflanzzeit ist der Herbst. Himbeeren pflanzen wir bei bedecktem Wetter, denn sie sind empfindlich gegen das Austrocknen der Wurzeln. Vor der Pflanzung graben wir den Boden gründlich um und düngen mit Stallmist oder Kompost. Einjährige Jungpflanzen kürzen wir auf etwa 30—40 cm, schneiden die Wurzeln zurück und pflanzen im Abstand von 50—60 cm. Wir setzen tiefer — ein Teil des Stängels (etwa 5 cm) soll mit Erde bedeckt sein. Nach der Pflanzung häufeln wir Kompost an und wässern gut.

Im Frühjahr nach der Pflanzung und während der gesamten Vegetationszeit lockern wir den Boden, halten ihn unkrautfrei und wässern. Die Pflanzen lassen wir zu 40—60 cm breiten Streifen zusammenwachsen. Um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern, bauen wir ein einfaches Drahtgerüst — an Pfähle spannen wir in etwa 1 m Höhe zwei Drähte im Abstand von 60 cm. Außerhalb der Drähte lassen wir die Pflanzen nicht wachsen.

Die Himbeere trägt an Trieben, die aus den vorjährigen Ruten gewachsen sind. Deshalb entfernen wir nach der Ernte die zweijährigen Ruten, die getragen haben. Ebenso schneiden wir schwache oder beschädigte diesjährige Triebe bodennah ab. Wir belassen nur die kräftigsten und kürzen sie im Frühjahr leicht ein, um eine bessere Verzweigung und höhere Erträge zu erreichen.

Jungpflanzen gewinnen wir bei ausläuferbildenden Sorten aus Wurzelausläufern. Leicht lassen sich Jungpflanzen auch durch Absenken gewinnen: Im August biegen wir die Triebspitze herunter, haken sie in eine Mulde und decken sie mit lockerer Erde ab. Jungpflanzen lassen sich auch aus Wurzelstecklingen ziehen. Wurzeln von etwa Bleistiftstärke schneiden wir im Vorfrühling auf 5—10 cm Länge, legen sie leicht schräg ins Beet oder in den Frühbeetkasten, decken sie mit einer 5 cm starken Schicht feiner Erde ab und wässern. Jungpflanzen nehmen wir nur von garantiert gesunden Pflanzen, denn Himbeeren sind häufig mit Viruskrankheiten belastet.

Wir düngen jedes dritte Jahr mit Kompost (etwa 10 kg je Strauch) und geben jährlich Mineraldünger. Die Himbeere braucht auch Kalzium, verträgt aber keine direkte Kalkung. Deshalb ist es gut, kalziumhaltige Mineraldünger zu verwenden.

SORTEN ‚Autumn Bliss‘ ist eine Herbsthimbeere, die an den diesjährigen Ruten trägt und bis in den Oktober hinein erntereife, große und wohlschmeckende Früchte liefert. ‚Preußen‘ hat mittelgroße, sehr wohlschmeckende Früchte und kräftigen Wuchs, ist aber virusanfällig. ‚Tulameen‘ ist eine neuere Sorte mit kräftigem Wuchs und großen, sehr aromatischen Früchten, stellt aber höhere Ansprüche an den Boden. Die Sommersorten beginnen Ende Juni zu reifen, die Ernte dauert etwa 3—4 Wochen.

SCHUTZ VOR KRANKHEITEN UND SCHÄDLINGEN Viruskrankheiten zeigen sich an der Himbeere als Mosaike, Blattverformungen (Farnblättrigkeit, Kräuselung) oder als Einrisse im Blattgewebe. Sie werden durch vegetative Vermehrung und durch Überträger verbreitet, vor allem durch Blattläuse. Befallene Pflanzen entfernen und vernichten wir; vorbeugend halten wir die Zahl der Überträger niedrig, vor allem der Blattläuse.

Pilzkrankheiten zeigen sich vor allem als Rutenkrankheit und Hexenbesen. Befallene Ruten und Falllaub entfernen und vernichten wir; vorbeugend behandeln wir während der Vegetationszeit Sträucher und Boden mit einem für Himbeeren zugelassenen Fungizid (etwa auf Kupferbasis) laut BVL-Verzeichnis.

Madige Himbeeren treten vor allem in Waldnähe auf. Verursacher ist der Himbeerkäfer, ein hellbrauner Käfer, dessen Weibchen Eier in die jungen Früchte legt; daraus schlüpfen etwa 6 mm lange Larven (im Volksmund „Würmer“). Es helfen eine Winterspritzung mit einem Öl-Präparat und bei Käferbefall vor der Blüte ein für Himbeeren zugelassenes Mittel laut BVL-Verzeichnis.

An den Blüten schädigt außerdem der Erdbeerblütenstecher, ein gräulicher, etwa 2—4 mm langer Käfer, dessen Weibchen Eier in die Blüten legt. Die Käfer nagen die Stiele der Blütenknospen an, die dann braun werden und an den angeknickten Stielen herabhängen. Vorbeugend pflanzen wir keine Erdbeeren in unmittelbarer Nähe; befallene Knospen sammeln wir ab und vernichten sie. Zur Zuflugzeit schütteln wir die Käfer in Gefäße ab und vernichten sie. Es hilft auch ein gegen diesen Schädling zugelassenes Mittel laut BVL-Verzeichnis.

Brombeere

Sie wird ähnlich angebaut wie die Himbeere. Im Vergleich zu ihr stellt sie geringere Ansprüche an Boden und Düngung. Sie verlangt einen eher leichten, durchlässigen Boden, verträgt aber auch steinige und trockenere Böden. Sie ist lichtbedürftig und weniger frosthart. Die Frosthärte lässt sich durch Kalidüngung verbessern.

Aufrecht wachsende Sorten ziehen wir in Reihen ähnlich wie die Himbeere. Wir pflanzen sie im Abstand von 1—1,5 m. Sobald die Triebe im Sommer eine Höhe von 80—100 cm erreichen, pinzieren wir sie, damit sich Seitentriebe bilden. Dieses Pinzieren ist wichtig, denn je mehr Seitentriebe, desto höher der Ertrag. Sofort nach der Ernte schneiden wir alle abgetragenen und schwächeren Ruten bodennah ab, belassen 6—8 der kräftigsten und pinzieren deren Spitzen. Rankende Sorten pflanzen wir 2—3 m voneinander und ziehen sie an einem Spalier aus mehreren übereinanderliegenden Drähten, an das die Ruten angebunden werden müssen. Die Ruten rankender Sorten kürzen wir im Frühjahr auf etwa 2 m und binden sie an das Spalier. Das Seitenholz kürzen wir im Sommer auf etwa 40 cm. Sonst pinzieren wir rankende Brombeeren im Sommer nicht, sondern lassen sie wachsen und binden sie an. Sofort nach der Ernte schneiden wir die abgetragenen und alle schwachen Ruten ab und belassen 6—8 der kräftigsten, die wir im Frühjahr auf etwa 2 m einkürzen. In Lagen mit strengeren Winterfrösten nehmen wir die Ruten im Herbst vom Spalier, legen sie auf den Boden und decken sie mit Reisig ab.

Von den aufrecht wachsenden Sorten ist ‚Wilsons Frühe‘ verbreitet; sie hat mittleren Wuchs, sehr gute Fruchtbarkeit und ist frosthart. Bei den rankenden Sorten wird ‚Theodor Reimers‘ angebaut, die stark wächst und reich trägt, deren Früchte jedoch ungleichmäßig ausreifen. Für kleinere Gärten sind heute dornenlose Sorten wie ‚Navaho‘ oder ‚Loch Ness‘ interessant. In jüngerer Zeit wurden zudem wertvolle, reich tragende Kreuzungen von Himbeere und Brombeere gezüchtet (etwa Tay- und Loganbeere); sie liefern wohlschmeckendes Obst, das den Brombeeren ähnlicher ist.

Vermehrung und Pflege sind dieselben wie bei der Himbeere.

An Krankheiten treten Virosen ähnlich wie bei der Himbeere auf, allerdings bei Weitem nicht in dem Ausmaß. Von den Schädlingen schaden der Himbeerkäfer und der Blütenstecher. Der Schutz vor ihnen ist derselbe wie bei der Himbeere.

Eine rankende Brombeere bildet eine undurchdringliche Hecke.

Haselnuss: Anbau von Haselnüssen, Schnitt und Schutz vor Schädlingen

Haselnuss

Es gibt mehrere Typen der Hasel: die Gemeine Hasel, die wild an Waldrändern wächst, die Lambertsnuss und die Zellernuss, die in Gärten angebaut werden, sowie die Baumhasel, die als Unterlage für die Veredlung von Edelsorten dient, wenn die Hasel als Viertel- oder Halbstamm gezogen wird. Baumförmige Hasel erreicht allerdings beachtliche Größen und eignet sich deshalb nicht für kleinere Gärten. Üblich sind Haselsträucher, aus denen sich eine Hecke bilden oder mit denen sich manche Stellen im Garten (etwa der Kompost) verdecken lassen.

Die Früchte der Hasel sind Nüsse, die von einer Fruchthülle umschlossen sind. Der Lambert-Typ hat längliche Früchte und eine doppelt so lange Hülle wie die Frucht, sodass die Nuss nicht zu sehen ist. Der Zeller-Typ hat kugelige, breite Früchte und eine kurze Hülle, sodass die Nuss sichtbar ist und nach dem Ausreifen herausfällt. Diese ursprünglichen Typen wurden untereinander gekreuzt, und so entstanden die heutigen Sorten, die Eigenschaften beider Typen vereinen. Bei manchen treten die Merkmale des Lambert-Typs stärker hervor, bei anderen die des Zeller-Typs.

Die Hasel hat einige botanische Merkmale, die sie von den übrigen Obstarten unterscheiden. Ihre Blüten sind eingeschlechtig, also männlich (Kätzchen) und weiblich; sie ist einhäusig, das heißt, beide Blütenarten sitzen an einer Pflanze, sie ist fremdbefruchtend (sie wird mit dem Pollen einer anderen Sorte bestäubt) und windblütig — ihr Pollen wird von den männlichen Blüten einer Pflanze auf die weiblichen Blüten einer anderen vom Wind übertragen, nicht von Bestäubern wie bei den meisten Gartenpflanzen. Deshalb sollte man eine Sortenmischung pflanzen und nicht nur eine einzige Sorte.

ANBAU Die Hasel lässt sich auch in kühleren Gegenden anbauen, weil sie recht widerstandsfähig gegen Frost ist, und zwar auch in Frostmulden und in höheren Lagen. In Lagen mit zu hoher Luftfeuchtigkeit wird der Pollen feucht, fliegt nicht und die weiblichen Blüten bleiben unbefruchtet. Die Hasel verlangt ausreichend feuchte, humusreiche Böden. Die Sträucher wurzeln flach und reagieren deshalb stark auf jede Trockenphase. Wir müssen sie also regelmäßig wässern und dort, wo das nicht möglich ist, den Boden wenigstens durch Mulchen vor dem Austrocknen bewahren. Wer gute Nusserträge erzielen will, muss die Hasel ausreichend mit Nährstoffen versorgen.

Ein- bis zweijährige Jungpflanzen mit 3—6 mindestens 40 cm langen Ästen pflanzen wir im Herbst mit mindestens 3 m Abstand. Vor dem Pflanzen graben wir tief um, geben Kompost oder Torf auf den Grund der Grube und füllen mit gutem Kompost auf. Je 1 m² geben wir 300 g 40-prozentiges Kalisalz und 200 g Superphosphat. Gleich nach dem Pflanzen wässern wir gründlich und breiten über die ganze Breite der Grube eine Mulchschicht aus, am besten aus Torf.

Im Frühjahr schneiden wir die Jungpflanze auf 10—20 cm über dem Boden zurück. Aus dem Wurzelhals wachsen neue Triebe, aus denen wir 3—4 der kräftigsten und am weitesten voneinander entfernten Äste auswählen. Diese Hauptäste kürzen wir in den Folgejahren jedes Jahr bis zur Hälfte ein, damit sich daran junge Triebe bilden, die Früchte tragen. Die Hasel wächst und trägt zwar auch ohne Schnitt, dann lichten wir aber ab dem vierten Jahr nach der Pflanzung regelmäßig aus, um die Sträucher ausreichend licht zu halten. Beim Auslichten in der Vegetationsruhe entfernen wir alte Äste bodennah und im Lauf der Vegetationszeit noch mehrmals überzählige Wurzelschosse. Im Ertragsalter soll der Strauch höchstens sechs Hauptäste haben. Ein regelmäßig geschnittener Strauch muss frühestens nach 15 Jahren verjüngt werden, ein ungeschnittener natürlich erheblich früher. Jedes dritte Jahr geben wir einem ausgewachsenen Strauch 30 kg Kompost oder 20 kg Stallmist und arbeiten sie flach ein, denn die Hasel wurzelt flach. Jährlich geben wir im Frühjahr 0,5—1 kg Volldünger (NPK mit Spurenelementen) je Strauch.

Die Nüsse ernten wir, wenn sie sich leicht aus der Hülle lösen lassen. Bei Sorten des Zeller-Typs fallen die Nüsse nach dem Ausreifen von selbst heraus, sodass wir sie vom Boden auflesen. Bei Sorten des Lambert-Typs bleiben sie in den langen Hüllen, sodass wir sie samt Hülle abpflücken und dann auslösen. Die Nüsse müssen auf Horden nachtrocknen und in Netzsäcken in einem luftigen, kühlen Raum gelagert werden.

VERMEHRUNG Auf trockeneren Böden lässt sich die Hasel durch Direktsaat in Nester vermehren. Für ein Nest bereiten wir etwa 0,5 m breite Flächen vor, die wir tief lockern. Die Nüsse säen wir zu dritt in ein Nest in etwa 5 cm Tiefe. Die Bodenoberfläche drücken wir an und decken sie mit einer Schicht Torf oder Nadelstreu ab. Nach zwei Jahren vereinzeln wir die Nester und belassen darin die am besten entwickelten Pflanzen. Hasel aus Direktsaat hat ein besser entwickeltes Wurzelsystem und erreicht Wasser auch aus tieferen Schichten leichter; es gibt allerdings keine Gewähr, dass die Früchte genauso gut sind wie bei gepflanzten Sorten. Es handelt sich um Sämlinge. Besser ist es, die Hasel vegetativ zu vermehren — durch Absenker oder Abrisstriebe, ähnlich wie die Johannisbeersträucher.

SORTEN Bewährt haben sich folgende Sorten: ‚Weiße Lambertsnuss‘ mit sehr langer Hülle und länglicher Nuss wächst schwächer und reift Ende August. ‚Hallesche Riesennuss‘ mit einer Hülle, die so lang ist wie die ganze kegelförmige Frucht, wächst kräftig und reift in der zweiten Septemberhälfte. ‚Webbs Preisnuss‘ mit einer Hülle, die etwas länger ist als die Frucht, wächst kräftig und reift Anfang September. Verbreitet sind außerdem ‚Römische Nuss‘ und ‚Cosford‘.

SCHUTZ VOR KRANKHEITEN UND SCHÄDLINGEN Der schlimmste Schädling ist der Haselnussbohrer, der in manchen Jahren bis zu 80 % der Früchte vernichtet. Das Weibchen legt Anfang Juli Eier in die unreifen Nüsse. Die Larve frisst die Nuss aus und ist im August ausgewachsen. Sie nagt sich durch die Schale und verkriecht sich im Boden, wo sie sich verpuppt. Die Nüsse sind madig und völlig unbrauchbar. Eine chemische Bekämpfung dieses Schädlings gibt es nicht; am besten hilft es, im August und September Hühner oder besser noch Perlhühner unter den Haseln laufen zu lassen, die die Puppen aufnehmen.

Außerdem schadet die Haselnuss-Gallmilbe, die durch ihr Saugen Gewebeschwellungen und verformte Knospen verursacht. Hilfreich ist es, befallene Zweige abzuschneiden und zu vernichten sowie an warmen Tagen vor dem Austrieb mit einem gegen Gallmilben zugelassenen Mittel laut BVL-Verzeichnis zu behandeln.

In dichten Sträuchern tritt bei feuchtem Wetter die Fruchtfleckenkrankheit auf — schwarzgraue Flecken. Hilfreich ist es, befallene Früchte abzusammeln und zu vernichten und den Strauch auszulichten.

Die größten Schäden an Haselnüssen richten, besonders in Waldnähe, Eichhörnchen und mancherorts auch Tannenhäher an.

Erdbeeren: wie man ein Beet vorbereitet und wann man Erdbeerpflanzen setzt

Erdbeerpflanze

Dem Erdbeeranbau widmen Gärtnerinnen und Gärtner große Aufmerksamkeit, denn Erdbeeren gehören zu den beliebtesten und wohlschmeckendsten Obstarten; sie sind zudem das erste Obst, das ein Garten liefert — das erste nach der Anlage des Gartens und das erste im Frühjahr.

Damit die Ernte wirklich Freude und Nutzen bringt, müssen wir der Erdbeere den passenden Standort und die richtige Pflege bieten und eine geeignete Sorte wählen.

Erdbeerpflanze – Beerenobst

Der Erdbeere sagt ein mittelschwerer, leicht sandiger, reichlich mit Humus und Nährstoffen versorgter, warmer und durchlässiger Boden am meisten zu, mit einem Grundwasserstand nicht höher als 50—60 cm und mit leicht saurer Bodenreaktion (pH 5,5—6). Die Erdbeere verlangt eine geschützte Lage, möglichst in der Ebene oder an einem mäßigen, nach Süden oder Südosten geneigten Hang.

Bei der Standortwahl müssen wir auch berücksichtigen, dass wir die Erdbeeren regelmäßig wässern können. Unter großen Bäumen pflanzen wir sie lieber nicht, denn Pflanzen und Früchte werden dort durch Mittel geschädigt oder unbrauchbar gemacht, die wir zum Spritzen der Bäume verwenden.

PFLANZUNG Vor der Pflanzung müssen wir uns vorab klar werden, wann wir setzen wollen, und die Bodenvorbereitung auf diesen Zeitpunkt ausrichten. Die beste Pflanzzeit ist das Spätsommerende. Bei richtiger Pflege und regelmäßigem Wässern können die Jungpflanzen bis zum Winter vollständig einwurzeln und die Anlagen der künftigen Blütenknospen bilden, von denen an jeder Pflanze 5—10 entstehen können. Schon im Folgejahr erhalten wir einen schönen Ertrag großer Früchte guter Qualität. Je später im Herbst wir pflanzen, desto weniger Blütenanlagen bilden sich und desto geringer fällt die Ernte im nächsten Jahr aus. Wenn wir aus irgendeinem Grund nicht spätestens bis Mitte September pflanzen können oder keine Möglichkeit zum Wässern haben, setzen wir im Frühjahr, wenn genügend Feuchtigkeit im Boden ist. Die Ernte im Pflanzjahr fällt dann allerdings geringer aus.

Die Beete für Erdbeeren wählen wir so, dass sie vor Wind geschützt sind. Erdbeeren lassen sich gut mit neu gepflanzten Obstbäumen kombinieren, die in den ersten Jahren weder Schatten werfen noch gespritzt werden, sodass keine Gefahr durch Spritzmittel besteht. Auf freier Fläche ohne natürlichen Windschutz pflanzen wir Kulissenpflanzen, dauerhafte aus Johannisbeere oder Himbeere oder einjährige aus Sonnenblume, Mais und Ähnlichem. Die Kulissen setzen wir stets quer zur vorherrschenden Windrichtung und lassen sie auch über den Winter stehen. Der Strom kalter Luft wird so über die Erdbeerkultur hinweggeführt und es entsteht ein günstiges Kleinklima.

Auf den ausgewählten Beeten bereiten wir den Boden gut vor. Ist er zu schwer, lockern wir ihn auf, indem wir die nötige Menge Torf, Sand, Asche und Ähnliches einarbeiten. Steht das Grundwasser auf dem Grundstück hoch, muss entwässert werden. Die Bodenreaktion zu saurer Böden korrigieren wir mit Kalk, am besten mit Carbokalk aus der Zuckerfabrik (50 kg je 10 m²). Den Boden düngen wir gründlich mit Stallmist oder Kompost. Haben wir nicht genügend Kompost oder Mist, können wir einen Humusdünger verwenden. Beim Umgraben entfernen wir ausdauernde Unkräuter und Bodenschädlinge (Drahtwürmer, Engerlinge und Ähnliches). Auf ein sorgfältig bearbeitetes Beet können wir bei Kompostmangel im Frühjahr eine Gründüngung säen, die wir im August vor der Pflanzung einarbeiten. Auf ein gut gedüngtes Beet pflanzen wir im Frühjahr frühes Gemüse oder säen Erbsen oder Bohnen, also solche Arten und Sorten, die wir rechtzeitig ernten, damit wir Ende Juli das Beet für die eigentliche Erdbeerpflanzung vorbereiten können. Der Boden nach dem Gemüseanbau ist bei sorgfältiger Pflege gut gelockert und unkrautfrei.

Bei der letzten Vorbereitung unmittelbar vor der Pflanzung arbeiten wir noch Kompost oder Stallmist in den Boden ein, damit er wirklich gut mit Nährstoffen versorgt ist. Sehr gut bewährt es sich auch, im Beet Rillen zu ziehen, die mit Kompost gefüllt werden und in die dann die jungen Erdbeerpflanzen gesetzt werden. Die Erträge sind dann wirklich hoch, diese Methode setzt allerdings einen ausreichenden Vorrat an gutem, reifem Kompost voraus.

Erdbeerpflanze – Beerenobst

Anbaumethoden für großfrüchtige Erdbeeren: Streifen, Folie und einjährige Kultur

ANBAU GROSSFRÜCHTIGER ERDBEEREN Zuerst wählen wir die Pflanzmethode. Es gibt mehrere Möglichkeiten, in welchem Abstand Jungpflanzen großfrüchtiger Sorten gesetzt werden. Im Hausgarten ist die Streifenpflanzung am gebräuchlichsten. Je nach Wuchsstärke der Sorte setzen wir die Pflanzen 25—50 cm voneinander in Reihen mit 60—80 cm Abstand. Im Schnitt brauchen wir für diese Methode 45—70 Jungpflanzen je 10 m². Die Reihen wachsen zu einzelnen Streifen zusammen. Bei weiterem Abstand können wir den einzelnen Pflanzen im zweiten und dritten Jahr auch einige gut gewachsene Ausläuferpflanzen belassen, zwischen denen wir 10—15 cm Abstand halten. So verlängern wir die Lebensdauer des Bestandes und erreichen höhere Erträge. Damit sich die Mutterpflanzen nicht erschöpfen, trennen wir die Ausläuferpflanzen sofort nach dem Bewurzeln ab. Wenn ein so gezogener Streifen nicht zu dicht wird, kann er bei guten und hohen Erträgen vier Jahre am Platz bleiben.

Wollen wir eine Sorte selbst vermehren, müssen wir die besten Pflanzen sorgfältig auswählen, von denen wir die Jungpflanzen gewinnen. Die Pflanzen setzen wir in Streifen mit einem Mindestabstand von 50 × 60 cm, damit wir den Boden zwischen den Horsten bearbeiten können, ohne die Pflanzen zu beschädigen. Den Streifen lassen wir nicht zusammenwachsen. So gezogene Erdbeeren werden nach der dritten Ernte gerodet.

Eine neuere Anbaumethode ist die einjährige Kultur. Dabei setzen wir die Jungpflanzen schon vor Ende Juli in sehr gut vorbereiteten und gedüngten Boden dicht nebeneinander, etwa 10—25 cm, in Reihen mit 40 cm Abstand. Wir brauchen also etwa 100—250 Jungpflanzen je 10 m². Die Pflanzung müssen wir regelmäßig wässern, damit die Pflanzen ausreichend kräftig werden und möglichst viele Blütenanlagen bilden. Nach Bedarf lockern wir den Boden zwischen den Reihen mit dem Grubber und halten so zugleich das Unkraut zwischen den Reihen zurück. Nach der Ernte im Folgejahr roden wir den Bestand und belassen nur jede vierte Pflanze in der Reihe als Mutterpflanze. Diese Pflanzen düngen und pflegen wir, damit sich an ihnen genügend Ausläufer bilden. Die Mutterhorste bringen einen hohen Ertrag und werden vor der Neupflanzung samt den jungen Pflanzen ausgegraben. Die Jungpflanzen bereiten wir für die neue Pflanzung vor, setzen sie in vorbereiteten Boden und der ganze Zyklus wiederholt sich. So erzielen wir verhältnismäßig hohe Erträge guter Qualität und ersparen uns zugleich die aufwendige Handarbeit im zweiten und in den weiteren Jahren.

Im Erwerbsanbau wird derzeit fast durchweg die Doppelreihe unter Folie verwendet. Vor der Pflanzung wird der gut vorbereitete Boden zu 80—100 cm breiten Dämmen aufgehäufelt; die Gassen zwischen den erhöhten Dämmen genügen mit 20—30 cm Breite. Die Jungpflanzen werden im Dreiecksverband mit etwa 40—60 cm Abstand gesetzt, und der ganze Damm wird mit einer zuvor exakt gelochten (Löcher von 10 cm Durchmesser) schwarzen Folie abgedeckt, die an den Seiten so mit Erde befestigt wird, dass sie sich nicht mit der Folie der Nachbarreihe überlappt. Wasser aus Regen oder Bewässerung fließt nach dem Anheben der Folie über den Damm ab, und die Früchte bleiben stets trocken. Gedüngt wird in die Reihen; die Erdbeere wurzelt in die Breite und holt sich die Nährstoffe von dort. Praktisch das gesamte Jäten entfällt, und die Ausläufer können nicht einwurzeln, sodass sie sich leicht entfernen lassen und die Mutterpflanze nicht schwächen. Die Erträge sind hoch und die Kultur hält 3—4 Jahre.

Für die Pflanzung verwenden wir nur sortenechte, gesunde, einjährige Pflanzen. Gute Jungpflanzen sind kompakt, haben ein gesundes Herz, sind nicht vergeilt und haben ein gut verzweigtes Wurzelwerk. Die Würzelchen junger Pflanzen sind weiß, die überalterter dagegen braun. Minderwertig sind vergeilte, von der Erdbeermilbe befallene, zweijährige Pflanzen mit schwachem Herz. Am besten ist es, wenn wir die Jungpflanzen sofort setzen können, manchmal muss man sie aber länger aufbewahren. Dann schlagen wir sie in lockere, feuchte Erde ein, besser einzeln als in Bündeln, und lassen sie nicht länger als eine Woche eingeschlagen. Für die Frühjahrspflanzung setzen wir sie dicht nebeneinander in lockere Erde, damit sie gut einwurzeln können.

Vor der Pflanzung ebnen und harken wir das Beet und markieren die Abstände mit einem Markierer oder einer Gärtnerschnur. Die Reihen legen wir möglichst in Nord-Süd-Richtung an, damit alle Pflanzen ausreichend Sonne bekommen. Gekaufte Jungpflanzen sortieren wir sorgfältig und setzen nur die besten; schlechter entwickelte scheiden wir aus oder pflanzen sie getrennt. Wir setzen in flache, mit der Handhacke ausgehobene Löcher und achten darauf, dass die Würzelchen gleichmäßig ausgebreitet und mit Erde bedeckt sind. Nach dem Zuschütten drücken wir den Boden mit den Händen leicht an und gießen vorsichtig. Es ist nicht richtig, Erdbeeren mit dem Pflanzholz für Gemüse zu setzen. In einem engen, tiefen Loch können sich die Wurzeln nicht gut ausbreiten und faulen, und bis neue Wurzeln entstehen, bleibt die Pflanze in der Entwicklung stehen. Das Herz darf nicht unter der Bodenoberfläche liegen und die Würzelchen dürfen nicht darüber sichtbar sein; das Herz soll ganz leicht über der Bodenoberfläche stehen. Ideal ist die Pflanzung mit ganzem Ballen, bei der wir die bewurzelte Pflanze mit dem Spaten ausstechen und mit dem ganzen Ballen vorsichtig an den Pflanzort bringen. Noch besser ist das Topfen, bei dem wir Töpfe neben die Mutterpflanze stellen und die jungen Pflanzen hineinstecken. Eine Jungpflanze im Topf wurzelt gut ein und wird bei der Pflanzung in ihrer Entwicklung überhaupt nicht aufgehalten.

Düngung, Ernte und Pflege von Erdbeeren während der gesamten Saison

Nach der Pflanzung im Spätsommer lockern wir den Boden ein- bis zweimal und entfernen Unkraut. Nach Bedarf wässern wir, damit die Jungpflanzen gut einwurzeln und dann gut überwintern. Bei manchen Sorten bilden sich schon im Herbst Ausläufer; diese entfernen wir. Vor Winterbeginn empfehle ich, besonders in Gegenden mit wenig Schnee, die ganze Pflanzung leicht mit Strohmist oder Häcksel abzudecken oder mit Reisig zu schützen, damit die jungen Pflanzen vor Frost geschützt sind. Im Frühjahr entfernen und vernichten wir alte, trockene und vertrocknende Blätter, hacken die Horste und arbeiten dabei zugleich Mineraldünger in den Boden ein. Am besten geeignet ist ein spezieller Erdbeer-Volldünger, der neben den Hauptnährstoffen im passenden Verhältnis auch die nötigen Spurenelemente enthält. Wir düngen ringförmig um die Pflanzen, bei dichter Streifenpflanzung entlang des Streifens. Ein zweites Mal hacken wir das Beet vor der Blüte. Nach der Blüte bilden sich die Früchte; wir beginnen regelmäßiger nach Bedarf zu wässern, damit sich die Früchte gleichmäßig entwickeln. Beim Ausreifen neigen sich die Früchte durch ihr Eigengewicht zum Boden und werden beim Wässern oder bei Regen mit Erde verschmutzt und dadurch unbrauchbar. Deshalb legen wir nach der Blüte Stroh, Holzwolle und Ähnliches unter die Horste oder stützen die Stiele mit Drahtstützen. Am besten eignet sich Strohmulch, den wir nach der Ernte nicht entfernen müssen, sondern beim Hacken in den Boden einarbeiten, wo er sich zersetzt und ihn mit Humus anreichert. Wir dürfen ihn allerdings nicht von Ausläufern durchwachsen lassen, sonst wird das Säubern des Beetes mühsam.

Erdbeerpflanze – Beerenobst
Erdbeerpflanze – Beerenobst

Um bei der Erdbeerkultur Arbeit zu sparen, bewährt sich Folie, sowohl schwarze als auch weiße. Die Folienbahnen ziehen wir entweder schon vor der Pflanzung über das Beet, schneiden im gewählten Abstand Löcher aus und setzen die Jungpflanzen hinein, oder wir legen nach der Pflanzung schmalere Bahnen beidseits der Reihen aus. Der Boden muss dann nicht gehackt werden, Unkraut kommt nicht auf und es muss seltener gewässert werden. Auch das Unterlegen der Horste vor der Ernte entfällt.

Erdbeeren ernten wir so oft wie möglich, besonders bei frühen Sorten, und möglichst am Morgen, wenn die Früchte von der Nacht noch kühl sind. Ich empfehle, auch beschädigte und angefaulte Erdbeeren abzusammeln, vor allem bei den ersten Ernten, denn sie könnten zum Ausgangsherd für den Grauschimmel werden, der sich bei warmem, feuchtem Wetter leicht auf die übrigen, auch noch unreifen Früchte überträgt. Die Ernte verläuft sehr schnell, bei den einzelnen Sorten dauert sie 16—21 Tage. Um die Ernte für den Eigenbedarf zu verlängern, pflanzen wir mindestens drei Sorten mit gestaffelter Reifezeit — frühe, mittelspäte und späte. Damit verringern wir zugleich die Gefahr von Frostschäden an den Blüten, weil auch die Blüte gestaffelt verläuft.

Nach der Ernte säubern wir den Bestand, entfernen aus den Horsten trockene und beschädigte Blätter, nehmen auch das Unterlegematerial heraus, hacken und düngen nach. In dieser Zeit müssen wir auch regelmäßig wässern. Vom Abmähen der Erdbeerkultur rate ich entschieden ab, die Pflanzen werden dadurch geschädigt. Ende Juli bis Anfang August entfernen wir die gebildeten Ausläufer mit den jungen Pflanzen und belassen nur jene, die wir gezielt für eine Neupflanzung heranziehen. Das heißt, dass wir an den besten Horsten höchstens fünf Ausläufer und an jedem nur eine einzige Jungpflanze belassen. So wird der Horst nicht geschwächt und die Jungpflanze wird kräftig. Nach Bedarf hacken, jäten und wässern wir dann bis in den Herbst. Vor dem Frost düngen wir in die Reihen rund um die Horste mit Kompost nach, der die Pflanzen zugleich vor Frost schützt. Im Frühjahr pflegen wir sie genauso wie im ersten Jahr nach der Pflanzung. Um die Kultur sauber zu halten, muss man Jahr für Jahr mehr Arbeit aufwenden und auch die Düngergaben erhöhen.

Monatserdbeeren und immertragende Erdbeeren: besondere Typen für den Garten

ANBAU VON MONATSERDBEEREN, IMMERTRAGENDEN UND SPALIER-ERDBEEREN Monatserdbeeren pflanzen wir meist an die Ränder der Beete und Ähnliches. Die Bodenvorbereitung ist ähnlich wie bei großfrüchtigen Erdbeeren. Wegen des geringeren Wuchses setzen wir sie im Abstand von 25 cm. Wir vermehren sie entweder durch Teilung der Horste im Spätsommer oder — meist — durch Aussaat zeitig im Frühjahr. Die kleinen Früchte ernten wir von Juni bis in den Herbst. Die Kultur hält auch 5—6 Jahre.

Immertragende Erdbeeren pflanzen und pflegen wir nach denselben Grundsätzen wie die großfrüchtigen. Wegen ihrer nahezu ununterbrochenen Fruchtbarkeit geben wir während der gesamten Vegetationszeit mehr Nährstoffe und Wasser. Wässern und Düngen schränken wir erst im Herbst ein, damit die Pflanzen bis zum Winter gut ausreifen. Wir vermehren sie durch junge Pflanzen aus Ausläufern und, wenn sie wenig Ausläufer bilden, auch durch Teilung der Horste.

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