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Amberbaum

Ein Baum mit ahornähnlichen Blättern, die sich im Herbst karminrot färben. Er wächst langsam, wird aber sehr hoch.

Laubbaum mit prachtvoller Herbstfärbung

  • Standort: sonniger Platz mit frischem Boden
  • Höhe: 20–40 m
  • Blütezeit: Mai
  • Vermehrung: durch Aussaat

In Nordamerika sowie in West- und Ostasien sind 6 Arten des Amberbaums beheimatet, die zur Familie der Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae) gehören. Es sind meist hohe Bäume mit laubabwerfenden, wechselständigen, lang gestielten und handförmig gelappten Blättern. An der einhäusigen Pflanze wachsen in Blütenständen eingeschlechtige Blüten: männliche Blüten in Trauben, weibliche Blüten in kugeligen Köpfchen. Weder die männlichen noch die weiblichen Blüten sind auffällig.

In Mitteleuropa wird nur der Amerikanische Amberbaum (Liquidambar styraciflua) kultiviert, der aus dem atlantischen Teil Nordamerikas bis Guatemala stammt. Aus dem verletzten Stamm tritt ein angenehm duftender Saft aus, der als amerikanischer Styrax (sweet oder red gum) bezeichnet wird; die indigenen Völker Nordamerikas nutzten diesen Naturstoff als Kaugummi. Der Orientalische Amberbaum (Liquidambar orientalis) ist im Südwesten Kleinasiens heimisch. Nach Verletzung der Rinde und vor allem der jungen Holzschichten liefert er Storaxbalsam, der traditionell äußerlich angewendet wurde und bis heute in der Parfümerie sowie als Duft- und Geschmacksstoff genutzt wird.

Amberbaum (Liquidambar styraciflua) mit beginnender Herbstfärbung in einer Parkanlage
Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua) in leuchtend roter Herbstfärbung am Wegrand

Liquidambar styraciflua

erreicht an natürlichen Standorten, die von Flüssen überschwemmt werden, eine Höhe von 45 m. Bei uns bleibt er meist halb so hoch. An den rotbraunen Ästen und Zweigen fallen häufig unregelmäßig geformte Korkleisten auf. Die meist fünflappigen Blätter haben länglich-dreieckige Lappen mit ausgezogener Spitze. Die Blattspreite ist 10–18 cm lang und breit, oberseits glänzend dunkelgrün, unterseits mit Achselbärten in den Nervenwinkeln. Im Herbst färbt sich das Laub auffällig rot, gelb und purpurn.

Der Amberbaum ist ein wunderschöner und recht anspruchsloser Baum für den Einzelstand und nur in der Jugend etwas frostempfindlich.

Amberbaum pflanzen und pflegen

  • Standort: volle Sonne. Im Halbschatten färbt sich das Laub im Herbst deutlich schwächer – und genau dafür wird der Amberbaum gepflanzt.
  • Boden: frisch, tiefgründig und eher sauer. Auf kalkhaltigem Boden kümmert der Amberbaum, und die Blätter vergilben zwischen den Blattadern.
  • Platz: rechnen Sie mit 20 Metern Höhe und mehr. In den kleinen Garten gehört der Amberbaum nicht; für schmale Grundstücke gibt es säulenförmige Sorten wie ‚Slender Silhouette‘.
  • Pflanzung: im Frühjahr, aus dem Container. Der Amberbaum hat empfindliche Wurzeln und verträgt das Verpflanzen älterer Bäume schlecht.
  • Gießen: in den ersten Jahren regelmäßig, später nur in langen Trockenperioden. Der Amberbaum liebt Feuchtigkeit, in der Natur wächst er in Auwäldern.
  • Schnitt: praktisch keiner. Der Amberbaum baut seine Krone selbst auf und verschließt Schnittwunden nur schlecht.
  • Junge Bäume schützen — in den ersten Wintern nach der Pflanzung kann Frost die Triebe schädigen, später ist der Amberbaum gut winterhart.

Häufig gestellte Fragen

Warum wird der Amberbaum mit dem Ahorn verwechselt?

Wegen der Blätter — sie sind handförmig gelappt und sehen denen des Ahorns ähnlich. Erkennen können Sie den Unterschied an der Blattstellung: Der Amberbaum trägt die Blätter wechselständig, der Ahorn gegenständig, also immer zwei einander gegenüber. Außerdem bildet der Amberbaum kugelige, stachelige Fruchtstände, die den Winter über am Baum bleiben.

Wann färbt sich der Amberbaum?

Von Ende September bis in den November, deutlich später als die meisten heimischen Gehölze. Die Blätter gehen nach und nach von Grün über Gelb und Orange in Karminrot und schließlich in dunkles Purpur über — oft trägt ein Baum alle Farben gleichzeitig.

Warum hat sich der Amberbaum kaum verfärbt?

Entweder steht er zu schattig, oder der Herbst war warm ohne kühle Nächte. Für die Färbung braucht er Sonne und einen deutlichen Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperatur. Auch die Sorte spielt eine Rolle — bei Sämlingen ist die Färbung unberechenbar, bei veredelten Sorten wie ‚Worplesdon‘ oder ‚Lane Roberts‘ dagegen verlässlich.

Wie schnell wächst der Amberbaum?

Langsam. In den ersten Jahren legt er nur 20 bis 30 cm jährlich zu, danach 40 bis 50 cm. Seine Endhöhe von 20 bis 40 Metern erreicht er erst nach Jahrzehnten.

Wozu sind die stacheligen Kugeln gut?

Das sind die Fruchtstände — Sammelfrüchte aus vielen Kapseln mit Samen. Sie bleiben den Winter über am Baum und werden gern für Trockengestecke verwendet. Auf Pflaster und im Rasen sind sie allerdings ein unangenehmer Abfall, mit dem man rechnen sollte.

Womit düngt man den Amberbaum?

In den ersten Jahren nach der Pflanzung genügt eine Gabe organischen Düngers im Frühjahr, im Bereich der Kronentraufe rund um den Stamm ausgebracht. Ein ausgewachsener Amberbaum kommt allein zurecht. Die genaue Dosierung finden Sie in der Dosierungstabelle.